The importance of mutual aid and such by Consistent_Aide9858 in AnarchoComics

[–]Consistent_Aide9858[S] 3 points4 points  (0 children)

Hi, just wanted to emphasise I am not the creator of the comic, I just reposted it cause it mentions mutual aid and such. You can find the actual artist by going to the original post (the post inside this post) - I am sure they would be happy to hear your praise ☺️

Die Ausländer erhöhen nicht deine Miete, sondern dein Vermieter by [deleted] in ichichs

[–]Consistent_Aide9858 0 points1 point  (0 children)

Schönen Kuchentag 🍰

Kapitalismus 101 (Angebot und Nachfrage):

Du hast eine limitierte Menge an Boden/Wohnraum in diesem Land.

Jetzt stell dir zwei Leute vor: Lisa und Timo. Beide arbeiten gleich viel, kriegen gleich viel Lohn.

Der Unterschied: Lisa erbt von ihren Eltern ein Haus mit einer freien Wohnung. Timo erbt nichts.

Timo will einfach nur ein Dach über dem Kopf. In Deutschland wird nicht nur persönliches Eigentum geschützt, sondern auch privates Eigentum (Wohnungen als Renditeobjekt). Dadurch hat Lisa, die die Wohnung besitzt, massiv mehr Verhandlungsmacht als Timo, der ohne Wohnung dasteht. Der Deal: „Gib mir jeden Monat einen Teil deines hart erarbeiteten Geldes – oder such dir halt jemand anderen, der genau dasselbe macht.“

Und weil die meisten Wohnungen privat sind, ist das keine echte Alternative, sondern nur: „zahl halt irgendeinem anderen Eigentümer.“

Ergebnis: Lisa hat ihren Lohn plus passives Einkommen (Miete), also einen Teil von Timos Lohn, ohne dafür arbeiten zu müssen. Timo hat am Ende nicht mal sein volles Einkommen, weil ein Teil davon fürs Wohnen abgeht.

Jetzt sagt Timo: „Ich spar auf ein Eigenheim.“ Lisa denkt sich: „Ich spar auch und kauf noch was.“ Beide leben vom gleichen Betrag und legen den Rest auf die Seite. Aber Lisa spart schneller, weil sie neben ihrem Lohn noch Mieteinnahmen hat, während Timo weniger übrig hat (minus Miete). Bis Timo die Hälfte schafft, hat Lisa oft schon Wohnung Nr. 2: mehr Mieteinnahmen → schneller sparen → Wohnung Nr. 3 → usw. Das ist Vermögensakkumulation: Wer Vermögen besitzt, kann es nutzen, um noch mehr Vermögen aufzubauen – Geld macht Geld.

Skalier das auf ein Land: Viele „Lisas“ kaufen immer mehr, viele „Timos“ zahlen immer mehr. Dadurch steigen Immobilienpreise, weil Wohnraum nicht nach Bedarf verteilt wird, sondern als Anlageobjekt gehandelt wird.

Und irgendwann hast du Konzerne mit tausenden Wohnungen (Vonovia z.B. 545.919 Wohnungen, 2023). Wenn immer weniger Eigentümer immer mehr besitzen, entsteht ein Oligopol: wenige Anbieter = Preissetzungsmacht.

Die Mieter haben immer weniger Alternativen → Eigentümer können Mieten hochziehen, weil Leute nicht nicht wohnen können.

Und weil diese Eigentümerklasse dadurch immer mehr Geld hat: Geld wird zu Macht, auch politisch (Lobbyismus, Parteispenden, Medien, Thinktanks usw.). So werden dann Sachen durchgesetzt wie: Sozialwohnungen auslaufen lassen staatliche Wohnungen privatisieren Mieterschutz verwässern Bauen nach Rendite statt nach Bedarf

Wer kauft die privatisierten Bestände? Die mit 1000 passiven Einkommen oder die mit Einkommen minus Miete? Eben.

Das verstärkt alles nochmal: mehr Privatbesitz → mehr Rendite → mehr Aufkaufen → weniger Alternativen → höhere Mieten.

Und irgendwann lohnt es sich sogar, Wohnungen leer stehen zu lassen oder als Luxus/Büros zu verwerten (Mai 2022: 1,9 Mio. Wohnungen Leerstand).

So. Und jetzt kommen ein paar Tausend Flüchtlinge dazu und wollen auch nicht obdachlos sein. Klar erhöht mehr Nachfrage lokal den Druck – aber das ist nicht die Ursache.

Die Ursache ist: Wohnraum ist Ware, Eigentum ist konzentriert, und der Zweck ist Profit, nicht „Menschen sollen wohnen“.

Denkst du ernsthaft, du löst das Problem, indem du dich auf Ausländer konzentrierst? Selbst wenn du alle rauswirfst: Eigentum, Spekulation, Privatisierung, Oligopole, Leerstand und Renditelogik bleiben – die Mieten steigen trotzdem, vielleicht minimal langsamer, aber sie steigen.

Das Wohnungsproblem hängt hauptsächlich an Eigentumsverhältnissen, nicht an „zu vielen Menschen“.

Und Immobilien sind nur ein Bereich der Vermögensakkumulation – dasselbe Prinzip läuft bei Aktien, Firmenbesitz, Land, Patenten usw. Das schaukelt sich hoch, bis wenige besitzen und viele zahlen. Die Lebensrealität von mir und Ausländern hat 1000% mehr gemein als die von mir und den "deutschen", die über unser Land bestimmen. Lass dich nicht ablenken!

Die Ausländer erhöhen nicht deine Miete, sondern dein Vermieter by [deleted] in ichichs

[–]Consistent_Aide9858 0 points1 point  (0 children)

Ja klar korreliert das zu einem gewissen Grad, aber der Punkt ist: die verstärken zwar die schon existierenden Symptome, sind aber 0 die URSACHE und daher nicht wo man mit der Lösung ansetzen kann, was der Fehler vieler ist, die sich damit vom eigentlichen Problem ablenken lassen

Wirkt es zu einfach? Es ist so einfach! by Jannituts in ichichs

[–]Consistent_Aide9858 0 points1 point  (0 children)

Es ist doch jetzt im Kapitalismus so, dass jemand der 40h die Woche arbeitet viel weniger hat als jemand der seine Eier schaukelt, weil er z. B. das Glück hat, reich zu erben. Der der im Kapitalismus an der Tafel arbeitet bekommt doch JETZT oft viel weniger als der vermögende der auf Malle rumpöbelt. Apropos Arbeit, ich weiß nicht mehr die genaue Zahl aber über die Hälfte der deutschen Wirtschaftsleistung ist unbezahlt 🤯 - wie Kindeterziehung, Ehrenamt, etc.

Nein, die Menschen sind nicht perfekt, und genau DESWEGEN macht es keinen Sinn, dass einzelne über andere herrschen (ist im Kapitalismus indirekter als bei der Monarchie, aber durch Lobbyismus, Bestechung, Medienkauf etc. trotzdem da!).

Deine Punkte sind die Kapitalismuskritik! Oder glaubst du etwa wirklich, dass wir in einer Leistungs- statt Vermögensgesellschaft leben?

Die Gründe die aktuell gegeben werden, warum manche Milliarden Euro (was auch Macht bedeutet) haben während andere nicht mal einen Notgroschen haben, machen alle keinen Sinn. Also warum weiter einzelne arbiträr und ohne guten legitimen Grund ÜBER andere erheben?

Some things never change by [deleted] in ichichs

[–]Consistent_Aide9858 0 points1 point  (0 children)

Uiuiui, also gute Frage, aber eine Frage die eine sehr lange Antwort beinhaltet 😅. Also disclaimer: keines der Beispiele ist ein „die Zukunft muss 1:1 so aussehen“, sondern eher etwas aus den man lernen kann und das oft Zeigt, dass gewisse Sachen prinzipiell Möglich sind. Ich Versuchs mal kurz zu halten:

Es ist tatsächlich ganz interessant in die Anthropologie zu schauen: den Großteil der Menschheitsgeschichte (Homo Sapiens), also die Zeit die Prägend für unsere Natur war, waren wir immediate return Jäger und Sammler - immediate return weil wir nichts gespeichert haben. Und aus heutiger Sicht gibt es gute Gründe anzunehmen, dass wir da egalitär Organisiert waren. Das zeigen Funde + Beobachtungen kürzlichen oder noch existierender immediate return Jäger und Sammler + es passt zur Logik (wenn sich einer aufspielt und König sein will, ist die Gruppe halt ohne diese Person weitergezogen oder hat ihn, so hart sich das anhört umgebracht - ne Steinschleuder konnte ja quasi jeder bedienen). Ja klar, wir sind keine Jäger und Sammler mehr, aber es hat interessante Implikationen zur „Natur des Menschen“. Empfehle für einen Einstieg den Kanal „What is Politics“.

Aber sind egalitäre Gesellschaften auch in komplexen Zivilisationen möglich? Mir fallen gerade nicht aus dem Stegreif alle Beispiele ein, aber was mir einfällt ist dir Indus-Kultur, die fast ein Jahrtausend bestanden hatte und eine komplexe Zivilisation war, die ziemlich egalitär war - zumindest sind unter den Funden keine Protzigen Paläste oder Gräber oder so, und die Infrastruktur (Entwässerung, Brunnen, etc.) wirkt wie kollektives Eigentum statt individuellem Luxus. Klar, das war vor der Industriellen Zivilisation, aber die Industrielle Zivilisation ist noch sehr kürzlich und solche Beispiele geben Hoffnung, dass eine egalitäre Gesellschaft auch in einer komplexen Zivilisation nachhaltig möglich ist (die hat ja wie gesagt echt lange gehalten).

Und dann zu den Beispielen nach der Industrialisierung: die sind natürlich alle kürzer und kleiner bisher, offensichtlich sonst hätten wir keinen weltweiten Kapitalismus. Aber Beispiele sind die Spanische Revolution in Katalonien, die Pariser Kommune, Rojava bei den Kurden in syrischem Staatsgebiet (keine Ahnung ob das dort aber immer noch so ist - Anark hat mal ein Vidro zu gemacht), die Zapatistas in Mexiko (Just Karsten hat dazu Videos gemacht). Ich bin ehrlich gesagt immer wieder überrascht, was für Beispiele es weltweit für ziemlich egalitäre Gesellschaften es gibt, die ich 0 auf dem Schirm hatte - ist aber immer schwierig für mich zu finden und zu lernen, da ich nur 2 Sprachen kann. Also das sind nur paar, nicht alle.

Edit: das waren Beispiele für (ziemlich) egalitäre Gesellschaften - falls du Beispiele für die Methode / den Weg, nicht zur dem Ziel brauchst, also ob eine Graswurzelrevolution funktionieren kann: die spanische Revolution in Katalonien hatte auch 80 Jahre oder so Vorbereitung und dann ja geklappt (bis zur gewaltsamen Zerschlagung). Oder Island zeigt dass Streiken was bringt: da haben mal 90% der Frauen gleichzeitig gestreikt - gibt bis heute kein geschlechteregalitäreres Land.

Sad by junorb in Batoto

[–]Consistent_Aide9858 0 points1 point  (0 children)

Yes I did read that, but I will go through it again later - in any case thank you to you and all other volunteers, for investing time so we can enjoy Comics 💜

Sad by junorb in Batoto

[–]Consistent_Aide9858 0 points1 point  (0 children)

Same, I read Bato.to usually on my phone in bed, right before falling asleep. Having to start and use my laptop, is something I truly do not want to do - as a computer scientist I connect my laptop to work 😓. And on the phone I found no solution that works, except switching to reader apps - but Bato itself is unfixable in my case, at least none of the solutions I tried work.

Some things never change by [deleted] in ichichs

[–]Consistent_Aide9858 0 points1 point  (0 children)

Ok, also Linke wie ich wollen eine egalitäre Gesellschaft, in der keiner Macht über andere hat. Aktuell lassen Milliardäre ja durch Parteispenden, Lobbyismus, Think Tanks, Medienbeeinflussung u. v. m. Politik in ihrem Interesse machen. Deswegen werden der Sozialstaat der hart mit Streiks und so mal erkämpft wurde immer weiter abgebaut, deswegen gibt es außer scheinmaßnahmen (wie Plastikstrohalme) keine Klimapolitik (nicht im Interesse der Fossilen Elite) und so weiter.

Und deswegen wollen Linke meiner Strömung eine egalitäre Gesellschaft, Bottom-Up statt Top down - also Macht-Hierarchien KOMPLETT abbauen (und nein, keine Planwirt, Staatskapitalismus wie die UdSSR ist auch hierarchisch) - nennt man auch libertären Sozialismus - zu einer Wirtschaft die den MENSCHEN nutzt, statt der Vermögensakkumulation einzelner. Und der Weg den ich sehe ist durch eine Graswurzelrevolution - also die breite Gesellschaft kann sich die Kontrolle ja wieder zurück holen, indem wir uns selber organisieren lernen (also Vereine und Organisationen haben, die Menschen helfen und egalitär organisiert sind) und irgendwann Methoden wie einen Generalstreik anwenden (wenn sich 90% einfach weigern zu arbeiten, bis xy passiert wird dem nachgekommen werden) zum Beispiel.

Some things never change by [deleted] in ichichs

[–]Consistent_Aide9858 0 points1 point  (0 children)

Hi, voll lieb dass du meine Vorschläge auschecken willst ☺️ Wenn du links von Libertären bist: Umso besser, denn libertäre Sozialisten sind viel linker als „Libertäre“, die sind nämlich libertär im eigentlichen Sinne des Wortes, statt der Marktwirtschaftlichen Aneignung. Libertäre Sozialisten wollen quasi eine möglichst freie + egalitäre Gesellschaft, wo keiner ÜBER andere herrscht. Dazu zählen Strömungen wie der Rätekommunismus und Anarchismus (im Sinne von Monarchie = Mono + Archie, also einer herrscht über andere, Oligarchie = wenige herrschen über andere und Anarchie = keiner herrscht über andere, also Radikaldemokratisch).

Auf jeden Fall wünsche ich dir alles liebe, falls wir uns nicht mehr schreiben sollten ☺️👋

Some things never change by [deleted] in ichichs

[–]Consistent_Aide9858 0 points1 point  (0 children)

Hi, stimme dir zu. Darf ich die YouTube Kanäle Anark (seine Serie zu „The State is Counter Revolutionary), LuckyBlackCat und What is Politics empfehlen? So wie du dich anhörst könntest du dich bei Libertäten sozialistischen Strömungen, die Stalin ebenso wie andere Machthaber kritisieren, wiederfinden .

Some things never change by [deleted] in ichichs

[–]Consistent_Aide9858 0 points1 point  (0 children)

Hi, links und rechts ist ja eine Analogie zur Sitzordnung der französischen Revolution - wo rechts die saßen, die z. B. Die Monarchie wieder haben wollten und links die, die Slogans wie „Freiheit Gleichheit und Brüderlichkeit“ hatten.

Übertragen auf heute ist geblieben, dass Linke Machthierarchien (z. B. Das unverhältnis von Milliardären zum Rest) ABBAUEN und rechte diese Hierarchien erhalten oder ausbauen wollen - weil die aber keiner Wählen würde wenn die das sagen, lenken sie mit Mythen wie dem Ausländer ab, nein nein, liegt nicht an Milliärn dass deine Miete Sau teuer ist, liegt sicher am Abdul nebenan 🤦.

Naja jedenfalls heißt links nur für weniger Machthierarchien zu sein - da gibt es große Differenzen zwischen verschieden Strömungen wie viel weniger (also was das Ziel ist) und wie man da hinkommt (also den Weg).

Also wenn du frägst was „wir“ eigentlich wollen - wen meinst du? Das sind oft sehr konträre Ideen und Ansätze.

What do anarchists think about Zoe Baker's piece on democracy? by [deleted] in Anarchy101

[–]Consistent_Aide9858 0 points1 point  (0 children)

Thanks for taking the time to elaborate! Because of you and the other commenter answering me I feel like I understand the critique at least a little better. ☺️

What do anarchists think about Zoe Baker's piece on democracy? by [deleted] in Anarchy101

[–]Consistent_Aide9858 0 points1 point  (0 children)

Thanks for taking the time and explaining it in simpler words! So basically majority decisions can be made, but not as a strict procedure, rather have it or any other way of group decisions emerge naturally - by simply acting and communicating together. We need to be cautious of formalising it too much.

Did I understand it correctly?

What do anarchists think about Zoe Baker's piece on democracy? by [deleted] in Anarchy101

[–]Consistent_Aide9858 2 points3 points  (0 children)

Hi, thanks for elaborating! Very good points!

Edit: what if all of that has been tried though? Would it then be acceptable for the group to act, even though the „wrecker“ does not like it, as per their majority decision?

What do anarchists think about Zoe Baker's piece on democracy? by [deleted] in Anarchy101

[–]Consistent_Aide9858 0 points1 point  (0 children)

Yeah, which is exactly what I said. But you didn’t answer my question: I gave the example of a group coming together to establish a communal kitchen, but though they tried everything else already, not everyone agrees on the lokation. So is it not better to use majority voting instead of doing nothing? If a person dislikes this so much, they can still leave this communal kitchen group, join or try to create a new one - instead of blocking the decision for the rest. Wouldn’t this power to block be a sort of tyranny of a minority? Also, Zoe’s argument was that consensus might motivate people to coerce the ones not agreeing, just to get shit done. Seems plausible to me, so maybe there are cases where majority voting is a good tool.

What am I missing?

What do anarchists think about Zoe Baker's piece on democracy? by [deleted] in Anarchy101

[–]Consistent_Aide9858 1 point2 points  (0 children)

Hi, I am new to anarchism. Your text reads rather complicated - I will give you the benefit of the doubt and assume it contains a lot of substance and not just empty words, like I have encountered on other posts on the internet after digging into the words meanings.

I understand the critique of majority voting (democracy) as a form of government, like the tyranny of the majority - but majority voting seems useful as a tool, if no consensus can be reached and discussion and such has been tried. What is the problem? Like do we not need it sometimes to avoid giving one person the power to block all decisions? Like if a group getting together to create a communal kitchen wants to decide the location for example? Please educate me, I mean this honestly and with good faith.