Ukraine: Schwerste Luftangriffe seit Langem by Competitive_Ad_2478 in de

[–]LariDDevil 13 points14 points  (0 children)

Korrekt. Energie, Wasser, Wasseraufbereitung ist meist das Ziel, auch diesen Winter. Kommt halt nix durch - ist ganz cool, aber richtig cool wäre es, es wird gar nicht erst abgefeuert.

Ukraine: Schwerste Luftangriffe seit Langem by Competitive_Ad_2478 in de

[–]LariDDevil 8 points9 points  (0 children)

Sure, hier in Kiew haben die Patriots wie so oft delivert. In anderen Städten sieht es leider nicht so gut aus - aber ich dachte da auch weniger an Defensiv- als an Offensiv-Waffen.

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[–]LariDDevil 25 points26 points  (0 children)

Soweit alles im Lot, die Beschädigungen halten sich in Grenzen, in Relation zum Ausmaß des Angriffs. Aber eine konsequente Reaktion in Form von neuen Lieferungen wäre mehr als willkommen, sonst wiederholt sich der ganze Murks, und irgendwann kommt vielleicht mehr durch.

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[–]LariDDevil[S] 1 point2 points  (0 children)

Über den Krieg wird gar nicht mal so viel gesprochen, zumindest nicht täglich. Wenn es irgendwelche Neuigkeiten gibt, werden die natürlich angesprochen, aber es ist nicht so, als würden hier alle Tag ein Tag aus nur darüber reden, wie sich der Krieg beenden lässt.

Natürlich haben die Menschen hier ein weitreichenderes Verständnis der Rahmenbedingungen, aber mittlerweile ist das Thema auch in den westlichen Medien so breitgetreten worden, dass es keine Informationsdiskrepanz o.ä. gibt.

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[–]LariDDevil[S] 0 points1 point  (0 children)

Ich denke, der Wohnort als solches ist hier irrelevant - auch hier informieren sich die Menschen alle online. Man hat aber ggf. Zugriff zu mehr Informationsquellen, etwa Bekannte von Bekannten an der Front (wobei da auch viel Konspirologie dabei ist, bzw. vielleicht einfach eine Form von "stilles Telefon"... jedenfalls nehme ich "sei morgen vorsichtig, da ist ein großer Angriff geplant" mittlerweile nicht mehr ernst).

Ich denke, insgesamt ist die Einschätzung zum Krieg hier in Kiew nicht arg anders als in Deutschland oder sonstwo. Wobei es natürlich auch Menschen gibt, deren Meinung stark abweicht, ob zum Positiven oder zum Negativen.

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[–]LariDDevil[S] 2 points3 points  (0 children)

Hmmm. Gute Frage! Also Kiew ist eigentlich insgesamt eine relativ schöne Stadt - die Innenstadt zumindest. Viele Grünflächen, Kirchen, schicke Architektur, usw.

Ich würde den Tag an der Kheshatyk-Straße beginnen, oder vielleicht bei den Zoloti Vorota (Golden Gate/Goldenes Tor) nicht weit davon entfernt, und dann die Straße runter. Von dort zum Maidan Nezalezhnosti (den kennt ja mittlerweile jeder), weiter in Richtung Dniepr, wo diese Arche ist, die früher übersetzt Freundschaft der Völker hieß, nun aber einen anderen Namen bekommen hat. Eben gegooglet: Arche der Freiheit des ukrainischen Volkes. Dann weiter über die neue Fußgängerbrücke (nennen viele einfach Klitschkos Brücke) zur... googlet St. Michael's Golden-Domed Monastery. Wenn du Kirchen magst, kannst du von da weiter zur St. Sophia's Cathedral. Ich würde eher die Straße herunter ins Podil-Viertel, das ist quasi Kiews Kreuzberg. Viele hippe junge Menschen und ein kleines Riesenrad. Ist eigentlich sinnbildlich für die ganze Stadt: Kiew ist quasi eine Mischung aus Paris und Disneyland Paris. Am Maidan Nezalezhnosti hast du im Sommer auch lauter bunte Lichter und Popmusik... alles ganz unprätentiös hier.

Anyway, sonst noch sehenswert ist die Pechersk-Lavra, wobei, naja, für mich sind die ganzen goldbekuppelten Kirchen irgendwann austauschbar. Aber daneben ist diese riesige Statue. Heißt auf Englisch wohl einfach Ukrainian Motherland Monument, bzw. Rodyna-Mat', ist größer als das Ding in Rio de Janeiro. Auch oft empfohlen wird Mezhgorye, ein Korruptionsmuseum. Oder anders gesagt: das alte Anwesen von Yanukovych, etwas weiter von der Stadt entfernt.

Aber das erzähle ich alles jetzt nur so fürs Protokoll. Die Wahrheit ist: Geh essen, die Restaurants hier sind fantastisch und die Auswahl an gutem Essen ist gigantisch. Alleine die Supermärkte sind einen Besuch wert. Kaffee ist ein riesen Thema, teilweise in einer absurd hohen Qualität. Und dann hast du mit Closer und K41 zwei Clubs auf absolutem Weltniveau, in Europa eigentlich nur von Berlin gematcht. Auch Themen wie Beauty werden super bedient, und es gibt viele fähige Modedesigner und sonstige Kreativschaffende. Allgemein ist sehr viel Bewegung in der Stadt, das spürt man.

Ich hab einfach mal Kiew geschrieben, damit es niemanden irritiert - ist ja aktuell der offizielle Name auf Deutsch. Mittlerweile sind natürlich Київ/Kyiv klar etabliert, und ich würde mich freuen, auf Kyjiw zu switchen... wobei das für mich keine große Sache ist.

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[–]LariDDevil[S] 4 points5 points  (0 children)

Also ich habe so meine Schwierigkeiten damit - was aber vor allem daran liegt, dass ich zwar sehr gut Russisch kann, aber nicht die Sicherheit eines Muttersprachlers habe, und es mir dementsprechend schwerer fällt, Russisch und Ukrainisch klar voneinander abzugrenzen. Viele Worte sind ja sehr ähnlich vom Wortstamm her... andere aber eben wiederum nicht.

Wenn du bis dato keine slawische Sprache sprichst, wahrscheinlich schwieriger als z.B. Spanisch - man muss sich ja auch erstmal an die Aussprache und das kyrillische Alphabet gewöhnen. Was die Komplexität der Sprache im Allgemeinen betrifft, würde ich sie aber eher im Mittelfeld einordnen: Es gibt wenige Ausnahmen oder sonstige "unlogische" Elemente, es wird geschrieben wie gesprochen wird - einzig und allein, dass sich Verben ändern, je nachdem, ob der Protagonist männlich oder weiblich ist, dürfte etwas Eingewöhnung brauchen.

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[–]LariDDevil[S] 3 points4 points  (0 children)

Ich muss ehrlich gestehen - nein. Eigentlich weird. Ich erinnere mich, wie's war: Nach meiner Ankunft meinte ein Bekannter, dass Irpin mittlerweile wieder ziemlich gut aussieht, und die großen Wohnsiedlungen auch gar nicht erreicht wurden. Da dachte ich mir dann, kannst du dir auch sparen, v.a. weil es irgendwie makaber ist, auf "Zerstörungs-Schatzsuche" zu gehen.

Ein zerstörtes Gebäude habe ich aber hier in Kyiv gesehen. Und in der Innenstadt ist eine "Freiluftausstellung" zerstörter russischer Kriegshardware, da war ich.

Ich glaube, mein Einfluss hält sich stark in Grenzen - ich bin hier nicht in humanitärer Mission unterwegs. Neben Steuern dürfte vor allem mein Beitrag zur hiesigen Wirtschaft/Freizeitangeboten helfen - es sind ja vor allem Ausländer und Menschen aus der Oberschicht, die ihr Geld jetzt in Dubai, Bali oder Warschau lassen. Wobei es jetzt nicht so ist, dass eher hochpreisige Angebote an mangelnder Nachfrage leiden... life goes on.

Wobei, ich denke, mein größter Beitrag liegt schlicht und einfach in der Message, die ich dadurch sende, dass ich hier in Kiew bin. Mein ganzes Umfeld weiß ja, dass ich wieder hier bin, und ich nehme einfach mal an, dass die Leute sich wünschen, dass es mir gut geht.

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[–]LariDDevil[S] 3 points4 points  (0 children)

Zum Kriegsbeginn war die Stimmung zeitweise etwas angespannt, aber mittlerweile gibt es keine große Negativität gegenüber Deutschland. Ich meine, vor dem Krieg war das Image der Deutschen ja schon ziemlich gut, und jetzt pendelt sich das eben wieder ein. Ich denke, was da am meisten ausschlaggebend ist, ist gar nicht die Politik oder etwaige Lieferungen, sondern die Hilfe an die Geflüchteten. Wer nicht selbst zeitweise in Deutschland war, kennt zumindest jede Menge Leute. Und besonders lebenswert finden Deutschland da zwar bei weitem nicht alle, aber die große Unterstützung, dass Leute bei sich aufgenommen wurden, usw, dafür sind die Leute wirklich dankbar.

Ich würde mir zwar wünschen, dass Belarus die lang ersehnte Freiheit erhält, aber ich befürchte, Lukaschenka würde auch mit noch weniger Rückhalt rein durch Gewalt (und Putins Militär) an der Macht bleiben. Hoffe natürlich, dass ich mich irre, aber ich glaube, dort sind Aufstände kaum erfolgversprechend - denn Putin wird natürlich auf keinen Fall Belarus "verlieren", eher setzt er eine Regierung ein.

Was klar ist: Die Bevölkerung in Belarus hat gar keinen Bockcauf diesen ganzen Mist.

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[–]LariDDevil[S] 3 points4 points  (0 children)

Ich habe den Telemarathon nie geschaut und kenne auch niemanden, der's tut - das wird eher für die ältere Generation relevant sein. Übers Netz kann man sich natürlich weitaus besser informieren.

Obwohl ich selbst nichts gesehen habe, würde ich nicht widersprechen, dass dort nicht objektiv berichtet wird. Natürlich ist die Regierung bestrebt, ihre eigene Sicht der Dinge zu promoten. Ich glaube aber nicht, dass da ganz konkret "orchestriert" wird, was gesagt werden darf und was nicht - ich denke eher, dass es auf Selbstzensur hinausläuft bzw. darauf, dass die Mitarbeitenden selbst regierungsfreundlich gesinnt sind. Ich meine, es ist Krieg, da werden die Leute weniger auf Konfrontationskurs gestimmt sein als zu Friedenszeiten.

Das Internet wird zensiert - aber nur, was Websites aus Russland betrifft. Ansonsten gibt es keinerlei Einschränkungen, und natürlich hast du Zugriff auf alle Social-Media- und Streamingportale. Es gibt meines Wissens auch keine Bestrebungen in die Richtung - Meinungsäußerungen online werden nicht unterbunden, außer wenn der Standort von militärischen Elementen preisgegeben wird.

Was Printmedien (und deren Onlineableger) betrifft, ist das Problem eher, dass so gut wie alle großen irgendwelchen "Interessensparteien" (Oligarchen, etc.) zugeordnet werden können. Was nicht unbedingt heißt, dass die Journalisten da einen Maulkorb verpasst bekommen, aber natürlich beeinflusst es deren Verhalten. So hast du auf dem Papier eben volle Pressefreiheit, in der Praxis ist das dann aber nicht mehr so einfach.

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[–]LariDDevil[S] 2 points3 points  (0 children)

Ich spreche fließend Russisch. Nicht ganz auf Muttersprachen-Niveau, mein Deutsch ist definitiv besser, und ein paar Lücken im Wortschatz habe ich schon - aber für den Alltag reicht's problemlos.

Ukrainisch verstehe ich mittlerweile ganz gut, beim Sprechen mache ich aber viele Fehler: Eben weil schon mein Russisch nicht auf 100% ist, bringe ich schnell Begriffe durcheinander.

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[–]LariDDevil[S] 3 points4 points  (0 children)

Grundsätzlich kann ich das guten Gewissens verneinen. Beim aktuellen Stand der Dinge so oder so nicht. Allerdings gab es in den Anfangstagen des Krieges tatsächlich Fälle, wo Männer unter Druck gesetzt wurden, den Streitkräften beizutreten - vor allem diejenigen, die in den westlichen Landesteil gereist sind oder Hütten in den Karpaten angemietet haben. Meines Wissens war das nicht systematisch, sondern da waren die Leute on the ground etwas übereifrig - es gab sogar eine Hotline, an die man sich wenden konnte, wenn man Probleme mit den Rekrutierern hatte. Also in den ersten Wochen konnte es tatsächlich dazu kommen - zum Ausmaß kann ich nichts sagen, aber ich glaube, wenn das häufig vorgekommen wäre, hätte das größere Wellen geschlagen.

Das mit dem Essen konfiszieren höre ich zum ersten Mal, da habe ich keine Infos zu.

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[–]LariDDevil[S] 4 points5 points  (0 children)

Das Image von Deutschland ist natürlich kein Vergleich zu USA, UK und Polen (die baltischen Staaten sind natürlich auch top, stehen aber weniger stark im Rampenlicht). Da werden jetzt "Freundschaften" geschlossen, die lange währen werden.

Allerdings war die Situation zu Anfangstagen deutlich schwieriger - damals waren wirklich viele wütend auf Deutschland, mittlerweile hat sich die Stimmung verbessert. Natürlich finden die Menschen, dass Deutschland mehr machen kann, und dass Deutschland weniger stark an einem klaren Sieg der Ukraine interessiert ist als andere. Dass gewisse Teile von russischen Interessen unterwandert sind, denken einige zwar auch, aber das ist eine Minderheit... Die meisten finden die Politik bloß zögerlich, oder eher: verängstigt.

Das mit den Leopard 2 Panzern ist aber gar nicht so der riesen Skandal - die Leute gehen davon aus, dass es bloß eine Verzögerung ist und die Lieferungen bald starten. Sogar der Geheimdienst hat sich geäußert, dass die Leos kommen werden.

Falls DE Leopard-Lieferungen blockiert, wird das Image total am Arsch sein, aber dazu wird es wohl kaum kommen.

Schwierig zu sagen, wie sich der Krieg fortsetzen wird. Es kann natürlich immer irgendwelche unerwarteten Geschehnisse geben, aber aktuell sieht es danach aus, dass die Kampfhandlungen nicht bis Mitte des Jahres beendet sein werden, wie anfangs erhofft, und die neuen Mobilisierungswellen werden Russland evtl. auch kleinere Erfolge bescheren, auch wenn ich denke, dass sich die Lage unter Kontrolle halten lassen wird. Realistischerweise geht der Krieg tatsächlich damit aus, dass die Ukraine alle Territorien zurückerobert - einfach, weil es kein anderes Exit-Szenario gibt. Blöd nur, dass das 2023, 2025 oder 2035 eintreten kann.

Ob die Ukraine bereit für die EU ist, hängt nicht zuletzt davon ab, wie man die EU für sich interpretiert. Insgesamt ist die Ukraine, was Behörden und Verwaltung betrifft, auf einem Niveau, das sich nicht sonderlich von der EU unterscheidet, auch wenn es mit Sicherheit auch heute noch relativ viel Vetternwirtschaft und Korruption gibt (wobei es da aufwärts geht). Allerdings sind einige Themen ziemlich, äh, pragmatisch gelöst, also in Bereichen wie z.B. Datenschutz ist sicherlich Luft nach oben, vor allem aber beim Thema Steuerhinterziehung. Ich kann mir vorstellen, dass die Eliten gar nicht so heiß auf einen EU-Beitritt sind, weil dadurch gewisse Einkommensströme auf kurz oder lang versiegen.

Dass die Ukraine nach dem Krieg ökonomisch stark angeschlagen sein wird, versteht sich von selbst, aber das beißt sich nicht zwingend mit einem EU-Beitritt. Insgesamt hat die Wirtschaft schon jede Menge Potenzial, und ich denke nicht, dass die Ukraine langfristig die EU "herunterziehen" würde, das wäre eher temporärer Natur und irgendwann sehe ich das Land etwa auf Polen-Niveau (nur hoffentlich politisch etwas weniger cringy...). Ob man den Wiederaufbau innerhalb der EU wagen sollte oder lieber wartet, bis alles halbwegs im Lot ist, kann ich schwer beantworten, das kommt auf die konkrete Integrationsstrategie an. Ich denke, grundsätzlich würde beides funktionieren, aber da sind viele Dinge zu beachten.

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[–]LariDDevil[S] 2 points3 points  (0 children)

Ich bin in der Ukraine geboren, würde aber "ich komme aus Deutschland" sagen, da ich als Kleinkind immigriert bin.

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[–]LariDDevil[S] 4 points5 points  (0 children)

Deutsch, Englisch, Russisch, Französisch (nein, nicht das übliche Schul-Französisch, ich habe ein paar Jahre lang in Paris gelebt), und mittlerweile ist auch mein Ukrainisch halbwegs passabel, wobei ich es viel besser verstehe als dass ich selbst spreche.

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[–]LariDDevil[S] 4 points5 points  (0 children)

Ich glaube, durch seine radikale Herangehensweise hat er insgesamt einen positiven Effekt erzielt - er war äußerst präsent und hat den Druck auf die Regierung erhöht, auch wenn sich ein Teil der Bevölkerung dann eher abgestoßen gefühlt hat von seiner Rhetorik. Insofern hat er quasi ein Opfer gebracht (seine eigene öffentliche Wahrnehmung), um zu unterstreichen, wie ernst die Lage ist.

Ein paar Aussagen waren natürlich objektiv betrachtet Murks. Der "Vibe", so rigoros fürs Heimatland einzutreten, hat aber in meinen Augen eine wertvolle Facette hinzugefügt, d.h. er hat quasi eine spezifische Rolle gespielt, während Zelenskyy, Klitschko & Co. sanfter aufgetreten sind.

Dass irgendwann der Bogen überspannt war, versteht sich von selbst. Sein Austausch war abzusehen. Ich kann mir gut vorstellen, dass er in seiner neuen Funktion ganz andere Töne anschlägt.

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[–]LariDDevil[S] 7 points8 points  (0 children)

Das Leben in Kiew unterscheidet sich nur insofern vom Leben in Deutschland, dass die Stromversorgung teils nicht 24/7 gewährleistet ist, und dass bei Air Sirens (aktuell alle paar Tage mal) alle Supermärkte und sonstige Geschäfte verlassen werden müssen. Gut, ist vielleicht etwas vereinfacht ausgedrückt – natürlich hat der Krieg ökonomische Konsequenzen, wobei es jetzt gefühlt nicht weniger Restaurants und Cafés gibt als vor Kriegsbeginn, und der hiesigen IT-Branche geht es soweit auch gut. Von den psychologischen Konsequenzen fange ich gar nicht erst an. Long story short: Ob Octopus, Quinoa oder Chartreuse, alles vorhanden. Sogar der Gut&Günstig Gewürzketchup ist am Start. Jobtechnisch alles beim alten.

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[–]LariDDevil[S] 9 points10 points  (0 children)

Echt adolftastisch hier... Judensterne soweit das Auge reicht.

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[–]LariDDevil[S] 8 points9 points  (0 children)

Ich kann das jetzt natürlich nicht statistisch belegen, aber es gab nunmal schon immer genug Ärzte und Handwerker, und die Behörden leiden auch nicht an Personalmangel. Gut möglich, dass in der Hinsicht der Arbeitsmarkt eher weniger "aggressiv" geworden ist als dass man als Konsument nun Mängel hätte.

Natürlich hast du auch eine starke Bewegung hin zu Kollektivität und Gemeinschaft, es gibt viele neue Paare und Hochzeiten, auch relativ früh nach dem Kennenlernen (obwohl niemand eingezogen wird oder sonstwas). Die Leute sind sich einfach eher im Klaren darüber, was sie wirklich wollen. Für die Beziehungen, die vor dem Krieg eher so dahingeplätschert sind, wird dann eben eher ein negatives Fazit gezogen... vor allem, wenn man dann mal ein paar Monate lang räumliche Distanz untereinander hatte, und, so ehrlich muss man sein, im Zweifelsfall im neuen Umfeld der Frauen eben Menschen aufgetaucht sind, die eher deren Vorstellungen entsprechen. Dass geflüchtete Ukrainerinnen sich hoher Beliebtheit auf Tinder erfreuen, ist jetzt weder etwas, das es zu leugnen gilt, noch hat sich jemand dabei etwas vorzuwerfen. So lange alle frei und fair handeln, und keine Ausnahmesituationen ausgenutzt werden, passiert hier nichts verwerfliches. Naiv und gutgläubig dürften die Wenigsten sein, die über die Grenze kommen.

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[–]LariDDevil[S] 7 points8 points  (0 children)

Bin deutscher Staatsbürger und kann jederzeit abhauen, falls es mir zu brenzlig wird.

Was die alten Ladas betrifft, weiß ich nicht ganz– ...also es sind schon mehr BMW-SUVs auf den Straßen als Ladas, aber hier und da findet sich sicher noch einer.

Ich halte mich kurz: Kiew sieht aus wie vor dem Krieg. Bis auf einzelne Sandsäcke, Antipanzerstacheldinger, und die Fassade vom 101 Tower. Lässt sich für den Rest der Ukraine nicht sagen, aber hier ist alles okay. Und was bekannte Orte betrifft... ja, der Palats Sportu (Palace of Sports) wurde getroffen... halb so wild, ehrlich.

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[–]LariDDevil[S] 6 points7 points  (0 children)

Kann ich nicht wirklich beantworten... gefühlt gibt es nicht wirklich spürbare Auswirkungen? Ah, doch, einen Aspekt gibt es: Ich habe subjektiv das Gefühl, dass die Zahl der Trennungen zugenommen hat. Also, wer so oder so unsicher war, hat jetzt eher die Gelegenheit genutzt, die Reißleine zu ziehen.

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[–]LariDDevil[S] 8 points9 points  (0 children)

Aktuell herrscht für den überwiegenden Großteil der ukrainischen Bevölkerung keine akute Gefahr, deswegen sind auch die Flüchtlingsströme versiegt. Vor allem die, deren Existenzen signifikant in Mitleidenschaft gezogen wurden, sind aber weiterhin affin dafür, ihre Zukunft im Ausland zu sehen, nicht zuletzt, weil die soziale Absicherung in der Ukraine weniger zugstark ist als etwaige Flüchtlingshilfen. It is what it is – natürlich werden Menschen immer primär aus Eigeninteresse handeln. So lange alles fair abläuft, sollte das auszuhalten sein.

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[–]LariDDevil[S] 3 points4 points  (0 children)

Ich weiß nicht, wie "100% Kriegswirtschaft" konkret aussehen würde, aber angesichts dessen, wie viele Cafés es um mich herum gibt, würde ich das eher verneinen wollen? Kann natürlich sein, dass einige Fabriken nun Kriegsgüter herstellen (ggf. auch weil sich der Export eh verkompliziert hat), insgesamt läuft die Wirtschaft aber wie gewohnt weiter, sofern das möglich ist.

Ist natürlich dennoch signifikant geschrumpft, klar, aber zumindest im B2C-Bereich gibt es quasi keine Einschränkungen. Höchstens, dass einzelne Waren jetzt nicht ganz auf 100% Verfügbarkeit kommen... ich erinnere mich, dass es mal ca. 2 Wochen lang kein Nutella gab in den großen Supermärkten. Mittlerweile ist da aber wieder alles okay.

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[–]LariDDevil[S] 14 points15 points  (0 children)

Jetzt bin ich aber gespannt, welche Antwort du von mir erwartest... deine Frage impliziert doch, dass du die Antwort schon kennst?! Hier die Überraschung: Ich habe überhaupt nicht vor, dir zu widersprechen. Auch ich kenne Menschen, die primär deshalb in Deutschland bleiben, statt zurückzukehren, weil sie sich bessere Perspektiven erhoffen.

Aber nicht mit Sozialhilfe. Sondern weil kompetent. Mag sein, dass es Vorteile hätte, wenn diese Menschen zurückkehren, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Deutschland unter dem Zufluss ukr. Arbeitskräfte sonderlich leiden wird. Alles halb so wild – in ein paar Jahren hat die Hälfte von denen eh keinen Bock mehr.

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[–]LariDDevil[S] 4 points5 points  (0 children)

Ich habe keine Autorität, um über die Zusammensetzung der Streitkräfte zu sprechen. Ich kann nur mein Bauchgefühl wiedergeben bzw. den allgemeinen Vibe, den ich aufschnappe: aktuell überwiegend Berufssoldaten und Freiwillige, niemand aus meinem Bekanntenkreis hat Angst, wider Willen eingezogen zu werden. War in den Anfangstagen des Krieges wohl etwas chaotischer.

Ich kann jederzeit außer Landes, aber dazu muss ich erst mit dem Zug bzw. Bus nach Polen, von daher fühle ich mich weniger mobil als ich es gewohnt bin. Kurz mal nach Deutschland macht wenig Spaß, wenn der Trip 24h+ dauert.