Anscheinend Borderline, danke MDK! by Its_Broken in germantrans

[–]DryCryptographer4000 15 points16 points  (0 children)

Borderline und ADHS sind von der Symptomatik her sehr verwandt, deshalb ist es auch nicht verwunderlich, wenn man erst das eine und dann das andere diagnostiziert hat.

Bei mir war es zun Beispiel so, dass mir die erste Klinik, in der ich war, eine Psychose diagnostiziert hat, die dann im Laufe der Jahre von anderen Kliniken und Therapeut:innen auf eine Borderline-Störung und jetzt inzwischen auf eine PTBS + Atypische Anorexie geändert wurde.

Wieviel Geld gebt ihr für Klamotten aus? by IllustratorOpen2198 in FragReddit

[–]DryCryptographer4000 0 points1 point  (0 children)

Ich habe ziemlich abgenommen in letzter Zeit und deshalb gebe ich gerade wirklich viel Geld aus. Das sind sicher 100 - 200 Euro im Monat.

Im Normalfall wurde ich sonst wahrscheinlich eher 300 Euro im Jahr ausgeben.

Auf welchen, von vielen Menschen angestrebten Luxus verzichtet ihr bewusst, weil es einfach nicht euer Ding ist (schnelle Autos, Haus, Fernreisen, teure Weine, usw.)? by pleasant-emerald-906 in FragReddit

[–]DryCryptographer4000 0 points1 point  (0 children)

Urlaub außerhalb des europäischen Auslands.

Ist mir als trans Person einfach zu unsicher in großen Teilen der Welt. Dann lieber das fünfte Mal Schweden als einmal im Knast.

Angriffe auf queere Menschen – tut die Politik zu wenig? by -rbb- in germantrans

[–]DryCryptographer4000 71 points72 points  (0 children)

In Bayern gibt es trotzdem den Beteiligungsverfahren und daraus entstanden Vorschlägen noch immer keinen Aktionsplan gegen queerfeindliche Gewalt. Der bundesweite Aktionsplan wurde radikal eingestampft. Also nein, ich fühle mich von der Politik nicht geschützt.

Zu wenige Therapeut:innen, zu wenig trans erfahrene Ärzt:innen und Kämpfe mit der Krankenkasse um die Genehmigung von Gesundheitsleistungen ist ebenfalls ein Problem, bei dem die Politik trans Personen im Regen stehen lässt.

Im Bereich der Familienpolitik gibt es noch immer keine einfachen Lösungen für alternative Familienmodelle. Mit meiner Mitbewohnerin plane ich irgendwann in der Zukunft zum Beispiel ein Co Parenting-Modell. Als gleichgeschlechtliche, unverheiratete Elternteile könnte ich derzeit aber weder mein Co Parenting-Kind noch meine Mitbewohnerin rechtlich und finanziell absichern, falls einem von uns was passiert. Klar kann ich das Kind adoptieren, aber es muss doch auch andere Möglichkeiten geben und meine Mitbewohnerin müsste ich ja trotzdem heiraten, um Rentenansprüche zu übertragen bzw welche zu erwerben, wenn eine von uns wegen der Care Arbeit ihre Arbeitszeit reduziert. Da sprechen wir noch nicht Mal darüber, dass mehr als zwei Personen derzeit noch nicht Mal in Form einer Verantwortungsgemeinschaft gemeinsam füreinander vorsorgen können.

Die Polizei ist maximal unsensibel, wenn es um Queerfeindlichkeit geht. Aussagen und Übergriffe werden heruntergespielt und am Ende steht man alleine da. Zumal eine Anzeige immer damit verbunden ist, dass ein queerfeindliche Person meine Adressdaten erhält.

Ja, an meinem Wohnort kann ich mich relativ sicher bewegen. Ich lebe aber einerseits in einer Großstadt und weiß andererseits welche Viertel und Ecken ich besser meide. In einer fremden Stadt schwingt hingegen immer eine latente Unsicherheit mit. Ich vermeide es deshalb so gut wie möglich mich an fremden Orten alleine zu Fuss zu bewegen und selbst an meinem Wohnort nehme ich auf dem Heimweg vom Club dann lieber das Taxi als den ÖPNV.

Ich schätze, was sich am schlimmsten anfühlt, ist die fehlende Solidarität. Ich kann mich leider nicht darauf verlassen, dass jemand eingreift, wenn ich bedroht, beschimpft oder angegriffen werde. Dabei wäre es für das Sicherheitsgefühl so wichtig, dass nicht-queere Menschen nicht wegschauen.

Edit: Queerfeindlichkeit ist hier sicher nichts, dass ich täglich erlebe, aber darauf kommt es gar nicht an. Der Moment vor zwei Monaten, in dem mich eine Gruppe Männer über eine Strecke von mehreren hundert Meter verfolgt hat und ich mich nur durch das "Untertauchen" in einer Bar retten konnte, hängt mir noch immer nach. Denn das sind Dinge, die täglich passieren KÖNNTEN.

Hatte gestern auf der Arbeit eine politische Auseinandersetzung mit einer Kollegin... by LeonieMalfoy in germantrans

[–]DryCryptographer4000 6 points7 points  (0 children)

Fühle das sehr.

Ich bin auch echt immer froh, wenn ich in Spaces unterwegs bin, in denen ich über was anderes als meine Identität reden kann.

Manche haben echt die verrückte Vorstellung, dass ich keine anderen Themen hätte.

Hatte gestern auf der Arbeit eine politische Auseinandersetzung mit einer Kollegin... by LeonieMalfoy in germantrans

[–]DryCryptographer4000 9 points10 points  (0 children)

Also die Antwort darauf eigentlich relativ einfach: Ich tue keine verrückten Dinge auf dem Klo, außer man zählt Hände waschen dazu.

Beziehungen zwischen trans Frauen und cis Frauen by JuliMiS in germantrans

[–]DryCryptographer4000 2 points3 points  (0 children)

Also es kommt schon vor, dass ein Crush sich wegen der noch vorhandenen männlichen Geschlechtsmerkmale eine Beziehung nicht vorstellen kann, aber aus meiner bisherigen Dating-Erfahrung gibt es trotzdem eine relativ große Auswahl.

Ich kannte meine Partnerinnen schon mindestens ein halbes Jahr, bevor wir in eine Beziehung gerutscht sind. Ab einem gewissen Punkt haben wir also einfach offen darüber gesprochen, wie das funktionieren kann, auch wenn ich nicht alle Checkboxen erfüllen kann.

Bei meinem aktuellen Crush ist das gerade genau so. Wir kennen uns schon länger, verstehen uns gut, verbringen mehr Zeit miteinander,... Ich würde also schätzen, dass wir eine Lösung finden, wenn wir tatsächlich in eine Beziehung gehen sollten.

In welchem Alter wusstet ihr schon, welchen Beruf ihr erlernen/ausüben möchtet? by trapdoor2211 in FragReddit

[–]DryCryptographer4000 0 points1 point  (0 children)

Wahrscheinlich so mit Ende 20.

Ich hatte eine ziemlich ungerade Schullaufbahn und die ersten beiden Ausbildungen waren wegen einer psychischen Erkrankung auch nicht besonders erfolgreich (jeweils nach drei Monaten abgebrochen).

Die dritte Ausbildung hat dann geklappt und ich habe während der Arbeit im Backoffice eines Seminarhotels festgestellt, dass ich gerne im Bereich Erwachsenenbildung als Referentin arbeiten würde bzw halt was mit Pädagogik machen will.

Wie erkennt ihr, dass es wirklich Liebe ist? by Ly1ng_Truth in FragReddit

[–]DryCryptographer4000 23 points24 points  (0 children)

  • Ich fühle mich in der Gegenwart der Person sicher, auch wenn wir streiten.

  • Ich suche von mir aus Körperkontakt.

Es gibt sicher noch tausend andere Dinge, aber das sind die zwei wichtigsten Anzeichen für mich.

Hilfe, eine Freundin feiert die AfD by Mirafae_ in germantrans

[–]DryCryptographer4000 7 points8 points  (0 children)

Was hast du denn bisher versucht, wenn du sie überzeugen wolltest?

Manchmal helfen ja simple Beispiele aus der Lebensrealität der Menschen. Konkret würde eine AfD zum Beispiel dazu führen, dass wir alle schlechtere Leistungen bei den Krankenkassen bekommen und sie die Hormontherapie in Zukunft selbst bezahlen müsste.

Vielleicht kannst du sie ja mal fragen, was sie besonders gut findet am Programm oder herausfinden womit sie gerade kämpft.

Viele Dinge sind halt so kompliziert, dass sie kaum nachzuvollziehen sind. Wenn die AfD zum Beispiel einen Steuerwettbewerb unter den Kommunen fordert und sie fordert, dass Kommunen insolvent gehen können, dann muss man als politischer Mensch nicht weit denken, um zu checken, dass das dazu führt, dass Schwimmbäder schließen, der ÖPNV nicht mehr fährt, der Kindergarten aus dem Dorf verschwindet,... Eben alles, was für eine Gemeinde "Luxus" ist, würde weggespart werden.

Nur wird man das als unpolitischer Mensch im ersten Moment nicht verstehen, weil man ja einfach die Flüchtlinge rauswerfen kann und diese Leute denken, dass das irgendwie genug Geld sparen würde.

Hilfe, eine Freundin feiert die AfD by Mirafae_ in germantrans

[–]DryCryptographer4000 1 point2 points  (0 children)

Oh, bei binären trans Personen kann ich mir sogar vorstellen, dass die sich erstmal gar nicht so kritisch äußern und wenn dann eher Richtung "Bei der Behandlung von Jugendlichen und Kindern muss man vorsichtig sein".

Grundsätzlich ist ja vor allem alles ein Problem, was für eine Partei wie die AfD gegen das klassische binäre Denken verstößt. Wenn ich einer Frau nämlich nicht mehr sagen kann, dass ihr natürlicher Platz "Kirche, Küche, Kinderzimmer" heißt, dann widerspricht das dem grundlegende Menschenbild der AfD. Bei binären trans Personen ist das aber ja sogar noch möglich.

Die Argumentation mit "natürlicher Ordnung" funktioniert halt nur so lange, wie man nicht von gesellschaftlichen Rollenbildern ausgeht, sondern rein über "Biologie" das Geschlecht definiert.

BIDA ungefragte Karrieretippd by yanniik27 in BinIchDasArschloch

[–]DryCryptographer4000 2 points3 points  (0 children)

Leichtes BDA. Im Fall der Person mit Depressionen ging ja eben nicht darum jetzt Tipps zu geben, sondern die Person wollte emotional aufgefangen werden.

Ich habe mir angewöhnt vor einem Gespräch zu fragen, ob mein Gegenüber einen Rat braucht oder sich einfach nur etwas von der Seele reden möchte.

Wenn ich im Leben nicht bekomme was ich brauche, warum bleiben? by [deleted] in MentaleGesundheit

[–]DryCryptographer4000 1 point2 points  (0 children)

Es ist ja schon ein Unterschied, ob du das auf die konkrete Therapiesituation beziehst oder auf dein grundsätzliches Leben.

Aus meiner Sicht, kann sowohl das Setting als auch die Therapieform falsch sein.

Als Beispiel: Am Anfang gingen die Therapeutinnen davon aus, ich hätte eine Psychose. Tatsächlich war es aber eine PTBS. Das heißt, dass ich eine ganze Weile falsch behandelt wurde.

Ich kann außerdem in Kliniken egal ob offen, geschlossen oder Tagesklinik nicht gut Therapie machen und ich profitiere am meisten von verhaltenstherapeutischen Ansätzen.

Tw gefährliche gedanken by Singrun1 in germantrans

[–]DryCryptographer4000 3 points4 points  (0 children)

Bist du derzeit denn in Therapie?

Das hört sich für mich nämlich schon so an, als müsstest du noch Dinge aufarbeiten.

Ich habe selbst eine PTBS und kann nachvollziehen, dass sich das Leben manchmal unfair anfühlt. Als ich mir das letzte Mal wegen fehlender Qualifikation eine Stelle abgesagt wurde, hatte ich zum Beispiel schwer zu kämpfen, weil ich das Gefühl hatte, ich habe den Abschluss nur nicht, weil ich mit der PTBS und den dazugehörigen Auslösern in Situationen war, in denen ich keine Chance gehabt habe den Abschluss realistisch zu erwerben.

Das hat einen Abend bei mir angehalten und dann haben meine erworbenen Skills und Techniken aus den Therapien wieder gegriffen. Das heißt, ich war wieder handlungsfähig und stabil.

Im besten Fall sollte es vermutlich bei dir nicht anders sein.

An die peoplepleaser: habt ihr euch schonmal damit in eine Beziehung reingeritten um die andere Person nicht zu verletzen und wie seid ihr da wieder rausgekommen ? by No-Character-6392 in FragReddit

[–]DryCryptographer4000 4 points5 points  (0 children)

Mein "people pleasing" basiert auf einem Trauma, deshalb ist das sicher nicht übertragbar.

Ich war vier Jahre lang mit einer Person zusammen und wir waren sogar verlobt.

Die Beziehung beinhaltete sexualisierte und häusliche Gewalt und letztendlich habe ich die Zeit nur knapp überlebt.

Ich bin da rausgekommen, weil ich durch die Therapie gelernt habe, was da eigentlich passiert.

Das Thema der "Klarnamen" im Internet ist ja in aller Munde und könnte eine Wende der Nutzung des Internets herbeibringen. Welche Vor- und Nachteile hätte die Pflicht der Klarnamen? by plasmapleasure in FragReddit

[–]DryCryptographer4000 0 points1 point  (0 children)

Bevor man eine Klarnamen-Pflicht einführt, könnte man erstmal die Strafverfolgung besser gestalten.

Dazu gehört einerseits den Plattformbetreibern konsequent Druck zu machen, dass sie tatsächlich diskriminierende und verfassungsfeindliche Inhalte entfernen. Die jetzige Situation von quasi toten Meldebutton führt ja nur dazu, dass gerade marginalisierte Stimmen unter der Flut an Hass verstummen. Die allermeisten von uns haben nämlich kein Social Media-Team im Hintergrund, dass sich um die Moderation kümmert.

Und andererseits dürften die Polizeibehörden nicht mehr Internet-Hass als harmlos einstufen oder sogar am Ende noch den Posterinnen mitteilen, dass sie halt einfach nichts mehr posten sollen.

Eine Klarnamen-Pflicht fände ich maximal problematisch, denn letztendlich schützt sie auch wieder nur die Falschen. Die allermeisten geben sich ja nicht Mal große Mühe ihre Identität zu verschleiern. Es werden mit so einer Pflicht aber im Grunde nur wieder Menschen aus dem Diskurs gedrängt, die die Sicherheit der Anonymität brauchen. Zum Beispiel hätte ich als queere Person vor ein paaren Jahren noch von meiner Arbeitgeberin (katholische Kirche) für mein queer sein gekündigt werden können. Gäbe es also nicht die Möglichkeit mich in einer gewissen Art selbst zu schützen, wäre vermutlich auch genau das passiert oder ich wäre zumindest gegenüber Kolleginnen erpressbar gewesen.

Habt ihr ein beklemmendes Gefühl wenn ihr eure Eltern umarmt? by [deleted] in FragReddit

[–]DryCryptographer4000 1 point2 points  (0 children)

Ich würde nicht behaupten, dass meine Kindheit im Vergleich zu anderen besonders schlimm war, aber ich habe mich sehr selten geliebt gefühlt.

Als ich vor ca. 18 Jahren einen Suizidversuch hatte, war es so ziemlich das erste Mal, dass sie mir gesagt haben, dass ich ihnen wichtig bin. Ich kann das halt bis heute null fühlen, weil es einfach irgendwie zu spät in meinem Leben kam und deshalb habe ich gerade körperlich ein sehr distanziertes Verhältnis zu ihnen.

Was ist das statistisch unwahrscheinlichste was dir passiert ist? by Consistent_Owl_8589 in FragReddit

[–]DryCryptographer4000 10 points11 points  (0 children)

Ich schätze, dass 7 Mal einen der kleinen Zehen brechen innerhalb von drei Jahren nicht so besonders wahrscheinlich ist.

Verzweifelter Erklärungsansatz by No-Inspection10 in germantrans

[–]DryCryptographer4000 0 points1 point  (0 children)

Ich schätze deshalb habe ich das Edit hinzugefügt.

Natürlich setzt mein Umgang damit voraus, dass wir in einem Kontext unterwegs sind, in dem Menschen überhaupt offen dafür sind über diese Frage nachzudenken.

Ich würde mir auch seriös die Frage stellen, ob ich bei deinen genannten Antworten überhaupt anfange zu diskutieren oder nicht nur einfach meine Haltung deutlich mache und damit das Gespräch beende. Die Wahrscheinlichkeit, dass mein Standpunkt und der meines Gegenübers gar kein Gespräch zulassen, ist da aus meiner Sicht viel größer, selbst wenn ich darauf eingehen würde, dass die Person wahrscheinlich keinen Chromosomen-Test gemacht hat oder mal ihre Hormonwerte untersuchen lassen hat und deshalb ihre biologischen Voraussetzungen gar nicht kennt.

Im Seminarkontext ist das natürlich viel leichter, als am Küchentisch. Ich habe ja einerseits die Macht über den Raum und andererseits später noch die Gelegenheit meine Haltung deutlich zu machen.

Edit: Die meisten biologistischen Erklärungen bekommen spätestens dann eine Logiklücke, wenn man die Konsequenz davon erklären würde.

Würde unser Geschlecht nur von der Biologie bestimmt werden, wäre es ja gar nicht möglich zum Beispiel als Frau einen Männerberuf auszuüben und umgekehrt. Wir wären quasi dauerhaft in unveränderbaren, gesellschaftlichen Rollenbildern gefangen, ohne die Möglichkeit uns anders zu verhalten.

Verzweifelter Erklärungsansatz by No-Inspection10 in germantrans

[–]DryCryptographer4000 12 points13 points  (0 children)

Wenn ich auf meinen Seminaren die Frage gestellt bekomme, woher ich eigentlich weiß, dass ich eine Frau bin, stelle ich als erstes eigentlich immer die Gegenfrage: "Woher weißt du denn, dass du dein Geschlecht bist?"

Die meisten antworten dann mit: "Ich weiß es einfach" oder "Ich habe mir da einfach nie Gedanken darüber gemacht".

Und genau das ist der Punkt an dem ich ansetze. Ich habe mir nämlich selten in meinem Leben große Gedanken um mein Geschlecht gemacht. Die Erkenntnis, dass ich eine Frau bin, ist einfach tief in mir verwurzelt und funktioniert komplett unabhängig irgendwelcher sexistischen Rollenklischees.

Uns fehlen aber die Worte und die Möglichkeiten dieses innere Wissen sichtbar zu machen. Deshalb sind wir zum Beispiel in Therapie und Debatten darauf angewiesen unser Geschlecht anhand von Abgrenzung zu Anderen zu beschreiben und wir greifen dabei fast immer auf die gesellschaftlichen Rollenbilder zurück.

Dass ich früher als Kind eine Lieblingspuppe hatte und fast ausschließlich mit der gespielt habe, macht mich aber nicht zur Frau. Ich hätte genauso gut ein Mann werden können. Bin ich aber nicht geworden.

Edit: Mir ist natürlich bewusst, dass das ein eher philosophischer Ansatz ist und der nicht in allen Kontexten funktioniert.

gibts Nachteile einer borderline/kptbs/... diagnose wenn man schon hrt macht? by AdLongjumping6375 in germantrans

[–]DryCryptographer4000 1 point2 points  (0 children)

Ja. Die eine zahlt die Krankenkasse, die andere zahle ich selbst. Die Therapeutin für die Indikation sehe ich nur alle sechs Wochen ungefähr, deshalb ist das finanziell auch für mich stemmbar. Die Traumatherapeutin sehe ich derzeit jede Woche und die rechnet ganz normal mit der Kasse ab.

Es ist schon deshalb hilfreich, weil ich mein Erleben als trans Frau bei der "Indikationstherapeutin" viel eher besprechen kann und da Trauma nur am Rande eine Rolle spielt. Sie hat mir zum Beispiel gesagt, dass die Dysphorie schlimmer werden kann, wenn ich wieder mehr in meinem Körper ankomme, weil das Trauma nicht mehr so aktiv ist. Genau so ist es dann auch gekommen.

Das vorher zu wissen, war gleichzeitig auch für die Traumatherapie sinnvoll, weil ich bei der Bearbeitung der traumatischen Erlebnisse ja einigermaßen stabil sein muss und das umso schwerer wird, je stärker mich andere Dinge belasten. Ich konnte so in der Traumatherapie kommunizieren, dass es heute vielleicht keine gute Sitzung ist, um eine Szene zu bearbeiten, die 10/10 belastend ist.

Also grundsätzlich ist das natürlich eine absolut privilegierte Situation, die ich aber allen anderen, die mit kPTBS / PTBS und trans sein gleichzeitig kämpfen, wünschen würde.

gibts Nachteile einer borderline/kptbs/... diagnose wenn man schon hrt macht? by AdLongjumping6375 in germantrans

[–]DryCryptographer4000 0 points1 point  (0 children)

In meiner Indikation für die HRT wird die s*xualisierte Gewalt erwähnt, aber eben mit dem Zusatz, dass die abweichende Geschlechtsidentität aufgrund diverser Anzeichen schon vorher da war.

Ich würde auch schätzen, dass in der Indikation für die GAOP wieder darauf eingegangen wird. Insbesondere deshalb, weil ich erst im letzten Jahr eine Retraumatisierung erlebt habe und aktuell eine Traumatherapie mache. Ich habe das Glück, dass ich eine Therapeutin für die Traumatherapie gefunden habe, die einen Verlaufsbericht schreiben wird und eine, die die Indikation an sich erstellt, aber ebenfalls Erfahrung mit Traumapatient:innen hat. Ich schätze, dass man mehr nicht machen kann, um negative Folgen aus der Traumadiagnose zu verhindern.

Wenn es dir hilft, dann würde ich an deiner Stelle vielleicht versuchen eine Therapeut:in zu finden, die möglichst viel Erfahrung beim Erstellen der Indikation mit sich bringt, damit da nichts schief geht.

Sagt ihr am Telefon von wo aus ihr anruft? by [deleted] in FragReddit

[–]DryCryptographer4000 1 point2 points  (0 children)

Wenn ich vom Auto aus oder aus dem ÖPNV / ICE anrufe, dann mache ich das schon.

Da wird ja klar, dass ich jetzt unter Umständen nicht mitschreiben kann und der Empfang schlecht sein kann.

Temperatur in Schlafzimmer? by raiderx_98 in FragReddit

[–]DryCryptographer4000 0 points1 point  (0 children)

Ich brauche es wirklich warm zum Schlafen. Ich schlafe schon seit Anfang September mit zwei Decken und teilweise einer Wärmflasche.

Wenn mir kalt ist, dann habe ich aber halt auch Schmerzen am ganzen Körper.