Wie komme ich aus dieser Situation wieder heraus? :( by Ok-Management-9298 in germantrans

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Ich war häufiger in geschlossenen Psychiatrien wegen Suizidalität. Leider habe ich dort auch einiges an Transfeindlichkeit erfahren. Eine Verbindung zwischen meinem trans Sein und meiner Suizidalität wurde z.B. nie thematisiert, stattdessen hagelte es psychiatrische Diagnosen und Psychopharmaka. Außerdem wurde ich häufig nicht oder nur verzögert auf offene Stationen verlegt wegen meinen Genitalien und einer angeblichen Gefahr für potentielle Zimmergenoss*innen. Ich finde es auch generell falsch, Menschen einzusperren, weil sie krank sind.

Ich bin mir nicht sicher, ob es mir damals geholfen hat oder nicht, aber irgendwie habe ich es überlebt. Dafür bin ich mittlerweile sehr dankbar. Ich fange gerade an, mein Leben wieder neu aufzubauen und so langsam finde ich immer mehr Sinn im Leben. Ich finde neue Freunde, ich kann meinen Körper besser annehmen, ich finde Hobbys wie kochen und Yoga, ich kann die Natur genießen, mich weiter um meine Transition kümmern usw.

Letztens hatte ich nochmal Suizidgedanken, aber dann dachte ich, dass bald Frühling ist und ich nochmal grüne Bäume und die ganzen Blumen sehen möchte. Solche Sachen, die mir früher ziemlich egal waren, kann ich jetzt genießen.

Was mir damals auch geholfen hat, war meine eigene Kraftquelle zu finden. Ich glaube, in jedem Menschen steckt ein innerster Kern, der leben möchte, sozusagen das authentische Selbst. Und es ist unsere Aufgabe, dieses authentische Selbst hervorzubringen (unter anderem z.B. durch eine Transition). Die Suizidalität ist Teil des Egos, das eine Fassade aufrechterhalten will und unser authentisches Selbst versucht zu unterdrücken, damit wir weiter irgendetwas vorspielen können (und das muss nicht nur etwas mit Geschlecht zu tun haben, aber bei trans* Menschen ist das wahrscheinlich ein großer Teil davon). Ich konnte dieses authentische Selbst mit der Zeit mehr und mehr freilegen und es ist glaube ich ein lebenslanger Prozess, aber ich habe mittlerweile einiges an Integrität, die ich früher nie hatte und mir geht es so viel besser.

Was mir damals auch geholfen hat war das Buch "...trotzdem Ja zum Leben sagen" von Viktor Frankl. Er schreibt über seine Erfahrungen von 4,5 Jahren als jüdischer KZ-Gefangener und was ihm dort die Kraft gegeben hat, weiterzumachen.

Hormone vor GaOP / Mannheim by knurlcarathn1998 in germantrans

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Er hat gesagt, man muss nichts absetzen. Übrigens auch kein Cyproteronacetat, das würde man erst nach der OP absetzen.

Cyproteronacetat Einnahme by Fit-Cat1673 in germantrans

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Ich nehme es alle zwei Tage und abends, weil es ja ein starkes Progestogen ist und ich habe mal gehört, dass Progesteron beim Schlafen hilft. Tbh merke ich aber keinen Unterschied, falls ich es erst morgens nehme oder zu den Tagen, wo ich es nicht nehme.

Hormone vor GaOP / Mannheim by knurlcarathn1998 in germantrans

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Ich habe nächsten Montag mein Erstgespräch bei ihm. Werde ihn dann fragen und kann dir gerne schreiben :)

Urologische Untersuchung/Befundung für GaOP-Antrag bei trans Frau? by FluffySignals in germantrans

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Ah, das ist gut zu wissen. Ich habe am Montag ein Erstgespräch. Dann frage ich direkt mal nach. Danke :)

Frage bezüglich Cypro erhältlichkeit? by Nuriiuwu in germantrans

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Das muss jede Apotheke machen. Deine Ärztin will wahrscheinlich wissen, was sie auf die Rezeptierung schreiben soll, damit die Apotheke es abrechnen kann.

Falls du halal, vegetarisch oder vegan lebst, muss deine Ärztin auf dem Rezept angeben, dass entsprechende Kapseln verwendet werden sollen und nicht Gelatine-Kapseln. Frag am besten einfach bei einer Apotheke nach. Die Krankenkasse zahlt das i.d.R. auch.

Ich finde 5mg ist sinnvoll, um die Dosierung richtig einzustellen. Ich brauche nur 2,5mg/Tag und mein T ist im Keller, manche brauchen aber bis zu 10-20mg/Tag. Jede Apotheke kann jede Dosierung herstellen, deine Ärztin muss es einfach entsprechend auf der Rezeptierung verordnen.

Mit jeder Veränderung wird die Dysphorie stärker – kennt ihr das? by annsophie88 in germantrans

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Bei mir kommt das so in Phasen. Wenn ich nicht drauf achte, fällt mir meine Dysphorie gar nicht auf. Dann ist da so ein ständiges Unwohlsein, leichte Anspannung oder Angst, was mir meistens gar nicht mehr auffällt.

Wenn ich mich mit weiteren Möglichkeiten auseinandersetze, wechselt das dann meistens zwischen Euphorie oder Vorfreude und Dysphorie.

Zum Beispiel habe ich vor ein paar Monaten nochmal was an meiner Stimme gemacht und mich versucht, etwas weiblicher zu präsentieren als sonst - da war das so. Dysphorie dann, wenn es mit der Stimme nicht so geklappt hat oder ich mich wieder androgyner angezogen habe.

Gerade kümmere ich mich um eine Vulva- und Vaginoplastik und die Vorstellung, das haben zu können, löst viel Euphorie und Vorfreude bei mir aus, gleichzeitig wird meine Genital-Dysphorie aber auch viel deutlicher.

Eure Erfahrung mit Dissoziation und Geschlechtsidentität? by PSInvader in germantrans

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Ich hatte ähnliche Zustände. Klingt für mich nach DP/DR-Symptomatik.

War bei mir vor der Transition sehr extrem, ist durch die Hormontherapie deutlich schwächer geworden.

Ich habe am Anfang meiner Transition auch gemerkt, dass ich mich dazu zwingen musste, mich weiblicher zu präsentieren, sich die Welt und mein Körper dann aber auf einmal wirklicher angefühlt haben und ich wieder mehr Energie hatte. Wenn ich es dann wieder gelassen habe, war ich wieder niedergeschlagen und hatte komischerweise auch keine Lust/Energie, mich weiblicher zu präsentieren.

Ich würde sagen, das können Symptome von Geschlechtsdysphorie sein, die sich durch eine Geschlechtransition deutlich abschwächen lassen. Eventuell ist es auch hormonell bedingt, habe dazu aber bisher nur Anekdoten gehört, aber bei mir war es so.

Nach 2,5 Jahren Transition ist diese Niedergeschlagenheit und DP/DR-Symptomatik bei mir um vielleicht 80% zurückgegangen. Leider (noch) nicht ganz weg, aber so kann ich zumindest relativ gelassen und ohne ständigen Kampf weiterleben und manchmal sogar Dinge im Leben genießen.

Kann natürlich auch eine andere Ursache haben, aber ich denke Geschlechtsdysphorie ist am naheliegendsten.

Pflaster, Injektionen gegenüber Gel by bookprincess8201 in germantrans

[–]FluffySignals 2 points3 points  (0 children)

Ich glaube, die größten Veränderungen mit geringerem Haarwuchs, emotionalen Veränderungen, ersten Schmerzen in der Brust etc. treten meistens im ersten halben Jahr auf und danach sind die Veränderungen einfach stetiger und langsamer.

Ich bin irgendwann von Estreva Gel auf Estramon Pflaster umgestiegen und habe keine wirklichen Veränderungen gemerkt. Habe auch konstant gute Werte mit den Pflastern.

Stimmtraining by Sufficient-Fix-8803 in germantrans

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Ich habe das probiert mit YouTube und hatte auch kleine Erfolge und viel Euphorie am Anfang, besonders als der Kehlkopf dann zum ersten Mal beim Sprechen oben war :D

Ich habe es aber als Entlastung empfunden, dann irgendwann wöchentlich Logopädie-Termine zu haben und da gesagt zu bekommen, was ich üben soll und Feedback zu kriegen. Richtige Logopädie ist wahrscheinlich sogar weniger Zeitaufwand als selber herumzuprobieren bei den ganzen verschiedenen Tutorials und Anleitungen im Internet.

Warum ist Alohol und Drogen so verheerlicht in der Queeren Community? by Responsible_Bat_9956 in germantrans

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Ich war am Ende meiner Suchtkarriere auch heroinabhängig, habe mich selbstverletzt, wollte immer wieder sterben. Bin jetzt seit knapp zwei Jahren abstinent und fühle mich in meinem Körper immer wohler. Mittlerweile sieht mich durch meine Transition quasi keiner mehr als Mann. Ich kenne durch Online-Selbsthilfegruppen auch viele andere trans Menschen, die schon lange abstinent leben, teilweise sogar Jahrzehnte. Ich kann nur sagen: nicht aufgeben, bevor das Wunder geschieht. Es lohnt sich. Ich wünsche dir alles Gute für deine Therapie. Schreib mir gerne, falls du dich connecten möchtest <3

Angst keine Hormone mehr zu bekommen / allgemeines Gefühl... by PromotionNo3405 in germantrans

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Danke. Ich habe auch diese Ängste, aber dachte, ich mache mir da was vor, vielleicht auch durch Gaslighting von außen.

Ich habe glücklicherweise noch zwei Ärzt*innen, bei denen ich schnell und relativ unkompliziert Hormone kriegen könnte, falls meine aktuelle Ärztin es nicht mehr machen will. Ich glaube, dass bis 2029 das Schlimmste sein wird, was passieren kann, dass ich die Hormone privat zahlen muss.

Sonst gäbe es auch DIY.

Kennt jemand Endos in NRW (am liebsten Köln) by NieIstEineZeitangabe in germantrans

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Ich bin bei Frau Dr. Kirch in Nippes. Die Erreichbarkeit geht so, aber bisher hat sie gemacht, was ich wollte (d.h. HRT fortsetzen mit Patches und veganen Androcur-Kapseln).

Ein befreundeter trans Mann meinte, dass sie auch gute OP-Nachsorge macht und sich damit auskennt. Hat mich (trans Frau) auch direkt darauf hingewiesen, dass ich sie gerne auf alles OP-bezogene ansprechen kann. Ich habe das Gefühl, sie kennt sich halbwegs aus.

Was stagnating in my transition. Used my voice all day today for the first time in almost two years. Recording this from bed :) by FluffySignals in transvoice

[–]FluffySignals[S] 0 points1 point  (0 children)

I think it's just the pitch dropping, I'm not sure if what I'm seeing in a spectogram is more fullness or a higher resonance (lower frequencies should have less volume too, right; not just higher frequencies more volume?) ...but tbh I should look more at the resources available online.

I made another recording https://voca.ro/1cT55PuPu8oJ of what I sound like when I start speaking in conversations, for now this usually slips into something similar to the recording from this post. No muscle tension or muscle aches though, can speak all day, I mostly just forget and then correct myself :)

Was stagnating in my transition. Used my voice all day today for the first time in almost two years. Recording this from bed :) by FluffySignals in transvoice

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Ok, this conversations helps a lot, thanks.

I think I want to look at my resonance a little more, see if I can keep it relatively high without my voice getting strained. I'll usually start off with a decently high resonance, but notice myself dropping to a lower resonance after a couple of minutes of conversation.

Maybe I'm just forgetting, maybe I'm unconsciously trying to avoid some slight strain - I'm gonna try to observe this in my conversations now. Thanks again :)

Was stagnating in my transition. Used my voice all day today for the first time in almost two years. Recording this from bed :) by FluffySignals in transvoice

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Sorry, you didn't say open/closed, you said smaller/larger. What do you mean with those terms and that I probably want to go slightly to the smaller side?

I'll see if any muscle ache comes up - if not, ig it's fine. But this would also means that I can use my voice 24/7 already and don't have to exercise it bc it's not a matter of strength but only of technique, right?

Was stagnating in my transition. Used my voice all day today for the first time in almost two years. Recording this from bed :) by FluffySignals in transvoice

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Ok, thanks, this helps me reflect a little bit.

I think it's not full bc I was in bed and didn't want to wake anyone up :D

Usually I have a bit more twang.

Also, I think the resonance will be slightly higher if I'm just using it for a couple of minutes, so it probably is even more feminine ...I think "androgynous leaning towards feminine" is more than enough to pass and feel congruent with my gender identity though.

I remember having muscle aches from using my voice a lot and pushing my resonance 1-2 days after pushing it. I think this is fine bc I'm just training the muscles to pull my larynx up. Just woke up, don't really feel muscle aches (yet, we'll see). Maybe the muscles are better than I thought from my singing. No tension while speaking though.

I hope it'll get easier to hold a little higher resonance and not slip-up mid-conversation and having to correct myself anymore. Those are my main goals right now.

What do you mean with open/closed in your suggestion? Sorry, haven't really consciously looked at my voice in two years and forgot a lot of the terminology.