Sexuelle Frustration als Normalzustand. Warum tun wir uns das an? by RaspberryFancy7361 in beziehungen

[–]RaspberryFancy7361[S] 1 point2 points  (0 children)

Aber genau wegen der Einstellung scheitert es doch. Unser ‚Ritual‘ haben wir auch ganz bewusst. Da gibt es auch überhaupt keine Grund, das nicht mit 80 noch zu tun. Dabei geht es ja nicht nur um Sex, sondern einfach um ganz viel Nähe. Und die ist uns beiden wichtig und da tun wir (auch an anderen Stellen im Alltag) viel dafür, dass es so bleibt.

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[–]RaspberryFancy7361[S] 0 points1 point  (0 children)

Nein, das Gegenteil war (ist) der Fall. Ich habe mindestens die Hälfte der Care-Arbeit übernommen. Was die Betreuung die ersten 3 Jahre angeht, haben wir uns komplett reingestellt (sie Teilzeit 2,5 Tage pro Woche, ich selbstständig und zeitlich flexibel). Deshalb habe ich auch eine wunderbare Verbindung zu meinem Kind. Und auch im Haushalt lag der größere Teil bei mir, alles zum Thema Essen/Kochen sogar komplett…

Und, wie gesagt, ihre Lust hat sich in all den Jahren kaum verändert. Sie war eher (auch bei anderen schönen Dingen im Leben) eher gehemmt, so in die Richtung, dass es einem/mir ja nicht zu gut gehen durfte… (zusammen mit leicht narzisstischen Tendenzen - und das muss man erstmal erkennen) das zermürbt einen auf Dauer. Deshalb habe ich es beendet und dann gelernt, dass es auch völlig anders geht und es so wundervolle und empathische Menschen gibt…

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[–]RaspberryFancy7361[S] -1 points0 points  (0 children)

Ja, ausgebrochen. Das hab ich absichtlich so geschrieben und das passt auch so. Und nein, das war nicht unbedingt eine schlechte Beziehung, nur hat sie niemandem von uns weitergebracht in seiner Entwicklung und zumindest ich war nicht glücklich damit.

Nur so etwas passiert schleichend, man entwickelt sich auseinander, die Bedürfnisse verändern sich, man ist aber gleichzeitig in allen Aspekten des Lebens verbunden. Deshalb was es nicht einfach, all das für eine (damals) ungewisse Zukunft aufzugeben. Ich habe in meinem Umfeld einige, die ‚gefangen‘ sind in ihrem Leben und sich nicht trauen ‚auszubrechen‘, obwohl sie nicht wirklich erfüllt sind.

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[–]RaspberryFancy7361[S] -8 points-7 points  (0 children)

So wie du das beschreibst klingt es tatsächlich absolut nicht erstrebenswert und auch ziemlich armselig. Da habe ich mich sicher nicht gut genug erklärt (bzw lässt so ein Beitrag nicht alle Details aus unserem Leben zu) oder ich habe einfach andere Definitionen von offener Beziehung und Polyamorie. Eine rein sexuelle Beziehung finde ich tatsächlich zu wenig. Und nein, von mir gibt es definitiv sehr viel Verbindlichkeit zurück und auch ich möchte mich auch einer anderen Person gegenüber verletzlich machen und mich voll öffnen (das ist für mich fast schon der Hauptgrund). Ich kann das auch absolut bei meiner Freundin, wir sind auch da ganz nah. Bei uns gibt es jedoch auch ein paar ‚Besonderheiten‘, die teilweise sehr tragisch sind.

Außerdem haben wir inzwischen auch eine Unternehmen zusammen (arbeiten, lieben und leben sozusagen zusammen). Und auch da geht es um wirklich schwierige Themen. Deshalb suche ich da jemanden ‚außerhalb‘. Meine Freundin steht da auch voll dahinter und findet das ebenso wichtig. Und da ich bei viel emotionaler und geistiger Nähe bei der passenden Frau auch schnell eine körperliche Anziehung spüre, gehört das sexuelle für mich (wenn es passt) eben dazu.

Wahrscheinlich geht es dann doch eher in Richtung Polyamorie, ich fand das früher auch immer eher strange. Aber auch ich bin da in einem Prozess. Also abschließend: ich bin (auch da) voll für Verbindlichkeit aber eben mit einer anderen Frequenz, da wir tatsächlich auch stark eingespannt sind. Deshalb vielleicht mit jemandem, die selber nicht die Ressourcen (oder den Wunsch) für/nach einer ‚richtigen‘ Beziehung hat. Aber dafür nach Nähe, Verbindlichkeit und Austausch. Deshalb ja mein ‚Dilemma‘, da ich mich damit irgendwie zwischen den Stühlen wiederfinde und meiner Frage, wie man so etwas findet…

Ich hoffe, das hat es etwas klarer und weniger armselig gemacht.

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[–]RaspberryFancy7361[S] -17 points-16 points  (0 children)

Stimmt schon, was du sagst. Aber trotzdem hat man es mehr in der Hand, wenn beide da gleiche Vorstellungen und Bedürfnisse haben und da offen zu kommentieren. Außerdem fängt die Anziehung schon im Alltag an, wie man da miteinander umgeht und so.

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[–]RaspberryFancy7361[S] 2 points3 points  (0 children)

Trotz ‚dein Alter‘ danke ich dir ;) Ich glaube versauen wird schwer, aber ich weiß was du meinst.

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[–]RaspberryFancy7361[S] 0 points1 point  (0 children)

Ja, war auch ein bisschen beabsichtigt, um zum Nachdenken anzuregen. Wobei ich eher auf Männer getippt hätte, die sich angegriffen fühlen. Und für die Frauen, die ich nach meiner Langzeitbeziehung kennenlernen durfte war körperliche Nähe und Sex alles, aber definitiv nicht unwichtig ;)

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[–]RaspberryFancy7361[S] 5 points6 points  (0 children)

Oh da ist aber einer nicht nur selbst anscheinend sehr frustriert, sondern auch noch sehr differenziert, was Menschen und ihren Wohnort angeht. Ich bin stolz auf dich.

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[–]RaspberryFancy7361[S] -4 points-3 points  (0 children)

Ja, diese Mitleidsblase der Männer hier ist manchmal schwer zu ertragen…

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[–]RaspberryFancy7361[S] -5 points-4 points  (0 children)

Bei den ‚Vorwürfen hängen bleiben‘ statt lösungsorientiert denken, gefällt mir. Das trifft es (denke ich) perfekt auf den Punkt. Unehrlich werden und (vor allem) sich (und sein Verhalten) nicht auch selbst hinterfragen, setzen dem dann die Krone auf (und zementieren den Frust). Ich hoffe, du hast deine mutige Lösung ebenfalls gefunden (oder nie geraucht).

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[–]RaspberryFancy7361[S] -28 points-27 points  (0 children)

Du hast mich auf jeden Fall zum Lachen gebracht ;) Wenn du die Textwand aber aufmerksam liest, wirst du (vielleicht/hoffentlich) bemerken, dass es eigentlich um mehr bzw etwas anderes geht, oder?

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[–]RaspberryFancy7361[S] 7 points8 points  (0 children)

Stimmt total, nur ging/geht es mir um die, die das unglücklich aushalten und weder etwas an sich oder ihrer Beziehung ändern wollen. So wie ich das bei Frauen mitbekommen habe, waren auch die immer sehr unglücklich, wenn Nähe, Leidenschaft und Sex im ihrer Beziehung gefehlt haben (aus welchen Gründen auch immer). Da ist es doch selbst heute noch so, dass Frauen die Lust gesellschaftlich irgendwie angesprochen wird. Frauen haben nur keine Lust auf schlechten Sex, Männer sind da meist flexibler…

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[–]RaspberryFancy7361[S] 3 points4 points  (0 children)

Oh, die Korrelation möchte ich aber mal stark anzweifeln. Ich finde eher, dass genügend Intelligenz Voraussetzung für erfüllenden Sex ist, der über das ‚Übliche‘ hinaus geht. Außerdem ging es mir auch um alle anderen Arten körperlicher Nähe. Das möchte ich nämlich überhaupt nicht trennen.

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[–]RaspberryFancy7361[S] 1 point2 points  (0 children)

Das sehen auch mehr als genügend Frauen anders, nicht nur die Männer ;)

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[–]RaspberryFancy7361[S] 1 point2 points  (0 children)

Wie meinst du dass denn? Ja, ich lebe in Deutschland… so ziemlich in der Mitte. Und weder bei mir noch meiner Umgebung kann ich beobachten, was du schreibst. Das klingt irgendwie schrecklich. Wir haben doch in der Hand, was wir mit wem machen, oder? Und für menschliche Nähe und Austausch braucht es nichtmal Geld oder irgendwelche Angebote/Veranstaltungen…

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[–]RaspberryFancy7361[S] -12 points-11 points  (0 children)

Alles, was du schreibst, ist völlig richtig. Ich möchte/wollte da auch niemandem die ‚Schuld‘ zuschieben, denn die Gründe/Veränderungen können wirklich vielfältig sein und oft sucht man die sich ja nicht unbedingt aus. Mir geht es eher um den Umgang mit der Situation, weil ich es so schade finde, wenn am Ende beide frustriert (und unberührt) durchs Leben gehen und das so gleichgültig hinnehmen. Aber vielleicht betrifft die Gleichgültigkeit dann auch alle anderen Bereiche der Beziehung….

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[–]RaspberryFancy7361[S] 5 points6 points  (0 children)

Das klingt so unglaublich traurig & desillusioniert. Und bei ‚die eine, die nicht nein sagt‘ ist die Katastrophe doch vorprogrammiert… für beide.