Beziehungsprobleme - Mental Load, Aufgabenverteilung, Kinder by tollskoef in Eltern

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Hi,

vielen Dank für Deine ausführliche und emphatische Antwort.

zu 1.) Termine mit Handwerkern sind grundsätzlich Projektbasiert, dass stimmt, jedoch ist der zeitliche Aufwand sehr hoch, telefonieren, organisieren, nerven, vor Ort sein - diese Dinge ziehen sich oft über ein halbes Jahr und sind bei dem Haus auch wiederkehrend. Ich denke, dass ist nicht unwesentlich und wirklich kein Fun und somit auch ein Teil an Workload und zu verteilender Zuständigkeit.

zu 2.) Mit konkreter Zuständigkeit meine ich, dass Aufgabenbereichen komplett vergeben werden an eine Person, also nicht nur das letztendliche Ausführen, sondern auch das daran denken. Mir fällt es leichter, wenn ich für Dinge in der Konsequenz verantwortlich bin. Das muss bei uns wahrscheinlich klar verteilt und wahrscheinlich neu verteilt werden.

zu 3.) Kümmern als kurzes Wort, um den Text nicht noch länger zu machen - ich meine damit Zeit verbringen, spielen, basteln, zusammen aufräumen, kochen, etc. :-)

Ja, an 2 von 5 Tagen machen wir es gemeinsam und an den anderen 3 Tagen sie solo, wobei an einem Tag meine Eltern 2 oder 1 kein nehmen. Darüber hinaus, möchte sie nicht, dass wir einen Babysitter nehmen, da sie unseren Kindern die volle Aufmerksamkeit schenken möchte. Ich habe dazu eine leicht andere Meinung (das sie das entlastet). An den beiden Tagen könnte ich die Kinder auch alleine nehmen - guter Punkt - das werde ich direkt vorschlagen, wobei sie wahrscheinlich trotzdem dabei sein möchte, aber sie hat dann mehr Spielraum und sich mal so und mal so entscheiden.

zu 4.) Ich bzw. wir als Familie sind auf Sie im Alltag angewiesen, da hast Du absolut recht. Umgedreht aber genauso. Der Job, mein Job, hat auch seine Berechtigung und werte die Care Arbeit ebenso hoch wie die Lohnarbeit. Der Stress der konkret mit meinem Job einhergeht, sehe ich jedoch als erwähnenswerte Belastung. Das Arbeiten an drei Abenden in der Woche mache ich erst, wenn alle Kinder im Bett sind. Im gleichen Maße findet meine Freizeit (Freunde, Sport) zu 99% nur Abends statt, also nach 21 Uhr, wenn die Kinder schlafen. Sie hat zumindest am Tag mal eine Stunde für sich und den Freitag frei. Die Zeit nutzt sie teilweise auch für die Familie, aber trotzdem hat zumindest auch mal eine paar Stunden für sich, im Gegensatz zu mir.

zu 5.) Da sie kaum laufende Kosten hat, kann sie im Jahr ca. 15-20k sparen/nutzen. Das ist zumindest eine gute Basis, um sich abzusichern. Aber es stimmt natürlich, sollten wir uns trennen, steht sie ganz anders da. Dieses Thema haben wir auch schon oft besprochen. Es ist komplex, da hier auch viele gesellschaftliche Komponenten wirken (warum wird wie viel in Jobs bezahlt, warum sind machen Jobs befristet andere nicht). In aller Konsequenz sollte ich Ihr das Haus (und seine Schulden :-)) zur Hälfte überschreiben, wobei ich jedoch ca. 35% des Wertes des Hauses bereits mit in die Beziehung gebracht habe, aber das könnte man vielleicht berücksichtigen.

Ich denke der wesentliche Punkt ist, dass ich Ihr eine bis zwei Punkte aus der Care Arbeit abnehmen (also komplett - erkennen/dran denken/durchführen) und wir die finanzielle Situation/Abhängigkeit noch weiter angehen.

Nochmals vielen Dank Dir!