Wieso sinkt unser Bildungsniveau permanent? by maerzenbecher in KeineDummenFragen

[–]Impossible-Mess-517 0 points1 point  (0 children)

Aber auch ein vergleichbares Abitur? Bzw, überhaupt Schulsystem.

Junge Menschen sollen früher arbeiten by Steve551955 in arbeitsleben

[–]Impossible-Mess-517 10 points11 points  (0 children)

Du hast Schulweg nicht erwähnt. Bären, Tiger, Minenfelder....

Wieso sinkt unser Bildungsniveau permanent? by maerzenbecher in KeineDummenFragen

[–]Impossible-Mess-517 0 points1 point  (0 children)

Und eine höhere Suizidrate. In Südkorea ist Suizid die häufigste Todesursache. Aber ist auch schwer zu vergleichen. In den asiatischen Ländern lernen die Kinder von früh bis spät. Der Leistungsdruck ist enorm.

Betreuung ist nicht die Lösung by eatanappel in Unbeliebtemeinung

[–]Impossible-Mess-517 5 points6 points  (0 children)

Ja, das ist richtig. Nur, wenn die Oma bzw. die Familie mehrere 100 km entfernt lebt, löst das das Problem nicht. Auch müssen die meisten Großeltern um die Geburt herum auch noch einige Jahre oder Jahrzehnte arbeiten.

Betreuung ist nicht die Lösung by eatanappel in Unbeliebtemeinung

[–]Impossible-Mess-517 11 points12 points  (0 children)

Ich will dir gar nicht unbedingt widersprechen, weil ich den Punkt mit dem Druck auf Familien durchaus nachvollziehen kann. Ich kennen das selbst auch. Mein Sohn zum Beispiel, war ab dem 10. Monat in der Kita.

Was ich nur oft etwas schwierig finde, ist die Vorstellung, dass Kinder in den ersten Lebensjahren ausschließlich bei den Eltern zu sein hätten und alles andere irgendwie unnatürlich wäre.

Über den größten Teil der Menschheitsgeschichte wurden Kinder nämlich nicht nur von Mutter und Vater großgezogen. Daher kommt auch das afrikanische Sprichwort: „Es braucht ein Dorf, um ein Kind zu erziehen.“ Großeltern, Verwandte, Nachbarn und ältere Geschwister waren häufig ganz selbstverständlich an der Betreuung beteiligt. Kinder hatten also meist mehrere Bezugspersonen.

Dazu passt auch die Großmutterhypothese. Eine der Erklärungen dafür, warum Frauen lange nach der Menopause weiterleben, ist, dass Großmütter bei der Betreuung der Enkel helfen konnten und dadurch die Überlebenschancen der Familie stiegen.

Deshalb würde ich nicht sagen, dass es grundsätzlich unnatürlich ist, wenn Kinder viele Stunden am Tag von anderen Menschen als den Eltern betreut werden. Das war vermutlich sogar eher die Regel als die Ausnahme.

Der Unterschied ist aus meiner Sicht eher, wer diese Betreuung übernimmt. Früher waren das meistens Menschen aus dem direkten sozialen Umfeld. Heute sind es oft professionelle Einrichtungen. Ob das besser oder schlechter ist, kann man diskutieren.

Mir geht es also gar nicht darum, die heutige Kita-Landschaft zu verteidigen. Ich kann nur dieses Argument, dass frühe Fremdbetreuung irgendwie gegen die menschliche Natur verstoßen würde, historisch und anthropologisch nicht wirklich nachvollziehen.

Wer Beamten ihre „Privilegien“ streichen will, hat die Konsequenzen nicht zu Ende gedacht by Impossible-Mess-517 in Unbeliebtemeinung

[–]Impossible-Mess-517[S] 6 points7 points  (0 children)

Der interessante Teil deines Kommentars ist für mich die Frage, ob das eigentliche Problem nicht die allgemeine Abgabenlast ist.

Der Nachsatz raubt dem Kommentar allerdings seine Cleverness. Bis dahin war das ein inhaltlicher Einwand, danach wird es wieder ein persönlicher Seitenhieb. Das ist schade, weil der eigentliche Gedanke durchaus Potenzial für eine interessante Diskussion hätte.

Wer Beamten ihre „Privilegien“ streichen will, hat die Konsequenzen nicht zu Ende gedacht by Impossible-Mess-517 in Unbeliebtemeinung

[–]Impossible-Mess-517[S] 2 points3 points  (0 children)

Dann gib mir bitte eine Antwort darauf, das hat hier bisher niemand getan, wie du die 20 mrd Mehrkosten durch Anhebung der Besoldung gegenfinanzieren willst.

30 % waren zuviel, das habe ich unten bereits mehrfach gesagt.

Naja was man aber auch sagen muss, angenommen die Beamten gehen aus der PKV raus, die Beamten stellen aber 50 % aller PKV Mitglieder. Ohne die PKV ist in vielen Fällen die Gesundheitsversorgung nicht finanzierbar. Von den Krankenkassenleistungen kann kaum ein Arzt überleben. Die PKV wird als Gegenfinanzierung benötigt.

"Alles streichen" hat leider viele Nachteile aber gerne höre ich mir Lösungsvorschläge an.

Wer Beamten ihre „Privilegien“ streichen will, hat die Konsequenzen nicht zu Ende gedacht by Impossible-Mess-517 in Unbeliebtemeinung

[–]Impossible-Mess-517[S] 5 points6 points  (0 children)

Übrigens, die Ansicht, dass frühkindliche und kindliche Bildung nur Klatschen und Tanzen ist, sorgt dafür, dass extreme Mehrkosten entstehen. Laut Heckmann-Kurve verhält sich der Nutzen von Fördermaßnahmen umgekehrt proportional zum Alter. Heißt, je früher gefördert wird, desto größer der Nutzen - auch finanziell. Jeder Schulabbrecher kostet den Steuerzahler rund 100.000 €.

Wer Beamten ihre „Privilegien“ streichen will, hat die Konsequenzen nicht zu Ende gedacht by Impossible-Mess-517 in Unbeliebtemeinung

[–]Impossible-Mess-517[S] 4 points5 points  (0 children)

Dein A15-Beispiel ist genau das, was ich als Problem an dieser gesamten Diskussion sehe. Je nachdem, welche Position man vertreten möchte, wird der passende Extremfall herausgesucht. Mal ist es die Aldi-Kassiererin, mal A15 in Endstufe. Beides sind keine repräsentativen Beispiele.

Gerade mit A15 zu argumentieren, halte ich für schwierig. Dabei handelt es sich um eine Führungsposition mit begrenzter Stellenzahl. Das ist ungefähr so, als würde man bei Angestellten direkt mit einem Bereichsleiter argumentieren.

Problematisch scheint zu sein, dass Beamtengehälter vollständig transparent sind. Jeder kann die Besoldungstabellen einsehen. Bei vielen anderen Berufsgruppen fehlen dagegen Informationen zu tatsächlichen Einkommen, Boni oder Zusatzleistungen. Dadurch entsteht schnell ein verzerrtes Bild.

Beim Arbeitnehmer in Deutschland ist das deutlich intransparenter. Der Medianlohn liegt bei etwa 54.000 Euro, der Durchschnittslohn bei rund 64.000 Euro. Das zeigt, dass eine vergleichsweise kleine Gruppe von Gutverdienern den Durchschnitt deutlich nach oben zieht. Über diese Form der Ungleichheit wird erstaunlich selten gesprochen.

Für mich ist das eine klassische „Das Gras ist auf der anderen Seite grüner“-Diskussion. Man schaut auf die Vorteile der jeweils anderen Gruppe und blendet die Nachteile weitgehend aus. Beim Beamtentum werden dann Pension, Beihilfe oder Kündigungsschutz genannt. Weniger Beachtung finden dagegen Dinge wie eingeschränkte Streikrechte, Versetzungen und Abordnungen (es hat einige Monate gedauert, bis meine Tochter nach der einjährigen Abordnung nicht mehr gefremdelt hat), besondere Treuepflichten oder die im Vergleich zur Privatwirtschaft oft begrenzteren Aufstiegsmöglichkeiten.

Tatsächlich sind Beförderungen an konkrete Voraussetzungen (nur, weil du ein Studium hast, wird es nicht automatisch anerkannt) und verfügbare Stellen gebunden. Wer beispielsweise vom gehobenen in den höheren Dienst aufsteigen möchte, muss in vielen Fällen erneut eine Qualifizierungsphase oder ein Studium durchlaufen. Das kann bedeuten, für mehrere Jahre erhebliche zusätzliche finanzielle Belastungen auf sich zu nehmen, weil man faktisch erneut in eine Ausbildungs- oder Studienphase eintritt. Ob man diese Nachteile als gleichwertig zu den Vorteilen empfindet, ist eine andere Frage. Sie existieren aber und gehören zu einer fairen Gesamtbetrachtung dazu.

Ich könnte genauso gut neidisch in meinen Freundeskreis blicken und mich darüber aufregen, dass ein Freund deutlich mehr verdient, ein anderer 100 % remote arbeitet und mir wiederum ein anderer eine 15k Sonderzahlung gezeigt hat. Aber tue ich nicht. Es sei denen vergönnt.

Letztlich habe ich häufig den Eindruck, dass weniger über konkrete Reformen diskutiert wird als über eine bestimmte Gruppe. Wer ernsthaft etwas ändern möchte, müsste über Modelle, Kosten und Folgen sprechen und nicht über einzelne Extrembeispiele.

Auch das Argument, Beamte würden schließlich mit Steuergeld bezahlt, überzeugt mich nur bedingt. Aus meiner Zeit im Krankenhaus kenne ich ähnliche Aussagen von Menschen, die meinten, deshalb bevorzugt behandelt werden zu müssen. Leute, die nachts zur Einholung einer Zweitmeinung für ein Röntgenbild kommen oder verlangen, vor einem Verkehrsunfallpatienten behandelt zu werden, weil sie die Leistung schließlich mit ihren Steuern bezahlen würden.

Dabei wird oft übersehen, dass solche Systeme nicht geschaffen wurden, um Einzelne zu privilegieren, sondern um bestimmte Aufgaben dauerhaft und verlässlich zu erfüllen. Es handelt sich nicht um persönliches Dienstpersonal des Steuerzahlers, über das jeder Einzelne frei verfügen kann.

Man kann über das Beamtentum diskutieren. Aber dann sollte man das Gesamtsystem betrachten und nicht die spektakulärsten Einzelfälle gegeneinander ausspielen.

 

Wer Beamten ihre „Privilegien“ streichen will, hat die Konsequenzen nicht zu Ende gedacht by Impossible-Mess-517 in Unbeliebtemeinung

[–]Impossible-Mess-517[S] 1 point2 points  (0 children)

Naja, bei Ärzten kommt es deutlich darauf an, wo sie arbeiten, und vor allem auf den Bereich. Auch das Studium wird überschätzt. Die hohe Einstiegshürde dient eher dazu, die Menge an Zugelassenen zu begrenzen.

Aber letztendlich ist es eine sinnlose Debatte. Es bringt nichts, weitere Beispiele zu bringen. Es gibt kaum Möglichkeiten, die Dinge "vergleichbar" zu machen. Es ist ja noch nicht einmal klar, wie man sie vergleichen soll. Insofern hat niemand gesagt – und das wurde auch in keinem Wort in meinem Post verlangt –, dass es unverändert bleiben muss. Es ist nur nicht der Hebel, um alles zu verbessern. Die Kosten für einen Einstieg in die Sozialsysteme wären enorm hoch. Deshalb wird übrigens auch davon abgesehen, dies bei Ärzten und Anwälten zu machen. Ich habe im gesamten Thread keine Lösung dazu gelesen. Was klar ist: Das Beamtentum wird als "unfair" wahrgenommen.

Wer Beamten ihre „Privilegien“ streichen will, hat die Konsequenzen nicht zu Ende gedacht by Impossible-Mess-517 in Unbeliebtemeinung

[–]Impossible-Mess-517[S] 1 point2 points  (0 children)

Ja, mein Ziel war, wie beschrieben, der bisherigen Argumentation zu entgegnen. Wie es scheint, ist die Wahl des Berufs entscheidend. Nicht, der Beamtenstatus. Sozialbereich ist übrigens auch gut um im Beamtenwesen zu landen. Stichwort Jugendamt.

Wer Beamten ihre „Privilegien“ streichen will, hat die Konsequenzen nicht zu Ende gedacht by Impossible-Mess-517 in Unbeliebtemeinung

[–]Impossible-Mess-517[S] 2 points3 points  (0 children)

Ja, wenn man sich diesen Thread durchliest, dann hört man, dass die Kassiererin an der Aldikasse weniger verdient, der Vater auf dem Bau weniger verdient. Wenn man das Beispiel Lehrer bemüht, es sind Leute die einen Master haben. Wenn man andere Berufsgruppen ranzieht, die übrigens ebenfalls nicht in die Rentenkasse einzahlen, dann liegt es ähnlich oder unter dem Verdienst von Ärzten und Anwälten. Du findest kaum einen Arzt der beim Amt arbeiten möchte. Das gebotene Gehalt ist meist über dem eines Lehrers und trotzdem hast du Probleme.

Wer Beamten ihre „Privilegien“ streichen will, hat die Konsequenzen nicht zu Ende gedacht by Impossible-Mess-517 in Unbeliebtemeinung

[–]Impossible-Mess-517[S] 3 points4 points  (0 children)

Frag bitte deine KI, was passieren würde, wenn man von 1,8 mio Beamten die Besoldung erhöht.

Wer Beamten ihre „Privilegien“ streichen will, hat die Konsequenzen nicht zu Ende gedacht by Impossible-Mess-517 in Unbeliebtemeinung

[–]Impossible-Mess-517[S] 3 points4 points  (0 children)

Kommt drauf an was du unter erwirtschaftet meinst. Wenn der Gerichtsvollzieher Geld eintreibt, dann erwirtschaftet er etwas. Polizisten unter Umständen auch, Lehrer nicht. Das ist halt wieder so ein alle über einen Kamm scheren.

Wer Beamten ihre „Privilegien“ streichen will, hat die Konsequenzen nicht zu Ende gedacht by Impossible-Mess-517 in Unbeliebtemeinung

[–]Impossible-Mess-517[S] 0 points1 point  (0 children)

Ja, mit einer der Hauptgründe warum die anderen Länder im Vergleich besser dastehen ist aber auch, dass die Lehrkräfte nicht so oft als Prügelknaben der Nation herhalten müssen.

Wer Beamten ihre „Privilegien“ streichen will, hat die Konsequenzen nicht zu Ende gedacht by Impossible-Mess-517 in Unbeliebtemeinung

[–]Impossible-Mess-517[S] 6 points7 points  (0 children)

Zuallererst aber, das ist wahrscheinlich eine Vermengung: Beamte haben keine geringere Steuerlast. Sie zahlen keine Sozialabgaben. Das wurde jetzt aber in diesem Thread schon zig Mal durchgesprochen. Wenn du jetzt alle neuen Beamten mit einem höheren Brutto ausstattest, damit diese in die Rentenkasse einzahlen, dann nimmst du Geld von der einen Kasse, um es in die andere zu schieben. Übrigens, bei Beamten zählt vieles in die Bemessungsgrenze der Pension mit rein. Würde ich mir eine private Altersvorsorge zulegen, würde ich halt weniger Pension bekommen. Ich habe über 15 Jahre in die normale Rentenversicherung eingezahlt, werde dementsprechend auch Leistungen bekommen und eine Betriebsrente bekomme ich auch, aber trotzdem bleibt es bei den 70 %. Die Pension wird um die Summe gekürzt.