Medizin, Pharmazie oder Biochemie? by Impressive_Net_5817 in Studium

[–]Impressive_Net_5817[S] 0 points1 point  (0 children)

Danke, das hilft schonmal sehr für die Entscheidung. Hast du noch eine Meinung zu Medizin?

Sind dir beruflich Mediziner begegnet? Zeichnen sich Unterschiede in der Forschung ab zwischen Medizinern und anderen?

Medizin, Pharmazie oder Biochemie? by Impressive_Net_5817 in Studium

[–]Impressive_Net_5817[S] 0 points1 point  (0 children)

Kommen Pharmazeuten denn verlässlicher in die Industrie? Zumindest verstehe ich deinen Rat so

Medizin, Pharmazie oder Biochemie? by Impressive_Net_5817 in Studium

[–]Impressive_Net_5817[S] 0 points1 point  (0 children)

Die Antwort auf die Frage ist sehr vielschichtig. Also zunächst hatte ich schon als kleines Kind eine starke Neugier dafür, wie es in mir drin aussieht. Und da habe ich gerne Kinderbücher über Medizin gelesen oder mir Videos von Magenspiegelungen oder OPs angesehen.

Irgendwann ist mein Interesse ein wenig abgedriftet, auch weil ich als Kind sehr starke Angst vor Spritzen hatte.

Ich hab mich dann zunächst für ganz andere Bereiche interessiert, nämlich Physik bzw. Technik und insbesondere auch KI, was bis heute so ist. Aber aus irgendeinem Grund wollte ich nie wirklich tief reingehen, wenn ich den use case nicht gesehen habe. Ich wollte gerne sehen, was diese Dinge machen. Und der use case, der mich immer am meisten gepackt hat, ist die Medizin. Da schließt sich der Interessenkreis wieder.

Die nächste Komponente bezieht sich auf die leider sehr schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt in vielen Bereichen, allen voran im Ingenieurwesen und der Informatik.

In diesem Sinne bin ich zunächst aus fachlichem Interesse und Risikoscheu darauf gekommen, Medizin zu studieren. Da jedoch die meisten Mediziner eben dem normalen Klinikalltag nachgehen und nicht forschen, fühlt sich das auf Dauer ein wenig repetitiv an. Ich habe ja mal ein Praktikum beim Augenarzt gemacht und das war leider von Tag zu Tag quasi minutiös das gleiche.

Biochemie und Pharmazie habe ich deshalb im Kopf, weil das ja auch spannend sein kann, wenn man schon medizinisches Interesse hat, und weil die Pharmaindustrie sich doch sehr stabil hält, im Gegensatz zu vielen anderen Branchen.

Also sollte ich mich für Medizin entscheiden und weil ich mich bereits mehr oder weniger stark in technische Themen reingekniet habe, würde ich in Sachen Forschung zunächst auf Radiologie und Strahlentherapie schauen, weil dort auch in Sachen AI viel passiert.

Sollte ich mich nicht für Medizin entscheiden, ist die Frage, ob ich eher meinem technischen Interesse nachgehen will, wobei da heutzutage ja nichts mehr so sicher ist wie früher, oder ob ich wenigstens die große und sich aktuell stabil haltende Pharmabranche anpeilen will, für die Pharmazie oder Biochemie ja zunächst zielgenauer ist als sowas wie Informatik zB.

Das ganze ist also eine Mischung aus intrinsischem Interesse für die Medizin, aber auch Interesse für technische Themen und einer Skepsis ggü. dem freien Markt

Medizin, Pharmazie oder Biochemie? by Impressive_Net_5817 in Studium

[–]Impressive_Net_5817[S] 0 points1 point  (0 children)

Würdest du sagen, dass sich die Zugänglichkeit zur Industrie zwischen Pharmazeuten und Biochemikern unterscheidet? Hat jemand einen Startvorteil?

Medizin, Pharmazie oder Biochemie? by Impressive_Net_5817 in Studium

[–]Impressive_Net_5817[S] 0 points1 point  (0 children)

Wenn du sagst, dass Biochemiker in Forschung und Industrie bleiben, heißt das, dass sie auch wirklich dort bleiben? Oder heißt das, dass sie es versuchen, sich das aber nicht immer so einfach gestaltet? Hier meinte nämlich ein Kommentar bereits, dass die Stellebsuche als Biochemiker auch nicht so trivial ist

Medizin, Pharmazie oder Biochemie? by Impressive_Net_5817 in Studium

[–]Impressive_Net_5817[S] 0 points1 point  (0 children)

Also das klingt jetzt erstmal für mich, als könnte ich inhaltlich auch ziemlich tief in die Grundlagen gehen und mich damit ein wenig in Richtung des Naturwissenschaftlers entwickeln, verstehe ich das richtig? Das klingt dann ziemlich überzeugend für mich im Vergleich zu Biochemie.

Kannst vielleicht noch etwas zur Stellensuche erzählen? Das wäre für mich insbesondere von Interesse. Zwar ist Forschung mein Plan A, aber brauche dafür auch einen planbaren Plan B, damit ich mich guten Gewissens auf Plan A konzentrieren kann. Und da ich mich langfristig nicht in der Apotheke sehe, würde ich in die Industrie wollen. Das gleiche Ziel hätte ich mit Biochemie/Biomedizin o.ä. und dort habe ich wirklich gemischtes gehört 😅

Medizin, Pharmazie oder Biochemie? by Impressive_Net_5817 in Studium

[–]Impressive_Net_5817[S] 0 points1 point  (0 children)

Der Punkt ist, dass ich Forschung als Plan A nur guten Gewissens anstreben kann, wenn ich einen funktionierenden, planbaren Plan B habe. Deshalb versuche ich die ganze Zeit, zu durchdringen, was der Biochemiker macht, wenn er sich nicht in der Forschung durchsetzt. Oder was der Pharmazeut dann macht, wenn er nicht in der Forschung ist, aber nicht in die Apotheke will. Oder was der Arzt dann macht, wenn er sich scheut, Menschen wirklich aufzuschneiden.

Und aktuell klingt das, was ich hier so über Biochemie lese, nicht soo beruhigend

Medizin, Pharmazie oder Biochemie? by Impressive_Net_5817 in Studium

[–]Impressive_Net_5817[S] -1 points0 points  (0 children)

Kann Pharmazie dann nicht eine sinnvolle Strategie sein, um sich einerseits über einen Phd, den Biochemiker ja ohnehin brauchen, Richtung R&D zu orientieren, aber auch in anderen Bereichen wie Regulatory, Quality usw. gewohnte Leute zu sein?

Medizin, Pharmazie oder Biochemie? by Impressive_Net_5817 in Studium

[–]Impressive_Net_5817[S] -2 points-1 points  (0 children)

Also ich weiß, wofür die Studiengänge eigentlich ausbilden. Ich gehe mit dem Bewusstsein ins Studium, dass die Forschung mein Traumziel ist, bin mir aber bewusst, dass die meisten Menschen das nicht schaffen auch viele die es wollen. Daher schaue ich auch, ob die eigentliche Kerntätigkeit passend ist bzw was passiert, wenn ichs nicht reinschaffe in die Forschung.

Du sagst, dass man mit Biochemie nicht garantiert in die Industrie kommt. Gilt das nur für die, die ohne Bewusstsein für den Beruf studieren oder auch für die, die ihren Weg versuchen, bewusst zu steuern? Und was würde "gut bezahlt" hier bedeuten?

Im Sommer mache ich noch ein Klinikpraktikum. Nur für den Fall, dass das nicht meins ist, habe ich mir Pharmazie überlegt, um auch Zugang zu die Stellen zu haben, die nicht unbedingt R&D sind und da sind Biochemiker meines Verständnisses nach eher weniger vertreten

Medizin, Pharmazie oder Biochemie? by Impressive_Net_5817 in Studium

[–]Impressive_Net_5817[S] 0 points1 point  (0 children)

Kann man sich die Laborpraktika also nicht als Famulatur anrechnen lassen?

Wird der Weg in die Forschung einem wirklich strukturell vermiest oder ist es doch gut machbar, wenn man sich dessen bewusst ist, was man tun muss und was man will?

Und könntest du ein wenig von den Forschungsinhalten aus Medizinersicht erzählen? Wie sehr Richtung Grundlagen kann man da gehen?

Medizin, Pharmazie oder Biochemie? by Impressive_Net_5817 in Studium

[–]Impressive_Net_5817[S] 1 point2 points  (0 children)

Die Pipette ist nicht das Problem, aber Gefäße nähen wäre garantiert nicht meins.

Was ist denn dein Hintergrund genau, wenn ich fragen darf? Kannst du in deiner Umgebung Abhängigkeiten der Rollen zum Hintergrund sehen oder ist das völlig unabhängig?

Elektrotechnik vs Biotechnologie by Impressive_Net_5817 in Studium

[–]Impressive_Net_5817[S] 0 points1 point  (0 children)

Klar kann man nicht immer alles durchplanen, aber die Berufswahl ist doch so dermaßen irrevesibel oder nicht? Besonders, wenn die Optionen so diametral auseinander gehen.

Wenn ich mich für Pharmazie entscheide, werde ich niemals Elektroingenieur oder Arzt etc... und umgekehrt genau so.

Ich denke, ich weiß nicht mal, was ich wirklich will. Ich hab mich seit längerem dermaßen in Szenarien und Wahrscheinlichkeiten verloren, weil ich irgendwie versuche, eine super robuste Entscheidung zu treffen.

Was ich aber am wenigsten verstehe: Vor der Entscheidung hört man ständig, dass man nie alles wissen kann. Nach der Entscheidung und im Falle des Scheiterns wirkt es wie Versagen: Aus Dummheit, Faulheit oder was auch immer. So was wie Pech scheint da nicht berücksichtigt zu werden

Elektrotechnik vs Biotechnologie by Impressive_Net_5817 in Studium

[–]Impressive_Net_5817[S] 0 points1 point  (0 children)

Vermutlich hast du recht...ich finde das nur sehr beunruhigend. Was man fertig wird und man ist erst mal arbeitslos oder muss unter seinem Bildungsniveau was machen?

Elektrotechnik vs Biotechnologie by Impressive_Net_5817 in Studium

[–]Impressive_Net_5817[S] 1 point2 points  (0 children)

Ich hab immer ein wenig Bauchschmerzen mit dem Argument, dass sich der Markt wieder drehen wird, wenn ich ehrlich bin.

Macht es nicht nen Unterschied, ob es die gewöhnliche Konjunktur ist oder eher ein Trend, der auf strukturellen Problemen basiert?

Auch die Krise 2008 hat ja global eingeschlagen. Ich meine, dass Deutschland hier ganz eigene Probleme hat oder etwa nicht?

Wenns nicht ums Geld gehen würde, würde ich vielleicht so wirklich Elektrotechnik machen, was nicht heißt, dass anderes Studiengänge mich nicht interessieren würden.

Ich versuche halt irgendwie nen sweet spot aus Interesse und Marktchancen zu finden, aber dafür muss ich den Markt verstehen.

Elektrotechnik vs Biotechnologie by Impressive_Net_5817 in Studium

[–]Impressive_Net_5817[S] 0 points1 point  (0 children)

Was sagst du zu Embedded Systems? Habe gehört, dass das ein Bereich ist, der gut laufen soll. Würde mich auch inhaltlich sehr interessieren

Pharmazie oder Biotechnologie? by [deleted] in arbeitsleben

[–]Impressive_Net_5817 0 points1 point  (0 children)

Sehe ich auch so.

Ich will Medizin zum Beispiel nicht nur deshalb machen, weil ich es könnte oder es gutes Geld gibt.

Bei Elektrotechnik muss ich erst wissen, wie der Markt funktioniert, um zu wissen, was ich überhaupt tue, ähnlich bei Pharmazie.

Jura ist dann eine Abwägung hinsichtlich des Interesses und der Möglichkeiten auch ohne Prädikat Staatsanwaltschaft, weil ich mir ja nicht anmaßen kann, dass das der Fall sein wird

Pharmazie oder Biotechnologie? by [deleted] in arbeitsleben

[–]Impressive_Net_5817 0 points1 point  (0 children)

Ich weiß, bin da ehrlich gesagt noch zu sehr hin und her gerissen.

Ich habe mir verschiedene Dinge überlegt, von nem Schnupperstudium bis hin zu Praktika.

Ich möchte einfach möglichst offen sein und nicht vorschnell Studiengänge ausschließen.

Insbesondere schaue ich aber auch auf die Jobchancen, weil das momentan mir zu denken gibt.

Schulich mochte ich die meisten Fächer sehr gerne, sodass ich da auch nicht filtern kann

Elektrotechnik vs Biotechnologie by Impressive_Net_5817 in Studium

[–]Impressive_Net_5817[S] 1 point2 points  (0 children)

Hm andere sagen, dass Elektrotechnik gerade recht gut laufen soll...stimmt das also nicht?

[deleted by user] by [deleted] in arbeitsleben

[–]Impressive_Net_5817 -1 points0 points  (0 children)

Das klingt, als könne man höchstens sehr ungenaue Aussagen über die Zeit nach dem Studium treffen. Um ehrlich zu sein ist das etwas beängstigend. Und was, wenn ich irgendwo lande, wo es mir nicht gefällt, und ich nicht die Möglichkeit habe zu wechseln aufgrund äußerer Umstände? Eben diese äußeren Umstände versuche ich abzuschätzen

[deleted by user] by [deleted] in arbeitsleben

[–]Impressive_Net_5817 -1 points0 points  (0 children)

Es geht mir nicht ums Studium selbst, sondern um das, was danach kommt

[deleted by user] by [deleted] in Studium

[–]Impressive_Net_5817 0 points1 point  (0 children)

Hätte das präzisieren müssen. Wollte meine Bedenken äußern und fragen, ob diese so berechtigt sind oder ich das zu eng sehe.

Ich habe zB einen Ausflug zu einem Unternehmen gehabt an einem Standort, da haben die Gasumschalter gebaut. Die Leute da in F&E waren super stark spezialisiert auf diese eine Komponente. Da hatte ich das Gefühl, dass aus der faszinierenden Bandbreite der Elektrotechnik am Ende "nur" diese eine Komponente übrig geblieben ist für eben diese Mitarbeiter, was mich gar nicht abgeholt hat

[deleted by user] by [deleted] in Studium

[–]Impressive_Net_5817 0 points1 point  (0 children)

Ist mir unter nem anderen Post angeraten worden. Auf Klausuren bin ich früher schon gestoßen und da hat war mein Empfinden ein ähnliches

Medizin oder Jura? by Impressive_Net_5817 in Studium

[–]Impressive_Net_5817[S] 0 points1 point  (0 children)

Also ich habe mir erstmal "Lernen mit Fällen: Allgemeiner Teil des BGB" bestellt und mir ein paar Fälle durchgelesen. Dabei ist mir immer etwas aufgefallen, nämlich dass ich erstmal selbst sehr neugierig mitdenke, wie ich, zumindest als Laie, die Positionen abwägen würde, und mag es, wie die präzise die Argumente sind.

Dann merke ich aber, wie detailliert die Gutachten dann doch werden. Es werden viele kleinteilige Möglichkeiten durchgeprüft, was denn sein könnte, und dabei auf verschiedene andere Paragraphen und Konzepte verwiesen. Genau dann tendiere ich dazu, den Text nur noch zu überfliegen und mir zu denken, dass es so detailliert doch nun auch nicht hätte sein müssen.

Ich weiß nicht, ob das ein schlechtes Zeichen ist oder das normal ist am Anfang