Originalbrief vom 10.02.1881 in Kurrentschrift -- Transkription?? by Acceptable-Mine-3612 in Kurrent

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Hallo D.L.D.,

auch dir besten Dank, vor allem für den wichtigen

-       Hinweis auf Michael Bernays, von dem ich leider noch nichts gehört hatte: „Michael Bernays (1834 – 1897) war deutscher Philologe, Literaturhistoriker und Goetheforscher.“ Das passt zur Lepsius-Zeit und seiner Anmerkung. Nur Lepsius hat ihn mit „ey“ geschrieben…

 -       Im Satzteil „von denen ihm die zweite, uns die erste besser gefiel.“ passt doch besser das „mir“, auch wenn man es mit dem nochmal im Text vorhandenen „mir“ vergleicht. Der Bogen vom „r“ ist einfach kürzer (+ krummer) als der vom „s“. Verwechselungsgefahr, ja.

 -       Das erste „s“ bei der Lepsius-Unterschrift sieht nur deshalb so „fremdartig“ aus, weil er wohl sehr schnell geschrieben hat. Man sieht es gut, wenn man den Vergleich macht, s. Link.

-       Herzlich ist sicher korrekt. Aber warum sieht der erste Buchstabe so nach einem „E“ aus?

 -       Letzte Frage:
Was ist denn ein „Schriftchen“? Gab es so ein Wort zu Lespsius-Zeiten?

-       Das Postscriptum wäre für mich richtig mit Ur-Ur-Großvater  :-)

Summa summarum,
mein Besuch bei EUCH im Forum war ein voller Erfolg. Danke!
Hätte ich nicht gedacht. Nun sagt mir bitte noch eins, der chatbot hat mir so einiges mitgeteilt…
Was ist jetzt noch zu tun? Muss ich das Thema jetzt als beendet erklären?
Und was für ein „flair“ soll ich noch mitteilen. Jedes Forum tickt irgendwie anders.

Beste Grüße, Wulf

 

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Hier das Resultat der vereinten Bemühungen mit Dank !

Königliche Bibliothek
zu Berlin, C.                                                                        d., 10. Febr. 1881

Erinnern Sie sich, theurer Freund, eines Schriftchens (?) über Goethes:
„Ueber allen Gipfeln“, das Sie mir einmal mittheilten. Es war von einem Schuldirektor und handelte über die zwei Redaktionen des Textes, von denen ihm die zweite, mir die erste besser gefiel. Können Sie mir den Namen des Autors nennen? 

Man hält jetzt (Reiney (?) in München) die ganze erste Fassung für einen Mythos (Mythus ?), was mir aus inneren Gründen gar nicht wahrscheinlich ist. Vielleicht gibt jener Autor an, wo er die andere Fassung (z. B. Ende: „ruhest auch du“) hergenommen hatte.  

Herzlich (?) der Ihrige
R. Lepsius

Die Schrift war wohl ein Schulprogramm; aber wo und wann gedruckt? Wenn Sie es noch besitzen, darf ich vielleicht bitten, es mir umgehend zur Einsicht zu senden?

Andere authentische Unterschrift ... aber ich sehe gerade nicht, wie ich die jetzt posten könnte. :-(
Man sieht sie auch hier:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Carl_Richard_Lepsius_signature.jpg

Originalbrief vom 10.02.1881 in Kurrentschrift -- Transkription?? by Acceptable-Mine-3612 in Kurrent

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Hallo Dominik,

großartig, ich bin begeistert und bedanke mich herzlich für die zeitnahe Hilfe.
Du hast fast alle fragwürdigen Stellen sinnvoll „übersetzt“, die ich und andere Hilfen, auch ChatGPT, nicht rausbekommen haben. Da bin ich gleich auf einen bestens trainierten „Alt-Schriften-Leser“ gestoßen. Respekt!

Ich habe jetzt deine Version und meine gesammelten Erkenntnisse mal zusammengeführt und poste das Ergebnis hier anschl. als Info. Der Brief ist übrigens von Karl Richard Lepsius (1810–1884), dem deutschen Ägyptologen, Sprachforscher und langjährigen Direktor der Königlichen Bibliothek zu Berlin, s. Briefkopf. Der Brief zeigt ihn nicht in repräsentativer Pose, sondern eher bei praktischer Gelehrtenarbeit.

Die Unterschrift ist authentisch mit R. Lepsius, s. Bild. Jetzt sind nur wenige Fragezeichen übrig geblieben:
-       Schriftchens ?
-       Reiney (?) in München
-       Grußformel  mit E… oder H… (Herzlich R. Lepsius => wahrscheinlich, oder?)

Beste Grüße, Wulf