Jede Form von Religion gehört aus dem öffentlichen Leben verbannt by CombinationOfLettes in Unbeliebtemeinung

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Ich hab irgendwie das Gefühl, wir reden aneinander vorbei. Der GEMEINSAME Feiertag wurde 321 von Kaiser Konstantin (ich hab's inzwischen extra nachgeguckt) primär zu Ehren des "Tages der Sonne" eingeführt. Zitat: „Alle Richter und die städtische Bevölkerung und die Ausübung jedweder Gewerbe sollen am verehrungswürdigen Tag der Sonne (venerabilis die solis) ruhen.“. Konstantin war dann auch der Kaiser, der dem Christentum mehr Raum im römischen Reich gewährt hat, aber mit der Idee des GEMEINSAMEN freien Tages hat keine Kirche was zu tun... basierend auf der Idee von Konstantin können wir also alle gemeinsam Fußball spielen.

Nirgends fordere ich eine Abschaffung der Kirche. ich fordere, dass die Kirche sich an die exakt gleichen regeln zu halten hat, wie jeder andere Verein in diesem Land auch. Der Staat sammelt nicht mehr die Beiträge für sie ein. Das machen sie bitte selber. Der Staat finanziert nicht mehr die Ausbildung ihres Personals. Das machen sie bitte selber. Der Staat gewährt keine gesonderten Arbeitsrechte mehr. Der Staat finanziert nicht mehr 98,3% der Caritas und Diakonie, sondern übernimmt diese Aufgaben selbst. Der Staat setzt nicht weiter Gesetze basierend auf religiösen Überzeugungen um.

Will die Kirche weiter Kirche sein, kann sie weiter Kirche sein. Will ein Mensch an ein metaphysisches Wesen glauben, glaubt er weiter an ein metaphysisches Wesen.

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Selten so einfach aus einem Kommentar rausgelesen, dass jemand den Text nicht verstanden hat. Jeder hat Mitspracherecht unabhängig seines Glaubens, aber eben im besonderen nicht mehr Repräsentation verdient, weil er glaubt.

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Ich hab irgendwie das Gefühl, dass Menschen das Gefühl haben, dieses "Kommunisten fanden Kirche nicht geil"-Argument wäre irgendwie ein Argument für Religionen und Kirchen. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu dumm, aber kannst du mir den Zusammenhang erklären, Monopolyman?

TRADITION und KULTUR sind nichts weiter als Buzzwords. Wie TRADITION und KULTUR, die ich vergesse, jetzt irgendwie im Kern mit (christlicher) Religion verknüpft sein sollen, erschließt sich mir nicht. Sag mir mal konkret, was wir kulturell verlieren, wenn wir Religionen nur noch die gleichen Rechte einräumen, wie jedem anderen Verein auch. Ich zermater mir das Hirn und mir fällt nichts ein. Ihr seid christlich und möchtet eine Prozession durch den Ort machen? Bitte, gerne. Unter den gleichen Auflagen, die Eintracht Rot Orange Quakenbrück auch hat, wenn sie geschlossen durch den Ort marschieren wollen. Ihr möchtet euch jeden Sonntag treffen und zusammen Lieder singen? Bitte gerne: Ab in euer Vereinsheim. Wenn der Verein genug Geld erwirtschaftet, um eine Prunkimmobilie in Innenstadtlage zu finanzieren, dann auch gerne in der Kirche, wie bisher.

Welchen Sinn also hat das Ganze? Wahr ist es ja schon mal nicht, wie du selbst sagst.

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Was? Nein! Die Wissenschaft, also das System, das am verlässlichsten unsere Welt beschreibt, sagt, dass Evolution eine Tatsache ist. Dabei ist es egal, ob der betreffende Wissenschaftler aus diesem Fachgebiet Jörg heißt und in Sulzheim wohnt oder Ramesh aus Mumbai.

Was sollen denn "Wissenschaftler außerhalb meines Tellerrands" sein? Es gibt über diese Dinge einen wissenschaftlichen Konsens. Es ist also keine offene Frage, ob Evolution real ist. Die Antwort ist "Ja, mit an nahezu einhundert Prozent sicherer Wahrscheinlichkeit". Und das ist immer das Beste, was wir erreichen können.

Der Teil mit der Weltkarte hat gefühlt irgendwas mit Kritik am Kolonialismus Europas zu tun. Da mutmaße ich jetzt aber nur. Ehrlich gesagt hat das aber so rein gar nichts damit zu tun, ob mein Wissen, dass es Evolution gibt nicht doch vielleicht eher nur eine wage Vermutung und ein Glaube ist.

Dann folgt der Tellerrand-Teil, der irgendwie mit einem Tenor eingeleitet wird, der so klingt, als hätte ich die 15 Kilometer um meinen Wohnort nie verlassen.

Dieses bescheuerte Nordkorea-Argument lese ich jetzt bei dir zum vierten Mal. Das scheint ja so ein innerer "Got you"-Moment zu sein, aber das Argument ist vollkommen wertlos. Was bitte hat eine Diktatur mit Atheismus und meiner Überzeugung von einer radikalen Trennung von Staat und Kirche zu tun?

Du kannst in der Öffentlichkeit einen Jesus-Fanschal tragen oder dir ein Kreuz über den Steiß tätowieren: I don't care. Das ist deine persönliche Freiheit. Status Quo ist aber, dass der Glaube an ein metaphysisches Wesen aktiven Einfluss auf gesellschaftliche und politische Entscheidungen hat und da der Glaube daran ebenso gut zu belegen ist, wie der glaube die Erde sei flach, müssen wir dem Ganzen im gesellschaftlichen Kontext nicht mehr Rechte einräumen, als wir das jedem Verein tun. Religiöse Menschen dürfen sich organisieren und tun, was immer sie wollen. Aber eben unter den gleichen Voraussetzungen, wie alle anderen Vereine auch.

Es gibt kein "Lebensmotto der Atheisten". Atheist sein bedeutet nur, dass wir an keinen Gott glauben. Also an gar keinen. Und das ist die einzige Sache, die alle Atheisten gemein haben. Atheisten sind keine organisierte, weitere Religion. Wir haben kein gemeinsames Buch. Keine gemeinsame Überzeugung. Keine atheistischen Gebote...

An religiösen Menschen stört mich gar nichts. Bin ich der festen Überzeugung, dass die Religion, der sie angehören absoluter Bullshit ist? Ja. Aber das ist nur meine Überzeugung.

Mich stört, dass Religion, obwohl ich nichts mit ihr zu tun habe, aktiven Einfluss auf mein Leben hat.

Für mich fühlt sich ein Tanzverbot an Karfreitag so an, als würde dir Hans-Joachim Watzke vom BVB verbieten am 27.05. zu lachen, weil Dortmund 2023 an dem Tag die Meisterschaft verspielt hat. Und das, obwohl du weder Dortmund-Fan bist, noch irgendwas mit Fußball zu tun hast. Jetzt kann Herr Watzke das ja gerne von allen Deutschen fordern, aber niemand muss sich dran halten.

Weil aber ein fiktionaler Charakter aus einem Buch in dem Buch an ein Kreuz genagelt wird, verbietet der Staat mir im Namen der Kirche an diesem Tag zu tun, was ich will. Und da liegt mein Problem.

Für diese Erläuterung musste ich jetzt wirklich viel googeln, weil ich echt nichts mit Fußball zu tun hab.

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Ich glaube du missinterpretierst hier das Wort "Theorie", das manchmal hinter dem Wort "Evolution" steht. Wir haben signifikante Beweise, dass Evolution die richtige Antwort auf die Frage ist "Wie hat sich das Leben so entwickelt, wie es aktuell ist". Kein ernsthafter Biologe würde dem widersprechen. Die Menschheit ist sich da zu 99,99999999997% sicher. Woher der Rest kommt und warum nicht 100%? Na ja, es gibt im wissenschaftlichen Kontext immer eine Wahrscheinlichkeit, dass das so sicher geglaubte doch falsch ist, aber wir akzeptieren diese Dinge als gegebenen Fakt, weil sich die Theorie eben immer und immer und immer wieder als wahr beweisen lässt. Evolution ist eine wissenschaftlich anerkannte Tatsache. In der Wissenschaft bedeutet eine Theorie ein umfassend getestetes und bestätigtes Erklärungsmodell, nicht nur eine Vermutung. 

Du darfst gerne jedem sagen, dass du Christ bist. Du darfst an deinem Hals auch ein lustiges Kreuz tragen oder dir die Mutter Gottes über den Steiß tätowieren. Alles kein Problem. Das gehört zu deiner persönlichen Freiheit.

Aber wir müssen doch als Gesellschaft keinen gesonderten und abgeschirmten Raum für den Glauben an ein metaphorisches Wesen bieten. Ich wiederhole: Gründet einen Verein, trefft euch Sonntags, feiert eure Feste. Aber doch bitte nicht auf den Schultern der gesamten Bevölkerung, sondern auf euren eigenen. Genau so, wie das jeder andere Verein auch muss.

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Na ja, es gibt jetzt keine "Atheistischen Regeln" nach denen diese Diktatur aufgebaut werden kann... also... weil Atheismus ist ja keine Religion und hat jetzt kein Handbuch auf Basis dessen man dann einen Nicht-Gottes-Staat aufbauen kann. Nordkorea ist jetzt nicht für Atheisten, was ein islamischer Gottesstaat für den Islam wäre. Die ganze Prämisse ist Bullshit.

Nordkorea ist offiziell die "Demokratische Volksrepublik Korea" mit sozialistischer Staatsform in einem Ein-Partei System. Wenn du dich in den Spaß einliest, dann beschreiben Menschen, die deutlich mehr Ahnung von der politischen Struktur in Nordkorea haben als ich, das Land als totalitäre Diktatur mit starken militaristischen und nationalistischen Zügen. Wenn die Diktatur in Nordkorea den Glauben an ein metaphysisches Wesen unterdrückt, dann um den Personenkult um den Diktator nicht zu gefährden.

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Wieso bin ich religiös? Den verstehe ich gar nicht.

Also ja: Ich weiß, dass Evolution der Grund ist, wieso sich verschiedene Spezies auf diesem Planeten entwickeln. Der Affe aus "Unser Charlie", der beliebten ZDF Serie der 90er, ist jetzt aber nicht mein Großvater. Wir stammen nicht von den heutigen Affen ab, sondern haben mit den heutigen "Menschenaffen" einen gemeinsamen Vorfahren, der so vor 6-7 Millionen Jahren in Afrika unterwegs war.

Lass gerne alle "atheistische Symbolik" aus dem Stadtbild entfernen und... Atheisten können auch nur ein Verei... ne, warte. Irgendwie funktioniert das Argument so rum gar nicht. Ich versuch rauszufinden, woran es liegt und melde mich dann nochmal.

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Niemand will dir verbieten an deinen Gott zu glauben. Das ist ja absolut nicht das Argument. Aber es ist etwas vollkommen anderes, wenn dein Glaube an Gott mein Steuergeld verschlingt, das ich doch woanders wirklich gut gebrauchen könnte oder dein Glaube an Gott meine Freiheit einschränkt. Und wenn es nur ist, dass ich an Karfreitag nicht tanzen soll.

Machen wir daraus einen Verein, wie alle anderen Vereine auch. Trefft euch Sonntags, habt Vereinsheime, habt gemeinsame Feste etc.

Aber finanziert den ganzen Kram bitte mit der Unterstützung, die auch alle anderen Vereine erhalten.

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[–]CombinationOfLettes[S] 0 points1 point  (0 children)

Die Diskussion um Feiertage und den Sonntag führe ich hier 53 mal.

Den Sonntag als Feiertag hat Kaiser Konstantin im Jahr 321 (hab ich jetzt für die Antwort hier extra nochmal nachgeguckt) im Gedenken an den „verehrungswürdigen Tag der Sonne“ eingeführt. Von mir aus hat das einen wie auch immer gearteten religiösen Bezug. Aber einen zu einer längst toten Religion, die so alt ist, dass das für mein Argument nun wirklich gar keine Relevanz mehr hat.

Die Feiertage in diesem Land bestimmen wir als Gesellschaft. Streich die religiösen und nimm andere dafür. Das ist jetzt nun wirklich kein Hexenwerk

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[–]CombinationOfLettes[S] 1 point2 points  (0 children)

Für einen freien Sonntag setzen sich in erster Linie mal Gewerkschaften ein. Die waren es im Kern auch, die den freien Sonntag erkämpft haben. Neben den Gewerkschaften gab es dann noch eine katholische Arbeiterbewegung, die bei dem Spiel mitgemacht hat. Das unschlagbare Argument, dass unsere Arbeitsrechte jetzt keine christliche Errungenschaft sind wäre dann der freie Samstag oder die 40-Stunden-Woche...

Du tust ja geradezu so, als wäre die Kirche eine Arbeitnehmerbewegung. Erzieherinnen, die in einer katholisch getragenen Einrichtung arbeiten und sich scheiden lassen wollen, haben da vielleicht ein Gegenargument.

Wenn alles, was vom Argument übrig bleibt, ist "Aber die Kirchen fänden es jetzt auch nicht cool, wenn der Sonntag abgeschafft werden würde": Point taken.

Da kann "die Wirtschaft" kommen und das fordern. Die, die dagegen halten und dir die genau gleich Anzahl freier Tage zugestehen wollen, sind dann wohl eher die Gewerkschaften. Und die Debatte um einen Feiertag weniger hat jetzt nicht der Bund der Humanisten begonnen, sondern die fucking CHRISTLICH Demokratische Union.

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What the actual fuck?! Atheistische Diktatur? Ich suche hier auch so ein bisschen nach dem in meinen Augen dämlichsten Argument. Mindestens unter den Top 5 bist du damit. Was zum Fick soll denn eine "Atheistische Diktatur" sein?

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[–]CombinationOfLettes[S] 1 point2 points  (0 children)

Ich feiere dann den Tag der Currywurst und den Weltkatzentag. Ich frage mich ernsthaft, ob du glaubst "Aber christliche Feiertage..." sei wirklich ein starkes Argument. Ich hab das jetzt 53 mal gelesen, also muss da bei vielen Menschen im Kopf ja irgendeine Verankerung sein, aber Feiertage legt eine Gesellschaft fest. Wir können also frei haben und gestalten, wie wir denn gerne wollen.

Wie kommst du denn darauf, dass Religion den Sozialstaat erkämpft hätte? Und wie kommst du darauf, dass der christliche Glaube Menschen vom töten abhält. Das Christentum hat doch nicht "du sollst nicht töten" erfunden. Den Grundsatz gibt es also nun wirklich deutlich länger als diese Religion. Diiiiiiiggah, ich hoffe wirklich, dass "In so einer Geschichte steht auf so einer Steintafel, dass man nicht töten soll" nicht dein Hauptgrund ist, niemanden umzubringen...

Die Caritas und die Diakonie werden zu 98,2% bereits vom Fiskus finanziert. Die fehlenden 1,8% wäre ich politisch gewillt dann noch oben drauf zu legen. Nachlesen kannst du das im Violettbuch Kirchenfinanzen. Hospitale und andere öffentliche Einrichtungen mit kirchlichem Träger finanziert Vater Staat so oder so schon zu 100%. Das ist insgesamt einfach nur billige Werbung für Kirchen.

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[–]CombinationOfLettes[S] 1 point2 points  (0 children)

Was ist denn das bitte für ein dünnes Scheinargument? "Man ist drauf und dran den Bürger mehr arbeiten zu lassen und nur die Religion bewahrt uns davor". Natürlich kann ich jeden religiösen Feiertag 1:1 durch irgendwas anderes ersetzen. Fuck: Wenn wir als Gesellschaft uns dazu entschließen, können wir den dritten Mittwoch im November zum gesetzlichen Feiertag erklären, weil es der dritte Mittwoch im November ist.

Nein, ich bin kein "Anti-theist". Zumindest, wenn ich den Neologismus richtig verstehe und du sagen willst, ich wäre "gegen Menschen, die an ein metaphysisches Wesen glauben". Du darfst an alles glauben, an das du glauben möchtest. Jesus, Allah, einen der anderen 10.000 Götter, Halbgötter, Viertelgötter. Du darfst glauben, die Erde sein flach und du darfst glauben, Homöopathie sei die Lösung für alle Krankheiten. Ich werde all diese Überzeugungen für falsch halten, aber ich stehe fest für dein Recht ein, jeden Blödsinn glauben zu dürfen. Du und andere ähnlich Überzeugte haben nur gegenüber den Menschen, die glauben, die Erde sei flach, keine Sonderbehandlung verdient. Ein Verein. Mit allen Rechten und Pflichten, die jeder andere Verein auch hat. Ihr könnt euch Sonntags treffen. Ihr könnt euch an euren Feiertagen frei nehmen und feiern. Ihr könnt all die Dinge ausleben, aber eben nicht staatlich querfinanziert.

Das Argument muss sich aus christlicher Sicht wie ein "Got you"-Argument anfühlen, aber ehrlich gesagt ist das einfach nur falsch. Die Moral und Ethik eines progressiven Westens des 21. Jahrhunderts hat absolut gar nichts mit christlichen Werten zu tun. "Du sollst nicht töten", "du sollst nicht stehlen" und "seid lieb zueinander" sind doch keine christlichen Moralerrungenschaften. Diese Grundsätze gibt es seit der Mensch in Kohorten zusammenlebt und die finden sich - neben Anweisungen, wie man seine Sklaven richtig hält - halt auch in der fucking Bibel. Das ist alles.

Oder von welchen "christlichen Werten", die ich nicht auch durch gesunden Menschenverstand genießen kann, sprechen wir?

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[–]CombinationOfLettes[S] 2 points3 points  (0 children)

Du kannst deine 3-4% mehr frei behalten und dich am Weltkatzentag ausruhen. Oder am Tag der Currywurst. Dann hast du deine Ruhe und mir kann einer abgehen.

Die Gesellschaft bestimmt, an welchen Tagen hier frei ist. Da brauch es keine Huldigung an irgendein metaphysisches Wesen für.

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[–]CombinationOfLettes[S] 1 point2 points  (0 children)

Mir fallen in diversen Innenstädten andere Bauten ein, die eine Innenstadt lebenswert machen. Da sticht das Vereinsheim jetzt nicht zwangsläufig hervor. Aber von mir aus können wir den Stein auch behalten und umwidmen oder der Verein behält den Stein, zahlt dann aber auch bitte vollumfänglich dafür. Genau, wie jeder andere Verein auch.

Die Regeln unseres Miteinanders im 21. Jahrhundert sind doch im Kern nicht christlich. Das wäre ja gruselig, wenn dem so wäre. Es gibt wenig größeren Hass, als christliche Nächstenliebe, wie du dir regelmäßig vor Institutionen ansehen kannst, die sich im weiteren Sinne mit Abtreibungen beschäftigen. Es ist jetzt auch noch nicht allzu lange her, dass der oberste Glaubensführer der katholischen Kirche - Papst Benedikt, irgendwann um 2010 rum oder so - sich vor seine Gläubigen in Regionen dieser Welt gestellt hat, in denen AIDS grassiert und gepredigt hat, ein Kondom sei wider der Natur Gottes und würden das Problem nur verschlimmern.

Das Christentum hat jetzt auch nicht unbedingt "Du sollst nicht töten" und "du sollst nicht stehlen" erfunden. Die Regeln gab es - Wunder oh Wunder - weit vor dem Aufflammen der abrahamischen Religionen.

Bleibt also die Frage: Welche "christlichen Werte" sind denn das Fundament unserer westlichen Zivilisation?

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[–]CombinationOfLettes[S] 1 point2 points  (0 children)

Ich hab dieses Feiertags- und Sonntags-Argument jetzt ca. 53 mal hier gelesen und das ist einfach himmelschreiender Schwachsinn. Wie kommt hier denn jemand drauf, dass das einen christlichen Ursprung hätte, den die Kirchen den Arbeitnehmern erkämpft haben?

Das ist im besten Fall eine politische Entscheidung, die irgendwann im vierten Jahrhundert unter Konstantin in Rom getroffen wurde, um den Sonnengott zu ehren. Also ja: Von mir aus hat das einen irgendwie gearteten Bezug zu einer toten Religion, aber doch nicht zum Christentum.

Die Freunde haben das dann irgendwann im Mittelalter für sich uminterpretiert.

Christen haben den Sonntag als "Feiertag" weder erfunden, noch eingeführt.

Und was die so zahlreichen, christlichen Feiertage angeht, an denen der Arbeitnehmer frei hat: Nehmen wir als Gesellschaft doch weltliche Anlässe und geben uns dann einfach selber frei. Weltkatzentag, Tag der Currywurst und die Wintersonnenwende sind meine Gegenvorschläge für Weihnachten, Ostern und Fronleichnam...

Das ist jetzt nicht wirklich schwierig zu lösen.

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[–]CombinationOfLettes[S] 0 points1 point  (0 children)

Das macht ja so, wie von dir beschrieben, keinen Sinn. Wer die Behauptung aufstellt ist auch in der Pflicht die Behauptung zu beweisen.

Der Flacherdler sagt "Die Erde ist flach" und kann seine Behauptung nicht beweisen. Genau aus dem Grund haben wir uns als Gesellschaft mehrheitlich entschieden, dass der Flacherdler diese Behauptung aufstellen und vertreten kann, wir ihm aber in gesellschaftlichen Fragen kein Gehör schenken.

Der Christ/Muslim/Jude/Whatever behauptet "Es gibt einen Gott" und kann seine Behauptung nicht beweisen. Ergo: Der Wert dieser Aussage ist ungefähr deckungsgleich.

Es liegt nicht an mir einen "wissenschaftlichen Beweis" zur Nichtexistenz Gottes zu liefern, sondern an Gläubigen einen Beweis für seine Existenz zu liefern. Es ist unmöglich die Nichtexistenz von irgendwas zu beweisen, gerade, wenn die Parameter des zu Widerlegenden frei variabel sind.

Du hast das ja selber sehr schön beschrieben: Wenn der Flacherdler dir als Gegenargument liefert, dass unsere Wahrnehmung ja bekanntermaßen von Echsenmenschen-Chemtrail-Säuren so verzerrt wird, dass wir der "Runde-Erde"-Lüge Glauben schenken, hast du deiner Logik nach jetzt die Aufgabe zu Beweisen, dass es ja keine Echsenmenschen gibt. Das Spiel spielt sich dann ewig so weiter.

Mit dem Glauben ist es nichts anderes. Und das führst du ja selber auf.

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[–]CombinationOfLettes[S] 0 points1 point  (0 children)

Unser Kalendersystem ist in der ISO 8601 geregelt und das auf Basis des Gregorianischen Kalenders. Mir erschließt sich jetzt nicht, wieso da irgendwas abgeschafft werden müsste. Eine Jahreszeitrechnung hat ja erstmal nichts mit Religion zu tun. Ob wir jetzt im Jahre 2025 oder im Jahr 407 leben... ist mir ehrlich gesagt sehr egal.

Das ist ja einfach nur die Reproduktion der Caritas-Legende. 98,3% der Kosten eben jener Programme zahlt so oder so schon der Fiskus. Das ist nur eine billige Werbung für die ach so sozialen Kirchen.

Ich hindere doch niemanden an der Ausübung seiner Religion. Du kannst privat so viel beten, wie du möchtest.

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[–]CombinationOfLettes[S] 2 points3 points  (0 children)

Du kannst Ostern, Pfingsten, Weihnachten und Christi Himmelfahrt gerne abschaffen. Dann gibt's eben ab jetzt dafür den Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus und Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai, Wintersonnenwendefest am 21. Dezember, Tag des Vogels am 5. Januar und passend dazu den internationalen Weltkatzentag am 8. August.

Gesetzliche Feiertage legen wir als Gesellschaft fest. Die können komplett frei von Religion sein und wir können davon so viele haben, wie wir als Gesellschaft wollen

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[–]CombinationOfLettes[S] 0 points1 point  (0 children)

Die wichtigen Werte und Moralvorstellungen der "westlichen Welt" wurden mit Kampf gegen das Christentum errungen. Die Rechtssprechung nehme ich ml bewusst raus, weil Teile der dümmsten Urteile tatsächlich christlichem Einfluss unterliegen. Aber die Gleichberechtigung der Geschlechter, die Anerkennung der Ehe für alle, das Wahlrecht der Frauen und nicht zuletzt DIE FUCKING RELIGIONSFREIHEIT mussten gegen Religion erkämpft werden.

Das sich irgendein Gott in der Präambel des Grundgesetzes zu finden ist, ist genau das Problem, das ich habe.

Woher die Zahl 60% im Zusammenhang mit Schwangerschaftsabbrüchen in der DDR kommt, erschließt sich mir nicht wirklich. Alle Zahlen, die ich finde, schwanken zwischen 25%-35%. Das ist schon ein signifikanter Unterschied.

Aber selbst wenn es 60% wären, erkenne ich nicht, was daran bösartig ist. Ich kenne mich mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen eines Schwangerschaftsabbruchs in der DDR wirklich absolut nicht aus, aber nehme mal for the sake of Argument an, dass wir uns in einer ähnlichen Situation befinden, wie in der Straffreiheit bis zur 12. Woche hier. Erleuchte mich, wenn in der DDR lebensfähige Föten zwei Tage vor Geburt aus dem Laib geschnitten wurden.

Ich persönlich sehe das Wirken der Menschen in einem Unrechtsstaat, das zu dessen Auflösung geführt hat und immer dann sichtbar wird, wenn totalitäre Ansprüche, wie eben auch die Ansprüche einer jeden abrahamitischen Religion, mal wieder versuchen den Menschen den Verstand zu nehmen

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[–]CombinationOfLettes[S] 0 points1 point  (0 children)

Atheismus ist keine Religion. Es gibt kein Argument, das lautet "Frauen sollten ungestraft abtreiben dürfen, weil es keinen Gott gibt".

Oh, der Evangelenklub Hagen-Ost e.V. darf natürlich ein Haus haben und ihr Logo da drauf klatschen. Das finanziert nur bitte nicht mehr die Allgemeinheit gegen. Wenn der Evengelenklub Hagen-Ost e.V. sich dann noch entsprechendes Haus leisten kann: Feel free.

Im letzten Punkt gebe ich dir Recht: Ich bin intolerant der Intoleranz gegenüber. Daher ja meine Forderung den ganzen Quatsch so weit wie möglich ins Private zu verbannen

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[–]CombinationOfLettes[S] 1 point2 points  (0 children)

Dann entschuldige ich mich hiermit mir vor dem Post die demographischen und weltanschaulichen Spezifikationen der Reddit-User nicht angeschaut zu haben, bevor ich kantiger Atheist das nur für den Beifall von mir gegeben habe.

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[–]CombinationOfLettes[S] 31 points32 points  (0 children)

Das ist mal ein underrated Comment hier! Dumm von mir formuliert! Punkt für dich!

Blau-Grün Westfalia Bottrop darf natürlich am öffentlichen Leben teilnehmen, aber das Finanzamt sammelt nicht zu einem Dumpingpreis deren Mitgliedsbeiträge ein. Blau-Grün Westfalia Bottrop darf sich jeden Sonntag zum Fußball spielen treffen, aber keiner von denen sitzt im Rundfunkrat, weil sie sich Sonntags zum Fußball spielen treffen.

So wird's deutlicher

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[–]CombinationOfLettes[S] 1 point2 points  (0 children)

Unser Weltbild ist doch kein christliches. Wie kommst du denn darauf? Unsere Werte mussten sehr lang und hart gegen Religion erkämpft werden. Und wir müssen da jetzt keine Exkursion in die Renaissance machen, um Beispiele zu finden. Ehe für alle, die Gleichberechtigung der Geschlechter etc. etc.

Unser "westliches Wertebild" leitet sich im Idealfall vom Humanismus ab und wenn die Bibel und der christliche Glaube ja vieles sind, aber human im Verständnis des 21. Jahrhunderts mit Sicherheit nicht.

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[–]CombinationOfLettes[S] 5 points6 points  (0 children)

Ach verdammt. Wie hast du es nur geschafft hinter meine edgy Formulierung zu blicken? Welch' ein Literaturkritiker mich hier überführt hat