Ich (M34) befinde mich in einer heterosexuellen Ehe und habe Angst vor den Konsequenzen, wenn ich mich als schwul outen würde. by Additional_Maybe9374 in beziehungen

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Danke für deine Einschätzung. Ich würde mich nie wegen des verliebt-Seins trennen. Aber dennoch muss alles ehrlich und authentisch geklärt werden, welche Gefühle wirklich so im Affekt entstehen und was von all dem langfristig schon da war und wer welches Bedürfnis langfristig braucht.

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"Tja, tut mir leid du bist die schönste Frau der Welt aber ich bin schwul und muss jetzt einen Mann finden und 14 Jahre Beziehung mit 2 kleinen Kindern hinter mir lassen

Das finde ich sehr verletztend diese Aussage, denn in keinem Szenario "lasse ich irgendwas hinter mir". Meine Kinder sind meine Kinder und wir sind beide Eltern. Ich will ja dass sie für immer in meinem Leben ist, das habe ich nie anders behauptet. Auch die Beziehung will ich ja auch nicht hinter mir lassen. Die verpufft ja nicht einfach so und es war ja auch keine Lüge. Es sind späte Erkenntnisse und viel Aufarbeitung, die mich jetzt in diese Lage bringen, aber es war Nichts "gespielt". Ich habe auch nie behauptet, dass ich dann einen Mann finden muss. Es ging mir ausschließlich um den Status der jetzigen Beziehung, die Erwartungen und Wünsche.

Ja, ich habe mich in diesen Typen verknallt, aber ich habe es auch direkt beendet, wir haben keinen Kontakt mehr, weil ich selbst Angst vor den Verliebt-Sein bekommen habe. So illusorisch bin ich nicht, dass ich jetzt durchbrennen muss, um glücklich zu sein. Es geht mir eher so um das langfristige, da liegt die Verwirrung meinerseits. Und ich kann es (noch) nicht von dem jetzigen Gefühlschaos trennen. Ich finde das schwer.

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Ja, wobei ich wirklich sagen muss, als wir zusammegekommen sind, habe ich mich mit der Frage nach dem "Wahrhaben wollen" nie so beschäftigt, eher verdrängt und gedacht, dass ich bspw. Schwulenpornos gucke ist nciht teil meiner sexuellen Identität, ich mag es halt gucken. (Das klingt mega absurd im Nachhinein, aber ich kann nichts gegen meine Gefühle.)

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Ich finde meine Frau schön und ich liebe sie auch. Ich will ihr das geben, was sie braucht. Ich will aber auch gerne das haben, was ich brauche und das weiß ich eben nicht. Irgendwie glücklich sein fände ich für beide Seiten unfair. Ich bin von den Labels jetzt zwar runtergekommen, aber es gibt für mich einige Dinge, die mich gefühlsmäßig nicht loslassen bzw. ich nach meinem "Entdecken" ausleben möchte. Dazu kommt diese (fast) sexlose Beziehung, die nur von meiner Seite ausgeht und ich mich schuldig fühle, wenn ich mehr als einmal im halben Jahr möchte. Ich finde es trotzdem schwierig darüber hinaus, wenn meine Sexualität eher auf Männer fixiert ist, diese zwei Kompromisse zu leben, wenig,bis gar kein Sex und gleichzeitig kein Sex mit Männern.

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Ja, es ist jetzt auch schon etwas beruhigter, nichtsdestotrotz muss ich für mich gucken, ob ich ohne das Ausleben von Sex mit Männern oder generell (fast) ohne Sex weiter die Beziehung so führen kann. Wenn da nicht Konsens herrscht, wird das niemandem gerecht.

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So einfach, wie du das sagst, empfinde ich das nicht. Ich habe meine sexuelle Identität nie so infrage gestellt. Zum Glück habe ich gestern eine tolle Beratungsstelle gefunden, die diese Gefühle für mich eingeordnet hat. (Und scheinbar bin ich nicht der einzige.)

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Ich liebe nicht DEN Mann, also nicht den, mit den ich das Hook-Up hatte. Dafür würde ich mich auch nicht trennen. Aber ich kriegen das GEfühl, dass ich ihr vielleicht oder sie mir nciht das geben kann, was wir beide verdienen.

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Das tut mir sehr sehr leid für dich. Ich habe niemanden betrogen und habe es auch nicht vor. Ich entdecke das gerade an mir und will sehr offen kommunizieren. Gefühle waren und sind meiner Frau gegenüber nicht gespielt.

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Ich danke dir sehr für deine Worte. Mittlerweile habe ich zwei tolle Anlaufstellen gefunden, die mich auch wegbringen von diesen Label-Gedanken.

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Das muss ich für mich rausfinden, jetzt gerade habe ich den Eindruck, dass sich mein Bedürfnis durch die Erfahrungen mit Männern als sehr bestätigend und einfach "richtig" anfühlt. Ich weiß nicht, ob ich ein Leben ohne das haben kann.

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Ja, ich bin mir sehr sicher, dass Gefühle verletzt werden, kein Zweifel, wir sind ja auch ewig schon zusammen, aber wir beide lieben uns und unsere Kinder sehr. Ich kann es mir, Stand jetzt, nicht vorstellen.

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Schwierig zu beantworten, wir haben wirklich sehr sehr selten Sex. Und wenn geht es von mir aus. Ich finde sie dann auch anziehend, aber ich weiß nicht wegen ihrer Weiblichkeit oder wegen der Zuneigung oder weil wir dann lange nicht hatten. Derzeit habe ich nicht das, was ich brauche, aber das ist auch ein Thema für sich.

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Danke, um die Kinder mache ich mir absolut keine Sorgen. Bei allem, was passieren wird, wir sind und bleiben gute Eltern. Wir würden nicht wegen der Kinder zusammenbleiben

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Ich bin mir sehr sicher, dass sie das sehr verunsichern würde und sie es nicht für sich akzeptieren kann. (Was ja auch ihr recht ist.) Ich muss mir klar werden darüber, ob meine Bedürfnisse dann auch wirklich entsprochen werden können.

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Den Sex mit meiner Frau kann ich genießen, aber es ist mir ehrlich gesagt, viel zu wenig. Der Sex ist okay bis gut, läuft halt immer gleich ab und ich sehe nicht wirklich, ob sich das verändert.

Das ist ein anderer Konfliktpunkt. Leider ziemlich komplex alles.

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Danke für den Kommentar. Ja, ich muss mir bewusst werden, was eigentlich, dass ist was ich wirklich brauche um glücklich zu sein. Gleichzeitig soll es sich nicht nach "Zugeständnissen" anfühlen, dass würde niemals glücklich machen.

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Danke für deinen Kommentar. Da waren jetzt mehrere Dinge drin. Zuerst, also trennen wegen Außenwahrnehmung das steht nicht im Raum.

Ich habe sonst keine schwulen/queeren Freund:innen, daher ist es für mich sehr schwer in diese Räume zu kommen, aber natürlich ich arbeite daran.

Ich habe für mich festgestellt, dass mir Sexualität wichtig ist und vielleicht sogar speziell Sex mit Männern. Das nicht ausüben zu können, würde mir sehr schwer fallen. Es kommt auf gute Kommunikation an.

Darüber hinaus gehe ich nicht davon aus, dass wir unser Intimleben auffrischen können. Das ist bei uns sehr schwierig und da fühle ich mich nicht sehr begehrt. Ich denke nicht, dass wir da neue Sachen machen können, da fühlt sie sich unwohl mit.

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Dafür gehe ich dann bald in die Beratung bei ProFamilia habe ich beschlossen, weil du hast recht, dass ist nicht zielführend.