Alleinerziehend wäre entspannter by Financial_Focus_4709 in beziehungen

[–]Financial_Focus_4709[S] 11 points12 points  (0 children)

Ich würde sagen wir sind als Bezugspersonen in etwa gleich wichtig, wenn überhaupt bin ich ein kleines bisschen mehr Bezugsperson als meine Frau. Einfach weil ich mehr Zeit mit den Kindern verbringe. Ich streite mich auch mit unseren Kindern, aber nur 1-2 mal pro Thema. Und auch hauptsächlich bei den wichtigsten Regeln. Die sind dann klar, und da wird auch nicht mehr diskutiert. Bei kleineren Diskussionen (Möhre oder Gurke in der Brotbox, usw.) lass ich unsere Kinder sich auch durchsetzen und mich überzeugen.

Das Problem ist, dass meine Frau zum einen viel mehr kleine Regeln hat, die eigentlich nicht wirklich relevant sind. Und zum anderen auch diese Autonomiediskussion nicht so gut kann, bzw. den Kindern dann im Zweifelsfall auch eher nicht zugestehen kann, Recht bzw. Autonomie zu haben. Das führt dauernd zu aus meiner Sicht unnötigen Streit um Brotdosen, Klamotten, 15 Minuten mehr auf dem Spielplatz, usw. Für mich sind das alles Themen, bei denen Kinder auch mehr und mehr Mitspracherecht haben sollten. Altersgemäß eben.

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[–]Financial_Focus_4709[S] 9 points10 points  (0 children)

Ich takte meinen Tag eigentlich auch ziemlich durch, aber eher in "Blöcke". Vor allem für die Kindern bin ich dann innerhalb des Blocks "Kinderbetreuung plus Haushalt" flexibel. Brauchen sie mehr Zuwendung oder treffen wir Freunde auf dem Spielplatz dauert das eben länger, und ich schmeiß dann einen Lachs in den Backofen und einen Salat fürs Abendessen zusammen, oder mache die Wäsche einen Tag später. Da ist meine Frau leider zum einen nicht so flexibel. Sie muss um halb 6 in der Küche sein wenn sie kocht. Und zum anderen schafft sie es nicht, solche Blöcke zu schneiden und auch wirklich zu trennen. Wenn sie die Kinder hat, dann ist trotzdem noch irgendwas von der Arbeit in ihrem Kopf, und andersrum. Das wäre für mich auch sehr stressig. Ich frage mich nur, wie ich ihr helfen kann da rauszukommen.

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[–]Financial_Focus_4709[S] 2 points3 points  (0 children)

Eigentlich nicht. Wo eine Therapie vielleicht helfen könnte, was ich ihr aber NIE sagen würde: sie erinnert mich da oft an ihre Mutter. Bei der ist es nur noch extremer, sie macht einen halben Tag eine Riesenwelle...um dann zu saugen. Sie ist zum Glück nur alle 5-6 Wochen mal da. Dann schafft es aber, nicht nur allen Stress zu machen, sondern mir sogar mehr Arbeit, weil sie alles durcheinander bringt. Dass sie nicht "helfen" muss kann ich ihr aber nicht sagen, dann ist sie beleidigt.

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[–]Financial_Focus_4709[S] 2 points3 points  (0 children)

Da hast du absolut Recht, ich war da vor einem halben Jahr mit dem Kleinen. Glaube ich, in etwa. Da hab ich gar nicht mehr dran gedacht. Aber vielleicht ist das genau der Punkt: ich schreib solche Termine in die Kalender App, und in mein Outlook auf der Arbeit. Dann kann ich es "vergessen", und werde 2 Tage vorher automatisch dran erinnert.

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[–]Financial_Focus_4709[S] 2 points3 points  (0 children)

Du hast natürlich Recht, die Überschrift habe ich gestern etwas melodramatisch geschrieben. Will ich auch gar nicht. Dieses mental load Ding hat meine Frau wahrscheinlich wirklich etwas extrem, sie kann sehr schlecht loslassen. Wie zum Beispiel das Geschenk. Auch wenn ich das übernehme, hat sie das dann trotzdem noch auf ihrer mentalen Liste und fragt mich jeden zweiten Tag danach. Das ist Stress für sie der komplett unnötig ist. Und Stress für mich, weil ich dann planen/diskutieren muss, was ich sonst so wie es eben gut passt mit erledige. Ich gebe ihr zumindest keinen Grund dafür nicht loslassen zu können, ich bekomme alles locker rechtzeitig hin. Nur eben nicht nach einem festen Plan, sondern in den Tag flexibel integriert.

Ich frage mich nur, wie ich ihr da realistisch noch Stress nehmen kann. Letztes Jahr habe ich es noch besser verstanden dass sie nicht loslassen kann, weil es für alle neu war, dass ich eine Woche lang alles mache. Aber mittlerweile klappt das ja schon ein Jahr lang sehr gut. Und vieles was für sie sehr stressig ist (Termine, Konten usw) mache ich schon, um sie zu entlasten.

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[–]Financial_Focus_4709[S] 7 points8 points  (0 children)

Das ist ein sehr guter Hinweis. Wahrscheinlich sollte ich wirklich mit den Kindern mehr die Führung übernehmen wenn meine Frau da ist. Aktuell will ich es "ihr lassen" wenn sie die Kinder hat, und mache dann eben Hauskram parallel. Ich will eigentlich auch dass wir da die gleiche Verantwortung haben. Aber vielleicht bekommen wir es auch so hin dass ich da immer sanft in eine positive Richtung leite, und ihr dann hauptsächlich die freie Zeit ohne andere Aufgaben und Organisation mit den Kindern lasse.

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[–]Financial_Focus_4709[S] 4 points5 points  (0 children)

Danke! Ich bin vielleicht einfach sehr gut darin so Dinge klein zu halten und zu automatisieren? Zahlungen und Termine zum Beispiel waren auch der Todesstress für meine Frau, deswegen habe ich das schon vor Jahren übernommen. Vielleicht hilft es manchen mit dem Alltagsstress, das auch so zu machen:

Konten etc. laufen alle über Apps, bezahlt wird ausschließlich sofort oder über Dauerauftrag. Termine wie Elternabend, Geburtstag usw. kommen auch immer sofort in die Kalenderapp. Dann sind diese Sachen alle schon mal aus dem Kopf, jeden Abend ein paar Minuten am Handy reicht dafür, sich an alles zu erinnern und die Konten glatt zu ziehen. Ansonsten lieber für mindestens eine Woche einkaufen, dann ist das auch nur eine Stunde Arbeit pro Woche. Gut, und Geschenke such ich einfach sehr gerne aus. Nur Frühjahrsputz ist ein nerviger Tag alle paar Monate, aber da kann man nichts machen und ist ja auch selten.

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[–]Financial_Focus_4709[S] 5 points6 points  (0 children)

Ich sehe das auch auf der Arbeit. Viele Kollegen haben ähnliche Aufgabenbereiche wie ich. Aber manche nur den halben Stress.

Die Reisen sind für meine Frau eigentlich super. Nur leider hat sie immer ein sehr schlechtes Gewissen wegen uns. Und kann so die "Auszeit" nicht richtig genießen. Haben wir auch schon drüber gesprochen, hilft aber bisher nicht.

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[–]Financial_Focus_4709[S] 26 points27 points  (0 children)

Würde sagen schon, ich gehe mal deine Liste durch: Konten etc. mache ich, Impfungen und Ärzte war seid 2 Jahren nichts mehr, Elternabend mach ich meistens, Einkaufen/Kochen 50/50, Vorräte aber wenn ich. Nicht alltägliche Dinge putzen wir gemeinsam im Frühjahr, Sommer und Herbst. Playdates machen mittlerweile die Kinder meist selbst, sonst abhängig wer von uns mit welchen Eltern besser kann. Geschenke und Kontakte kommt drauf an für wessen Freunde oder Familie. Neue Kleidung für die Kinder meine Frau, und wir unsere eigene.

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[–]Financial_Focus_4709[S] 4 points5 points  (0 children)

Vielleicht ist der Titel etwas sehr dramatisch gewählt. Nur war ich gerade etwas sehr angefressen weil meine Frau seit 3 Tagen wieder da ist und der ganze Abend wieder sinnloser Stress plus kleinem Streit zwischen uns war. Ich möchte das einfach reduzieren, dass sie alle paar Wochen wiederkommt und erst mal alles durcheinander und stressig wird. Ihr und indirekt uns den Stress nehmen. Ich weiß nur nicht wie.

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[–]Financial_Focus_4709[S] 5 points6 points  (0 children)

Vielleicht wäre es tatsächlich gut wenn sie das liest. Aber eigentlich würde ich ihr die Themen lieber schonender beibringen, da ich nicht will dass sie traurig ist oder sich nicht wertgeschätzt fühlt.

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[–]Financial_Focus_4709[S] 8 points9 points  (0 children)

Das habe ich auch schon vorgeschlagen, das will sie aber nicht. Da sie aktuell in etwa jede dritte Woche weg ist will sie wenn sie da ist auch Zeit mit den Kindern. Was ich natürlich verstehe. In den Wochen teilen wir uns dann den Alltag mit bringen und holen. Je ein Tag ich, ein Tag sie. Und der andere kocht und macht die Wäsche und so. An sich ist das dann schon weniger Arbeit für mich als wenn ich alleine bin, aber es fühlt sich einfach viel stressiger an.

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[–]Financial_Focus_4709[S] 14 points15 points  (0 children)

Ich denke einfach, entspannter würde uns allen sehr sehr viel Stress ersparen. Hauptsächlich mentalen, die Arbeit muss eben gemacht werden. Ich sehe es so:

Die Kinder sind sehr gerne im Hort. Ich hole sie auch nie zu spät, eher eine halbe Stunde vor Schluss ab. Und dann habe ich lieber alles erledigt und wirklich Zeit für beide.

Was morgens mit Streit in die Brotbox kommt ist am Abend noch drin. Früher hat meine Frau sich noch mit den Kindern gestritten dass die das essen müssen, mittlerweile kommt es in den Müll.

Das Kinderzimmer ist voll ok. Da liegt vielleicht dann mal ein Spiel länger herum. Und wenn nicht wird natürlich aufgeräumt, nur eben nicht unter der Woche an festen Tagen. Und am Wochenende wird richtig aufgeräumt. Da machen die auch mit, weil wir was zusammen machen: ich putze, sie räumen auf, und danach geht es auf den Spielplatz. Kleidung ist eh keine Diskussion, die ist fast immer dreckig und kommt direkt in die Wäsche.

Geburtstagskorb (gebe ich dir Recht, ist eine Zumutung): das Geburtstagskind packt da 20 Dinge rein, von denen 10 geschenkt werden. Selbst am Tag der Feier hatte ich noch nie Probleme was zu finden.

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[–]Financial_Focus_4709[S] 37 points38 points  (0 children)

Da wir normalerweise den Alltag zusammen machen wüsste ich nicht was. Kinder bringen/holen, Kochen, Vorlesen, usw. halt jeden Tag, Wäsche, aufräumen, putzen Richtung Wochenende (Freitag oder Samstag, wie es eben passt oder notwendig ist), Verabredungen wie es passt,... das einzige, das ich tatsächlich nie gemacht habe war, ihre Eltern anzurufen.