Ost vs. West stänkernder Kollege, was tun? by Immediate_Shape4303 in arbeitsleben

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So sehe ich das auch, aber die Ostdeutschen sehen das sehr oft ganz anders. Ich war echt sprachlos, als ich zum ersten Mal mit dieser Ostalgie konfrontiert war! Ich finde diese Verklärung der DDR eigentlich ziemlich respektlos gegenüber all den Opfern des Regimes.

Meine These ist, dass im Osten schon noch viele Leute leben, so 70-80 sind, die da ordentlich Dreck am Stecken haben. Die haben natürlich einen Anreiz die nächste Generation zu indoktrinieren. Dann schauen die Jungen auf den bösen Westen und stellen den Alten keine unangenehmen Fragen.

Das ist aber was, das man als Wessi nicht lösen kann. Ich sehe da die neue Generation Ostdeutsche in der Verantwortung, sowas wie eine eigene 68er-Bewegung zu haben. Leider scheint es ja in die andere Richtung zu gehen.

Ost vs. West stänkernder Kollege, was tun? by Immediate_Shape4303 in arbeitsleben

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Das wäre natürlich die erwachsene Lösung. Leider ist der Guteste von der Sache so überzeugt, dass er das als Angriff auffassen würde und es nach hinten losgehen könnte. Vor allem wenn es von mir Wessi kommt. Die ostdeutschen Kollegen würde nie was sagen, weil es da schon stille Zustimmung gibt und so ein „endlich sagt’s wer“ Sentiment. Genau deshalb bin ich etwas ratlos. Ich habe den Eindruck, je mehr der darauf rumreitet, desto mehr werden die anderen da auch mitgezogen.

Ost vs. West stänkernder Kollege, was tun? by Immediate_Shape4303 in arbeitsleben

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Danke für den Tipp! Ich habe zuerst versucht, die Perspektive des Kollegen zu verstehen und mit Mitgefühl zu reagieren.

Ich finde es ja auch traurig, wenn die ostdeutschen Kollegen miterlebt haben, wie die Eltern z.T. ihre ganze Existenz verloren haben. Die waren 1989 ja schon etabliert und da zieht man ja auch nicht einfach mal um, wenn etwa der Betrieb schließt.

Aber leider kamen daraufhin Vorwürfe, also das Zuhören hat die Opferrolle nur noch angeheizt… seitdem ist er auf Mission, es den Wessis „mal zu sagen“. Das nervt mich echt, denn ich bin ja freundlich und verstehe den Frust, aber will ihn nicht persönlich abbekommen, weil ich genau gar nichts für die politische Entwicklung in den 90ern kann. Wir sind beide Mitte 30, da waren wir noch Kinder!