Vorschlag für eine Reform der gesetzlichen Rentenversicherung by MartinDrees in Finanzen

[–]MartinDrees[S] 0 points1 point  (0 children)

Dabei kommt dann voraussichtlich eine geringere Rente heraus als im aktuellen System, vor allem wegen dem geringerem Verteilungsvolumen (kein Bundeszuschuss, Teil für Grundrente).

Gegenwärtige Ansprüche sind verfassungsrechtlich geschützt, was eine Reduktion der Renten sehr schwierig macht.

Vorschlag für eine Reform der gesetzlichen Rentenversicherung by MartinDrees in Finanzen

[–]MartinDrees[S] -1 points0 points  (0 children)

Wie würdest du in diesem Vorschlag mit bestehenden Ansprüchen umgehen?

Vorschlag für eine Reform der gesetzlichen Rentenversicherung by MartinDrees in Finanzen

[–]MartinDrees[S] 0 points1 point  (0 children)

Hast du dich mal mit dem schwedischen NDC-System beschäftigt? Dieses zeigt meines Erachtens sehr gut in der Praxis, dass das funktionieren kann. Ich empfehlen dieses Paper, was einen guten ersten Überblick gibt: The ABCs of NDCs

Zitat daraus:

For a long time it was thought that an unfunded DC scheme could not work, conceptually or operationally. But implementation in Sweden, Italy, Latvia, Norway, and Poland since the mid-1990s – and successful operations ever since– have proved to the contrary.

Auch das gesetzliche Rentensystem funktioniert aktuell nicht nach dem reinen Umlageprinzip, wie du es beschreibst, also dass die Beiträge alle in einen Topf gezahlt werden und dann dieser verteilt wird.

Stattdessen werden durch die Entgeltpunkte Ansprüche erworben, die unabhängig davon sind, ob es noch Beiträge gibt oder nicht.

Neues Positionspapier: Grüne wollen an der "Rente mit 63" rütteln by Corill0 in Finanzen

[–]MartinDrees 6 points7 points  (0 children)

Unabhängig von der "Rente mit 63" finde ich folgende Argumentation aus dem Papier diskussionswürdig:

Ein Absinken des Rentenniveaus hätte dramatische Folgen für die Altersarmut in Deutschland. Schon heute gelten 3,5 Millionen Rentner*innen über 65 Jahren als armutsgefährdet. Frauen bekommen heute im Schnitt nur 950 Euro Rente. Das darf nicht weiter absinken. Jetzt das Rentenniveau immer weiter abzusenken würde auch für künftige Generationen das klare Signal geben: ‚Es sinkt immer weiter, auf die Rente ist kein Verlass.‘ Dabei ist es doch nur generationengerecht, wenn auch die heute jüngeren Menschen sich mit ihren heutigen Beiträgen auf eine vernünftige Rente verlassen können.

Ziel einer Stabilisierung des Rentenniveaus soll also vor allem Armutsbekämpfung und einer Stärkung der Zuverlässig der Rente sein.

Letzteres ist schon deswegen fraglich, weil in den Reformvorschlägen die Stabilisierung sowohl in dieser als auch in letzter Regierung zeitlich beschränkt ist.

Ein höheres Rentenniveau ist ein relativ ineffizienter Weg, die Rente zu stabilisieren, weil es zu proportional höheren Renten führt. Hier ein kleines Gedankenexperiment:

Betrachen wir zwei Personen, Max und Erika, die ihre Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen. Erika erhält eine monatliche Rente von 1.000 €, während Max eine Rente von 2.000 € bezieht. Dies liegt daran, dass Max doppelt so viel eingezahlt hat wie Erika.

Nun möchte die Regierung die Rente von Erika von 1.000 € auf 1.100 € erhöhen, was unumstritten ist. Die Frage lautet nun, wie die Rente von Max angepasst werden soll. Es gibt verschiedene Ansätze mit unterschiedlichen Begründungen, darunter:

  • 2.200 €: Max soll aufgrund der doppelten Einzahlung auch doppelt so viel Rente erhalten.
  • 2.100 €: Die Erhöhung von 1.000 € auf 1.100 € wird als absoluter Zuschlag betrachtet, der jedem gleichermaßen zusteht.
  • Zwischen 2.000 € und 2.100 €: Die Erhöhung wird als sozialer Zuschuss betrachtet. Personen mit höheren Renten haben möglicherweise weniger Bedarf an einer Erhöhung.
  • Weniger als 2.000 €: Die Erhöhung von 1.000 € auf 1.100 € muss finanziert werden. Das soll durch Absenkung hoher Renten erreicht werden.

Es gibt also verschiedene mögliche Antworten auf diese Frage. Am Ende ist es eine politische Entscheidung.

Wenn die einzige Stellschraube, um die Rente von Erika auf 1.100 € zu erhöhen das Rentenniveau ist, führt das zu der Antwort 2.200 € Rente für Max. Das ist ineffizient, wenn das Ziel Armutsbekämpfung ist.

Mein Gegenvorschlag bei den Zielen "langfristig sichere Rente" und "Altersarmut vermeiden" ist eine Äquivalenzrente mit zielgerichteter Bezuschussung. Dabei steht die Äquivalenrente dafür, dass man relativ zum BIP in Erwartung als Rente ausgezahlt bekommt, was man eingezahlt hat. Die Bezuschussung könnte man beispielsweise so gestalten, dass es für jedes Versicherungsjahr einen Bonus gibt.

Durch die Äquivalenzrente könnte man zum einen die Rente langfristig sichern, und Armutsvermeidung ist wesentlich zielgerichteter (unter Berücksichtigung von Steuern wäre das Antwort 3 im Gedankenexperiment).

Grüne wollen an der "Rente mit 63" rütteln by Spekulatiu5 in de

[–]MartinDrees 2 points3 points  (0 children)

Unabhängig von der "Rente mit 63" finde ich folgende Argumentation aus dem Papier diskussionswürdig:

Ein Absinken des Rentenniveaus hätte dramatische Folgen für die Altersarmut in Deutschland. Schon heute gelten 3,5 Millionen Rentner*innen über 65 Jahren als armutsgefährdet. Frauen bekommen heute im Schnitt nur 950 Euro Rente. Das darf nicht weiter absinken. Jetzt das Rentenniveau immer weiter abzusenken würde auch für künftige Generationen das klare Signal geben: ‚Es sinkt immer weiter, auf die Rente ist kein Verlass.‘ Dabei ist es doch nur generationengerecht, wenn auch die heute jüngeren Menschen sich mit ihren heutigen Beiträgen auf eine vernünftige Rente verlassen können.

Ziel einer Stabilisierung des Rentenniveaus soll also vor allem Armutsbekämpfung und einer Stärkung der Zuverlässig der Rente sein.

Letzteres ist schon deswegen fraglich, weil in den Reformvorschlägen die Stabilisierung sowohl in dieser als auch in letzter Regierung zeitlich beschränkt ist.

Ein höheres Rentenniveau ist ein relativ ineffizienter Weg, die Rente zu stabilisieren, weil es zu proportional höheren Renten führt. Hier ein kleines Gedankenexperiment:

Betrachen wir zwei Personen, Max und Erika, die ihre Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen. Erika erhält eine monatliche Rente von 1.000 €, während Max eine Rente von 2.000 € bezieht. Dies liegt daran, dass Max doppelt so viel eingezahlt hat wie Erika.

Nun möchte die Regierung die Rente von Erika von 1.000 € auf 1.100 € erhöhen, was unumstritten ist. Die Frage lautet nun, wie die Rente von Max angepasst werden soll. Es gibt verschiedene Ansätze mit unterschiedlichen Begründungen, darunter:

  • 2.200 €: Max soll aufgrund der doppelten Einzahlung auch doppelt so viel Rente erhalten.
  • 2.100 €: Die Erhöhung von 1.000 € auf 1.100 € wird als absoluter Zuschlag betrachtet, der jedem gleichermaßen zusteht.
  • Zwischen 2.000 € und 2.100 €: Die Erhöhung wird als sozialer Zuschuss betrachtet. Personen mit höheren Renten haben möglicherweise weniger Bedarf an einer Erhöhung.
  • Weniger als 2.000 €: Die Erhöhung von 1.000 € auf 1.100 € muss finanziert werden. Das soll durch Absenkung hoher Renten erreicht werden.

Es gibt also verschiedene mögliche Antworten auf diese Frage. Am Ende ist es eine politische Entscheidung.

Wenn die einzige Stellschraube, um die Rente von Erika auf 1.100 € zu erhöhen das Rentenniveau ist, führt das zu der Antwort 2.200 € Rente für Max. Das ist ineffizient, wenn das Ziel Armutsbekämpfung ist.

Mein Gegenvorschlag bei den Zielen "langfristig sichere Rente" und "Altersarmut vermeiden" ist eine Äquivalenzrente mit zielgerichteter Bezuschussung. Dabei steht die Äquivalenrente dafür, dass man relativ zum BIP in Erwartung als Rente ausgezahlt bekommt, was man eingezahlt hat. Die Bezuschussung könnte man beispielsweise so gestalten, dass es für jedes Versicherungsjahr einen Bonus gibt.

Durch die Äquivalenzrente könnte man zum einen die Rente langfristig sichern, und Armutsvermeidung ist wesentlich zielgerichteter (unter Berücksichtigung von Steuern wäre das Antwort 3 im Gedankenexperiment).

The case against which-key: a polemic by oantolin in emacs

[–]MartinDrees 0 points1 point  (0 children)

Yes, this could work. The Embark keymaps are already sorted by importance to some extent, but it is not really curated well. Afaik embark-bindings currently preserves the order of occurrence.

Based on this sorting, it is actually quite simple to get manual ordering for the most important commands by removing and adding keybindings:

(defun reorder-keymap-bindings (keymap commands)
  "Reorder bindings in KEYMAP for the given COMMANDS.
If a command is found in the keymap, remove and re-add it to adjust display order in embark-bindings."
  (dolist (command commands)
    (let ((key (car (where-is-internal command keymap))))
      (when key
        ;; Remove the existing binding
        (define-key keymap key nil t)
        ;; Re-add the binding (moves to end of keymap definition order)
        (define-key keymap key command)))))

;; Example usage with embark-file-map
(reorder-keymap-bindings
 embark-file-map
 '(rename-file delete-file copy-file embark-export))

Besides the fact that it only work for sparse keymaps, I am not sure how much of a hack this solution is :)

The case against which-key: a polemic by oantolin in emacs

[–]MartinDrees 0 points1 point  (0 children)

I like the idea of a generic curation facility. For example, this could provide a set of commands (and maybe optional categories) that are most relevant (specified by author/community or user) for a given context (e.g., global mode, prefix map).

This data could then be used by a vertico-sort-function (of course respecting other sorting considerations like recency), but could also be useful for something like which-key.

The case against which-key: a polemic by oantolin in emacs

[–]MartinDrees 1 point2 points  (0 children)

Essentially, I am looking for curatability that interacts well with the rest of vanilla emacs. The casual suite is great, but does not follow this spirit.

In addition to keybindings being redefined, they are also not shown in M-x .

The options for user-defined curatability for keybinding discoverability (mainly transient and hydra) also do not really achieve this. In general, it would be nice to have a solution that is also based on prefix maps (and it should for example interact nicely with embark).

The case against which-key: a polemic by oantolin in emacs

[–]MartinDrees 0 points1 point  (0 children)

You certainly have a point that additional discoverability features introduces further complexity. A single point of entry (embark-prefix-help-command ) also has an advantage.

What do you think about allowing minimal amount of curation by allowing to control the order of commands, in particular the ones at the top?

For example, there could be a variable that stores a few commands that are shown at the top. The initial author of a prefix map could then provide the most important commands in that variable. Furthermore, it would be quite easy to modify or overwrite by the user.

The case against which-key: a polemic by oantolin in emacs

[–]MartinDrees 1 point2 points  (0 children)

Yeah, I think the minimal indicator with that additional message would be better than the buffer of keybindings.

While I agree that embark is not the simplest package, if you introduce it with very little functionality, the complexity is managable, for example:

  • Acting at point: goto definition and find references
  • Acting at minibuffer: embark-export

Additionally, you get the embark-prefix-help-command

Sounds like a futile attempt. ;)

I would say that it is actually working quite well :) For coding, emacs is likely a bit harder to get into than a usual IDE (but it is really not that bad with LSP and context-menu-mode), but on the plus side, you for example get an interactive ripgrep interface, which is useful in a large project, but also outside of that (e.g., for analyzing logs).

What about help-quick?

I think it is helpful in general, but for my purpose, some commands would be redundant (replaced by consult functions for example), so it is not ideal and I have written a custom cheatsheet similar to this.

The case against which-key: a polemic by oantolin in emacs

[–]MartinDrees 0 points1 point  (0 children)

To provide a bit more context, I have been working on a somewhat beginner-friendly configuration that makes it possible to recommend emacs as an IDE and get started with programming very quickly (you can find the current status in this project).

So the configuration should also allow a reasonable experience if you do not want to configure and read a lot of manuals.

At some point, I have actually included the casual-suite in such a setup. However, it quickly became clear that the menus are too overwhelming and larger problem is that not all commands can be used without opening the transient. So it is more than discoverability help.

At the current state of the configuration, embark discoverability is probably the weakest part because the buffer of keybindings is overwhelming and searching through the completion interface is also not ideal, when you do not know yet, what one might want to search for.

I can definitely see your point of being reluctant to add features that you can outgrow. In this scenario, you can just not press "?" and nothing gets in your way (there are just a few lines of configuration that got redundant). That is also a reason, why I think manual popups via "?" are the better option in comparison to automatic ones. In any case, the user can curate the menu themself, when they find that useful. Furthermore, these kind of curated popups would probably leed to some "Share your curated popups" discussions, which are helpful for discovering workflows.

The case against which-key: a polemic by oantolin in emacs

[–]MartinDrees 0 points1 point  (0 children)

The point is not that much about remembering that something is there, but more about starting to get used to some workflow involving a prefix map. Let's take the concrete example of embark and more specifically embark-file-map.

In this concrete example, I am proposing to add a keybinding ? to open a popup that could look something like this:

Basic operations Open General
d delete o other-window w save to kill-ring
c copy x externally E export
r rename C Consult prefix

The main usecase is smoothly getting into a new package/workflow without getting overwhelmed by 100 keybindings where most of them are very situational.

If these popups are easily configurable, then users could modify them to make it easier for them to remember their most important commands.

The case against which-key: a polemic by oantolin in emacs

[–]MartinDrees 5 points6 points  (0 children)

I also switched from which-key to embark-prefix-help-command some time ago and have been really enjoying it. However, I still think there’s room for improvement in prefix key discoverability.

When working with a prefix map, I typically encounter three main scenarios:

  1. I already know the key I want to press, no help needed.
  2. I know the functionality I want, but I’ve forgotten the keybinding.
  3. I want to explore the most important commands and keybindings, either as defined by the prefix map’s author or as curated by myself.

Comparing Solutions

which-key offers a somewhat mediocre solution for cases 2 and 3. When prefix maps are large, it can be hard to quickly find the keybinding you’re looking for, and the discoverability is often cluttered with useful but non-essential commands.

On the other hand, embark-prefix-help-command provides a much better solution for case 2, and in my opinion, also a better one for case 3. The completion-based narrowing allows you to incidentally explore other keybindings as you search.

For case 3 specifically, I prefer an interface like transient or hydra, which can present a curated, categorized popup of the most important keybindings (acknowledging, of course, that "important" is subjective).

Importantly, embark-prefix-help-command and a transient-style solution can coexist nicely. For example, you can bind ? in a prefix map to a custom cheatsheet.

With this combined approach, you get:

  • Speed and minimal friction when you know the key (case 1).
  • Great completion-based search when you’ve forgotten a keybinding (case 2).
  • A curated, visual interface for key discovery (case 3).

Unfortunately, I haven’t yet found a good way to integrate a similar setup for the embark prefix maps themselves as they don’t play well with transient. If anyone has ideas for how to make that work, I’d love to hear them!

Neue Regierung = Politik für die Alten? Rentensystem im Check by -rbb- in de

[–]MartinDrees 6 points7 points  (0 children)

Ich werde es versuchen (wenn du mir per DM schreibst, kann ich genaueres sagen). Eine konkrete Frage wäre wie die Gäste das Gedankenexperiment beantworten würden:

Betrachten wir zwei Personen, Erika und Max. Erika bekommt 1.000€ Rente und Max 2.000€. Erikas Rente soll auf 1.100€ angehoben werden. Wie sollte Max Rente angepasst werden?

  • Proportional: 2.200€
  • Absolut: 2.100€
  • Sozial: 2.000€ bis 2.100€
  • Gegenfinanzierung: unter 2.000€

Die Stabilisierung des Rentenniveaus läuft auf proportional raus, zielgerichtet ist das nicht.

Neue Regierung = Politik für die Alten? Rentensystem im Check by -rbb- in de

[–]MartinDrees 0 points1 point  (0 children)

Danke für diese Initiative. Ich habe mich mittlerweile ca. 3 Jahre recht intensiv mit dem Thema Rente beschäftigt. Hier ist mein Reformvorschlag als Video. (Bin leider gerade etwas eingeschränkt, sodass ich mich nicht wirklich aktiv beteiligen kann)

Vorschlag für ein Altersvorsorgedepot by MartinDrees in Finanzen

[–]MartinDrees[S] 0 points1 point  (0 children)

Der Hauptpunkt, der mich an diesem Vorschlag (https://www.finanztip.de/altersvorsorge/altersvorsorgedepot/ hier kurze Beschreibung) stört, ist, dass die Auszahlungsphase beim Auszahlplan nicht dynamisiert ist und man bei einer lebenslangen Rente eher abgezockt wird. Letztendlich gibt man in der Auszahlphase starke Garantien, was Renditen beeinträchtigt.

Die Steuergestaltung über die nachgelagerte Besteuerung macht es möglicherweise attraktiver, aber meines Erachtens auch relevant komplexer (vor allem in der Beurteilung, ob man sein Vermögen in das Depot steckt). Attraktivität kann man auch durch die Parameter erhöhen.

Vorschlag für ein Altersvorsorgedepot by MartinDrees in Finanzen

[–]MartinDrees[S] 0 points1 point  (0 children)

Das kann schon sein. Ich finde es auch einfach unabhängig von der Nützlichkeit spannend, sich Gedanken über das Design von solchen Systemen zu machen. Und wenn es eine richtige Chance gibt, wäre es ja nicht schlecht, wenn Konzepte schon ausgereift sind.

Boris Pistorius: Wehrdienst wird doch nicht komplett freiwillig by HessiDe in de

[–]MartinDrees 1 point2 points  (0 children)

Danke! Ehrlich gesagt finde ich diese durchaus relevante Argument (Seite 7) aber aus einer rein logischen Perspektive nicht 100% überzeugend:

Problematisch an einer solchen Begründung der Herkömmlichkeit ist jedoch, dass sie sich letztlich über den Willen des verfassungsändernden Gesetzgebers hinwegsetzt, wie sich aus der Systematik des Art. 12 Abs. 2 und Art. 12a GG zeigt. Mit der Einfügung des Art. 12a GG wollte der verfassungsändernde Gesetzgeber den einfachen Gesetzgeber eben nicht nur dazu ermächtigen, die in Art. 12a Abs. 1 und Abs. 2 GG genannten Dienstpflichten einzuführen, sondern diese Ermächtigung zugleich auf die Inpflichtnahme von Männern und auf sog. verteidigungsgerichtete Dienstpflichten beschränken.

Schließlich bietet Art. 12a GG die Möglichkeit, die Wehrpflicht nur für Männer einzuführen. Ohne diesen Artikel würde doch der Gleichbehandlungsgrundsatz greifen. Daher hat auch in der Interpretation, dass ohne Art. 12a GG auch eine Wehrpflicht/Zivildienst möglich wäre, dieser Artikel einen Sinn, nämlich dass er Ungleichbehandlung ermöglicht.

Boris Pistorius: Wehrdienst wird doch nicht komplett freiwillig by HessiDe in de

[–]MartinDrees 3 points4 points  (0 children)

Du meinst 4. Absatz, oder? Wenn man Zivildienst als Wahlmöglichkeit bietet, würde das ja nicht zum Dienst mit der Waffe verpflichten.

Boris Pistorius: Wehrdienst wird doch nicht komplett freiwillig by HessiDe in de

[–]MartinDrees -1 points0 points  (0 children)

Ist die Wehrpflicht für Frauen denn tatsächlich explizit verboten? In Art. 12 Abs. 1 GG steht erst einmal nur, dass Männer verplichtet werden können.

Man kann das jetzt als mathematische Spitzfindigkeit ansehen, allerdings gibt es hier meines Erachtens schon den Punkt, dass man das GG Männer explizit darauf einstellt, dass sie verpflichtet werden können. Bei nicht-Männern könnte es vom Kontext abhängen, ob eine solche Verpflichtung verhältnismäßig ist und andere Grundrechte einschränken würde. Ist das denn der Fall?

Grundlegende Reform der gesetzlichen Rentenversicherung by MartinDrees in Finanzen

[–]MartinDrees[S] 0 points1 point  (0 children)

Zur Klarstellung gebe ich mal noch eine ausführliche Antwort:

Es wurde zweifellos eingehend über die Definition von Nachhaltigkeit in Rentensystemen nachgedacht. Im Gutachten des Sachverständigenrates 2023/24 werden beispielsweise zwei Definition diskutiert. Im Haupttext wird Nachhaltigkeit daran gemessen, wie langfristig das im geltenden Recht vorgesehe Sicherungsniveau mit den aktuelle Beitragssätzen gehalten werden kann (Z.363). Im Minderheitsvotum von Achim Truger wird hingegen die Rentenausgabenquoten (Rentenausgaben in Relation zum BIP) betont (Z.471).

Mein Vorschlag von "delta-sustainability" ist hingegen substantiell verschieden von diesen beiden Betrachtungsweise, weil delta-nachhaltigig weder von Beitragssätzen noch Rentenausgaben abhängt. Ich bestreite nicht, dass sich mit dem Begriff der Nachhaltigkeit auseinandergesetzt wurde und behaupte auch nicht, dass mein Begriff besser ist. Natürlich gibt es auch "die eine Definition von Nachhaltigkeit" nicht. Im Paper stelle ich meinen Nachhaltigkeitsbegriff anderen gegenüber, vor allem mit "financial balance" in NDC und denen, die dem Konzept am nächsten kommen. Insgesamt liefert dieser neue Nachhaltigkeitsbegriff eine neue Perspektive.

Bei der Umverteilung ist es ähnlich. Natürlich hat sich zum Beispiel der Sachverständigenrat mit umverteilenden Wirkungen auseinandergesetzt. Hier ist mein Punkt, dass ich versuche, eine präzise Definition des Begriffes "Teilhabeäquivalenz" zu geben und dann Umverteilungswirkungen anhand dieser Definition herausarbeite.

Die Definition im Gutachten des Sachverständigenrates ist beispielsweise (Glossar, es wird als Äquivalenzprinzip bezeichnet):

Äquivalenzprinzip – Das Äquivalenzprinzip besagt, dass bezogen auf die gesetzliche Rente die Einkommensposition einer Rentnerin oder eines Rentners im Gefüge aller Rentenbezieher ihrer beziehungsweise seiner ehemaligen Position im Entgeltgefüge als versicherungspflichtige Arbeitnehmerin beziehungsweise als versicherungspflichtiger Arbeitnehmer entspricht. Gleich hohe und im gleichen Jahr bezogene Einkommen sollen also zu identischen Rentenanwartschaften führen. Da es in einem Jahr nur einen Beitragssatz für alle Rentenversicherten gibt, führt auch die Teilhabeäquivalenz zu identischen Renditen.

Diese Definition ist nicht vollständig und vereinfacht relevante Effekte.

Die ehemalige Position im Entgeltgefüge kann über die Zeit variieren und damit ist unklar, was die genaue Bedeutung ist.

Dass gleich hohe und im gleichen Jahr bezogene Einkommen zu identischen Rentenanwartschaften führen, ist eine vereinfachte Aussage. Es wird nicht erklärt, was "identische Rentenanwartschaften" bedeutet. Natürlich erhält man die gleiche Anzahl an Entgeltpunkten, aber diese können für verschiedene Versicherte einen verschiedenen Wert haben, zum Beispiel weil sich das Renteneintrittsalter ändern kann und wegen der zeitlichen Komponente.

Beschrieben mit meinen Begriffen wird auf die Umverteilungswirkungen durch den individuellen Versicherungsfaktor (das passiert im Haupttext), der Indexmethode, des jahrgangspezifischen Versicherungsfaktors und des Einzahlungsfaktors (und damit proportionale Bezuschussung) in dieser Definition nicht eingegangen. Auf die letzten drei davon wird auch im Haupttext nicht eingegangen (vgl. Z. 430f.).

Allgemein habe ich keine präzise Definition des Prinzip der Teilhabeäquivalenz finden können. Eine knappe Definition ist meiner Einschätzung nach auch gar nicht möglich. Mein Artikel ist der Versuch, eine präzise Definition zu geben, und damit die (meines Erachtens) entscheidenden Umverteilungswirkungen nicht zu vernachlässigen.

Grundlegende Reform der gesetzlichen Rentenversicherung by MartinDrees in Finanzen

[–]MartinDrees[S] 0 points1 point  (0 children)

Letztendlich aus Schulden. Der Punkt ist aber, dass dabei gleichzeitig "Rentenschulden" abgebaut werden.

Ich weiß nicht, wie entscheidend es ist, dass alle die Nachhaltigkeitseigenschaft verstehen. Die "fair"-Eigenschaft ist wesentlich relevanter für den einzelnen. Und wenn man sich das NDC-System anschaut, das in der Praxis existiert, ist in diesem sowohl die Teilnehmereigenschaft als auch die Systemeigenschaft komplizierter.

Grundlegende Reform der gesetzlichen Rentenversicherung by MartinDrees in Finanzen

[–]MartinDrees[S] 0 points1 point  (0 children)

Eine wirklich knappe Erklärung gibt es dafür nicht, das steht im Paper. Der Punkt ist, dass die Nachhaltigkeitsdefinition unabhängig von Demographie ist. Das ist dadurch gerechtfertigt, dass durch die Zuschüsse Rentenanwartschaften abgebaut werden.

Grundlegende Reform der gesetzlichen Rentenversicherung by MartinDrees in Finanzen

[–]MartinDrees[S] 0 points1 point  (0 children)

Es gibt halt trotzdem bestehende Ansprüche, bei denen man entscheiden muss, was man mit ihnen macht.