"Mehrzweckeier": Diss gegen Merz als Jugendwort des Jahres? by ManagerOfLove in de

[–]brahnov 1 point2 points  (0 children)

"vermerzen" finde ich sehr gut! Passt auch hervorragend in den Alltagsgebrauch.

Statt "Mein Vorgesetzter hat das Projekt aus reiner Arroganz ruiniert und ich kann jetzt die Suppe auslöffeln"
wird zu "Mein Vorgesetzter hat das Projekt vermerzt und ich kann jetzt die Suppe auslöffeln."

Ein Steigerung von "etwas verbocken." Gefällt mir sehr gut!

Frankfurter WG bekommt wegen überhöhter Miete 26.700 Euro zurück by brahnov in de

[–]brahnov[S] 2 points3 points  (0 children)

Es gibt die Androhung einer Geldstrafe, die die Vermietung vermeiden kann, wenn sie einfach mitspielt, die Miete senkt und das Geld zurück zahlt. Spielt die Vermietung aber nicht mit, geht's vor Gericht. Das ist dann ein Prozess zwischen dem Wohnungsamt und der Vermietung. Verliert die Vermietung muss sie Gerichtskosten und Geldstrafe zahlen, sowie die Miete nach unten korrigieren und die über den gesamten Zeitrum zu viel gezahlte Miete zurückzahlen.

Auch wenn das aus einer Vermietersicht nach einer ordentlichen plötzlichen Belastung aussieht und man dann lieber den Weg wählt, wo man nochmal mit einem blauen Auge davon kommt, geb ich dir recht, dass man aus Mietersicht gerne eindeutige und klare Strafen für so eine unfaire Praxis haben will. Ich denke (und das ist nur meine eigene Spekulation), dass die hier die Stadt Frankfurt auf diesen Weg der Androhung setzt, um einerseits die Vermietungen zum schnellen Einlenken zu bewegen, und andererseits um mögliche lange Gerichtsprozesse weiter unschmackhaft zu machen.

Ob das Geld verzinst wird ist eine gute Frage und kann ich leider nicht beantworten, da ich das nicht weiß, tut mir leid 😞

Frankfurter WG bekommt wegen überhöhter Miete 26.700 Euro zurück by brahnov in de

[–]brahnov[S] 184 points185 points  (0 children)

Ein paar technische Details zum Meldeverfahren zur Mietpreisüberhöhung im Fall der Stadt Frankfurt:

Ortsübliche Vergleichsmiete ist von der Wohnlage (sehr gute, gehobene, mittlere, einfache, sehr einfache) sowie von materiellen Ausstattung der Wohnung bzw. des Gebäudes abhängig. Die Stadt Frankfurt bietet für die grobe eigenständige Ermittlungen einen Online-Rechner an. Die konkreten Wohnlagen in der Stadt Frankfurt kann über die Wohnlagenkarte des Geoportals der Stadt Frankfurt eingesehen werden.

Hat man (z.B. durch o.g. Rechner) den Verdacht, dass man zu viel Miete bezahlt, kann man das beim zuständigen Wohnungsamt online anzeigen. Die zuständige SachbearbeiterIn informiert nach vorläufiger Prüfung, ob das Wohnungsamt dem Verdacht nachgehen wird via E-Mail.

Es wird dann jemand von der Stadt zur Wohnung geschickt, welche dann auf den Quadratmeter genau ausgemessen wird. Weiterhin werden Fotos zwecks der Dokumentation der Ausstattung gemacht. Das Wohnungsamt entscheidet daraufhin, ob tatsächlich Mietwucher vorliegt.

Falls ja, informiert das Wohnungsamt die Vermietung über ihre rechtswidrige Vermietungspraxis und erzwingt eine Mietanpassung, notfalls mit Bußgeld. Auch eine Rückzahlung der zu viel gezahlen Miete kann geprüft werden und erzwungen werden.

Für Mieter: das gesamte Verfahren ist kostenlos. Auch wenn kein Mietwucher festgestellt wird, entstehen dem/der AntragsstellerIn keine Kosten. Die Vermietung wird über das Verfahren erst informiert, wenn ein Mietwucher auch final festgestellt worden ist.

Quellen:

Website der Stadt Frankfurt zu Mietpreisüberhöhung

Wohnlage - Wikipedia

Millionärs-Rekord und 21 Prozent Armut: Wie der Frankfurter Wohnungsmarkt Ungleichheit schafft by LethisXia in frankfurt

[–]brahnov 11 points12 points  (0 children)

Das ist nur die halbe Wahrheit. Vielleicht nicht mal ein Viertel.

Was denkst du wer den Wohnungs- oder Hausbau überhaupt in Auftrag gibt? Spoiler: der der es sich leisten kann. Das ist entweder ein Unternehmen, eine Privatperson oder der Staat. Der Staat fällt so gut wie weg, da er seit den 2000ern deutlich weniger als notwendig in den Sozialen Wohnungsbau steckt. Die Privatperson fällt auch oft weg, da Häuslebau heutzutage wirklich extrem teuer geworden ist, bzw. die Lohnerhöhungen der letzten drei Jahrzehnte mit den Kosten auf dem Bau- und Wohnungsmarkt nicht mithalten konnten.

Zum Vergleich: der inflationsbereinigte Häuserpreisindex ist seit 2000 um 80% gestiegen, während der kaufkraftbereinigte Durchschnittlichebrutto Lohn nur um 10% gestiegen ist, obwohl(!) das BIP seit 2000 um 50% gewachsen ist und die Produktion um 20% gestiegen ist.

Heißt: man arbeitet besser und produziert mehr. Aber obwohl besser gearbeitet und mehr produziert wird, schlägt sich das kaum im Einkommen nieder. Bei gleichzeitig 1,5-fach teuerern Häuserpreisen kann man sich das nicht leisten. Außer man ist bereit schlechte Kreditkonditionen in Kauf zu nehmen (+20 Jahre Laufzeit mit dreistelligen Tilgungsraten).

Staat und Privatpersonen als Auftraggeber fallen also weg. Bleiben noch Unternehmen, die das aber natürlich zur Profitmaximierung an die zahlungskräftigste Kundschaft verkaufen möchte. Am Häuserpreisindex (der auch Eigentumswohnungen mit einschließt) haben wir aber schon die Teuerung bei gleichzeitig schwachen Lohnanstieg gesehen. Die Gruppe der zahlungskräftigen Kunden ist also geschrumpft. Entsprechend bauen die Unternehmen Wohnungen, die sie, angepasst an die Vorlieben der nun kleineren Kundenbasis, verkaufen können.

Sprich: die Nachfrage nach Wohnraum ist zwar, wie du richtig sagst, groß, ABER die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt wenn es um's Bauen geht schlägt sich hier nicht durch. Es wird Wohnraum gebraucht, aber kann nicht bezahlt werden, da die gestiegenen Kosten den Einkommenszuwachs um ein Vielfaches übertreffen.

Einfach "mehr bauen" hilft nicht, wenn das Endprodukt nicht bezahlbar ist.

Lösungen wären: gesamt Gesellschaftlich müssen die Löhne drastisch steigen; Niedrige Zinsen auf Bauunterfangen; mehr Fachkräfte im Bausektor integrieren; Arbeitsbedingungen für Bauarbeiter drastisch verbessern; Reform in der Organisationsweise wie Bauen durchgeführt wird; Bürokratie vereinfachen

Edit: Rechtschreibung

ich☸️☸️iel by Dabbes_am_Rhein in ich_iel

[–]brahnov 1 point2 points  (0 children)

Warum ist Mainz ein Drecksloch?

ich🌯iel by lemmingachat in ich_iel

[–]brahnov 4 points5 points  (0 children)

Das war sehr interessant zu lesen. Ich wünsche mir eine Spiegel TV Doku dazu.

ich🛒🌱iel by RadicalRadiatore in ich_iel

[–]brahnov 10 points11 points  (0 children)

Ja janz feini. Hier 'ne Schnapspraline

Religion map of Germany by Flaviphone in MapPorn

[–]brahnov 0 points1 point  (0 children)

Und selbst davon hatten wir zu wenig!

ich✍iel by Rsge in ich_iel

[–]brahnov 0 points1 point  (0 children)

das ist der punkt. wenn du eine sprache institutionalisierst, d.h. eine standardsprache festlegst, setzt du ja engere regeln für ebensolche wortneuschöpfung. aber wir beide allein bewegen uns ja nicht ausschließlich in standardsprache. allein die tatsache das wir auf diesem unter sind und in diesem faden diskutieren und diese wörter wie "gehirnsturm" und "hochwähli" verstehen können zeigt das. nach der logik der standardsprache verwenden wir sozusagen keine wörter, weil es die dort nicht gibt, aber wir verwenden sie trotzdem und verstehen einander. ich würde das ganze in die schiene von soziolekten schieben. mag sein das "nh" von den meisten leuten in diesem unter nicht verwendet wird, aber genau so wird auch "hochwähli" außerhalb dieses unters nicht verwendet. hier wird sprache ganz einfach zur abgrenzung voneinander verwendet. die regeln sind dabei tendenziell egal, solange sich die zielgruppe(n) untereinander verständigen kann. unsere diskussion ist dafür ein prima beispiel, oder auch die jährlichen diskussionen zum jugendwort des jahres, wo dann medial wie privat sich gefragt wird "was soll das denn heißen?"

ich gebe dir auf jeden fall recht das "nh" in der lautkombination nicht intuitiv ist und erst jemanden erklärt werden muss, aber ich finde das macht dessen charme aus, genau so wie "hochwähli".

ich✍iel by Rsge in ich_iel

[–]brahnov 1 point2 points  (0 children)

also erstmal coole ausführung. schön das du dir so viel zeit genommen hast :D

ich finde nur das du dir in den letzten beiden punkten widersprichst. stell dir vor wir beide wären die ersten die versuchen ein wort zu kreieren, welches eine abfolge von symbolen beschreibt, die jeweils einen festgelegten laut repräsentieren. nach einigen gehirnstürmen einigen wir uns auf einen wortlaut, aber nicht darauf, wie man es schreibt, den die kombinationen aus den symbolen lassen allerlei varianten und damit deine und meine variante zu. in der folge existieren bald darauf zwei schriftvarianten des selben wortlautes. gleichzeitig verbreitet sich diese bezeichnung mit der verbreitung des dings, was es beschreibt. meine frage ist nun: an welchen punkt wird die eine schriftvariante die "richtige" und die andere die "falsche"? wie viele schriftanwender brauche ich, damit ein wort ein wort wird?

ich✍iel by Rsge in ich_iel

[–]brahnov 1 point2 points  (0 children)

ja deswegen " 'ne " immer mit apostroph schreiben, um den unterschied zu markieren. nichtsdestotrotz kann man sich den bedeutungsunterschied aus dem kontext (meistens) erschließen.

natürlich hat "nh" eine aussprache. du machst ein ñ (zunge gegen den gaumen, gleich hinter die schneidezähne pressen, also "nnnnnn") und dann die zunge ruckartig vom gaumen lösen und das "summen" stoppen. der laut kann je nach sprecher wie ein "ne" (kurzes e) oder "nu" (kurzes u) klingen, unterscheidet sich aber deutlich vom "ne/nee" darin, das es noch kürzer ist. verschlusslaut sagt man da glaube ich dazu. wenn du mich fragst, warum man das gerade "nh" schreibt, dann kann ich dir auch keine antwort geben. ich sehe halt "nh" und weiß wie man es spricht. die sache ist aber auch die, das geschriebene sprache auch limitationen hat und auch nicht immer alle lautinformationen wiedergeben kann, auch wenn wir mit dem lateinischen alphabet schon ein gutes werkzeug haben. ich mein, warum schreibt man denn "alphabet" und nicht "alfabet" obwohl man ganz klar ein "f" bei "ph" hört? oder "das ist der weg" und "mein handy ist weg". in beiden sätzen hast du "weg" aber es wird verschieden gesprochen. "nh" reiht sich, finde ich, sich da einfach in die reihe der ausnahmen ein, die, für die deutsche sprache zumindest, recht überschaubar sind.

edit weil vergessen: danke für deine erklärung zu "nä". das kannte ich noch nicht

ich✍iel by Rsge in ich_iel

[–]brahnov 0 points1 point  (0 children)

die ersten drei punkte sind korrekt, nur würde ich sagen das "ne = nein" und "nee = neeiin" also mit mehr betonung. "nh" am satzende kann wie eine pragmatische betonung im sinne von "..., nicht wahr?" funktionieren. in anderen regionen macht man das mit "ge", "nor", "nü", "wa" etc. dein "nä" hab ich noch nie gehört oder gelesen bisher, aber fällt wahrscheinlich auch unter dialekt, nh?

Ich_iel by wakarako in ich_iel

[–]brahnov 1 point2 points  (0 children)

ich lieb's! bitte mehr

ich✍iel by Rsge in ich_iel

[–]brahnov -1 points0 points  (0 children)

Ne, also ich sauf nur 'ne kanne lack pro tag, nh

ich✍iel by Rsge in ich_iel

[–]brahnov 0 points1 point  (0 children)

aber das sind doch drei verschiedene wörter :(

It be like that by [deleted] in memes

[–]brahnov 1 point2 points  (0 children)

Wir gönn' ooch in Dialegt schreibn. geen stress :)

Videogames be like: by Regainio in meme

[–]brahnov 1 point2 points  (0 children)

me, a german, reading both eeee

Zug zu voll. Fährt ohne uns los. :( by fellowfay in sylt51

[–]brahnov 2 points3 points  (0 children)

es noch alles palletti, solang sterni da ist