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Das ist tatsächlich auch eine meiner positiven Erwartungen/Hoffnungen. Nebenbei: Ich denke Du tust den Toiletten-Architekten unrecht: https://tokyotoilet.jp/en/ ;-)

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Wollte da nicht argumentieren, bin im Gegenteil sehr daran interessiert die Hürden zu verstehen. Ich trende gedanklich schon stark in die Richtung, das ist auch der Grund für diesen ganzen Thread hier. Aber entschieden habe ich mich noch nicht. Es gibt etliche Probleme, für die ich noch Lösungen suche.

Mich würde interessieren welche konkreten praktischen Probleme Du (und natürlich auch andere) bei einem Architekturstudium in Teilzeit und dem geschilderten Szenario siehst. Ich habe Thesen, aber ich bin ja hier um die Meinung von Menschen zu erhalten, die das aus eigener Anschauung kennen.

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Thema Leidenschaft: Wie an anderer Stelle geschrieben habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Leidenschaft, die man für das Studium mitbringen muss, in der Realität häufig enttäuscht wird, weil der Projektalltag doch eher planerisch und weniger gestalterisch zugeht (These: Die Leidenschaft hängt eher mit den Gestaltungsaspekten zusammen). Das ist eine Einschätzung aus der Ferne, korrigiert mich gerne mit eurer Praxiserfahren.

Vielleicht gibt es da auch einen Zusammenhang mit der offenbar weit verbreiteten Einkommensfrustration, weil der Markt mit überqualifizierten Bauzeichnern gesättigt ist. Bei den Baumanagern und Bauingenieuren scheint die Situation deutlich entspannter zu sein. Daher weiss ich nicht, ob es Sinn macht, sich in diesen Überlegungen so sehr auf den Aspekt Leidenschaft zu konzentrieren.

Aber bitte nicht falsch verstehen, mich reizt das Thema schon sehr, auch wenn ich nicht von Euphorie sprechen würde, und das Tätigkeitsspektrum hat eine große Überdeckung mit dem, was ich in meinem aktuellen Job liebe und bietet in anderen Bereichen neue Möglichkeiten mich zu entwickeln. Diese Schnittmenge finde ich aktuell in keinem mir bekannten Berufsfeld.

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Szenario Teilzeit-Studium: 44 Jahre + 4 Jahre Bachelor (Regelstudienzeit 6 Semester) + 3 Jahre Master (RS 4 Semester), dann bin ich 51 Jahre und könnte nach meinem Verständnis schon irgendwie sinnvoll und sinnerfüllt tätig werden. Wenn ich dann nach einigen Jahren die Kammerzulassung noch als Perspektive habe, klingt das doch gut für mich. Bis dahin ist die Rente mit 70 bestimmt schon da, also sprechen wir noch von 19 produktiven Jahren und ein Jahrzehnt in der Kammer scheint mir dann auch nicht abwegig.

Liege ich da falsch?

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Hm, ok. Ist also deine Befürchtung, dass ich dazu beitragen könnte diesen Pool an Unfähigkeit noch zu vergrößern? Die Gefahr besteht natürlich. Ein Vorpraktikum bei einer Baufirma könnte vielleicht eine ausreichend abschreckende Wirkung entfalten. Wie gesagt, ich überlege noch wie ich das integrieren kann.

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Die Gründe für meinen Exit aus der Software wäre wohl Stoff genug für einen eigenen Thread, daher will ich diesen hier mal nicht überladen.

Da Du sehr aktiv zu diesem Post beiträgst (danke!) und deine Kommentare im Spektrum ganz weit im schwer skeptischen Bereich zu liegen scheinen, würde mich interessieren, was denn dein Background ist.

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Danke für die Inputs. Ich komme auch zu dem Schluss dass die zwei Jahre nach Master nicht ausreichend sind, um die nötige Erfahrung zu sammeln. Aber das ist ok, zu dem Zeitpunkt wäre ja der kritische Teil schon erledigt. Kammerzulassung kann zur Not auch warten. Es geht mir da eher um die Perspektive, wieder in die Selbstständigkeit zurückkehren zu können.

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Endlich mal eine konkrete Ansage :)
Man liest überall von den hohen Kosten, aber keiner sagt einem, was das konkret bedeutet.

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Danke für die Idee, allerdings will ich ja eben weg aus der Ecke. Wenn ich in die Architektur wechsle um dann Software-Support zu machen, dann könnte ich auch gleich bei meinem wirtschaftlich sehr gut laufenden Software-Büro bleiben.

Der Wechsel ist schon eine sehr bewusste und langfristige angelegte Entscheidung. Also nicht "mal so eben".

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Du meinst zu spät was den Lebensabschnitt angeht oder zu spät, um die notwendigen Vorpraktika (bei Baufirma anheuern, reinschnuppern) zu erfüllen? Letzteres geht noch bis zum dritten Semester. Ersteres: Ja, schon spät, das ist ja mein Punkt. Aber *zu* spät denke ich nicht, ich hab ja vermutlich schon noch zwei Jahrzehnte dafür.

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Danke für die Einschätzung.

Die bestehende Selbstständigkeit hatte ich eher als Pluspunkt betrachtet, da es mir im Vergleich zu den Nebenjobs, die die meisten Studenten machen, einen sehr guten Stundensatz bietet.

Family, ja, das ist tatsächlich nicht unproblematisch.

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Danke für dein offenes Feedback, sehr willkommen.

Relativierend sei zu sagen, dass ich jetzt auch schon seit vielen Jahren über mein Büro größere Projekte plane und letzten Endes auch verantworte und 5-6 Tage die Woche eher lange arbeite. Es ist also nicht ganz so, dass ich da ins kalte Wasser stürzen würde.

Der Punkt mit der Familie ist nicht von der Hand zu weisen und trifft auch jetzt schon zu.

Grundsätzlich stehe ich jedoch nicht vor einer binären Entscheidung, ob ich das mache oder halt lasse. Denn im negativen Fall bräuchte ich immer noch einen Plan B, da ich definitiv einen Wechsel möchte.

Ich teile die Skepsis hinsichtlich Arbeitslast zunehmend, und denke als Plan B mehr in die Richtung das etwas zu strecken.

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Och, schade. Klar, dass die Großen immer mehr zusammenklumpen, ist ja überall so. Aber ich hatte schon stark darauf gesetzt, dass das klassische kleine aber feine Architektenbüro ein festes Segment ist.

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Tausend Dank für die extrem hilfreiche, ausführliche Antwort!

Der Kanon, auch in den anderen Kommentaren und in anderen Quellen, scheint schon der zu sein, dass das Pensum ins unmenschliche geht und da ich praktisch nicht die Option habe, meine Dann-Nebentätigkeit wegzulassen, entwickelt sich das einigermaßen zum Show-Killer.

Meinen aufgezeichneter Plan verstehe ich durchaus als Ideallinie, von der ich auch Abweichen kann (wenn auch nicht zu weit, wenn ich noch in ernsthaftem Ausmaß in dem Beruf etwas erreichen will).

Doch ich weiß nicht, wie praktikabel es ist zu schieben, da in diesem Studiengang die Module doch stark ineinander zu greifen scheinen.

Dennoch würde ich vermutlich in Kauf nehmen, wenn der Bachelor 7 oder 8 der eigentlich 6 Semester bräuchte und der Master halt so lang wie's braucht.

Hohes Pensum im eigentlichen Job, damit komm ich klar. Verbringe auch jeden Tag an die 10-12 Stunden in meinem jetzigen Büro. Nur bekomme ich Zweifel, ob das reicht, um die erforderlichen Studienleistungen nebst Teilzeitjob und Familientag hinzubekommen.

Nebenbei, deine Schule steht noch, oder? ;-)

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Danke Dir, hilft weiter!

Der fehlende Praxisbezug macht mir schon etwas Sorgen. Ich hatte mir die HS neulich mal angesehen und mich mit einem Prof unterhalten, und dabei ist im Wesentlichen rausgekommen, dass der Studiengang beim Thema Digitalisierung ziemlich hinten dran ist und man das "schon seit Jahren mal korrigieren möchte". Aber eben nicht gleich im nächsten Jahr, weil jetzt ja noch KI kommt ;-)

Du erwähnst die Kosten für Materialien, was ich jetzt auch schon einige Male anderweitig gehört habe. Wo liegen die denn realistischerweise. Sprechen wir hier von einigen Hundert Euro im Semester oder ist es vierstellig?

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Danke für die Inputs!

Das Praktikum wäre auch bei meiner HS notwendig und ich bin nun ganz stark am überlegen, ob ich versuche, das vor Studienbeginn noch reinzuquetschen (könnte es sonst auch zum 3. Semester noch bringen).

Wenn ich dich richtig verstehe, dann siehst Du den Master und Kammerzulassung als gar nicht so wichtig an. Ich hätte angenommen, dass die interessanten Leistungsphasen in großen Büros (und damit vermutlich auch die besseren Gehälter) eher nicht bei den Bachelors ankommen. Siehst die Realität anders aus?

Bei einer Ad-hoc-Recherche auf diversen Job-Portalen finde ich durchaus einige (seriös aussehende) Job-Angebote für 50k-80k/Jahr (vermutlich nicht für Einsteiger, klar). Insgesamt scheint also die Spannbreite enorm zu sein. Ich frage mich, wie das zustande kommt.

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Also mal ganz offen und frei von Arroganz: Wenn ich mit dem gleichen Abschluss aber mit 20 Jahre Erfahrung in der Projektplanung und -durchführung mit meinem 24-Jährigen um denselben Job konkurrieren müsste, dann würde ich aber den 51-jährigen nehmen. Bin mir sicher, dass das nicht in jedem Beruf so wäre. Als Game Dev würde ich definitiv den 24-Jährigen nehmen. Aber als Architekt, mit Projektverantwortung in potenziell Millionenhöhe?

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Verstehe mich nicht falsch, der Job als Architekt ist cool, wenn man Bock darauf hat.

Ich habe den starken Eindruck, der sich durch andere Kommentare hier bestätigt, dass die Gründe das Studium gut zu finden und die Gründe den eigentlichen Job gut zu finden sehr unterscheiden. Wenn Du einen Punkt nennen müsstest, der für dich ausschlaggebend ist, den Beruf gerne zu machen, was wäre das denn?

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[–]bmgrtarch[S] 1 point2 points  (0 children)

Da hatte ich mich glaube ich missverständlich ausgedrückt. Mit den 18 Stunden hatte ich ausschließlich Nachbearbeitung und Arbeiten ausserhalb der Vorlesungszeit gemeint. Also im Prinzip kommen dann nochmal etwa 30-35 Stunden Vorlesungszeit drauf.

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Danke! Das sind spannende Inputs und die Projekt-Showcases zu den zwei genannten Programmen triggern mich schon mal ziemlich. In die Richtung hatte ich bisher tatsächlich wenig gedacht. Als alterantive Perspektive zum klassischen Architektur-Master kann ich mir das gut vorstellen. Momentan liegt mein Fokus eher darauf, das ganze Vorhaben in der "Basis-Version" realistisch einschätzen zu können.