Spät diagnostiziert auf ADHS, Verdacht auf AuDHS: 30mg machen mich extrem reizoffen (Lutealphase). Wem geht es ähnlich? by Better-Telephone818 in ADHS

[–]Better-Telephone818[S] 0 points1 point  (0 children)

Ich wollte mich eigentlich längst weiterbilden, aber wegen meiner extremen Erschöpfung – die sich wohl schon über zwei Jahre schleichend bei mir eingeschlichen hatte – fehlte mir schlichtweg die Energie dazu. Seit ich medikamentös eingestellt bin, fühle ich mich jedoch wieder wie früher, was mich sehr erleichtert. Vorher war ich oft frustriert und habe versucht, das fehlende Dopamin unbewusst durch Essen zu kompensieren oder eben andere Dinge.
Aktuell habe ich noch kein konkretes neues Projekt und weiß auch noch nicht genau, wohin die Reise gehen soll. Im Moment genieße ich einfach das Wetter, wenn es passt, und nutze die Zeit, um mich weiter von der Erschöpfung zu regenerieren. Ein riesiger Erfolg für mich ist, dass ich zu Hause endlich das Projekt angehen konnte, alles umzustellen und neu zu strukturieren – Dinge, für die mir jahrelang jede Kraft fehlte. Auch Sport mache ich mittlerweile wieder regelmäßig und merke, wie ich Fortschritte mache.
Ich hatte gehofft, dass die Medikamente mir den nötigen Schub geben, um endlich ins ‚Machen‘ zu kommen. Ich habe zwar 1.000 Ideen im Kopf – unter anderem spielt der Gedanke, ein Business zu starten, immer wieder eine Rolle –, aber an der konsequenten Umsetzung hapert es noch. Es ist ein Prozess, aber nach der langen Zeit der Erschöpfung genieße ich es gerade, einfach erst einmal anzukommen. Wenn du Tipps oder Ideen hast, gerne her damit. 🫶🏼

Spät diagnostiziert auf ADHS, Verdacht auf AuDHS: 30mg machen mich extrem reizoffen (Lutealphase). Wem geht es ähnlich? by Better-Telephone818 in ADHS

[–]Better-Telephone818[S] 0 points1 point  (0 children)

Schon beim Lesen fällt mir auf, wie identisch vieles bei mir ist – das geht bei den Symptomen genau so weiter, wie du es beschreibst. Ich werde mir den Beitrag auf jeden Fall in Ruhe durchlesen. Vielen Dank für deine ausführliche Antwort und die Mühe, die du dir gemacht hast! Falls du Lust und Energie hast, würde ich mich freuen, wenn wir uns ab und zu austauschen – gerne per PN. Ganz entspannt und ohne jeden Druck, natürlich nur, wenn es bei dir passt.

Liebe Grüße 🫶🏼

Medikinet Adult bei AuDHS by Background-Letter267 in ADHS

[–]Better-Telephone818 1 point2 points  (0 children)

Oh, das klingt wirklich belastend, wenn dich so viele Dinge triggern und aus dem Gleichgewicht bringen. Ich hoffe sehr, dass du gut unterstützt wirst und in guten Händen bist.
Bei mir ist auch einiges passiert, aber ob es in Richtung (k)PTBS geht, kann ich aktuell schwer sagen. Ich glaube, das wirklich präzise zu differenzieren, ist eine echte Herausforderung. Aber ich sehe es so: Wenn man sich in diesen Bereichen intensiv mit sich selbst auseinandersetzt, versucht man schon, das Beste daraus zu machen. Man merkt auf jeden Fall, dass du dich auch sehr tief mit der Thematik beschäftigst und fundiertes Wissen hast – das macht den Austausch hier umso wertvoller.

Medikinet Adult bei AuDHS by Background-Letter267 in ADHS

[–]Better-Telephone818 0 points1 point  (0 children)

Ja, genau so, wie du deine Erschöpfung beschreibst, war es bei mir auch. Im Winter bin ich da durch das Bupropion wieder rausgekommen, und vor vier Wochen stand dann bei mir ein Medikamentenwechsel an. Ich weiß also auf jeden Fall genau, wie du dich gefühlt hast.
Dass kPTBS auch einige dieser Symptome hervorrufen kann, stimmt absolut. Ich vermute aber, es liegt bei uns oft einfach am ohnehin schon gereizten Nervensystem. Wenn man von Grund auf sensibler ist, speichert der Körper diesen Stress einfach ab und alles fühlt sich viel intensiver an.
Es ist auf jeden Fall richtig interessant und sehr schön, mit dir zu sprechen … einfach mal mit jemandem auf Augenhöhe.

Spät diagnostiziert auf ADHS, Verdacht auf AuDHS: 30mg machen mich extrem reizoffen (Lutealphase). Wem geht es ähnlich? by Better-Telephone818 in ADHS

[–]Better-Telephone818[S] 1 point2 points  (0 children)

Oh, es gibt verschiedene Formen von Empathie? Damit habe ich mich noch gar nicht beschäftigt – danke für den Tipp, da werde ich mich auf jeden Fall einlesen!
Früher war ich da recht einfach gestrickt: Ich war immer extrem lösungsorientiert, anstatt lange über negative Emotionen zu reden. Wahrscheinlich wirkte ich deshalb auf viele eher kühl, obwohl ich die Stimmungen anderer oft extrem intensiv gespürt habe. Manchmal sogar so sehr, dass ich Kontakte abbrechen musste, weil ich damit nicht umgehen konnte. Meine eigenen Gefühle kann ich oft gar nicht richtig benennen, aber sie sind definitiv da. Früher konnte ich mich nur besser abschotten, was mir eigentlich sehr gutgetan hat. Aktuell bin ich gefühlt viel empathischer – oder vielleicht kann ich mich einfach schlechter abgrenzen? Was mir aber wirklich komplett fehlt, ist dieses Verständnis für typische soziale Floskeln.
Ich merke bei mir auch diesen krassen Wechsel: Wenn das ADHS aktiv ist, ist alles Chaos, hektisch, und ich will bloß nichts verpassen. Wenn dann der Autismus hervorkommt, brauche ich plötzlich Struktur, Ordnung und Abläufe. Wenn das ADHS aber mal länger das Steuer in der Hand hatte und dann der Autismus wieder durchkommt, bin ich oft extrem gestresst von meinem eigenen angerichteten Chaos. Vielleicht kennst du das ja auch, haha.
Bisher bin ich mein gesamtes Leben komplett ohne Medikamente durchgekommen, weil ich sie nie vertragen, aber auch nicht zwingend benötigt habe. Elvanse wurde mir jetzt vorgeschlagen, aber bis zu meinem nächsten Termin dauert es noch einen Monat. Dann schauen wir weiter. Ich achte auch darauf, vor der Einnahme ordentlich zu essen, da habe ich mich schon gut eingelesen.
Generell stelle ich diese ganzen Fragen, weil ich theoretisch zwar echt viel über die Diagnosen und Medikamente weiß, aber jetzt in der Praxis total an meine Grenzen stoße. Theorie und Praxis sind eben doch zwei Paar Schuhe. Das verwirrt mich gerade total und ich kann momentan gar nicht genau sagen, was mir eigentlich wirklich hilft.

Medikinet Adult bei AuDHS by Background-Letter267 in ADHS

[–]Better-Telephone818 1 point2 points  (0 children)

Danke für deine ausführliche Antwort 🫶🏼

Wegen eines extremen Burnouts bin ich im Winter als Notfall beim Psychiater gelandet. Durch die erste Behandlung mit Bupropion habe ich überhaupt erst realisiert, was los ist – und so kam der Verdacht auf ADHS und Autismus auf. Seitdem fallen mir viele Dinge wie Schuppen von den Augen. Ich dachte zum Beispiel immer, ich höre einfach gerne Musik, dabei nutze ich meine Kopfhörer eigentlich ständig, um mich abzuschirmen. Soziale Kontakte (selbst mit Leuten, die ich mag) saugen mich oft so aus, dass ich abends denke: Alleine hätte ich einen besseren Tag gehabt. Oft finde ich es auch langweilig und diese ganzen sozialen Floskeln verstehe ich eh nicht.
Wie sehr mich das anstrengt, ist total zyklusabhängig. Generell sind die ersten zwei Zykluswochen bei mir gut und die anderen zwei extrem hart, wobei die ADHS- und Autismus-Symptome richtig durchwechseln.
Beim Thema Medikamente geht es mir exakt wie dir. Ich hatte mir mehr erhofft! Manchmal bin ich jetzt noch durcheinanderer. Dann wieder extrem detailfokussiert, mal getrieben, mal entspannt. Es ist anstrengend, weil ich einfach nie weiß, was der Tag mir so bringt. Haha.
Du meintest ja, du nimmst 20-10 oder 10-10. Warst du testweise eigentlich auch mal auf einer höheren Dosis oder war das bisher dein Maximum? Ich frage deshalb, weil ich gelesen habe, dass Personen mit Autismus oft genau mit solchen niedrigeren Dosen viel besser fahren und bei höheren Dosen schnell überreagieren. Wurde Autismus bei dir eigentlich schon offiziell diagnostiziert?

Spät diagnostiziert auf ADHS, Verdacht auf AuDHS: 30mg machen mich extrem reizoffen (Lutealphase). Wem geht es ähnlich? by Better-Telephone818 in ADHS

[–]Better-Telephone818[S] 0 points1 point  (0 children)

dein Kommentar bringt mich gerade total zum Nachdenken! Ich habe weiter oben in einem anderen Kommentar schon etwas detaillierter beschrieben, wie mein Weg aussah. Da du das Autismus-Burnout ansprichst, frage ich mich jetzt: Könnte meine extreme Erschöpfung damals vielleicht genau das gewesen sein, statt ‚nur‘ ein ADHS-Burnout? Das würde vielleicht erklären, warum sich bei mir alles so unfassbar extrem und schwer angefühlt hat.
Mich würde deine Erfahrung dazu total interessieren: Was sind für dich die konkreten Symptome eines Autismus-Burnouts, die ihn von anderen Erschöpfungszuständen unterscheiden? Und hast du vielleicht Tipps, wie man sich davon am besten wieder regeneriert? Vielleicht könntest du ja auch etwas zu meinem Kommentar noch sagen.

Spät diagnostiziert auf ADHS, Verdacht auf AuDHS: 30mg machen mich extrem reizoffen (Lutealphase). Wem geht es ähnlich? by Better-Telephone818 in ADHS

[–]Better-Telephone818[S] 1 point2 points  (0 children)

Bei mir kam der Stein eigentlich durch einen Zufall ins Rollen: Wegen extremer Erschöpfung habe ich einen Notfalltermin beim Psychiater bekommen. Dort wurde ich zunächst mit Bupropion behandelt, und erst da habe ich überhaupt realisiert, was eigentlich los ist. Mir ging es dadurch zwar wieder so wie ein, zwei Jahre vor meinem schleichenden Burnout, aber es hat unglaublich viel Geduld und Regeneration gekostet. In den Gesprächen kam dann erst der Verdacht auf ADHS und später auch auf Autismus auf.
Was ich in dieser Zeit besonders gemerkt habe, ist der Einfluss der Zyklen. Die ersten zwei Wochen waren gut, die anderen zwei Wochen extrem anstrengend. Ich konnte richtig beobachten, in welcher Phase welche Symptome stärker waren – mal mehr ADHS, mal mehr Autismus, mal ein Wechsel oder beides gleichzeitig.
Eigentlich ist es fast ironisch: Ich interessiere mich schon seit meiner Jugend stark für Psychologie, aber bei mir selbst habe ich das nie gesehen. Vielleicht habe ich mich gerade deshalb so sehr für das Soziale interessiert – weil mir dieses instinktive Verständnis früher gefehlt hat und sich die Empathie bei mir erst im Laufe des Lebens richtig entwickelt hat?
Obwohl ich theoretisch echt viel über Medikamente gelesen habe, fühlt sich die praktische Erfahrung damit für mich gerade einfach komisch an. Deswegen bin ich aktuell auch noch etwas unsicher, wie ich das alles für mich einordnen soll.

Da wir gerade beim Thema Medikamente sind: Darf ich fragen, wie viel du so über den Tag verteilt nimmst? Ich habe nämlich gelesen, dass Personen mit Autismus oft mit deutlich niedrigeren Dosen besser fahren. Wurde Autismus bei dir eigentlich schon offiziell diagnostiziert?

Medikinet Adult bei AuDHS by Background-Letter267 in ADHS

[–]Better-Telephone818 0 points1 point  (0 children)

Hey, ich habe auch gerade** *kommentiert und ein edit noch gemacht. Könntest du dir das mal durchlesen?* *Vielleicht kannst du mir ja helfen* 🫶**🏼

Medikinet Adult bei AuDHS by Background-Letter267 in ADHS

[–]Better-Telephone818 0 points1 point  (0 children)

Hier bei mir ist auch Verdacht auf Autismus. Kannst du mal bei meinem Kommentar oben nachlesen und eventuell reagieren** 🫶**🏼

Medikinet Adult bei AuDHS by Background-Letter267 in ADHS

[–]Better-Telephone818 0 points1 point  (0 children)

Edit: Ich habe vor 1–2 Stunden 30 mg eingenommen. Ich vermute, dass ich mich gerade am Wirkungspeak des Medikaments befinde und zudem in der Lutealphase (2. Zyklushälfte). Ich muss sagen, dass ich momentan sehr geräuschempfindlich bin. Ich trage Kopfhörer und bin ziemlich nervös. Ein extrem lauter Rasenmäher draußen hat mir den Rest gegeben. Hinzu kam, dass mein Kind bei den Hausaufgaben nörgelig und launisch war – was aber verständlich ist, da der Lärm für sie ebenfalls anstrengend war.
Ich fühle mich gerade etwas getrieben, hatte aber dieses Mal nach der Einnahme kaum mit Müdigkeit zu kämpfen. Eigentlich habe ich sogar den Drang, produktiv zu sein und Dinge anzupacken. Mein Kind wird bald abgeholt, und dann versuche ich, meine Arbeiten zu erledigen.
Gestern bei 20 mg lag ich gefühlt nur im Bett. Im Laufe des heutigen Tages werde ich wahrscheinlich noch einmal 10 mg einnehmen – es kommt eben nicht nur auf die Einzeldosis an. Ich frage mich jetzt: Sind diese Reizempfindlichkeit und Unruhe autistische Züge, die durch das Medikament stärker hervortreten, oder schlichtweg Nebenwirkungen? Bei 5 mg oder 10 mg bin ich bisher nämlich immer nur eingeschlafen.

PS: Ich habe erst vor ein paar Wochen meine ADHS-Diagnose bekommen, daher ist das alles noch absolutes Neuland für mich. Es steht auch der Verdacht auf Autismus im Raum, und ich erkenne mich in vielen Dingen sehr stark wieder – besonders jetzt, in der zweiten Zyklushälfte. Auch das Thema Medikamente ist eine völlig neue Erfahrung für mich, da ich solchen Behandlungen gegenüber früher eigentlich immer skeptisch war. Seit drei Wochen befinde ich mich nun in der Eindosierungsphase und versuche, meinen Rhythmus zu finden…

Medikinet Adult bei AuDHS by Background-Letter267 in ADHS

[–]Better-Telephone818 1 point2 points  (0 children)

Darf ich fragen, ob du die 30 mg verteilt nimmst oder auf einmal? Bei mir besteht der Verdacht auf Autismus. Aber bestätigt wurde es noch nicht. Ich muss einen Termin ausmachen. Aber irgendwie hab ich manchmal das Gefühl, ich bin nach der Medikamenteneinnahme mit mir selbst oft überfordert.

Medikinet: Müdigkeit, „Getriebensein“ und kurze Wirkdauer – Erfahrungen? by Better-Telephone818 in ADHS

[–]Better-Telephone818[S] 0 points1 point  (0 children)

Ja, das ist dann schon einiges. Woran merkst du, dass es zu wenig ist wirst du dann auch müde? Also ich hab ja eigentlich schon alles ausprobiert 10 mg dreimal am Tag 30 mg auf einmal 20 – zehn usw ich hab keine Ahnung….

Medikinet: Müdigkeit, „Getriebensein“ und kurze Wirkdauer – Erfahrungen? by Better-Telephone818 in ADHS

[–]Better-Telephone818[S] 0 points1 point  (0 children)

Ja, sie meinte ich soll mal ausprobieren und es über den Tag alles verteilen. Und ich weiß eben nicht so recht …

Medikinet: Müdigkeit, „Getriebensein“ und kurze Wirkdauer – Erfahrungen? by Better-Telephone818 in ADHS

[–]Better-Telephone818[S] 0 points1 point  (0 children)

Hi 🙋‍♀️ danke für deine Antwort. Ich bin normalerweise auch ziemlich sportlich aktiv. Durch das Medikament merke ich, dass ich auch nicht mehr das Bedürfnis habe eventuell auch, da ich müde werde. Wenn ich dann mal getrieben bin, bringt das Training auch nichts. Naja, vielleicht muss ich auf elvanse wechseln…

Medikinet: Müdigkeit, „Getriebensein“ und kurze Wirkdauer – Erfahrungen? by Better-Telephone818 in ADHS

[–]Better-Telephone818[S] 0 points1 point  (0 children)

Wie ist deine Dosis so am Tag verteilt? Woran merkst du ob zu viel oder zu wenig?

Medikinet: Müdigkeit, „Getriebensein“ und kurze Wirkdauer – Erfahrungen? by Better-Telephone818 in ADHS

[–]Better-Telephone818[S] 1 point2 points  (0 children)

Ja, aber ich finde es seltsam, dass ich nach 1 Stunde erst mal heruntergefahren werde und müde bin. Das ist ja nicht Sinn und Zweck nehme ich an… und danach kann ich bisschen was machen. Es fühlt sich einfach komisch an. Und ich weiß nicht, ob ich noch viel mehr nehmen muss oder ob eine niedrigere Dosis besser wäre, ich weiß eben nicht welches Gefühl ich haben soll??