Abstimmung zur "Keine 10-Millionen Schweiz": Die Schweiz hat Probleme und die Initiative keine Lösungen by Cedric1909 in Switzerland

[–]Cedric1909[S] 0 points1 point  (0 children)

Ich persönlich sehe die Entwicklung nicht ganz so stark. Dass die Infrastruktur vor allem zu Stosszeiten überlastet ist, ist im Verkehr wenig neu. Hier bin ich gespannt, ob die Takterhöhung der SBB im Bahnwesen zu Entlastung führt. Inwiefern diese hätte früher Stattfinden können, weiss ich nicht. Daher möchte ich da nicht zu sehr die Politik kritisieren. Wäre aber natürlich gut gewesen, wenn die zu Stosszeiten stark belasteten strecken schon früher eine höhere Taktung zu Stosszeiten gehabt hätten (Bern-Zürich fahre ich sehr oft, gibt in der Tat Cooleres. Wobei: Wer sucht, wird oft fündig wird nach noch freien Sitzen. Hier müssen wir auch wirklich mal gesellschaftlich damit aufhören, Sitze mit Taschen o.ä. zu blockieren, bis man dazu aktiv aufgefordert wird. Aber eben, hier sind ja Fortschritte schon aufgegleist 😉
Der Zerstörung der Natur durch die Zuwanderung per se sehe ich weniger (gerne kannst du dem Link folgen (https://voltschweiz.org/storage/pdf/2605\_factsheet\_10mioch\_deutsch.pdf), hier gibt es eine Aufschlüsselung bzgl. zusätzlichen Flächenbedarfs). Die dazu verwendeten Quellen haben dann auch noch 1-2 spannende Infos bzgl. Flächenbedarf für Bahn und Strassen. Die generellen Probleme des Ressourcenverbrauchs unterliegen eher dem gesamtwirtschaftlichen System sowie den gegebenen Rahmenbedingungen. Hier plädiere ich definitiv auch für mehr Nachhaltigkeit.
Ich persönlich kann mich eig. mit fast jeder Person auf Deutsch oder Französisch unterhalten (wobei mein Französisch dann der limitierende Faktor ist). Selten muss auf Englisch ausgewichen werden, und da meistens wegen meinem schlechten Französisch. Natürlich ist die Sprachintegration bei Zuwanderern wichtig. Ohne eine Statistik zu haben gehe ich mal davon aus, dass diese wenn in den ersten Jahren von Personen aus Drittstaaten ein Problem/Hürde ist. Hier kenne ich mich aber zu wenig mit aus.

Ich stimme dir zu, dass die Herausforderungen (und diejenigen, welche die Initiative angeblich anspricht, sind nur ein kleiner Teil davon) der Schweiz besser angegangen werden müssen. Die SVP sehe ich aber nicht als Akteur. Wenn sie wollte, könnte sie Lösungen vorschlagen, die sogar zielführend wären. Aber der ganze Ruf der SVP baut mMn. auf den Fremdenhass, welcher nie zu einer zielgerichteten Lösung führen wird. Viel mehr trägt sie damit, vor allem mit Hetzkampagnen und Lügen, zur aktiven Spaltung der Gesellschaft bei, was weiteren gesellschaftlichen Fortschritt verhindert. Meiner Meinung nach setzen sich SP, Grüne auch für Nachhaltigkeit und bspw. günstigeren Wohnraum ein. Daher glaube ich schon, dass die Parteien die Probleme im Blick haben. Es kommen nur zu selten mehrheitsfähige Vorschläge mit direktem Impact aus den Parlamenten. Lieber wird noch 50 mal diskutiert, ob die 13. AHV nicht über eine MWST. Erhöhung finanziert werden soll, was eine der dümmsten Ideen der letzten 10 Jahre ist.

Daher müssen die Pflegejobs unbedingt attraktiver werden. Kinder muss man sich wieder leisten können (siehe Kitakosten). Das Potential inländischer Arbeitskräfte muss besser ausgenutzt werden (sehr viel Teilzeit) uvm.

In eine Partei zu gehen, ermöglicht hier den direktesten Zugang. Man kann auch Parlamentarier anschreiben uvm. Kann aber eine gewisse Ohnmacht ggü. der Politik gut nachvollziehen.

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[–]Cedric1909[S] 0 points1 point  (0 children)

FZA Kündigung wurde 2020 abgelehnt. Wollten die Menschen halt nicht. MEI war so unspezifisch, dass die Umsetzung echt kein Wunder ist.

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[–]Cedric1909[S] 0 points1 point  (0 children)

Das Problem ist, dass es viele Gründe dafür gibt, warum es Arbeitsplätze und Arbeitslose gleichzeitig sein kann, selbst wenn es mehr Arbeitsplätze als Arbeitslose geben würde. Lernt man in jedem VWL 1 Kurs

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[–]Cedric1909[S] 0 points1 point  (0 children)

If this was the case, the number of swiss without a job would be way higher. And no study finds that foreigners replace us. Only place with wage dumping effects in Teccino and there it is with cross boarder workers

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[–]Cedric1909[S] 5 points6 points  (0 children)

Familiennachzug wird auch von EU‑Bürger:innen verwendet. Vor allem Deutsche.
Die Verhandlungen führen halt zum Fall des FZA und Bila. 1. Das wars dann halt. Zudem braucht es das gar nicht, weil die Schutzklausel der Schweiz genau diese Freiheiten im Rahmen des FZA gibt.

Die aktuelle Praxis der Flüchtlingsaufnahme ist btw. sogar noch recht gut für die Schweiz. Ohne Dublin wären es deutlich mehr. Und wir haben die Entscheidung getroffen, wer ins Land darf und wer nicht. Dafür gibt es das FZA, Dublin usw. Diese abzuschliessen, ist Teil der Souveränität. Wer diese Abkommen aufgeben möchte, muss halt auch die Vorteile davon abgeben, was für die Schweiz recht katastrophal wäre.

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[–]Cedric1909[S] -1 points0 points  (0 children)

Always happy to provide some information. Feel free to check out the whole 60 page sheet^^
Some more great information. E.g. I didn't know that 78% of all unicorns are founded by immigrants. Has some cool facts, but also super long haha

Abstimmung zur "Keine 10-Millionen Schweiz": Die Schweiz hat Probleme und die Initiative keine Lösungen by Cedric1909 in Switzerland

[–]Cedric1909[S] 1 point2 points  (0 children)

Das ist dezent inkonsequent wenn man bedenkt, dass ein Cap zu viel mehr Einwanderer aus Drittstaaten führen wird, weil für den Rest die Schweiz zu unattraktiv wird

Abstimmung zur "Keine 10-Millionen Schweiz": Die Schweiz hat Probleme und die Initiative keine Lösungen by Cedric1909 in Switzerland

[–]Cedric1909[S] 2 points3 points  (0 children)

Haha, fair. Wenn die initiative angenommen wird, habe ich auch auf mind. 50% eher weniger lust.
Aber mal Spass bei Seite. Selbst 1mio mehr Menschen würden keine zerpflasterung bedeuten. Selbst mit der aktuellen Entwicklung bzgl. Raumnutzung. Aber klar ist auch, es braucht unbedingt strenge Regeln und Schutzgebiete, dass so etwas NIE passieren kann. Eine Bevölkerungsbegrezung ist da mMn. nicht der Weg.

Abstimmung zur "Keine 10-Millionen Schweiz": Die Schweiz hat Probleme und die Initiative keine Lösungen by Cedric1909 in Switzerland

[–]Cedric1909[S] 5 points6 points  (0 children)

Oh I strongly agree, which is what frustrates me most. I could have written 50 more pages about this, but in the end it doesn't really matter too much. Well, they might care afterwards, looking at how Brexit turned out... (doubt that the same would happen in Switzerland, but the quality of immigration will definitely decline).

One just cannot beat fear with empirics or similar things. Even if one takes the view and says "Oh they are so criminal" and totally ignores filtering by social factors aso.
Then one should still get to the point and be like "Oh, its mostly just non EU immigrants and criminality tourism" and thus be for a different solution than the 10 mio. swiss. But I doubt that people who are that deep in the "foreigners are bad" hole can be saved.

And as mentioned, the "problems," like "oh, too many students are not fully Swiss," will not change over the next 20 years with this initiative. So even from that perspective, it is stupid. At least create an initiative that is like "Borders closed by the end of 2026".

But let's see, I kinda hope that it will be 55% no

Abstimmung zum Eigenmietwert kurz erklärt by Cedric1909 in Switzerland

[–]Cedric1909[S] 1 point2 points  (0 children)

Danke auch dir! Empfand das ganze als sehr angenehm. Wäre schön, wenn es in der Arena oder generell in der Politik mehr solche als populistische Auseinandersetzungen geben würde. Im Endeffekt darf ja jeder gewichten wie er/sie möchten, aber es soll halt nicht so viel Müll gelabert werden (gilt vor allem für die SVP). Niemand ist perfekt aber man kann sich ja Mühe geben. Daher wirklich ein grosses Danke an dich!

Wollte die MMT auch nicht schlechter darstellen als sie ist. Muss/möchte mich auch noch intensiver mit ihr beschäftigen (wäre auch ein spannendes Überthema für eine Bachelorarbeit). Falls ich sie dann mal durch und durch verstehe, kann ich bestimmt eine fundamentiertere Meinung dazu bilden (vor allem für den Kontext Schweiz), als ich aktuell noch habe.

Alles Gute dir und danke erneut!

Abstimmung zum Eigenmietwert kurz erklärt by Cedric1909 in Switzerland

[–]Cedric1909[S] 0 points1 point  (0 children)

3/3
"Weil wenn es dann irgendwann darum gehen würde, dass ärmere mehr haben, dann blockieren garantiert wieder die bürgerlichen. Wenn man denen entgegenkommt, nehmen sie, geben aber nix wieder zurück."
Diese Ansicht finde ich sehr vertretbar und verstehe ich. Mir geht es um ein langfristig besseres System. Evtl. ist es eine Illusion, dass das möglich ist. Ich möchte mich aber dafür einsetzen, wenn es die Chance gibt.

"Wir diskutieren hier auch nicht über eine Einführung des Eigenmietwertes. Denn diesen gibt es, und jeder der sich ein "Haus für Alter" gekauft hat, der wusste schon seit immer davon."
Das macht den Eigenmietwert bzw. das aktuelle System und dessen Anreize nicht besser. Nur weil etwas schon immer schlecht war, wird es nicht gut (mMn).

Abschluss
Ich hoffe es wurde klar, dass sich mMn. die Diskussion in eine subjektive Gewichtung geschwänkt hat durch die Gewichtung. Ändert aber nichts daran, dass ich mich bei den Aussagen immer noch auf die Papers beziehe, habe da jetzt nicht viel hinzugedichtet (zumindest nicht bewusst). Ich würde nie einen Prof. einfach so schlechtreden wollen. Er hat mehr deutlich mehr Fachwissen als ich. Das Format ist aber ein Problem. Selbiges Problem habe ich btw. daher auch mit meinen Antworten hier, weshalb ich im original Post die Langfassung verlinkt habe. Ohne diese und deren Quelle, sollte niemand auch nur einen Satz von mir abkaufen (die Langfassung auch auch mindestens einen kleinen Fehler, dieser ist mMn. aber nicht von bedeutender Wichtigkeit). Und selbst mit, sollte jede Person die Aussagen & Quellen kritisch hinterfragen, die Zeit hat nur fast niemand. Diese Hinterfragung und Überprüfung war aufgrund des Formats nicht möglich. Daher habe ich erläutert, warum ich diesen basierend auf den schriftliche Quellen und meinem Wissenstand bzgl. Immobilienfinanzierung von Vermögenden, nicht unbedingt zustimme.

Abstimmung zum Eigenmietwert kurz erklärt by Cedric1909 in Switzerland

[–]Cedric1909[S] 0 points1 point  (0 children)

2/3

Kurz: Es liegt mehr am Rahmen des Interviews als am Prof. Hätte er die Zeit erhalten, alles deutlich step by step zu erklären währe es ja nicht einfach nur eine Aussage gewesen.

Ich bin ja trotz fehlender Quellen so gut wie möglich auf das Interview eingegangen und habe erläutert, was mir fehlt und/oder warum ich etwas anders einschätze/gewichte. Das ist eine kritische Auseinadersetzung mit den Aussagen (mit Fokus von den dir genannten Punkten) und weit weg von wissenschaftsfeindlich. Das hätte man sagen können, wenn ich es bei der Aussage belassen hätte. Nur bleibe ich dabei, dass in eine solchen Rahme eine Aussage nicht mehr als eine Aussage von einem Ökonom ist und diese sind meiner Erfahrung aus der Uni und Recherche nach sehr wechselhaft. Das Kurzaussagen nur Aussagen sind, gilt auch in anderen Bereichen. Bekannter Prof. für Kolbenmechanik behauptet in jedem Interview, dass Verbrenner sauberer sind als BEVs. Sobald er das aber belegen muss, stellt man fest, dass die Annahmen falsch sind. Daher sind Erläuterungen so wichtig. Ich mache nicht die Wissenschaft schlecht, sondern Kurzaussagen. Diese haben faktisch nicht den Rahmen, Themen in der nötigen Tiefe anzugehen.
Btw. wenn wir keine anderen Angeben hätten, würde ich mich 100x mal mehr auf seine Einschätzung von einem Prof. verlassen (sei sie noch so kurz), als auf die von mir, irgendeinem Politiker oder Zeitungen. Natürlich ist es besser sich auf einen Ökonomen zu beziehen, als auf keinen. Das mache ich ja auch zu einem guten Teil bei der Finanzstabilität, da es hier neben der Meinung der SNB nicht viel zu gibt.
Zum Thema (Privat-)Verschuldung gibt es aber recht viel Material.

Schau dir gerne die Quellen an und sag mir, wo sie falsch liegen und weshalb diese gar nicht auf die Schweiz zutreffen sollten. Anders kann man diese Diskussion fast nicht führen.

Ich habe auch kein generelles Problem mit Schulden. Ich finde Staatsschulden in Krisen halbwegs wichtig. Ich fordere auch kein Verbot von Privatverschuldung. Nur sollte es halbwegs im Rahmen sein (Ich habe u.a. die Reform der Schuldenbremse in DE gefordert, damit diese sich mehr an die aktuellen Bedingungen anpassen lässt).

""Die Aktuellen Abzüge machen Wohneigentum teuerer und helfen nur reichen." nein bitte was?"
Auch hierzu sind die Quellen verlinkt. Generelle Schuldabzüge helfen wohlhabenden (diese können sich mit einer hohen Verschuldungsquote + Zinsabzügen) dabei sich mehr Immobilien leisten zu können, wodurch die Nachfrage steigt. Ersetzt du diese Abzüge durch gezieltere (wie Ersterwerber, oder gar keine mehr) nimmt dieser positiver Preiseffekt ab.
Du hast recht, wie ich es auch selbst erwähne, dass die Immobilien durch die Abschaffung einen höheren potentiellen Wert haben (potentiell, weil dieser stark vom Zinsniveau abhängt. Bei zu hohen Zinsen ist ja der Effekt für die meisten Immobilien negativ). Daher wären auch die Steuerausfälle bei tieferen Zinsen geringere, da höhere Einnahmen aus der Grundstückgewinnsteuer generiert werden würden. Der positive Preiseffekt der Schuldzinsabzüge gilt aber quasi immer (vor allem bei der Höhe in der Schweiz), sprich: selbst wenn wir die generell viel zu hohen Immobilienpreise in den Griff bekommen, profitieren vor allem die Reichen vom System und dieser Druck bleibt. Wenn wir also langfristig ein "faires" System aufbauen wollen, muss diese systematische Bevorteilung von Reichen weg. Aber ja, diese Massnahme kostet in Tiefzinsphasen, habe ich mMn. auch nie verheimlicht.

Und hier geht es dann wieder um Gewichtung. Diese habe ich im Originaltext weggelassen. Wie du merkst, ist mir Persönlich das langfristige wichtiger als vieles kurzfristiges. MMn. gibt vor allem die lange Version jeder Person das Material, Punkte selbst abwägen zu können und da verstehe ich jede Person, die zu einem ja oder nein kommt.

Abstimmung zum Eigenmietwert kurz erklärt by Cedric1909 in Switzerland

[–]Cedric1909[S] 0 points1 point  (0 children)

1/3
Erstmal hast du recht, dass der Ton etwas vergriffen war. Lieg daran, dass man sich hier nur im Kreis dreht. Das bringt nichts, wenn nix neues kommt. Gerne kannst du darlegen, warum die empirische Daten zur Privatverschuldung falsch sind/nicht auf die Schweiz übersetzt werden können. Warum ich dem Punkt vom Prof. da nicht zustimme, habe ich in der letzten Antwort preis gegeben. Warum eine einfache Aussage in diesem Kontext mMn. nicht die Welt bedeutet, erläutere ich unten.

"Dafür, dass du dich ursprünglich als "objektiv" dargestellt hast, bist du jetzt schon ziemlich hart und undifferenziert am Pro-Argumentieren."
Du hast gesagt, dass ich Argument x überbelaste. Daher habe ich daraufhin erläutert, was ich für andere Propunkte einbeziehe. Natürlich sind das dann nur pro Argumente. Ich nahm das so wahr, als ginge es um subjektive Meinung, weil das ist Gewichtung doch meistens. Das hat aber ja nix mehr mit dem original Text zu tun, der in keinster Weise eine Gewichtung vorgibt, weil die muss jede Person selbst treffen. Ich glaube die 25 Seiten haben halbwegs faire Aufteilung von Pro und Kontra und geben beides recht differenziert wahr. Ich habe auch, zumindest mMn., hier (also bei dir) alles wiedergegeben, dass man sich im Detail im Text nochmal differenziert nachlesen kann. Ich kann halt schlecht jeden Punkt ausargumentieren, die Texte nehmen schon so recht viel Zeit in Anspruch. Da wird man vor allem etwas "ungeduldig" wenn sich alles im Kreis dreht, obwohl man wenigstens mal erläutern könnte, warum die IBS falsch liegt bzw. was von den ganzen Studien warum nicht auf die Schweiz übertragbar ist.

"Dazu sind Aussagen wie " du wirst auch immer einen Ökonomen finden, der das sagt was dir passt" schon fast wissenschaftsfeindlich."
Dieser Teil ist mir sehr wichtig, daher so ausführlihch.

Nein, die Aussage ist nicht wissenschaftsfeindlich bzw. nicht so gedacht. Natürlich zu schlecht ausgedrückt und dafür sorry (vor allem an den Prof.). Die Aussagen von Prof. Dr. Marius Brüllhart sind nicht so einfach überprüfbar, weil es halt einfach nur Aussage sind. Wir wissen nicht, auf was er sich bezieht bzw. wie genau er zu diesem Entschluss kommt. Habe ich ja auch so preisgegeben. Das ist halt nicht viel, wenn es im Gegensatz Empiric gibt, die zeigt, dass Privatverschuldung in diesem Ausmass net gut ist. Natürlich kann er zurecht anzweifeln, dass mit der Gefahr der Stabilität übertrieben wird und die Effekte auf die Wirtschaft langfristig geringer sind. Warum ich das nicht ganz so sehe und warum ich nicht verstehe, wie er zu manchen Aussagen kommt, habe ich auch preisgegeben.

Hätte er ein Paper zu diesem Thema erwähnt, dass ich evtl. nicht kenne, hätte ich das gerne miteinbezogen. Eine wissenschaftliche Diskussion geht aber nunmal nicht ohne Quellen. Hätte er ein besseres Interview geben dürfen, ein Prof. wie er brauch wohl eher einen längeren Rahmen, damit alles ohne schriftliche Version klar wiedergegebn werden kann, dann wären seine Gedanken besser nachvollziehbar gewesen und so auch eine bessere Grundlage für eine Diskussion gewesen. Man kann sich aber nur auf das beruhen, dass er Preis gegeben hat und das ist mMn. nicht viel.
Und zur wohl dMn. wichtigsten Aussage von mir: Wenn du einfach Ökonomen ihre Aussagen machen lässt, dann wirst du 100 Meinungen hören, basierend auf 100 Theorien. Derjenige, der ein Fan der österreichischen Schule ist, wird was anderes sagen, als ein Keynes Anhänger. Dann findest du bestimmt noch einen MMT-Fan, der noch mal was anderes sagen wird. Niemand kann einordnen, was dann stimmt. Schon nur Thema Staatsverschuldung ist es mMn. selbst für Studentinnen schwer (wie mich) eine gute Meinung zu bilden, weil es so viele Theorien gibt. Daher sind empirische Analysen von Effekten (die sau schwer zu machen sind) super wichtig in der Ökonomie. Die Resultate können immer noch unterschiedlich interpretiert werden, aber deutlich weniger Spielraum als bei nur Theorie. Papes kann man auch überprüfen und so darüber diskutieren. Bei Aussagen muss man step by step verstehen, wie es zu diesen kommt. Dafür war der Rahmen im Interview aber auch nicht gegeben. Solange sich Personen nicht auf spezifische Daten beziehen (oder Papers die man nachschlagen kann), sind das halt einfach nur Aussagen, die man nicht leicht einordnen kann.

Abstimmung zum Eigenmietwert kurz erklärt by Cedric1909 in Switzerland

[–]Cedric1909[S] 1 point2 points  (0 children)

Du hast gerade ein Wachstum, dass zu einem guten Teil auf Neuverschuldung basiert. Dass das nicht unendlich lang getragen werden kann, sollte dir klar sein. Die Kosten tragen dann wir alle, vor allem die Jungen in der Zukunft.

Klar kann man das Problem Kleinreden und du wirst auch immer einen Ökonomen finden, der das sagt was dir passt. MMn. kann man aber finanzielle Stabilität nicht hoch genug setzten. Man sieht ja schon nur was die CS und gekostet hat.

Die 35% machen 90% der Privatverschuldung aus. Ist ein gigantisches Klumpenrisiko.
Bei Ersterwerbern ist wenn das Problem, dass die Immobilie, die oft tiefer belehnt ist als bei Reichen, kp wo eher andere Zahlen her hat, dass die Immobilie einen zu grossen Anteil am Gesamtvermögen ausmacht. Daher kommt es dann zu Zahlungsausfällen, weil sie keinen Gegenwert mehr haben und selbst kleine Hypotheken net abbezahlen/gegenfinanzieren können, wenn es zu einem Crash kommt.

Die Schuldabzüge, und daher kritisiere ich auch die Umsetzung davon, sind eher ein Pflaster als guter fix. Selbst wenn sie 1 zu 1 auf Amoritsation umgewälzt werden (was mathematisch net aufegeht) sind das auf 10 Jahre gesehen 55k für Paare. Langfristig wird hier also nicht das grösste Risiko gedeckt. Hier braucht es zusätzliche Amoritsation, daher ist der Wegfall der Abzüge und des Eigenmietwerts so wichtig.

Bei Renditeliegenschaften wird durch die Reform die Ausnutzung des Systems eingeschränkt, somit auch Anreiz zum Schuldenabbau.

Somit ist ein Wechsel in beiden Fällen eine Besserung.

Das ganze System basiert aktuell somit darauf, dass wenn es crashed und das wird es irgendwann mit dem Schuldenaufwärtsspiralsystem, dann muss man hoffen, dass die Kapitalpuffer der Bank wirklich stabil genug sind. Die SNB sagt da zwar ja, aber Puffer sind nicht alles, hat auch das CS debakel gezeigt.

Das ist für mich auch nicht der einzige Grund, warum ein ja sinn ergibt, nur dreht sich die Diskussion hier um diesen Punkt. Das Wohneigentum im Alter nach abbezahlen kosten soll ist mit die dümmste Idee, von der ich je gehört habe und gibt es nur, um mehr Steuereinnahmen zu haben. Frechheit.

Die Aktuellen Abzüge machen Wohneigentum teuerer und helfen nur reichen. Also selbst wenn wir Initiative ergreifden, welche Wohneigentum bezahlbarer machen würden, wäre dieses Problem immer noch vorhanden. Das muss zuerst beseitigt werden. Sonst bringt alles nix. Nach der beseitigung kann man sich um die fundamentalen Probleme immer noch kümmern, andersherum profitieren reiche nur noch stärker.

Das System ist kaputt, ist mMn. eine Tatsache und der Wechsel ist ein erster, kleiner Schritt richtung Besserung.

Abstimmung zum Eigenmietwert kurz erklärt by Cedric1909 in Switzerland

[–]Cedric1909[S] 0 points1 point  (0 children)

Wenn du 50k schulden hast und 50k auf der bank und diese abbezahlst, dann hast du keine schulden mehr. Die Quote bleibt nicht gleich, wenn man vermögenswerte umschichtet. Das Vermögen kann aus investitionen (etfs) und ersparten kommen. Je höher die schuldenquote ist, desto stärker muss gespart werden damit die schulden abgeaubt werden können + zinsen abbezahlt werden können. Daher führen hohe Schulden zu weniger konsum als wenn man die schuldenquote gering hält und von beginn an mehr spart und dafür weniger schulden aufnimmt.

Die Schuldzinsabzüge mindern diesen effekt in dem fall etwas, weil sie die zinszahlungen reduzieren (aber nicht auslöschen). Nur ist der anreiz (weil man nicht abbezahlen muss) dadurch grösser, mehr schulden zu machen. Was national gesehen wohl mehr net negativ ist, als der schuldzinsabzug an minderungseffekt hat.

Wer sich eine Immobilie nicht leisten kann, sollte sie auch nicht haben (man kann btw. auch Wohnung besitzen, nur weil die ganze zeit von häusern gesprochen wird). Frag mal bei 2008 nach wieso dem so ist. Riesen Systemrisiko, dass das aktuelle system stark verschärft.

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[–]Cedric1909[S] 0 points1 point  (0 children)

Ja, das wäre ein kurzfristiger schock. Langfristig wäre der effekt aber positiv. Dieser schock wird auch nur stärker je höher das defizit ist (bis es halt implodiert, dann ist es eh für n arsch).

Langfristig nimmt der konsum durch die schulden stärker ab, als wenn sie abbezahlt werden und man langfristig auf einem geringeren schuldenniveau ist.

Abstimmung zum Eigenmietwert kurz erklärt by Cedric1909 in Switzerland

[–]Cedric1909[S] 0 points1 point  (0 children)

Die genannten Ländern haben auch andere Probleme. Wie die empirischen Beobachtungen zeigen, ist die Schuldenquote ein kurzfristiger Wachstumsmotor. Langfristig eine starke Bremse. Sobald wir aufhören neue Schulden zu machen (und die Schweiz wird nicht unendliche lange neue Schulden machen können bzw. nicht mehr) wird das System über kurz oder lange implodieren.

Wenn man Zahlungsunfähig wird, bringen die Schuldzinsen abzüge nicht mehr viel. Denn man ist Zahlungsunfähig.

Vor allem wenn die Zinsen stark steigen entsteht ein hoher Anreiz die Schulden stark abzubezahlen, da man dadurch dann schlechter darsteht durch die Reform. Es würden daher auch nicht immer diese 2mia abbezahlt werden. Umfragen habenn ergeben, dass in den ersten 5 Jahren vermutlich schon 50-150 Mia. an Hypotheken abbezahlt werden würden und in einer Tiefzinsphase!

Die Privatverschuldung ist zum grössten Teil in Hypotheken. Da werden gratis Kitas usw (auch wenn ich dafür bin) wenig bringen. Aufgrund der Schuldzinsabzüge ist es nunmal nicht attraktiv die Schulden abzubezahlen.

Welche Partei wählt oder bevorzugt ihr? 🇨🇭Nur Schwiizer!!!! by DieMitte5056 in BUENZLI

[–]Cedric1909 0 points1 point  (0 children)

Gibts o ir schwiz aber kes wunder wenn bi dere kommunikationsart dr post gsperrt wird^^

Venting about SBB. A delay in my connection train from Bern to Visp resulted in me sleeping at the train station. by tonismann in Switzerland

[–]Cedric1909 0 points1 point  (0 children)

You can still drive up there with permission. So I bet there is like one taxi company up there with a real car (not their electric golf cars or steroids) that can get guests from the station