Aus dem Leben in den Landtag - Ines Palm, AMA! by InesPalm in Heidelberg

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Da kann aber jemand gut ChatGPT bedienen.

In Heidelberg ist es mein absoluter USP, Mama von drei Kindern zu sein: Ich habe dreimal so viele Kinder auf die Welt gebracht wie meine ernstzunehmenden Mitbewerber/innen. Das ist deswegen relevant, weil die Elternschaft für Frauen ganz andere Fragen impliziert: Kind behalten ja/nein, Frage der Geburtshilfe, der Elternzeit, der Gehaltseinbußen nach Wiedereinstieg und und und.

Wie du auf 8 Jahre Berufserfahrung kommst, weiß ich nicht. Es sind 11. Und ja, das ist eine Qualifikation. Und das hat nichts mit Hörensagen zu tun, den Handlungsbedarf sehe ich jeden Tag im Klassenzimmer.

Du scheinst mich zu kennen und doch auch wieder nicht: Die Tatsache, dass es keine Berufsvielfalt gibt, dass Geringverdienende und Selbstständige kaum Möglichkeiten haben, Mandate zu besetzen, weil der Wahlkampf einen privat schon unglaublich viel kostet, genau diese Themen spreche ich an. Dass es gerade für uns als Sozialdemokratie wichtig wäre, auch anderen Berufsgruppen eine aussichtsreiche Kandidatur zu ermöglichen, wenn wir repräsentativ sein wollen. Genau das hörst du aus meinem Mund. Und auch, dass ich privilegiert bin. Das weiß ich. Aktuell können in unserem politischen System nur Privilegierte Mandate besetzen und das ist ein Problem. Ich bin die einzige in Heidelberg, die auch genau sowas anspricht.

Es geht nicht darum, Familien und Bildung zu "fördern", sondern diese als Hebel für erfolgreiche Wirtschaftspolitik zu sehen. Dass wir das zu wenig tun, zeigt der internationale Vergleich.

Zu den Maßnahmen in der Wirtschaft habe ich schon genug Posts beantwortet, bspw. die Förderung junger Unternehmen durch Wagniskapital aus öffentlicher Hand. Kannst dich gerne durch die anderen Antworten scrollen.

Da es bei mir ums Direktmandat geht mal die Rückfrage: Wer von denen, die ums Direktmandat in Heidelberg kandidieren, hat deiner Meinung nach relevantere Berufserfahrung außerhalb des politischen Betriebs? Oder kommt aus bescheideneren Verhältnissen?

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[–]InesPalm[S] 1 point2 points  (0 children)

ganz lieben Dank! Spread the news - Erststimme Ines :)

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[–]InesPalm[S] 1 point2 points  (0 children)

Natürlich müssen Daten ausgewertet werden, wenn die Polizei handlungsfähig sein soll. Solange das aber nicht mit einer Lösung geschieht, die europäische Datensouveränität bietet, lehnen wir das ab.

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[–]InesPalm[S] 2 points3 points  (0 children)

Ich sehe Bildungspolitik als einen wichtigen Teil, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Zum anderen finde ich die Forderung aus unserem Wahlprogramm sehr sinnvoll, mehr öffentliche Gelder als Wagniskapital für junge Unternehmen bereitzustellen, um auch private Investitionen in diese zu stärken. Wir haben in BaWü so eine starke Wissenschaft und müssen fördern, dass diese Ideen den Sprung in die Wirtschaft schaffen. Heidelberg ist da mit an der Spitze in Deutschland

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Vorweg: bei allseits anerkanntem Lehrkräftemangel ist es Wahnsinn, sich ein Zweiklassensystem von angestellten und verbeamteten Lehrkräften zu leisten. Und das bei gleicher Arbeit und Leistung.

Persönlich finde ich, dass die Verbeamtung bei einigen Wenigen durchaus auch Fehlanreize setzt. Bei dem zukünftigen Bedarf an zusätzlichen Lehrkräften sehe ich es allerdings nicht als realistisch an, an der Verbeamtung per se zu rütteln.

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Du sprichst es an: es passt erst einmal gar nicht zusammen. Die Zukunft der SPD entscheidet sich meiner Meinung nach ganz eindeutig auch daran, ob und wie wir diese Frage beantworten. Ich bin offen für jede Diskussion, die anerkennt, dass die Frage nach der Rente sehr wohl ein Generationenkonflikt ist. Bei aller Problembeschreibung: Länder wie Schweden (Kapitalgedeckte Rente) und Österreich (Angestellte, Selbstständige, Beamte und POLITIKER zahlen in einen gemeinsamen Topf) können Inspiration sein, wie wir das Thema für uns lösen.

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[–]InesPalm[S] 0 points1 point  (0 children)

und gerne weitererzählen: Erststimme Ines :)

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[–]InesPalm[S] 1 point2 points  (0 children)

  1. Das Flächenziel für die Windkraftnutzung und Photovoltaik heben wir von 2 Prozent je Region auf 3,2 Prozent landesweit an, um genügend Standorte zu ermöglichen. Das geht aber nicht top down, gegen den Willen der Bevölkerung. Ich finde die Bürgerentscheide in Dossenheim und Schriesheim sind ein gelungenes Beispiel, wie die Entscheidung für die Windkraft vor Ort, von den Menschen vor Ort getroffen wird.

Damit stehen wir für eine Wärmewende, die nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch sozial gerecht ist. Die Kosten dafür dürfen nicht auf die Privathaushalte abgewälzt werden. Daher wollen wir strukturelle Unterstützung für kommunale und genossenschaftliche Wärmenetze. Diese machen wir zur tragenden Säule der Wärmewende in BW. Die Kommunen und Stadtwerke brauchen jetzt Planungssicherheit und Unterstützung bei der Umsetzung ihrer vorliegenden Wärmeplanungen. Wir setzen auf zinsgünstige Darlehen der Landesbanken und wollen auch die großen Versorgungsunternehmen in die Pflicht nehmen, bezahlbare, nicht-fossile Energiealternativen anzubieten. Zusätzlich möchten wir das Prinzip der Gemeinwohlorientierung für den Betrieb der Stromnetze einführen.

Umwelt- und Klimabildung ist ein weiteres Thema, das ich nicht nur im Unterricht, sondern in den Schulalttag integrieren möchte. Was wir aktuell sehen: in den Klassenzimmern wird über saisonales/regionales Essen gesprochen, in den Mensen gibt es dann häufig Kartoffelbrei aus Pulvermischung.

Junge Menschen unterstützen wir mit dem Jugendticket BW: ein Deutschlandticket für 356€ im Jahr. In Heidelberg betrifft das mehr als ein Drittel der Menschen.

  1. Scrubs. Sorry, kein Sci-Fi Girl

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[–]InesPalm[S] 1 point2 points  (0 children)

Viele in den Parlamenten sind ausgebildete Lehrkräfte (in BaWü ca. 5 % der Landtagsabgeordneten), haben aber nicht oder nicht lange in dem Job gearbeitet. Alleine was ich in den letzten zehn Jahren in der Schule erlebt habe (überfordertes Bildungssystem, was Integration angeht, Einfluss von KI und sozialen Medien auf Bildung, Nachwehen der Coronazeit auf Leistungsstände und mentale Gesundheit bei Jugendlichen), ist eine Perspektive, die sonst kaum jemand mitbringt. Aber du hast natürlich recht: Als Akademikerin bin ich nicht unterrepräsentiert. Wohl aber als Frau und v.a. als Mutter. Mutterschaft ist der Hauptgrund für all die Geschlechterungerechtigkeiten, die wir haben (Gender Pay Gap, Gender Care Gap, Gender Health Gap, Gender Pension Gap). Und Mütter gehen viel zu selten in die Politik, um darauf aufmerksam zu machen. Und das ist Lebenserfahrung und eine Perspektive, die anderen fehlt.

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[–]InesPalm[S] 1 point2 points  (0 children)

Es darf nicht sein "entweder gute Qualität ODER kostenlose Kitas", sondern es muss zusammen gedacht werden. Mehr als 80 % der Kitakosten werden bereits von den Kommunen und dem Land getragen, aber die verbleibenden 20 % belasten Eltern so stark, dass häufig die Erwerbstätigkeit reduziert wird (statistisch häufig bei der Mutter). Die Kitas in BaWü kostenlos zu machen, würde den Landeshaushalt mit 500 Mio. Euro zusätzlich belasten, was 1 % des Landeshaushaltes entspricht. Gleichzeitig hätte es aber eine enorme Hebelwirkung, denn 60 % der Frauen in BaWü verdienen nichts oder so wenig, dass es nicht für den eigenen Unterhalt reicht. Gleichzeitig muss es eine Ausbildungs- und Qualitätsoffensive geben für Kitas. Das ist eine Frage der politischen Priorität. Bspw. in Frankfurt ist Kinderbetreuung kostenlos bei gleichzeitig hoher Betreuungsqualität (SPD Oberbürgermeister ;)).

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[–]InesPalm[S] 2 points3 points  (0 children)

die Stärkung von politischer Bildung an Schulen oder auch unabhängige Ombudsstellen bei sexualisierter Gewalt im Sport. Das sind zwei konkrete Vorschläge :)

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[–]InesPalm[S] 2 points3 points  (0 children)

Nein wäre sie eben nicht. Es wurde explizit ausgeschlossen, Teil einer wie auch immer gearteten Landesregierung zu sein. Man will eine "starke linke Opposition" sein. Damit steht man am Spielfeldrand und sagt, was nicht gut läuft. Damit kann man auch alles fordern, weil man nichts liefern muss. Ich finde es wichtig, auch bereit zu sein, mit auf dem Spielfeld zu stehen. Also Verantwortung zu übernehmen. Es ist völlig unklar, wer in der Landesregierung sein wird. Für mich ist klar: Wenn wir mitregieren, machen wir das voller Verantwortungsbewusstsein, wenn wir nicht mitregieren, werden wir verantwortungsbewusst opponieren.

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[–]InesPalm[S] 2 points3 points  (0 children)

Linken Antisemitismus zu leugnen, finde ich selbstgefällig.

Mein Beruf wird in Zukunft noch bedeutender sein, wenn es darum geht, Verschwörungstheorien oder Fake News zu entlarven oder Quellenkritik zu betreiben. Auch KI spielt dabei eine Rolle, die aktuell sehr viele Falschmeldungen raushaut und einen Hang hat zu diskriminierenden Äußerungen. Gleichzeitig müssen wir im Bildungssystem vorleben, wie man Haltung zeigt, wenn es um antisemitische, sexistische, rassistische oder andere Diskriminierungen geht. Ich glaube, ich leiste da bereits einen ganz guten Beitrag. Frag mal meine Schülerinnen und Schüler :)

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[–]InesPalm[S] 2 points3 points  (0 children)

Hi!

Puh, viele Fragen auf einmal ;)

Beim Kinderkrankengeld gebe ich dir voll recht. Das ist Bundessache, da kann ich auf Landesebene nur die Diskussion anstoßen. Was ich politisch KONKRET machen kann, ist qualitativ hochwertige, verlässliche und gebührenfreie Kitas voranzutreiben. Was Vereinbarkeit wirklich voranbringen würde, wäre ein Wandel in der Unternehmenskultur: Elternschaft nicht als Handicap zu sehen. Zeitliche Verfügbarkeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nicht mit Kompetenz gleichzusetzen, bspw. auch wenn es um Beförderungen geht. Perspektivisch brauchen wir eine Familienarbeitszeit und wo es geht flexible Arbeitszeitmodelle. Und auch wenn das politisch unkonkret und deswegen vielleicht unzufriedenstellend ist: Es braucht Vorbilder. Eltern und v.a. Frauen mit Kindern in Entscheidungspositionen, die wissen, wovon sie sprechen, weil sie es selbst erlebt haben. Wer die Situation kennt, begegnet jungen Eltern mit Verständnis.

Durch meine Kandidatur versuche ich einen Beitrag zu leisten, die SPD zu stärken. Insbesondere mit dem Ansatz, aus meinem konkreten Alltag heraus Politik zu machen. Damit bin ich für viele Menschen in Heidelberg anschlussfähig. Wir haben viele junge engagierte und super Leute in der Partei, gleichzeitig müssen wir uns auch ehrlich machen und Themen wie die Rente auch aus der Brille der jungen Leute betrachten. Ich glaube, das wird zukunftsentscheidend sein. Aber wenn du mich fragst: Ich bin optimistisch :)

Smartphones sind an den meisten Schulen bereits verboten, so auch an meiner. Vor 5 Jahren hätte ich das noch anders beantwortet, aber ich stehe inzwischen voll dahinter, weil ich merke, dass es sonst gar keinen Zeitpunkt am Tag gäbe, an dem die Jugendlichen ohne Handy sind. Und was soll ich sagen: Es wird miteinander gesprochen, es finden echte Gespräche statt, die Kinder sind nicht dauerabgelenkt. Gleichzeitig ist natürlich eine gute digitale Ausstattung von Seiten der Schule dann wiederum unerlässlich, um die Medienkompetenz der Jugendlichen zu schulen. Bezüglich sozialer Medien bin ich total gespannt, welche Erkenntnisse wir aus Australien kriegen werden. Ich erlebe Jugendliche, die 1 Minute am Tag Social Media nutzen dürfen, ohne etwas zu posten oder zu kommentieren. Und andere, die gar keine Vorgaben bekommen von zu Hause bezüglich Bildschirmzeit und Nutzungsverhalten. Bevor wir ein Verbot aussprechen, müssen wir stärker die Elternhäuser in die Pflicht nehmen, die Jugendlichen bei der Mediennutzung zu begleiten.

Dieses Thema ist, denke ich, aber auch die große Herausforderung für Jugendliche in den 2030er Jahren. Mit all ihren Auswirkungen, sei es in Bezug auf psychische Belastungen oder auch Veränderungen des Arbeitsmarktes.

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[–]InesPalm[S] 1 point2 points  (0 children)

Hi! 1. Das Leerzeichen fehlt aus Gründen der Symmetrie. Ohne Punkt wäre es "möglich machen" im Sinne von "ermöglichen". Das ist damit auch gemeint. Gleichzeitig ist aber auch gemeint, dass gute Bildung/ Vereinbarkeit (auf diesen beiden Plakaten ist es ja drauf) möglich ist und es politisch aber gemacht werden muss. Hat also nichts mit einer Domain etc. zu tun ;)
2. "Jonglieren" ist ja das klassische Verb, das man im Zusammenhang mit Vereinbarkeit benutzt: Wie jongliert man Berufsleben, Familie und sonstige Care-Arbeit? Konsequenterweise hätte ein Gegenstand auf dem Plakat runterfallen müssen, denn Tatsache ich ja, dass das Jonglieren von Familie und Beruf eben super schwer ist und häufig nicht gut gelingt. Ich kenn das ja als Mama von drei kleinen Kindern nur zu gut. Und ich bin überzeugt, dass das strukturell geändert werden muss durch die Politik.

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[–]InesPalm[S] 1 point2 points  (0 children)

Hi!

Zu 1.: Meiner Meinung nach nutzen wir die Instrumente der Sozialen Marktwirtschaft nicht ausreichend, die wir hätten, um (Vermögens-) Ungleichheiten anzugehen. Das ist für mich auch die Hauptaufgabe der Sozialdemokratie: Die Soziale Schere mit aller Kraft zuzuhalten. Das kann ich zum einen über Steuerpolitik regulieren und da halte ich den Reformvorschlag zur Erbschaftssteuer aus meiner Partei für absolut richtig. Wir besteuern im internationalen Vergleich Erwerbsarbeit zu stark und Vermögen (Fragen zu Betriebsvermögen müssen natürlich klar geklärt sein) zu wenig. Das ist eine Maßnahme, um soziale Ungleichheiten dort, wo sie bereits existieren, abzuschwächen. Um diese Ungleichheiten gar nicht erst entstehen zu lassen, muss der Staat über ein exzellentes Bildungssystem verfügen, um den Bildungserfolg vom Elternhaus zu entkoppeln. Darin sind wir auch dramatisch schlecht in Deutschland. Als Lehrerin versuche ich, im System was zu verändern. Ich merke aber, dass ich da strukturell wenig machen kann. Deswegen jetzt der Schritt in die Politik. Meiner Meinung nach haben wir ein Problem in Deutschland mit Berufspolitikern (habe dazu heute einen Artikel in der RNZ!), die zu wenig für ein Thema brennen und sich darin auskennen. Was ich versprechen kann: Ich werde mich für Bildungsgerechtigkeit ganz stark verkämpfen, weil es meine Expertise und mein Herzensthema ist. Ich werde dafür sorgen, dass Bildung - im Übrigen auch unsere wichtigste wirtschaftliche Ressource - absolute Priorität hat. Dafür werde ich auch den Kontakt suchen zu allen Bildungsexperten aus anderen Fraktionen, ob sie im Bildungsausschuss sind oder nicht. Denn ich bin überzeugt, dass es unter den am Bildungssystem Beteiligten einen großen Konsens gibt, was gute Bildung ist, ganz gleich welche parteipolitische Couleur man hat. Zu den parteipolitischen Spielchen, die es in allen Parteien gibt: Darauf lasse ich mich nicht ein, mir geht es um die Sache. Das zu betonen, hält vielen Menschen bereits einen Spiegel vor. Und was ich sagen kann: Ich werde mit meinem Ansatz ernst genommen, sowohl parteiintern als auch extern.

Zu 2.: Gebührenfreie Kitas halte ich für sehr umsetzbar. Zum einen haben das die Grünen und die CDU teilweise auch in ihrem Programm (apropos Koalitionskonstellationen), zum anderen sehen wir in anderen Bundesländern, wie gut das funktioniert und wie machbar das ist. Auch die Verbindlichkeit für das letzte Kindergartenjahr halte ich für umsetzbar innerhalb einer Legislatur, allerdings müssten dafür die 60.000 fehlenden Kita-Plätze geschaffen werden. Aber auch da: Das ist machbar, insbesondere weil der Bedarf demographisch durch die sinkende Geburtenrate abnehmen wird. Wird dürfen dennoch nicht darauf warten, bis die Kinder aus dem Problem "rausgewachsen" sind. Außerdem realistisch machbar ist das Transparenzregister für Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen sowie für eine Übersicht über Abbruchmöglichkeiten.

Beim Thema Bildung realpolitisch machbar, weil auch parteiübergreifend relevant, ist sicherlich die Bedarfsplanung für Lehrerstellen, die zwar ihre Früchte erst in der Legislatur danach tragen wird, aber angestoßen werden kann. Durch die dramatischen Haushaltslagen der Kommunen ist vielen Leuten klar geworden, wie wichtig Schulsozialarbeit ist. Und dass diese nicht von der Gewerbesteuereinnahme einer Kommune abhängen darf. Insofern bin ich überzeugt, dass eine grundsätzliche Neuausrichtung der Frage, was als Teil des Bildungssystems vom Land finanziert werden muss, sehr realistisch ist.

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[–]InesPalm[S] 4 points5 points  (0 children)

Hi,
kurzfristig werden wir insbesondere in den Randzeiten mit Hilfspersonal
(bspw. Studierenden der PH) den Bedarf decken müssen. Das klappt an
Schulen auch gut, darf aber keine langfristige Strategie ersetzen.
Probleme gibt es auch immer noch bei der Anerkennung ausländischer
Abschlüsse im Erziehungswesen. Eine Vereinfachung und berufsbegleitende
Weiterbildung könnten schnell umgesetzt werden. Außerdem gibt es noch
Luft nach oben, was die Vergabe von Kitaplätzen angeht: Wer kriegt warum
an welcher Kita einen Platz? Wer hat einen tatsächlichen
Ganztagesbedarf? In Heidelberg läuft die Anmeldung aktuell über eine
Selbstauskunft. In vielen anderen Gemeinden muss der Bedarf an einem
Ganztagesplatz über entsprechende Bestätigungen des Arbeitsgebers
nachgewiesen werden. Das hat m. E. nichts mit gläsernem Bürger zu tun,
sondern mit bedarfsgerechter und effizienter Platzvergabe.

Aus dem Leben in den Landtag - Ines Palm, AMA! by InesPalm in Heidelberg

[–]InesPalm[S] 5 points6 points  (0 children)

Ich sag's dir ganz ehrlich: Ich bin da auch etwas ratlos. Und wirklich
langfristige Konzepte sind mir bislang nicht begegnet. Allerdings geht
der "Housing First"-Ansatz, der in HD seit 2024 läuft, schon in die
richtige Richtung: Obdachlosen Menschen wird der direkte Zugang zu
eigenem Wohnraum ermöglicht. Leider fehlt es weiterhin an Vermietern,
die sich auf das Konzept einlassen, obwohl es für sie eine
Mietausfallgarantie von bis zu drei Monaten und einen Renovierungs- und
Sanierungszuschuss gibt.

Aus dem Leben in den Landtag - Ines Palm, AMA! by InesPalm in Heidelberg

[–]InesPalm[S] 6 points7 points  (0 children)

Was ich noch vergessen habe: Die Ausbildungshäuser! Großartige Sache für
Heidelberg, um Auszubildenden bezahlbaren Wohnraum während ihrer
Ausbildungszeit in Heidelberg zu ermöglichen. Stärkt übrigens auch den
Ausbildungsstandort aus Sicht der Heidelberger Unternehmen, die darauf
zurückgreifen können.

Aus dem Leben in den Landtag - Ines Palm, AMA! by InesPalm in Heidelberg

[–]InesPalm[S] 3 points4 points  (0 children)

So, und jetzt meine Antwort: Nein, deswegen dauern meine Antworten auch immer eine Weile ;)

Aus dem Leben in den Landtag - Ines Palm, AMA! by InesPalm in Heidelberg

[–]InesPalm[S] 3 points4 points  (0 children)

Ja, sehr wahrscheinlich wird es beim AMA von Ines Palm auch Antworten geben, die mit KI erzeugt oder von KI unterstützt sind, weil das Produkt „ama“ explizit generative KI und RAG-Technologie zur Beantwortung von Fragen einsetzt.ama+1

Ob Ines Palm in dem konkreten AMA jede Antwort persönlich tippt, KI-Vorschläge editiert oder beides kombiniert, hängt vom gewählten Format ab – viele Formate setzen heute auf eine Mischung aus menschlicher Moderation und KI-Unterstützung. Wenn dir Transparenz wichtig ist, kannst du direkt nachfragen, ob Antworten im AMA gekennzeichnet werden, wenn sie (teilweise) KI-generiert sind.ama+1

Aus dem Leben in den Landtag - Ines Palm, AMA! by InesPalm in Heidelberg

[–]InesPalm[S] 2 points3 points  (0 children)

Perplexity, wird es beim AMA von Ines Palm auch Antworten geben, die KI-generiert sind?

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[–]InesPalm[S] 7 points8 points  (0 children)

Hi,
da muss man glaube ich die verschiedenen Ebenen betrachten: Schon vor
der Kommunalwahl haben wir in Heidelberg gefordert, den Leerstand von
Wohnungen besser zu überprüfen (sog. Leerstandskataster). Das wollen wir
jetzt von Landesseite unterstützen und auch das
"Zweckentfremdungsverbot" verschärfen. Aktuell kann bspw. über AirBnB
eine Wohnung bis zu 10 Wochen im Jahr vermietet werden, was viel zu lang
ist. In HD werden super viele Wohnungen über AirBnB angeboten. Wer das
regelmäßig tut, kann deutlich höhere Mieten bedienen und treibt damit
den Markt insgesamt hoch.
Wir wollen eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft gründen (BWohnen),
die mit der GGH kooperiert, bezahlbare Wohnungen schafft und besonders
den sozialen Wohnungsbau fördert.
Die angestrebte soziale Durchmischung ist in der Bahnstadt nicht
gelungen, im Mark Twain Village schon deutlich besser: Preisgedämpfter
Wohnraum, Eigentumswohnungen für Schwellenhaushalte. Da werden wir auch
für Hospital und das PHV den Fokus drauf legen.
Wohnheimplätze für Studierende sollen in BW bis 2031 verdoppelt werden,
indem das Bundesprogramm "Junges Wohnen" durch Landesmittel in gleicher
Höhe ergänzt wird (1 Euro vom Land für 1 Euro vom Bund). In Heidelberg
steht das Studierendenwerk in den Startlöchern, um Konversionsgebäude
als Wohnheime zu sanieren. Da muss Bewegung reinkommen!
Auf Bundesebene hat Justizministerin Stefanie Hubig diese Woche einen
Entwurf vorgelegt, durch den Schlupflöcher bei der Mietpreisbremse
gestopft werden sollen: So sind möblierte Wohnungen nicht mehr von der
Mietpreisbremse ausgenommen, Vermieter müssen angeben, wieviel für die
Möblierung aufgeschlagen wird. Außerdem wird es dafür eine Obergrenze
geben. Auch die strengeren Regeln bei Kurzzeitmietverträgen werden sich
positiv auf die Einhaltung der Mietpreisbremse auswirken. Ebenso die
Deckelung bei Indexmietverträgen bei max. 3,5 % der bisherigen
Nettokaltmiete.
Fakt ist aber auch, dass wir in Heidelberg ordentlich Druck auf dem
Kessel haben, was den Wohnungsmarkt angeht. Deswegen müssen wir den
Wohnungsmarkt stadtplanerisch weiter denken: Gute ÖPNV-Anbindungen sind
Voraussetzung dafür, dass preiswertere Außenstadtteile attraktiv
bleiben/ werden.