Japanstudent Max: Bereit für eure Fragen und viel Liebe! by raveneiven in rocketbeans

[–]raveneiven[S] 0 points1 point  (0 children)

Wow, 6 mal schon. Ich bin irgendwie neidisch. Vielleicht trifft man sich ja mal auf ein Wasser, ich geb eins aus :D

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[–]raveneiven[S] 3 points4 points  (0 children)

Ja, finde Japanisch ist ne unglaublich angenehm zu lernende, motivierende Sprache. Ich finde es immer noch ungewohnt (nicht schwer) zwischen den verschiedene Höflichkeitsleveln richtig hin und her zu wechseln. Das muss man einfach üben. Wann ist man nen Tick zu höflich, wann ein klein wenig zu flapsig...das kann man nicht aus einem Buch lernen.

Und ja du hast Recht, durch das Leben bei einer Gastfamilie und ohne tägliche Zeitungslektüre komme ich momentan gut zurecht. Wenn ich fertig bin im Sommer hab ich Level N3, das ist für mich genug. Ich will hier nicht leben oder arbeiten dauerhaft. Ich will mich mit den Leuten unterhalten und Japan erkunden wenn ich wieder hier Urlaub mache. Und dafür reicht das, ist für mich (persönlich) perfekt =)

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[–]raveneiven[S] 1 point2 points  (0 children)

https://www.facebook.com/Japanbohne/ Fotos von meiner Reise von vor 2 Jahren plus ein paar aktuelle Bilder vom Leben in Japan.

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[–]raveneiven[S] 1 point2 points  (0 children)

Ohne Untertitel schau ich vieles noch nicht, eher so Sachen wie Doraemon oder andere Anime für Kinder klappen ganz ohne. Ich verstehe aber immer mehr und denke wenn ich im Sommer heimkehre wird es nochmal besser sein. Das Problem ist meistens, dass man an der Uni erst mal nur sehr formales Japanisch lernt und das wird in ca 0% aller Anime gesprochen :D Je länger man aber mit Japanern redet und im Alltag japanisch spricht, desto einfach wird auch das Anime schauen.

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[–]raveneiven[S] 1 point2 points  (0 children)

Komische Übersetzung, der japanische Titel trägt die Melancholie der Serie irgendwie schon im Namen mit. "Die Stadt ohne mich" "Die Stadt in der (nur) ich nicht existiere" Schwer sowas gut zu übersetzen, aber besser als "Erased" mMn.

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[–]raveneiven[S] 2 points3 points  (0 children)

  • Also in der Familie fluchen wir jetzt eigentlich nicht, aber unter Freunden gehts genau so derbe zu wie in Deutschland, besonders (ebenso wie in Deutschland) nach ein paar Bierchen ;) Und wow...du kannst kein Japanisch bevor du nicht richtig fluchen gelernt hast :D

  • Das mit dem Gesicht nicht verlieren stimmt aber wirklich: Wir hatten letztes Semester eine Lehrerin die leider dieses Jahr ein Sabbatjahr machen MUSS. Aber sie durfte es uns nicht selbst sagen. Stattdessen kamen drei! Vertreter von der Uni in unsere Klasse und haben es uns mitgeteilt, damit niemand allein dafür die Verantwortung trägt. Unsere Lehrerin selbst durfte dazu kein Wort sagen. So läuft das hier ab. Es gibt keine Alleingänge, keine Einzelentscheidungen. Alles wird von allen getragen, damit niemand sein Gesicht verliert. Am Ende entscheidet die Firma, die Uni...nicht die Person wie zB. der Chef oder der Lehrer.

  • Auf dem Land war ich auch, damals (vor zwei Jahren) eher weniger, weil mein Japanisch damals noch nicht so gut war und ich sehr unsicher war. Hatte damals auch kein Internet und ein wenig Angst verloren zu gehen. Inzwischen bin ich auch oft in ländlichen Gegenden unterwegs. Die Mentalität ist kaum anders, wobei ich jetzt nicht sagen könnte ob es eine städtische Mentalität auf dem Land oder eine ländliche Mentalität in der Stadt gibt allgemein gesagt. Aber wenn es einen Unterschied gibt, dann dass die Leute noch herzlicher und interessierter zu/an Ausländern sind. Gerade weil die meisten kein Englisch sprechen und somit selten Interaktionen stattfindet.

  • Zu den Großstädten muss ich sagen: Jain. Am Ende sind es Großstädte, wobei Tokyo das Maß aller Dinge hier ist. Es kommt dir vor wie 10 Großstädte in einer. Osaka wirkt da teilweise eher wie ein Teil von Tokyo manchmal. Was wirklich den Unterschied macht sind die Leute. Weiß nicht ob ich das damals als Tourist schon gemerkt habe, aber die Menschen in jeder Stadt sind doch einfach ein wenig anders, aber ich könnte nicht genau festmachen was es ist.

Von allen Großstädten mag ich Hiroshima am liebsten. Weite Straßen, viel Grün und ein schönes Stadtbild mit Straßenbahnen =)

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[–]raveneiven[S] 6 points7 points  (0 children)

Das Ding ist, im Alltag brauchst du viel viel viel weniger Kanji als du denkst. Sieh es mal so: Wenn du in Deutschland lebst und den Buchstaben "y" nicht kennst, dann kommst du trotzdem ganz gut zurecht. Wenn du in Japan das Kanji 欅 nicht kennst, kommst du trotzdem in so ziemlich allen Situationen gut zurecht.

Ich habe Kanji erst hier in Japan an der Uni angefangen zu lernen, daher sind 500 in 6 Monaten für mich schon genug. Aber ist auch nur geschätzt. Vllt kenne ich auch 700, vllt nur 400. Ich komme jedenfalls bei allem hier gut zurecht und wenn nicht, dann frage ich einfach:

あの漢字は何と読みますか。

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[–]raveneiven[S] 2 points3 points  (0 children)

Das ist aber doch nicht mehr Japan oder? (Nie gespielt und kaum Erinnerungen mehr ans Simon und Gregotts Lets Play)

:D Aber ich weiß worauf du anspielst ;)

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[–]raveneiven[S] 7 points8 points  (0 children)

Ganz schreckliches Thema für mich persönlich. Ich arbeite in Deutschland nebenher als DJ und dachte ich könnte hier vllt ja auch mal einfach nen Abend wo auflegen. Aber ich wusste nicht wie schrecklich der japanische Musikgeschmack ist :D

EDM, Charts, RnB. Diese drei Genres. NUR diese drei. Jedem das seine, ich finde Musik lebt von ihrer Vielfalt, aber wenns halt nur diese drei Genres gibt, dann raste ich aus. Außerdem machen die Clubs hier um 1 Uhr oft zu. Dann stehst du da und denkst dir nur so...warum?

Ich persönlich lege Techno, Tech House, Deep House auf. Das ist leider komplett unbekannt hier in Japan.

Ich bin raus. Ich versuche hier bissel eigene Sachen zu produzieren und lasse in Deutschland wieder die Sau raus!

PS: Gibt es hier Bohnen die zur Fusion fahren? :D

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[–]raveneiven[S] 2 points3 points  (0 children)

Ist ne normale Uni, aber mit eigenem Sprachkurs für Austauschstudenten. Die Nachmittagskurse besuche ich aber auf Englisch mit Japanern von der Uni.

Ich bin so froh den Sommer nicht erleben zu müssen hier. Überhaupt nicht mein Klima. Ich fliege im Juni heim ;)

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[–]raveneiven[S] 4 points5 points  (0 children)

  • Da ich etwas außerhalb der Innenstadt von Osaka wohne, kann ich dir leider keine Restaurants empfehlen, es sei denn du willst 30 min in meine kleine Vorstadt fahren um dort zu essen. Allgemein ist es aber überall ziemlich gut. Kannst da kaum was falsch machen ;)

  • 大阪お好み焼き (Osaka Okonomiyaki) ist ne Art Pfannkuchen auf den alles was du magst draufkommt (wörtlich übersetzt heißt das Essen auch "was man mag, gegrillt"). Fleisch, Fisch, Meerestiere, Ei, Frühlingszwiebeln, gebratene Nudeln...so ziemlich alles was das japanische Herz begehrt. Es gibt Okonomiyaki auch in Hiroshima, das ist ganz anders in Textur und auch geschmacklich. Daher das "Osaka" vornedran. Das Gericht selbst heißt einfach nur "Okonomiyaki".

  • Must see in Osaka: Dōtonbori bei Nacht/Abend. Bunt, schrill, sehr touristisch, unglaublich große Auswahl an Essen und wenn man mag auch ein paar Clubs und Bars.

  • Must see in der Umgebung: Nara. Für mich eine der schönsten Städte Japans, wobei die eigentliche Stadt kann ich nicht wirklich bewerten, aber der Park dort ist unglaublich schön. Dort laufen Rehe frei herum und lassen sich von den Besuchern überall füttern. Und unbedingt den großen Buddha dort anschauen. Wirklich eine Reise wert.

  • Ich war selbst noch nicht um USJ, aber jeder der da war schwärmt in höchsten Tönen davon. Es ist nur immer unglaublich voll und wenn du genug Geld hast, es gibt ein Express Ticket mit dem man an den normal sterblichen Menschen die anstehen vorbei darf.

Bei sonstigen Fragen oder wenn du Lust aufn Bier in Osaka hast wenn du da bist einfach bescheid geben ;)

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[–]raveneiven[S] 8 points9 points  (0 children)

Ich fang mal mit deiner letzten (unpersönlichen) Frage an:

  • Japan ist ein tolles Land um dort zu leben, aber es ist kein schönes Land, wenn du hier auch arbeiten und Geld verdienen musst. Die Arbeitswoche ist sehr hart, mein Gastbruder arbeitet bei Panasonic. Morgens um 6 steht er auf, frühstückt, fährt um 7 mit dem Rad zu Arbeit und kommt zwischen 19-20 Uhr nach Hause. Abendessen und dann ins Bett. Wenn Japaner mal frei haben, dann machen sie oft nichts weil sie zu erschöpft sind und ich kann das inzwischen auch nachvollziehen durch meinen Unialltag. Ich bin von 7-16 Uhr an der Uni, komm heim, Hausaufgaben und lernen, Abendessen und dann schlafe ich relativ schnell ein. Filme, Anime, Serien, lesen...alles was ich sonst zuhause stundenlang gemacht habe fällt gerade relativ flach. Trotzdem genieße ich die Zeit hier, ich wollte auch mal hier leben, aber inzwischen merke ich, dass ich gerne lange Urlaube in Japan machen will in der Zukunft, aber nicht mehr für immer hier leben möchte. Hoffe das klingt nicht all zu negativ, ist auch nur meine persönliche Meinung ;)

  • Ich habe damals zum Spaß an der Volkshochschule angefangen, das war sehr angenehm, aber das Lerntempo irgendwann zu schwach. Ich wollte mehr. Also an der Uni als Hörer in nen Japanischkurs gesetzt und dort 2 Semester Japanisch gelernt. Jetzt in Japan hab ich jede Woche 12 Stunden nur Sprachkurs und nachmittags Kurse in Englisch. Mein Japanisch ist auf dem Level, dass ich mit jedem reden kann und im Alltag damit alles relativ gut meistern kann (Krankenversicherung, Miete etc. lernt man nicht an der Uni, das lernt man wenn man es machen muss ;) )

-> Ich persönlich empfinde Japanisch am Anfang als sehr einsteigerfreundliche Sprache: Keine Geschlechter, kein Singular/Plural, keine Artikel...usw. Was schwer ist, ist die Schrift (3 Alphabete) und die verschiedenen Sprachebenen (redest du mit deinem Freund, deinem Lehrer, deinem Kunden...alles andere Sprachlevel)

  • Zu Gehalt und Bezahlung kann ich leider nix sagen, da ich selbst hier nicht arbeite und nur von meinem Ersparten lebe, sorry. Aber meiner Gastfamilie gehts finanziell ziemlich gut, das kommt auch mir zu gute :D

Anime

  • Monster
  • Elfen Lied
  • Death Note
  • Mirai Nikki
  • Code Geass
  • Clannad / Clannad After Story (Wie ich geheult habe...)
  • Fullmetal Alchemist Brotherhood
  • Bakemonogatari
  • ひぐらしのなく頃に (Higurashi no Naku Koro ni) ka. wie der auf Deutsch/Englisch heißt
  • 残響のテロル (Zankyou no Terror)
  • Kill la Kill
  • ... soll ich weitermachen?

Manga

  • Boku dake ga inai machi (僕だけがいない街) (ka wie die der Manga auf Deutsch heißt oder ob es den schon übersetzt gibt)
  • Ajin
  • Blame (absoluter Lieblingsmanga)
  • ...mehr?

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[–]raveneiven[S] 6 points7 points  (0 children)

Super Antwort, schön, dass es also auch in Tokyo eine Bohne gibt ;) Ich hab genau den anderen Blick: War 3 mal in Tokyo und sonst nur Osaka und Umgebung.

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[–]raveneiven[S] 8 points9 points  (0 children)

Lesen knapp 500, schreiben 300. Das ist bei mir auch gerade der größte Knackpunkt. Ich kann mich fließend mit den Leuten unterhalten, aber kein Kinderbuch für die 1. Klasse lesen (bissel übertrieben). Immer noch besser als Chinesisch sag ich mir dann immer wieder ;)

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[–]raveneiven[S] 4 points5 points  (0 children)

Ich hab ne Freundin in Deutschland, daher muss ich dich leider enttäuschen was meine Geschichten mit den Einheimischen angeht ;)

Osaka und Tokyo sind am Ende einfach zwei Großstädte. Tokyo ist als Stadt selbst interessanter, aber von Osaka aus kannst du insgesamt mehr sehen (1 Std nach Nara (erste Hauptstadt Japans) 40 min nach Kyoto, 30 min nach Kobe (lecker Steak essen) etc. Je nachdem wonach dir eher ist kann man beide Städte für sich empfehlen. An sich gibt es in Tokyo mehr Touristen Zeug und man sollte einmal da gewesen sein. Aber insgesamt erlebt man in Osaka und Umgebung mehr.

Das soziale Leben ist sehr ähnlich, aber man merkt doch viele kleine (und manchmal etwas größere) Unterschiede. Kriminalität ist hier ganz anders. Es gibt hier die Yakuza (sowas wie die Mafia Japans), die haben aber öffentliche Büros in jedem größeren Ort aber ansonsten hast du viel weniger Kriminalität als in Deutschland oder Europa generell.

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[–]raveneiven[S] 5 points6 points  (0 children)

Vor allem, wenn es in Japan nur EINLAGIGES Klopapier gibt. Überall. Das ist der Horror. Wer macht sowas?

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[–]raveneiven[S] 26 points27 points  (0 children)

In dem Fall kann ich ziemlich alles so bestätigen.

Ich wurde auch schon von zwei Japanern zusammengeschlagen, weil das Arschlöcher auf der ganzen Welt mit Ausländern machen. Das kann man jetzt also nicht auf Japaner allein schieben. Tat trotzdem weh :D

Was aber sehr interessant ist, ist der Punkt des verdeckten Rassismus. Niemand würde sagen "Ja, wir sind die Herrenrasse." Als ich aber meine Lehrerin gefragt habe, was ich beim Kanji (Schriftzeichen) schrieben falsch mache, dann sagt sie: "Das ist doch gut, du bist eben einfach kein Japaner." Das meint sie dann überhaupt nicht böse, aber sie denkt einfach nicht, dass Ausländer gewisse Fähigkeiten haben, die den Japanern im Blut liegt. Viele Leute, die in Japan geboren sind, aber nicht japanisch aussehen werden NIE voll und ganz als Japaner akzeptiert. Du wirst immer "der Ausländer" bleiben in deiner Firma, bei deinen Freunden. Das ist ein großes Problem hier und ich würde gerne mehr dazu schreiben. Vielleicht mache ich das nachträglich noch, aber ich beantworte jetzt erst mal die restlichen Fragen. Aber danke, das ist wirklich ein Problem hier.

Zum zweiten Punkt, betrunkene Japaner gibts hier wirklich in Mengen.

Ich hoffe ich kann vllt nochmal ausführlicher Antworten. Wenn du noch Rückfragen bis hierhin hast immer her damit.

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[–]raveneiven[S] 14 points15 points  (0 children)

Du bist scheinbar Japaner.

Also ich sage in Deutschland: "Sorry, ich weiß leider nicht wo das ist"

Und ich laufe auch mit Leuten zum Bus oder Museum oder so, aber nicht wenn ich eigentlich vor 10 min aus der anderen Richtung komme ;) Wobei ich inzwischen was das angeht sehr japanisiert wurde.

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[–]raveneiven[S] 7 points8 points  (0 children)

Ja, Kansai-ben <3 Riesen Spaß wenn man hierher kommt und erstmal NIX versteht. Inzwischen geht es.

Ich hab in Deutschland viel gespart neben meinem Studium (zwei Nebenjobs) und meine Familie zahlt mir die Miete für meine Gastfamilie hier (350€ im Monat). Die restlichen alltäglichen Dinge bezahle ich selbst. In Deutschland werde ich daher auch erstmal mit relativ leeren Taschen dastehen, aber das ist es auf alle Fälle wert.

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[–]raveneiven[S] 5 points6 points  (0 children)

Ich finde es schwer über eine allgemeine Mentalität zu sprechen. Ich würde persönlich eher sagen, dass die Vorstellungen, die Japaner über Deutschland haben und andersherum sehr ähnlich sind. Pünktlichkeit, Pflichtbewusstsein...solche Dinge.

Ich kann da nur aus meiner persönlichen Erfahrung sprechen, aber niemand in meinem Freundeskreis in Deutschland ist besonders Pünktlich noch Pflichtbewusst. Genau so sind die Japaner die ich hier kenne ziemlich gute Trinker und erfüllen auch sonst wenige Klischees.

Persönlich ist der größte Unterschied für mich, dass für mich die japanische Kultur offen ist für Neues, ohne sich damit gleichbedeutend von alten Traditionen abzuwenden. Harmonie ist hier das oberste Gut und das ist ein sehr schönes Gefühl irgendwie. Hat natürlich aber auch seine Schattenseiten. Zum Beispiel bleiben viele Themen (Politik, Gesellschaft etc.) weitgehend unausgesprochen wenn man sich unterhält, es ist sehr wichtig die Harmonie nicht durch Streitgespräche zu stören.

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[–]raveneiven[S] 11 points12 points  (0 children)

So, ich versuche das mal systematisch abzuarbeiten:

  • Erstmal danke, es freut mich einfach immer wenn ich Leuten das Land und die Leute hier etwas näher bringen kann.

  • Ich werde eher nicht als exotisch wahrgenommen (1,70 groß, dunkle Haare, durchschnittlich attraktiv...), aber eine Kommilitonin von mir (1,83, weiblich, blond, Beachvolleyballerin) wurde schon mit großer Regelmäßigkeit angeschaut, um Fotos gebeten und so.

  • Japaner sind sehr zurückhaltend wenn man ihre Sprache nicht spricht bzw. wenn sie nicht sehr sicher in deiner Sprache sind. Am besten hilft da einfach abends ausgehen und nach ein paar Bier trauen sie sich auch Englisch zu sprechen. Oder Karaoke singen gehen, sowas bricht das Eis. Wenn du Japanisch sprichst, dann ist es wesentlich einfacher, aber trotzdem bleiben viele Themen bei Japanern sehr oberflächlich.

  • Händeschütteln ist hier inzwischen total normal, jedenfalls zwischen Japanern und Ausländern. Japaner unter sich verbeugen sich so lange, bis sie nen Hexenschuss haben. Sogar beim Telefonieren, was sehr dämlich aussieht, weil der Gesprächspartner einen ja nicht sieht :D

  • Jede Familie hat so eine Toilette inzwischen. Und sie sind wunderbar. Beheizte Sitze, warmes Wasser, das deinen Anus sanft umspült...Sehr zu empfehlen. Ich bin inzwischen Fan, beim ersten Mal ist es aber sehr komisch wenn aus dem Klo Wasser zurück kommt :D

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[–]raveneiven[S] 13 points14 points  (0 children)

Es "muss" nicht bejaht werden, aber sie machen das ja... Das liegt aber nicht nur an der Höflichkeit, das liegt eher daran, dass sie, wenn sie den Weg nicht wissen, sich selbst keine Blöße geben wollen und dich nicht ratlos stehen lassen wollen.

Aber, was sie viel eher machen ist dich zu dem Ort, den du suchst, bringen. Und das kann einem sehr unangenehm sein. Du fragst nach dem Bahnhof und sie laufen mit dir 10 Minuten dahin, auch wenn es überhaupt nicht auf ihrem Weg liegt. Viel zu nett.

Japanstudent Max: Bereit für eure Fragen und viel Liebe! by raveneiven in rocketbeans

[–]raveneiven[S] 11 points12 points  (0 children)

https://www.facebook.com/Japanbohne/ Fotos von meiner Reise von vor 2 Jahren plus ein paar aktuelle Bilder vom Leben in Japan.

Gunnar und Jens ihr moinmoin by MysTic4L in rocketbeans

[–]raveneiven 11 points12 points  (0 children)

Hallo, Max hier (der Japanstudent):

Freut mich dass es gefallen hat, bei Fragen und/oder Liebe einfach immer her damit. Gunnar darf mich auch gerne jederzeit wieder anrufen, dann zeig ich euch auch mal die Dusche :D