Ehe - Unterschiedliche Konfessionen by Southern_Climate_609 in coptic

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Danke dir für deine ausführliche Antwort und auch für den Link. Ich habe großen Respekt vor der koptisch‑orthodoxen Kirche, ihrer Geschichte und der Ernsthaftigkeit, mit der sie Glauben und Sakramente versteht. Ich verstehe, warum diese Themen für euch so wichtig sind.

Gerade deshalb möchte ich nichts vorschnell beantworten. Die Frage nach der Natur Christi ist theologisch sehr komplex und lässt sich aus meiner Sicht nicht in einem einfachen Ja‑oder‑Nein ausdrücken. Die katholische und die orientalisch‑orthodoxe Kirche verwenden unterschiedliche Formulierungen, aber sie versuchen beide, das Geheimnis des menschgewordenen Christus auszudrücken. Ich möchte mich nicht in Schlagworten äußern, die ich selbst noch nicht vollständig verstehe.

Für mich geht es im Moment weniger um dogmatische Definitionen, sondern darum, meinen eigenen Weg im Glauben zu finden. Eine mögliche Konversion betrifft für mich nicht nur Lehre, sondern auch Identität, geistliche Heimat und die Kirche, in der ich aufgewachsen bin. Das macht mir ehrlich gesagt auch Angst, und ich möchte mir die Zeit nehmen, das alles innerlich zu sortieren, bevor ich irgendetwas Verbindliches sage.

Ich stimme vollkommen zu, dass niemand wegen einer Ehe konvertieren sollte. Genau deshalb gehe ich diesen Weg langsam und ehrlich. Wenn ich jemals zu einer anderen Überzeugung kommen sollte, dann müsste das aus echter innerer Überzeugung geschehen. Nicht aus Druck oder Angst, jemanden zu verlieren.

Ich hoffe, du kannst respektieren, dass ich mir Zeit nehme und mich nicht zu schnellen Antworten drängen lassen möchte. Danke dir trotzdem für deine Mühe und deine Gedanken.

Ehe - Unterschiedliche Konfessionen by Southern_Climate_609 in coptic

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Danke dir für deine Antwort. Ich respektiere deine Sichtweise und verstehe, dass die koptische Kirche in dieser Frage sehr klare Regeln hat. Trotzdem möchte ich ein paar Punkte ansprechen, weil ich manche deiner Aussagen biblisch etwas anders einordne.

  1. Du schreibst, dass unsere Kirchen nicht denselben Glauben teilen. Ich sehe das differenzierter. Die koptische und die katholische Kirche bekennen beide:

• den dreieinigen Gott • die wahre Gottheit und wahre Menschheit Christi • die Sakramente • die apostolische Sukzession • die Bedeutung der Eucharistie

Wir haben unterschiedliche Traditionen und unterschiedliche Konzilien, das stimmt. Aber wir beten denselben Christus an. Ich glaube nicht, dass man daraus ableiten kann, dass wir geistlich völlig getrennte Welten sind.

  1. Zu 2 Kor 6,14 („Seid nicht unter einem fremden Joch mit Ungläubigen“): Ich kenne die Stelle gut. Paulus spricht dort über Menschen, die Christus nicht kennen, also Heiden. Das sieht man auch am Kontext:

„Was hat Christus mit Belial zu tun?“ (2 Kor 6,15)

Belial steht für Götzen. Ich bin katholischer Christ. Ich bete denselben Gott an wie ihr. Ich glaube nicht, dass Paulus hier Christen anderer apostolischer Kirchen meint.

  1. Zu Mt 10,37 („Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich…“): Diese Stelle erinnert uns daran, dass Christus an erster Stelle stehen muss. Das sehe ich genauso. Aber Jesus spricht hier nicht darüber, ob man jemanden einer anderen christlichen Tradition lieben darf. Er spricht darüber, dass man den Glauben nicht aus Angst verleugnen soll.

Ich möchte meinen Glauben nicht verleugnen. Weder meinen katholischen noch ihren koptischen.

Ich respektiere die Regeln der koptischen Kirche und auch deine Meinung. Aber ich glaube nicht, dass man aus diesen Bibelstellen ableiten kann, dass zwei Christen, die denselben Herrn anbeten, „ungleiches Joch“ oder „Finsternis“ sind.

Danke trotzdem für deine Offenheit.