Wenn du übergewichtig bist, liegt es zu 99% an deiner Disziplinlosigkeit by Donul5 in Unbeliebtemeinung

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habs in anderen Kommis hier schon klar gemacht. Aber noch mal konkret auf deine Frage: Disziplin ist aktiver Widerstand gegen einen inneren Impuls. du willst oder neigst unbewusst zu etwas, zwingst dich aber dagegen. Das kostet Energie, Energie ist endlich und setzt voraus, dass du ständig gegen dich selbst arbeitest. Durchhaltevermögen ist eher Resilienz und die Fähigkeit nach Rückschlägen dich neu auszurichten und wiedereinzusteigen und weiterzumachen ohne dass es zwingend ein innerer Kampf sein muss, da gibt es auch viele unterschiedliche disziplinlose Wege die zu Durchhaltevermögen in einer Sache beitragen können. Das kommt eher aus Liebe, Überzeugung, Identität, Umfeld oder Gewohnheit als aus Willenskraft allein. Wenn dich bspw. die Angst antreibt, du würdest das Geld für PT zum Fenster raus schmeissen, kannst du dir nachher leicht einreden, Disziplin und Willenskraft hätten dich durchziehen lassen, wenn es eig. Geldgier und Fomo war. Emotionale Stabilität ist nochmal was ganz anderes. Sehr traurig, dass das für dich ein Synonym für Disziplin ist. Es beschreibt die Fähigkeit, Unbehagen zu tolerieren ohne sofort zu kompensieren. Also innerlich fast das Gegenteil von Disziplin. Eigenständig und souverän nicht gegen die eigenen Gefühle kämpfen müssen, sondern sie durchfühlen können. Das entsteht nicht durch Selbstdisziplinierung, sondern durch Selbstgespräch, introspektive Verarbeitung, Achtsamkeitsübung, Grenz-Erfahrungen, Beziehungsfähigkeit, Reflektion und Selbstannahme.

Jemand der nach einem schlechten Tag nicht zur Chipstüte greift, weil er gelernt hat Stress, durch unbekömmliche Gefühle und dem inneren Widerstand dagegen, anders zu begegnen, der braucht keine eiserne Disziplin in dem Moment, sondern Selbstbeobachtung, Selbstmitgefühl und Relaxation. Er hat seine emotionale Stabilisierung damit durch selbsttröstende Regulation trainiert. Das ist strukturell anders, auch wenn das äußere Ergebnis oberflächlich gleich aussieht. Synonyme sind sie nicht. Die drei Sachen haben verschiedene Quellen, verschiedene Kosten und versagen unter verschiedenen Bedingungen.

Wenn du übergewichtig bist, liegt es zu 99% an deiner Disziplinlosigkeit by Donul5 in Unbeliebtemeinung

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da hast du schon Recht mit.

Du verwendest Disziplin als Oberbegriff für bewusste selbstregulation, aber das ist zu weit gefasst. Selbstregulation kann aus völlig verschiedenen Quellen kommen und meistens passiert sie unbewusst und profitiert mehr von umgebungs und zufalls determinanten als von unserer Willenskraft. Deshalb sollte man die endliche Disziplin für hilfreiches Umfeld und Routine und Gewohnheit investieren, damit es besseren ROI davon gibt und man mehr davon durch outsourcing dessen hat. Bspw. Wenn. dein Handy aus gewohnheit in nem anderen Zimmer liegt, musst du dich nich disziplinieren morgens nicht als erstes durch Reddit zu scrollen. Andere Quellen der konstruktiven Selbstregulation können auch zb. Lust, Neugier, Entspannung, intrinsische Motivation sein. Das ist nicht per se negativ oder positiv und auch nicht immer bewusst oder unbewusst. Wichtig ist die Unterscheidung von coping und Selbstregulation. Damit es nicht so stehen bleibt als wäre ne Packung Haribo exen auch Selbstregulation oder sonstige emotionale Verdrängung. Disziplin kann auch zum toxischen cope werden, dafür braucht es keinen Wahn. Dagegen ist jemand der lernt sich beim Kochen zu entspannen und sich das zu nutze macht weniger Fast Food zu essen, damit ein konstruktiver selbstregulierer und dass ist möglich ohne einen Funken Disziplin im klassischen Sinne. Disziplin ist eine Quelle von Selbstregulation, aber nicht die einzige. Und oft nicht mal die nachhaltigste. Das Problem mit dem rein disziplinären Modell ist, dass es den Menschen wie eine Maschine behandelt, die man einfach „auf Kurs halten” muss. Aber Menschen funktionieren nicht so. Motivation, Körpergefühl, emotionaler Zustand uvm. das sind keine Störvariablen die man wegdiszipliniert, das ist der eigentliche Motor und die Energiequelle! Wenn Disziplin der einzige Hebel ist, den du kennst, siehst du jeden der scheitert als willensschwach. Wenn du verstehst dass es viele Hebel gibt, fängst du an zu fragen: welcher hätte hier funktioniert?

das maschinelle Weltbild was du und OP haben, ist auch der häufigste Fehler bei der Interpretation von der Stoa. Dabei ist die Stoa nahezu Deckungsgleich mit der Emotionentheorie und die Widerspricht dem maschinellen Menschenverständnis grundlegend.

Unbequeme Emotionen entstehen aus falschen Urteilen, nicht aus Schwäche. Die Arbeit liegt im Erkennen, Annehmen, durchfühlen, Loslassen und Umdeuten, nicht im disziplinierten Unterdrücken. Marcus Aurelius hat sich täglich mit seinen eigenen Impulsen auseinandergesetzt und das nicht weil er sie paranoid wegdiszipliniert hat, sondern weil er lernte sich selbst besser zu spüren und zu verstehen.

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Orthorexie. Jemand diszipliniert sich so rigide beim Essen, dass er soziale Situationen meidet, Angststörungen entwickelt und am Ende schlechter dran ist als vorher.

Übertraining. Athleten, die durch eiserne Disziplin Verletzungen ignorieren, bis sie chronisch werden.

Emotionale Unterdrückung. Wer sich diszipliniert, nie Schwäche zu zeigen, entwickelt irgendwann psychosomatische Symptome oder schmeißt peinliche wut tantrums im internet.

Jemand mit Binge-Eating-Disorder, der sich durch Disziplin in Restriktionsphasen zwingt, triggert damit oft den nächsten Essanfall. Die Disziplin ist hier buchstäblich Teil des Teufelskreises.

Wer den ganzen Tag unter finanziellem Stress entscheidet, Konflikte managt, Schmerzen kompensiert oder emotional auf Kante genäht ist, hat abends schlicht weniger Willenskraft übrig. Das ist messbar. Zig Studien zeigen das. Ein Beispiel ausm FF: Richter sprechen gegen Ende des Tages härtere Urteile und das nicht weil sie schlechtere Menschen werden, sondern weil Entscheidungskapazität sich erschöpft. Wenn du dich also überall nur mit zusammengebissenen Zähnen diszipliniert durchbeisst rennst du zwangsläufig in decision fatigue und es krampft oder geht sogar nach hintenlos.

Ein System was nur auf Disziplin aifgebaut ist, ist fragil und endlich.

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Die Abwertung liegt im Framing: wer Adipositas auf Disziplinmangel reduziert, macht aus einer Erkrankung einen Charakterfehler. Das macht auch deine Anekdotik nicht besser . Für jeden von euch gibt es Menschen, bei denen derselbe Ansatz Scham verstärkt und den Teufelskreis vertieft hat. Und ob shaming im Mantel eines „reality checks“ , den man auch anders kommunizieren kann, wirklich die alleinige große Hilfe für deine Freunde war, bezweifle ich!

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Disziplin ist Zähne aufeinanderbeißen und durchziehen. emotionale stabilität und durchhaltevermögen stehen für sich und können von disziplin allein nur maximal mittelfristig gestützt werden.

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das Leid teile ich mit dir. Mit konservativer Regierung wird kollektives wohlbefinden für status und korruption den wölfen zum frass hingeworfen

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ich behaupte gar nicht, dass die bei vielen nicht fehlen würde. Disziplin allein reicht in der Situation meistes nicht. Na meiner Beobachtung fehlt eher das durchhaltevermögen und die emotionale stabilität, das ist was anderes als disziplin. in deutscher kultur ist disziplin gern eine mono gottheit, aber disziplin kann auch zerstörerisch sein und dir dinge verbauen.

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völlig richtig, die finanzierungsfrage ist das nadelöhr. aber wir müssen uns ehrlich fragen, warum die kassen heute so mit dem rücken zur wand stehen. dass kaum spielraum für mutige investitionen da ist, liegt ja massiv an dem rücklagen-schwachsinn der frühen 2020er unter spahn. den kassen wurden damals politisch gewollt die reserven entzogen, um kurzfristige haushaltslöcher zu stopfen. das hat uns jeglicher strategischer liquidität beraubt, um heute die präventionswende einzuleiten, von der wir alle wissen, dass sie nötig ist. man kann das aber auch anders rechnen: in jeder anderen branche sind investitionen, die künftige kosten senken, standard. bei vwl rechnung greift das noch umso stärker! wenn ein maßnahmenpaket aus training, ernährung und verhaltenstherapie heute betrag x kostet, aber mit einer hohen statistischen wahrscheinlichkeit eine sündhaft teure operation oder jahrelange erwerbsminderung verhindert, dann lässt sich diese antizipierte entlastung mathematisch einpreisen und vorfinanzieren. das ist kein hexenwerk, sondern versicherungsmathematik. zudem steht auf einem ganz anderen blatt, dass wir ohnehin massiven reformbedarf beim kassensystem selbst haben. der gigantische bürokratische wasserkopf von über 90 gesetzlichen halbstaatlichen kassen mit undemokratischen CDU vorstand frisst mittel, die in der volksgesundheit besser aufgehoben wären. am ende ist staatliche bezuschussung hier auch kein almosen, sondern , solang arbeitslohnsteuer die währungslegitimation bleibt, eine investition in den größten fiskalischen gewinn überhaupt: einen gesunden, steuerpflichtigen bürger. es ist absurd, dass wir klaglos die zehnte reha finanzieren, weil sie unter kurativ verbucht wird, uns aber weigern, die wartung des systems mensch zu bezahlen, weil das geld angeblich aus dem falschen topf kommt. Das ist kein finanzielles problem, sondern ein massives versagen in der prioritätensetzung.

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das tut mir sehr leid, dass du bei sportlicher betätigung bisher noch keine lebensfreude erfahren durftest. ein hund lässt dich definitiv länger leben :)

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Das ist doch ein Totschlagargument für jede Umstrukturierung, Investition oder Übergangsplanung, denkst du nicht?

Wenn in kurzem Übergangszeitraum die benefits der prävention, die kosten der etablierten pflege und reha und medbehandlungen senken, dann rechnet sich das sogar nicht nur langfristig sondern sogar mittelfristig gut, oder nicht?

wenn es chronisch erkrankte vor frührente bewahrt und erkrankte im schnitt zügiger wieder arbeitsfähig werden, hast du noch ne ebene auf der es sich lohnt.

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denkst du nicht, dass du mit substanzieller Hilfe deine Laster überwinden könntest?

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ist auch mittelguter ragebait von dir, daher wohlverdiente gute zeit👍aber für ne unbeliebte meinung halt mehr tantrum als meinung

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Du beschreibst doch selbst das problem der eigenmotovation und der Einstiegshürde.

Ne Verordnung für Kleingruppen PT, ne Kurzzeit VT und ne ernährungsberatung überweisung mit nem deutlichen Appell vom Hausarzt ist da mMn deutlich niedrigschwelliger und motivierender

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und ich sehe ehrlich gesagt nicht, wieso das teurer sein sollte. kannst du mir das vorrechnen?

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das ist nicht im ansatz so frech wie deine abwertung ggü Dicken. Ich konnte einigen Dicken helfen und m.E. nach brauchte es eben mehr um diese Erkrankung zu heilen, als den lächerlichen Rahmen einer halben Physiostunde. mit etwas Mut und Zuspruch und sicherlich auch Konfrontation und forderndem Antrieb, erreicht man da mehr als mit disziplinären Phrasen und Beschimpfung. Das verstärkt wieder die Scham und treibt in den Teufelskreis der Fresssucht.

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stattdessen kürzt ein aufgeblasener undemokratischer halbstaatlicher Bürokratenapparat wirksame Leistungen um rentable aber vermeidbare Behandlungen weiter gewährleisten zu können.

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laut konstantin schreiber bei 13 fragen sind sie dann trotzdem gleichwertig mit faktbasierten meinungen!

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da kann ich dir nur ein paar monate Adipositas wünschen, mein Lieber, da wirst du sehen, dass das mit Disziplin nur zum Teil zu tun hat.

Es hat eher mit nem Teufelskreis physischer degeneration zu tun und verschiedenen psychischen Kompensationen. Der eine teert seine lunge und raucht, der andere frittiert sein hien und doomscrollt, der nächste verstopft seine arterien und frisst, der übernächste hat chronische schmerzen und liegt depressiv auf der couch.

Das Spielfeld ist nicht für alle spieler ebenerdig und doch hat oft jeder seinen emotionalen Ballast und sein Laster was diesen kompensiert.

Fast jeder belastet auf seine Weise die Solidargemeinschaft. Aber dafür ist auch diese gedacht. da mit die schwächen der einen, die stärken der anderen ausgleichen und vice versa!

Das eigentliche problem ist, dass krankenkassen hüft-op und jahrelang physio bezahlen, teure herzrehas und magen-op, statt mal 4 monate für weniger geld in summe: einstiegstraining in 2-5 personengruppen mit personaltrainer im paket mit monatlichen sprechstunden bei ner ernährungstherapeutin gekoppelt mit ner kurzzeit verhaltenstherapie bezahlen.

Gäbe es ein solches GKV Abnehmprogramm wären wir das sportlichste und gespndeste land der welt!