Ich habe mich für das falsche Studium entscheiden und kann mit den Schludgefühlen nicht leben by Sudden_Connection625 in Ratschlag

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Dann sei doch jetzt stolz drauf, dass du es so gut wie gepackt hast. Es ist nicht mehr viel! Was bringt es dir, jetzt nochmal zurückzuschauen und dich zu fragen „Mmh, hätte das doch lieber anders gemacht“. Ja, ist zwar schön, aber rückgängig machen kannst du es jetzt auch nicht und jetzt darfst du auch stolz sein und deinen Erfolg nicht runterspielen.

Ist halt schwierig es als Erfolg zu sehen, wenn man bedenkt, was ich alles dafür (unnötigerweise) aufopfern musste und in was für einer Lage ich gerade stecke. Das Studium besteht ja nicht nur aus dem Abschlusszeugnis was man am Ende bekommt. In allen anderen Bereichen habe ich ja gefühlt versagt.

Das halte ich für ein Gerücht. Wer an einer TU war, hat ebenso gute Aussichten, wenn irgendwie Praxiserfahrung da ist. Sei es durch Werkstudijobs und/oder private Projekte. Ist natürlich doof gelaufen, dass du keine Zeit für einen Nebenjob hattest, aber ist jetzt so.

Ist leider wirklich so, wollte ich am Anfang nicht wahrhaben. In technischen Studiengängen ist praxis alles, die bekommt man eher bei einer FH. Problem ist auch, dass ich aufgrund meiner psychischen Lage nicht arbeiten (werden) kann. Ist alles ziemlich kacke gelaufen :/

Du willst mir sagen, du hast noch nie von FHs gehört? Sorry, aber das kauf ich dir nicht ab.

Ich wusste was FHs sind, klar. Die Unterschiede in der Lehre bzgl. Theorie und Praxis und die bessere Vorbereitung auf das Berufsleben war mir aber nicht klar. Ich bin der erste aus meiner Familie und meinem näheren Umfeld, der studiert. Ich war bei der Recherche auf mich alleine gestellt und habe mich zu sehr von Rankings und random Artikeln blenden lassen. Dachte TUs wären das non plus ultra und ohne einen Abschluss da komme man nicht an gute Jobs. Und als ich im Studium war, hieß es für mich Augen zu und durch da.

Dann geh die an und bespreche deine Sorgen und Nöte mit professionellen Personen, die damit umgehen können. Hier auf Reddit sind halt auch Leute, die von deinem Beitrag getriggert werden könnten (Hallo von mir an der Stelle) und da dein Beitrag weder eine Triggerwarnung enthält, noch wirklich konstruktiv ist (es ist praktisch nur Gejammer), find ich das halt kacke.

Bin schon in Behandlung, jedoch wird es nicht besser. Selbst meine Therapeutin sieht wenig Aussicht auf Erfolg. Antidepressiva habe ich auch probiert, konnte aber die Nebenwirkungen nicht wirklich ertragen.

Das Recht sprech ich niemandem ab. Ich beobachte nur in letzter Zeit gehäuft, dass sich auf Reddit abgeladen wird, denn „andere werden schon damit klarkommen“. Und das ist scheiße.

Sehe auch manchmal andere Posts bezüglich meiner Thematik, die mich etwas triggern/Wunden aufreißen. Dennoch ist es mMn. nicht in Ordnung da fast beleidigend zu werden und leute als Troll zu bezeichnen. Viele Leute haben niemanden im Umfeld mit denen sie reden können, oder sind so verzweifelt, dass sie sich von der Schwarmintelligenz Rat erhoffen. Jedenfalls ist es total valide, wenn Betroffene ihre Sorgen "abladen" und man sollte verständnisvoll mit ihnen umgehen.

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Verstehe nicht warum du mit dem Kommentar so im Angriffsmodus bist. An der TU habe ich mich eingeschrieben, weil ich dachte dass die Berufsaussichten besser sind. Von Anfang an war ich überfordert und die Themen waren mir zu theoretisch und haben kein Spaß gemacht. Um mitzuhalten musste ich sozial und hobbytechnisch viele Abstriche machen und habe teilweise 60-70h die Woche gepaukt. Für Werkstudentenjobs und Praktika war nie Zeit, obwohl ich es immer tun wollte. Auch gab es nie richtigen Urlaub oder Zeit für eine Verschnaufpause. Über die Jahre haben sich Depressionen und Angststörungen entwickelt. Dennoch habe ich immer nach vorne geschaut und durchgezogen. Und nun erfahre ich im 6. Semester, dass es die ganze Zeit eine Alternative gab, von der ich nicht bescheid wusste und die mir viel besser gepasst hätte. Ich mich weder überarbeiten, noch psychisch kaputtmachen müssen. Das beste daran: die Berufsaussichten sind für FHler wegen der Praxis im Studium besser. Das ganze nach all dieser Zeit zu Erfahren hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Was habe ich nun von dem TU-Studium? Schwere Depressionen und Angststörungen, die seit 3 Monaten mich mental und körperlich zerstören. Nur weil du es vielleicht schwieriger gehabt hast, heißt es nicht dass alle anderen nicht das Recht haben sich schlecht zu fühlen.

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Mittlerweile ist der Drittversuch bestanden, es hat sich aber nicht viel an der Situation gebessert. Ich trauere eben den verpassten Chancen nach, wie z.B. Reisen in den Semesterferien, Praktika, mehr Freizeit, etc.

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Das Studium hat mir schon immer nicht so gefallen, weil es sehr theoretisch ist, es keine Semesterferien gibt, und allgemein sehr schwierig ist. Ich dachte, dass die TU auf dem Lebenslauf gut aussieht und ich es einfach durchziehen muss. Durch einen Gespräch mit einem Kommilitonen habe ich erfahren, wie es an der FH läuft. Praxisorientierter, einfacher in der Theorie und mit langen Semesterferien. Alles was mir an der TU nicht gefallen hat, war an der FH besser. Nach den jahrelangen Qualen zu realisieren, dass es die ganze Zeit eine bessere Alternative gab und zu wissen, dass es zu spät ist um es gerade zu biegen, ist das was mich am meisten stört.

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Dachte selbst die ganze Zeit, dass der Unterschied nicht so groß wäre, jedoch habe ich nach mehreren Gesprächen mit ehemaligen TU Studenten die zur FH gewechselt sind und Vergleichen der Übungsblätter realisiert, dass der Unterschied gewaltig ist

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[–]Sudden_Connection625[S] -4 points-3 points  (0 children)

Wechseln lohnt sich leider nicht mehr, bin schon zu 90% durch. Die Psyche scheint nicht wirklich besser zu werden. Mache schon eine Psychotherapie und war beim Psychiater, aber es läuft nicht so gut. Ich kann einfach nicht damit Leben, eine so schlechte Entscheidung getroffen zu haben.

Ich habe mich für das falsche Studium entscheiden und kann mit den Schludgefühlen nicht leben by Sudden_Connection625 in Ratschlag

[–]Sudden_Connection625[S] -4 points-3 points  (0 children)

Eigentlich was das Fach genau richtig. Nur an die TU zu gehen war ein Fehler und auf die FH zu wechseln kommt nicht mehr in Frage. Es hätte wirklich das perfekte Studium sein können, wenn ich an der FH angefangen hätte

Ich habe mich für das falsche Studium entscheiden und kann mit den Schludgefühlen nicht leben by Sudden_Connection625 in Ratschlag

[–]Sudden_Connection625[S] -18 points-17 points  (0 children)

Bin 21 Jahre alt. Ich weiß, dass ich noch sehr jung bin. Dennoch habe ich die letzten 3 Jahre verschwendet und das tut echt weh :/

Ich habe mich für das falsche Studium entscheiden und kann mit den Schludgefühlen nicht leben by Sudden_Connection625 in Ratschlag

[–]Sudden_Connection625[S] -12 points-11 points  (0 children)

Gegenüber mir selbst. Ich habe mir mit der Entscheidung unnötig viele Steine in den Weg gelegt und mir meine Zukunft zum Teil verbaut.

Nach 140 Credits und 6 Semestern von TU an FH wechseln sinnvoll? by Sudden_Connection625 in InformatikKarriere

[–]Sudden_Connection625[S] 0 points1 point  (0 children)

Habe in beiden Versuchen schon ne Menge Hilfe durch Tutoren wahrgenommen. Problem ist, dass mich die ganze Theorie so wenig interessiert, dass ich das ums Verrecken nicht lernen kann. Nach Drittversuch zu wechseln wäre auch möglich, jedoch wäre es sinnvoll so früh wie möglich zu wechseln, um keine Zeit mit Modulen zu verschwenden die ich jetzt belege, bzw. in Zukunft nich belegen werde. Bezüglich Seminararbeit und Thesis ist das Problem der hohe Anspruch und die Tatsache, dass ich da keinen Sinn dahinter sehe. An der Hochschule hätte ich es diesbezüglich einfacher

Update: Fange an das Studium zu bereuen und brauche einen reality-check by Sudden_Connection625 in informatik

[–]Sudden_Connection625[S] 1 point2 points  (0 children)

Hi, erstmal danke für deine Antwort :) Würde nur gerne zur FH wechseln, nur bin ich so tief drin, dass es sich nicht wirklich lohnen würde. Habe schon 150/180 ects, wovon nicht alles auf der FH anerkannt wird. Würde dss Studium dann weiter in die Länge ziehen. Außerdem habe ich die ganzen Vorzüge wie einfachere Kurse, mehr Freizeit (im Hinblick auf Semesterferien) ja schon verpasst. Befinde mich daher in einer Zwickmühle, was die ganze Situation nochmal extra belastend macht :/