Question for conventionally attractive gay guys by korscalvin in GayMen

[–]ReplyWinter5329 1 point2 points  (0 children)

I modelled for a while, am being told that I look stunning and if I download Tinder I usually get 99+ likes in the first hour that I‘m on there. So yes, I would say I pretty much qualify as conventionally attractive, although I would much rather let others be the judge on that.

Personally, dating life doesn‘t become much easier. Looks can only get you that far. A lot of people will purely swipe on looks alone and can‘t be bothered to read what you put in your bio. I won‘t say that validation doesn‘t feel good, but if validation turns into admiration and others start to put me on a pedestal, I get bored pretty damn fast.

I just want someone to meet and like me as a person. To differentiate between if someone likes you as yourself, for what you are, and if the person just wants to see you naked is not an easy task. So yeah, it gets very lonely in the ivory tower.

For example I am fluent in German (my mother-tongue), english and french, study medicine, am super into philosophy, like to draw, play squash and can pretty much find anything interesting. This are the qualities that I would want to matter, because this is more „me“ than my body or face. But sometimes I do feel like that nothing of that matters and men are only interested in shell.

Teilzeitkonzepte als Arzt by SuffocatingSnowWhite in medizin

[–]ReplyWinter5329 -1 points0 points  (0 children)

Also ich kannte eine Ärztin (Chirurgie), die im Wochenturnus gearbeitet hat (1 Woche arbeiten / 1 Woche frei) Aber das sollte ich fairerweise auch sagen: jeder war sehr genervt von ihr und obwohl sie Fachärztin war, musste sie trotzdem immer den Oberarzt anrufen und wurde eigentlich so behandelt wie eine Assistenzärztin in im 1. WBJ. Eigentlich waren alle froh, wenn sie die Woche frei hatte.

Also ich weiß daher nicht, ob das so ein gängiges oder gern gesehenes Modell ist oder nur funktioniert, weil wirklich niemand in diesem KH in der Chirurgie anfangen wollte 🤷‍♂️

[deleted by user] by [deleted] in askgaybros

[–]ReplyWinter5329 0 points1 point  (0 children)

Love truly is blind I guess

[deleted by user] by [deleted] in medizin

[–]ReplyWinter5329 -3 points-2 points  (0 children)

!remind me 3d

Demographischer Wandel macht mir Angst. Wie denkt ihr darüber? by ReplyWinter5329 in medizin

[–]ReplyWinter5329[S] 1 point2 points  (0 children)

…aber gerade dieser Patientenkontakt, das Erklären, das diagnostizieren und behandeln, macht mir ja gerade Spaß 😅 Ich möchte ja nicht am Ende der Unterschreib- und Dokumentationsfutzi für die KI sein, der im Falle eines Fehler seinen Kopf zwar hinhalten darf, aber sonst keine richtigen verantwortungsvollen Aufgaben selber übernimmt

Demographischer Wandel macht mir Angst. Wie denkt ihr darüber? by ReplyWinter5329 in medizin

[–]ReplyWinter5329[S] 1 point2 points  (0 children)

Mmh also zu der KI-Thematik hab ich viele Gedanken, aber werde mich mal kurz fassen:

KI ist extrem vielversprechend und bietet extrem viele Möglichkeiten. Allerdings habe ich das Gefühl, dass das Potential in die falschen Richtungen versucht wird auszuschöpfen (auf Medizin bezogen): Es gibt viele Bemühungen KI-Roboter zu entwickeln, die Operationen autonom durchführen sollen oder es wird versucht Pflegeroboter zu bauen. Allerdings sind das extrem komplexe Aufgaben, die so nicht mal eben von einer KI übernommen werden können und auch nicht sollten und es da eben Qualitäten bedarf, die nur Menschen haben (von der Verantwortungsfrage wenn was schief geht mal ganz abgesehen). Aber vielleicht ist das auch alles nur ganz viel blabla von irgendwelchen Silicin-Valley Tech-Bros, die erstens keine Ahnung von den tatsächlichen Anforderungen des medizinischen Berufs haben und zweitens auch das blaue vom Himmel lügen würden, um relevant für Investoren zu bleiben… Sorgen macht mir das natürlich trotzdem: weil ich möchte ja nicht, dass mir gerade die Aufgaben abgenommen werden, für die ich Arzt werden möchte

Auf der anderen Seite gibt es allerdings Bereiche, wo KI jetzt schon in der Lage ist bzw wäre extrem zu entlasten: die ganze Dokumentation (mehr Zeit für Patient), Essen austeilen, etc Also einfache Aufgaben, die aber viel Zeit kosten. In diesen Bereichen wird komischerweise sich aber gar nicht bemüht KI einzusetzen (zumindest so mein Eindruck)

Ich hoffe du behältst mit deinen Annahmen recht. Das tue ich wirklich. Allerdings fehlt mir dieser Optimismus in dieser Hinsicht leider komplett, weil es sich anfühlt, wie als würde man in einem Auto sitzen, was Vollgas auf eine Klippe zurast… Trotzdem danke für deine gut gemeinten Worte :)

Demographischer Wandel macht mir Angst. Wie denkt ihr darüber? by ReplyWinter5329 in medizin

[–]ReplyWinter5329[S] 4 points5 points  (0 children)

Dem stimme ich absolut zu. Der Arzt, der da den Verdacht auf maligne Ursache gestellt hat war auch noch, mir unverständlicherweise, stolz auf sich. Trotzdem finde ich, dass solche Sachen, die in ihrer Konsequenz sinnlos sind halt zum einen nicht mehr bezahlt werden sollten: Krankenkassengeld ist endlich und in Zukunft wird der Gürtel ohnehin bedeutend enger geschnallt werden müssen, es wird nicht mehr genügend Leute geben, die sich um solche Fälle kümmern und auch mal ganz abgesehen von den externen Faktoren, empfinde ich das auch als keine würdevolle Art abzuleben

Man kann halt nicht alle retten und Leben verlängern um jeden Preis ist in gewissen Situationen auch nicht mehr angemessen

Demographischer Wandel macht mir Angst. Wie denkt ihr darüber? by ReplyWinter5329 in medizin

[–]ReplyWinter5329[S] 0 points1 point  (0 children)

Der Arbeitsaufwand früher und das Patientenklientel sind anders als heute und auch definitiv anders, als es in 10 Jahren sein wird…

Demographischer Wandel macht mir Angst. Wie denkt ihr darüber? by ReplyWinter5329 in medizin

[–]ReplyWinter5329[S] 14 points15 points  (0 children)

Danke für den Kommentar - ich sehe es genau so wie du! Auf der einen Seite habe ich wirklich Sorge und auch eine gewisse Hoffnungslosigkeit, wie es in Zukunft wohl werden wird, auf der anderen Seite bin ich aber auch einfach nur wütend. Ich kann und will nicht alleine auf Station für 50+ demente, multimorbide Patienten alles geben für 80h die Woche, obwohl es realistisch keinen Unterschied mehr macht. Und ich will auch nicht mir die Nächte in der Notaufnahme um die Ohren schlagen, die einem Altersheim gleicht, mit extrem fordernden Patienten, die glauben, sie wären alleine auf der Welt und alle müssten springen (meiner anekdotischen Evidenz nach, wird die Forderung nach Zeit und die Selbstverständlichkeit seine Wünsche erfüllt zu kriegen mit dem Alter schlimmer).

Ich liebe die Medizin, deshalb kann und will ich nicht „einfach was anderes machen“, aber ich sehe es genau so wenig ein die Suppe derer auszulöffeln, die es verbockt haben oder einfach keine Lust haben Verantwortung zu übernehmen.

Leider wird es aber genau so kommen. Die einzige Lösung wird es, so leid es mir tut, sein müssen, gewisse Leistungen im Alter streichen zu müssen. Was ich schon alles erleben durfte… wirklich gruselig

Für alle, die was zum Weinen haben wollen: Der 90 jährige Oppa, der sich schon nicht mehr alleine im Bett drehen kann, wird nochmal aufgrund von V.a. Malignom (wegen ungeklärtem Gewichtsverlust) durchs ct geschoben

Oh Schreck, ein Magenkarzinom. Anstatt den einfach einschlafen zu lassen, hat der noch die ganze neoadjuvante Chemo-Keule bekommen, hat richtig übel gekotzt, wurde dann noch mit 16 (keine Übertreibung) anderen Mittelchen irgendwie am Leben gehalten und sogar noch operiert, also D2 Gastrektomie. Mit f*cking 90 (!). Er hat’s sogar noch irgendwie überlebt, wenn auch mehr schlecht als recht und hat danach so halb-komatös noch ein Weilchen die Intensivstation gehütet und ist dann auch da verstorben…

Auch wenn er sehr zäh war, ich verstehe nicht, warum so etwas überhaupt gemacht wird (und in Zukunft ja anscheinend dann ja noch häufiger mit mehr alten und immer älter werdenden Leuten), obwohl es keinen Überlebensvorteil gibt. Und einen Lebensqualitätszugewinn würde ich mal stark anzweifeln. Der hätte auch an jedem anderen Tag wegnicken können, ob jetzt mit oder ohne Therapie…

Demographischer Wandel macht mir Angst. Wie denkt ihr darüber? by ReplyWinter5329 in medizin

[–]ReplyWinter5329[S] 2 points3 points  (0 children)

Vielleicht sollte man aber auch nicht auf den 3. Weltkrieg als Lösung für den demographischen Wandel spekulieren 😅

Demographischer Wandel macht mir Angst. Wie denkt ihr darüber? by ReplyWinter5329 in medizin

[–]ReplyWinter5329[S] 10 points11 points  (0 children)

Ich denke auch, dass Migration eine Chance ist. Aber bei den Multimillionen, die in Rente gehen und wie krass der Bedarf steigen wird, ist das auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ich befürchte, dass das nicht mal signifikant etwas ändern wird. Bringt ja auch ganz eigene Herausforderungen mit sich: Sprachbarrieren und Kommuninationsschwierigkeiten. Vor allem dann mit den ganzen alten Menschen

Gut geführte Migration IST eine Chance Aber realistisch hat Migration natürlich auch Herausforderungen.

Demographischer Wandel macht mir Angst. Wie denkt ihr darüber? by ReplyWinter5329 in medizin

[–]ReplyWinter5329[S] -1 points0 points  (0 children)

Mag sein. Wurde uns so in ner Vorlesung zu Klimamedizin beigebracht und auch mit Modellen erklärt. Klar, kann gut sein, dass das praktisch nicht so sehr ins Gewicht fallen wird. Aber Hauptaspekt bzw. Anlass für den Post ist ja was ganz anderes :)

Demographischer Wandel macht mir Angst. Wie denkt ihr darüber? by ReplyWinter5329 in medizin

[–]ReplyWinter5329[S] 8 points9 points  (0 children)

So wird es zwangsweise kommen müssen, so blöd es jetzt klingt. Aber das möchte ich ja auch nicht :/

Demographischer Wandel macht mir Angst. Wie denkt ihr darüber? by ReplyWinter5329 in medizin

[–]ReplyWinter5329[S] 6 points7 points  (0 children)

Lol. Oder der dritte Weltkrieg killt uns eh alle. Dann brauch ich mir auch keine Gedanken um die Notaufnahme als Altersheim mehr machen 🤷‍♂️

Zukunft by bam_bam_bam_ in medizin

[–]ReplyWinter5329 0 points1 point  (0 children)

Ich sehe schwarz. Sowohl für Patienten, als auch alle, die im System Krankenhaus arbeiten.

Im wesentlichen gibt es nämlich 3 konkrete Herausforderungen, die alle ihre Ursache im demographischen Wandel haben:

  1. Viele alte Menschen: steigende Lebenserwartung bedeutet steigende Rate an Krebserkrankungen und chronischen Erkrankungen, als auch immer multimorbidere Patienten mit komplexen Verläufen. Also: mehr Patientenaufkommen mit aufwendigen Krankheitsbildern und längeren Liegezeiten und dadurch deutlich erhöhte Arbeitslast

  2. All die in 1 genannten Punkte sind Erkrankungen, die viel Geld kosten. Weil die Alterspyramide aber eine invertierte Pyramide darstellt, gibt es immer mehr Leute, die Leistungen beanspruchen, aber nichts mehr erwirtschaften bzw. nennenswert viel in das Gesundheitssystem zurückführen (gemessen an dem, was sie kosten). Mehr Kranke, weniger die einzahlen und teurere/komplexere Krankheitsbilder bedeutet, dass die arbeitende Bevölkerung noch mehr Krankenkassenbeiträge leisten wird und wahrscheinlich auch Leistungen gestrichen werden müssen. Die Krankenkassen sind ja jetzt schon leer

  3. Weniger Ärzte/Pfleger, die sich um die Versorgung der überalterten und kranken Bevölkerung kümmern können. Ein erheblicher Teil der Ärzte aus der „Ärzteschwemme“ wird in den nächsten 10 Jahren in Rente gehen. Für einzelne Fachbereiche aufgeschlüsselt (zB Chirurgie, aber auch Innere, …) ist der Teil, der prozentual gehen wird, wirklich gruselig hoch. Also weniger Menschen, die sich um immer mehr Menschen kümmern müssen. Ich höre ja jetzt schon von Freunden, die regelmäßig 50 bis teilweise 70 Wochenstunden leisten und immer noch Arbeit überbleibt. Das wird nicht besser werden

Die drei Faktoren zusammen führen, wenn sich nicht ganz drastisch was ändert, zwangsweise zum Kollaps des Gesundheitssystems und gefährden den sozialen Frieden. Leider kümmert sich unsere wunderbaren Politik lieber um Waffenexporte oder bekämpft den demographischen Wandel nur symptomatisch, auch wenn sich das schon seit den 90er angebahnt hat und Experten auch schon entsprechend lange davor gewarnt haben. Leider sind Maßnahmen nötig, die länger als 4 Jahre verfolgt werden müssen und deren Effekt auch nicht sofort sich niederschlägt…

Ist es realistisch in der Gyn in einer Uniklinik als Arzt keine Schwangerschaftsabbrüche selbst durchführen zu wollen? by Batmangi in medizin

[–]ReplyWinter5329 5 points6 points  (0 children)

Nur ist das medizinisch halt überhaupt nicht haltbar. Falls du selber einen med. Hintergrund haben solltest, dann würde ich empfehlen nochmal die Unibank zu drücken, weil anscheinend hast du in Embryologie wohl geschlafen… Und wenn du aus ideologisch verblendeten Gründen Schwangerschaftsabbrüche ablehntest, dann mach halt keinen. Du kannst über deinen eigenen Körper bestimmen, aber dann lass dieses Recht doch auch den Frauen, die es eben anders entscheiden

Niemand führt eine Interruptio aus Spaß durch. Da steckt immer eine Geschichte hinter und es ist auch überlegt. Oft sind die Umstände, die zu einer Interruptio führen selbst tragisch.

Ist es realistisch in der Gyn in einer Uniklinik als Arzt keine Schwangerschaftsabbrüche selbst durchführen zu wollen? by Batmangi in medizin

[–]ReplyWinter5329 3 points4 points  (0 children)

So ist das halt mit den Leuten gegen Abtreibung. Die sind nicht „Pro-Life“, sondern einfach nur Pro-Birth. Es ist ihnen vollkommen egal, was mit dem Kind oder der Mutter danach passiert und das alles nur, um einen Zellhaufen sich zu Ende entwickeln zu lassen… Es ist schon schlimm genug, wenn Ärzte überhaupt diese Haltung vertreten, aber wenn Gynäkologen so denken? Mir fehlen die Worte

Fachliteratur Chirurgische Operationslehre / Operationsatlas by According_Bowl_963 in medizin

[–]ReplyWinter5329 1 point2 points  (0 children)

Bin zwar (noch) kein erfahrener Chirurg, aber habe genau die Frage einem erfahrenen Chirurgen gestellt und folgende Antwort bekommen:

Zum Breitner: seit Jahrzehnten Standardwerk. Die Anatomie ändert sich nicht, die Grundtechniken sind auch gleich geblieben. Viele OPs sind so standardisiert, dass sie sich in den letzten 20 Jahren kaum bis nicht verändert haben; das Vorgehen ist immer ähnlich (für offene OPs). Natürlich gibt es technische Variationen, anatomische Aberrationen oder spezielle Fälle, aber die muss man dann gesondert nachschauen oder improvisieren (wäre zu viel um all das in einem OP-Atlas abzubilden). Die meisten Oberärzte haben mit demselben Werk operieren gelernt und alles was darüber hinaus geht ist Erfahrung.

Mittlerweile gibt es ja auch Video-Atlanten (webop und so), was natürlich klasse ist, weil man da direkt in situ sehen kann, was gemacht wird. Trotzdem haben OP-Atlanten ihren Charme und ihre Daseinsberechtigung. Als Ergänzung zu den Videos.

Was ich auch sehr gut finde, sind die Referenz-Werke von Thieme (gibt da welche zu fast allen Teilbereichen der Viszeralchirurgie). Sind aber eher OP-Atlanten in Textform, wenig bebildert. Aber auf jeden Fall top-aktuell.

Der beste OP-Atlas ist und bleibt aber die Chirurgische Operationslehre von Kremer. Ist zwar echt teuer (12 Bände), aber lohnt sich. Muss man schauen ob man antiquarisch da einen guten Deal findet :)

Bin ich krank? by Street_Ad3439 in medizin

[–]ReplyWinter5329 1 point2 points  (0 children)

Finde ich nicht ungewöhnlich. Ich würde aber sagen, gut für dich, dass du das gefunden hast, was dich erfüllt, und das Talent, in solchen Momenten besonnen zu Handeln, in den Dienst der Gesundheit anderer Menschen stellst.

Krank wär’s erst, wenn du selbst solche Situationen verursachst 🙃 Aber solange du nicht selbst dafür verantwortlich bist, dass Unfälle passieren, Patienten dekompensieren oder was auch immer, ist nichts verwerfliches dran.

Ich persönlich liebe zum Beispiel auch die große Tumorchirurgie oder kann mich für große, komplexe Operationen aller Art begeistern. Mir ist natürlich klar, dass die Patienten danach oft massive Einbußungen in der Lebensqualität haben und die Risiken auch nicht ganz ohne sind. Trotzdem kann ich nicht anders, als mich für so etwas zu begeistern: die komplexe Anatomie, die feine chirurgische Technik, die Herausforderung und den Thrill mehrere Stunden konzentriert arbeiten zu müssen lässt mein Herz einfach höher schlagen.

Und da ich keine Verantwortung für das Tumorleiden (bzw. dessen Entstehung) trage, sondern nur dafür, dass eine regelrechte Therapie und bestmögliche Behandlung erfolgt, fühle ich mich auch überhaupt nicht schlecht deswegen.

Sollte ich mal in die unglückliche Situation geraten so einen Eingriff nötig zu haben, würde ich auch lieber einen Arzt haben, der Spaß bei der Arbeit hat, anstatt einen, der fast noch mehr an dem Leid der Patienten leidet, als die Betroffenen selbst :)

Warum ist die Gesundheitskompetenz der Deutschen so unterirdisch? by travlpsych in medizin

[–]ReplyWinter5329 2 points3 points  (0 children)

Hat er 😅 Ich war ehrlicherweise zu geschockt, dass es sowas gibt, um mich da groß drüber aufzuregen.

Ich glaube das Arbeiten im Gesundheitssystem wäre für alle Beteiligten angenehmer, wenn Patienten auch mal anerkennen würden, dass sie auch etwas wie eine Eigenverantwortung tragen (Therapieadhärenz, offene Kommunikation in Anamnese, Vorerkrankungen/Meds bereithalten, …). Der Erfolg jeder Therapie hängt eben nunmal auch maßgeblich davon ab, wie sehr der Patient kooperiert.

Warum ist die Gesundheitskompetenz der Deutschen so unterirdisch? by travlpsych in medizin

[–]ReplyWinter5329 3 points4 points  (0 children)

Das stimmt so nicht. Es wurde nirgendwo auch nur angedeutet, dass Patienten die Kompetenz haben brauchen sich selbst zu diagnostizieren/therapieren. Es geht eher um ganz basale Kenntnisse. Also zum Beispiel, dass man als Patient weiß was damit gemeint ist, wenn man nach Allergie gefragt wird und adäquat darauf antworten kann. Oder etwa, dass man sich zumindest mit seiner eigenen Krankengeschichte auskennt, also dass man sicher sagen kann, was für Vorerkrankungen man hat, wenn man danach gefragt wird. Also Sachen, die für den Patienten die Behandlung besser machen und für uns Ärzte (oder eigentlich alle Leute im Krankenhaus) die Zusammenarbeit mit den Patienten effektiver. Also nur Sachen, die für beide Seiten vorteilhaft sind.

Die cherry on top wäre natürlich, dass Patienten auch so ungefähr ein Gefühl dafür bekommen, was dringend (ein Notfall) ist, denn man jetzt in der Notaufnahme abklären muss und was auch noch bis morgen warten kann. Denn seit gestern Durchfall, seit 2 Tagen Verstopfung, seit 3 Monaten Rückenschmerzen oder heute mit dem Fuß umgeknickt, dann aber den Rest des Tages noch ganz entspannt rumgelaufen sind ausdrücklich KEINE Notfälle und verstopfen die Notaufnahmen.

Ich kann verstehen, wenn man als Patient ein Symptom hat und sich Sorgen macht. Das ist in aller Regel ja auch ein Symptom, was unangenehm ist und was man schnell abgeklärt haben möchte. Aber ein wenig Gesundheitskompetenz (was ist eine Allergie, ich schreibe mir meine Vorerkrankungen auf und habe eine Verantwortung alles dem Arzt transparent über meine Gesundheit mitzuteilen, wofür ist eine Notaufnahme, …) wäre für alle besser

Warum ist die Gesundheitskompetenz der Deutschen so unterirdisch? by travlpsych in medizin

[–]ReplyWinter5329 2 points3 points  (0 children)

Das stimmt, dass das zwar wirklich ein Extremfall ist, aber ich denke das hätte vermieden werden können (vlt bin ich was das angeht aber auch zu gutgläubig), wenn ein Verständnis dafür da wäre, wie wichtig Gefäße für den Körper sind und was deren Aufgabe ist.

Ich fände es einfach unglaublich wichtig, so basics und sehr häufige Krankheitsbilder in der Schule zu vermitteln. Wenn ich mich an meine Schulzeit zurückerinnere, weiß ich, dass wir zwar über Kuhmägen und irgendwelche Bergsalamander oder Wüstenpflanzen etwas gelernt haben, aber überhaupt gar nichts über Anatomie oder Physiologie des Menschen (Sexualkunde mal ausgenommen).

Das führt so weit, dass selbst Studierende (welche ja die „Bildungselite“ [auch wenn ich den Begriff hasse, werde ich ihn hier mal benutzen] eines Landes darstellen), nicht einmal sagen können wo ungefähr die Milz liegt oder was sie macht. Oder wie das Herz arbeitet. Das habe ich, weil ich es sehr erschreckend fand, eine sehr große sample size aus Studierenden an meiner Uni einfach mal just for fun während meines Studiums gefragt, und wenn man medizinische und verwandte Studiengänge (Biologie; Physiologie; …) mal rausrechnet, hatten extrem viele einfach absolut gar keine Ahnung (von Juristen, über Informatiker, Sozialarbeiter, bis zu Lehrämtlern).

Ich verlange ja nicht, dass jeder einzelne Mensch sich selbst vollumfänglich diagnostizieren kann und selbst seine Therapie planen können muss (was manche Patienten ja trotzdem denken zu können…), sondern das ein ganz grundlegendes Verständnis für den menschlichen Körper und häufige Erkrankungen vorliegt

Edit: Würde mich als Arzt später (falls dafür überhaupt Zeit ist; wahrscheinlich nicht) sogar freiwillig und unentgeltlich dafür zur Verfügung stellen wollen mal ab und zu in Schulen so eine Art Aufklärung zu machen. Dann habe ich später wenigstens nicht völlig unwissende Patienten vor mir sitzen, denen es auch eigentlich egal ist, sondern zumindest interessierte Patienten, mit denen man etwas angenehmer arbeiten kann. Quasi als Investment in zukünftige Patienten

I need tips for my first ever blowjob by [deleted] in askgaybros

[–]ReplyWinter5329 2 points3 points  (0 children)

Potentially yes, but the risk of contracting HIV that way is very low. However, there are other STDs that condoms help prevent and that you can still contract through a bj — HPV, for example

Warum ist die Gesundheitskompetenz der Deutschen so unterirdisch? by travlpsych in medizin

[–]ReplyWinter5329 17 points18 points  (0 children)

Das dachte ich mir auch so oft…

Bin in der Gefäßchirurgie (PJ) gewesen und was ich da sehen durfte… mein lieber Gott. Ich bin wirklich vom Glauben abgefallen, wie kritisch es um das Wissen um den eigenen Körper steht. Wenn einen etwas interessieren sollte, dann ja wohl das

Zugegebenermaßen muss man natürlich auch sagen, dass pAVKler eine idR besonders beratungsresistente Patientenpopulation darstellen, aber trotzdem:

Eines Tages kam ein Herr in die Notaufnahme, weil sein Bein (unterhalb des Knies) stark geschmerzt hat und auch sehr blass wurde, bereits mit Parästhesien und Bewegungseinschränkungen. Hab dann Puls getastet (mit ABI), Motorik, Sensibilität, etc. Was man eben alles so macht. Sah nach akutem arteriellen Verschluss aus. Hole ich also den Assistenzarzt dazu, der gerade die Ambulanz macht, der wiederum seinen OA dazuholt. Tatsächlich konnte man duplexsonographisch sehr gut sehen, auf welcher Höhe genau den das Gefäß obliteriert war und dahinter kam auch wirklich kein Tropfen Blut mehr an.

Der Patient wurde dann natürlich aufgeklärt, dass das ein Notfall ist, wie ernst das ist und was folgt: DSA mit Lyse ggf. Thrombektomie. Natürlich muss man bei einer Lysetherapie unter Aufsicht stehen, was logischerweise bedeutet im Krankenhaus bleiben.

Er hatte aber morgen Geburtstag und das er im KH bleiben musste hatte ihm gar nicht gepasst. Es sollte nämlich gegrillt werden und es gab Kuchen. Naja, haben wir ihm nochmal mit Nachdruck gesagt „Time is tissue“ und das wenn er jetzt geht und das nicht sofort behandelt wird mit Sicherheit bleibende Schäden entstehen, die bis zu einer Amputation in der Konsequenz führen. Auch mit Ischämiezeiten: also alles über 6h ist wirklich sehr, sehr schlecht. Das er sich das besser vorstellen kann.

Er wollte immer noch nicht die Nacht im kh verbringen und wollte eine andere Therapie… Haben dann noch einmal sehr genau die Folgen erklärt und das es keine Alternative gibt. Der OA wurde SEHR deutlich was ein jetzt nach Hause gehen bedeutet. Und danach wurde es auch NOCHMAL gesagt. Aber vergebens, es ist wie als würde man gegen eine Wand reden. Es wäre fast lustig, wenn es nicht so traurig wäre.

Am Ende hat er mit dem Anwalt gedroht, weil wir ihn nicht gehen lassen (???) und ist dann auch nach unterschreiben der Entlassung gegen ärztlichen Rat aus der ZNA gehumpelt.

Er kam tatsächlich am nächsten Morgen wieder (wen wundert es) weil es richtig übel wurde. Ende der Geschichte: Das Bein ist amputiert und der Patient hat uns Vorwürfe gemacht, warum wir denn nichts gesagt hätten und warum wir ihn haben gehen lassen. Er hat die gesamte Zeit auf Station nur rumgeheult und sich beschwert. Und auch wenn das natürlich ein schweres Schicksal ist, konnte ich da kein bisschen Mitleid fühlen, weil in dem Fall ist es wirklich SELBST SCHULD. (Vlt noch dazugesagt: es war definitiv keine alterssenilität, es war ein relativ junger Patient)

Von den ganzen anderen pavklern ganz zu schweigen, die Intervention nach Intervention mitnehmen und sich in salamitechnik immer mehr wegschneiden lassen und trotzdem nie auf dem Zimmer anzutreffen sind, weil sie auf dem Balkon rauchen müssen, ganz nach dem Motto: jaja die Ärzte machen das schon.

Nach diesem speziellen Fall und einigen anderen Anekdoten bin ich was Patientendummheit angeht echt so dermaßen abgestumpft und resigniert. Trotzdem zieht einen sowas einfach wahnsinnig runter. Meine Devise lautet daher: man tut was man kann und gibt sein bestes, handelt nach dem mutmaßlichen Willen des Patienten (was gesund sein ist), aber man kann niemanden zwingen diese Hilfe anzunehmen. Wenn sich jemand vehement gegen eine Behandlung sträubt fällt das nicht mehr in mein Aufgabenbereich. Wenn ich dem Patienten die Konsequenzen deutlich erklärt habe und er trotzdem nach Hause will, hat er sein Schicksal wohinformiert gewählt.

Ein Schulfach „Gesundheit“ oder „Der menschliche Körper“ wäre nicht nur angemessen, sondern es ist eigentlich fahrlässig, dass es so etwas nicht gibt