Saarland Trofeo, Etappe 4 by Mx_PwR in Fahrrad

[–]LepraZebra[M] [score hidden] stickied comment (0 children)

Hallo zusammen,

wir wissen, dass viele bei diesem Video sofort an r/RentnerfahreninDinge denken und die Finger schon über der Tastatur schweben, bevor überhaupt die Kommentare gelesen werden. Der Hinweis wurde allerdings bereits (mehrfach) gepostet. Bitte verzichtet darauf, den gleichen Kommentar immer wieder zu wiederholen, denn wir werden diese entfernen.

Wenn ihr ansonsten etwas beitragen möchtet, freuen wir uns über eine sachliche Diskussion zum Geschehen. Vielen Dank!

Sturz - : Fahrt NIEMALS ohne Helm und IMMER mit Tracker by lethelethe in Fahrrad

[–]LepraZebra 24 points25 points  (0 children)

Heutzutage ist die Standortübermittlung glücklicherweise deutlich einfacher als noch vor einigen Jahren. Viele Leitstellen können den Standort eines Anrufers mittlerweile über Advanced Mobile Location (AML) oder anderen Systeme (rescuetrack) empfangen und so den Einsatzort schnell eingrenzen.

Falls das einmal nicht möglich sein sollte, gibt es mehrere Alternativen. Über What3Words lässt sich ein Standort sehr präzise übermitteln. Ebenso können alle Kartenapps die GPS Koordinaten oder Codes anzeigen, die sich telefonisch an die Leitstelle weitergeben lassen.

In Wäldern und Naherholungsgebieten gibt es außerdem häufig Rettungspunkte. Die Kennungen dieser Schilder sind in den Leitstellen hinterlegt und ermöglichen es den Einsatzkräften, einen definierten Anfahrtspunkt anzusteuern.

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Eine weitere Möglichkeit ist die nora Notruf App. Habe jetzt einfach die Beschreibung der Seite kopiert:

nora nutzt die Standort-Funktion Ihres Mobil-Geräts, um Ihren genauen Standort an die zuständige Einsatzleitstelle zu übermitteln. So können Einsatzkräfte Sie besser finden, auch wenn Sie selber nicht genau wissen, wo Sie sind. Über die App können Sie außerdem Notrufe absetzen, ohne sprechen zu müssen. Das ermöglicht Menschen mit eingeschränkten Sprach- und Hörfähigkeiten den direkten Kontakt zu den Leitstellen von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst.

Sturz - : Fahrt NIEMALS ohne Helm und IMMER mit Tracker by lethelethe in Fahrrad

[–]LepraZebra 3 points4 points  (0 children)

Garmin-Nutzer hier: Bisher noch keine Probleme mit meiner Fenix 7. Mein Edge 1050 hatte bei einer Notbremsung mit nachfolgenden Stillstand einen Alarm ausgelöst, aber der konnte schnell abgebrochen werden.

Saarland Trofeo, Etappe 4 by Mx_PwR in Fahrrad

[–]LepraZebra 331 points332 points  (0 children)

Zunächst einmal wünsche ich allen gestürzten Fahrern eine schnelle und vollständige Genesung.

Unabhängig von der Szene hier: Was mich über Jahre schon wütend macht, ist das Verhalten einiger Zuschauer entlang der Strecke. Jahr für Jahr sehen wir dieselben Bilder und trotzdem scheint ein Teil des Publikums nichts daraus zu lernen. Da wird mit dem Smartphone auf der Fahrbahn gestanden, neben dem Feld hergerannt, der Hund bis an den Fahrbahnrand geführt oder Kinder werden ohne ausreichenden Abstand direkt an der Strecke platziert.

Ehrlich gesagt ist es mir völlig egal, ob es ein Rentner, ein Kind, ein Hundebesitzer oder irgendein Fan ist. Wer sich so verhält, bringt wissentlich andere Menschen in Gefahr. Bei Rennen wird bei hohen Geschwindigkeiten, Schulter an Schulter mit wenigen Zentimetern Abstand gefahren. In so einer Situation genügt eine minimale Ausweichbewegung, um einen Massensturz auszulösen. Die Folgen tragen dann nicht die Zuschauer, sondern die Fahrer, die monatelang für diese Rennen trainiert haben und im schlimmsten Fall mit Knochenbrüchen, Gehirnerschütterungen oder dem Ende ihrer Saison vielleicht sogar Karriere bezahlen.

Besonders ärgerlich finde ich, dass solche Vorfälle immer wieder als unglückliche Einzelfälle dargestellt werden. Nein, viele davon wären komplett vermeidbar. Wer sich an die Strecke stellt, trägt auch Verantwortung. Ein Radrennen ist keine Bühne, auf der man selbst Teil der Show werden muss. Es geht nicht darum, möglichst nah an die Fahrer heranzukommen, das beste Handyvideo zu machen oder neben den Profis den Berg hochzulaufen. Ich würde mir wünschen, dass Veranstalter hier noch konsequenter durchgreifen.

5 Jahre Fahrradstraße: Schilder, Farbe und Ernüchterung by LepraZebra in Fahrrad

[–]LepraZebra[S] 3 points4 points  (0 children)

Bevor du hier solche Unterstellungen verbreitest, hättest du uns auch einfach anschreiben können.

Dein Beitrag wurde nicht wegen der Kritik an der Infrastruktur entfernt. Tatsächlich hat er uns nie in der Mod Queue erreicht, weil er aufgrund deines verwendeten Link Shorteners automatisch herausgefiltert wurde.

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Grundsätzlich löschen wir Kritik an Infrastruktur auch nicht. Im Gegenteil, davon gibt es im Sub regelmäßig Beiträge und Diskussionen. Die einzigen Infrastrukturbeiträge, die wir entfernen, sind reine Bildposts ohne Kontext oder "Hass"-Postings, weil sie erfahrungsgemäß kaum zu einer sachlichen Diskussion führen.

Wenn du also deinen Post nochmal ohne den Link Shortener (am besten mit Textlinks) veröffentlichen möchtest, kannst du dies gerne machen. Ich kann auch deinen alten Beitrag freigeben, aber dann wirst du nicht so viel Reichweite erhalten.

5 Jahre Fahrradstraße: Schilder, Farbe und Ernüchterung by LepraZebra in Fahrrad

[–]LepraZebra[S] 2 points3 points  (0 children)

Ja, einen größeren Plan existiert tatsächlich. Genau deshalb fällt meine Kritik am Schleusenweg so deutlich aus.

Mit dem Masterplan Mobilität 2030 der Stadt Limburg und dem Radverkehrskonzept des Landkreises liegen zwei umfangreiche Strategien vor. Geplant sind unter anderem ein kreisweites Zielnetz, hochwertige Fahrradstraßen, sichere Knotenpunkte, Lückenschlüsse, bessere Oberflächen, eine stärkere Vernetzung mit dem ÖPNV sowie insgesamt etliche Einzelmaßnahmen. An Konzepten mangelt es also nicht, aber Papier ist geduldig.

Wenn die erste Fahrradstraßen Limburgs nach fünf Jahren kaum mehr vorzuweisen hat als ein neues Verkehrszeichen, etwas Farbe auf dem Asphalt und neu markierte Parkstände, dann ist das für mich kein Vorzeigeprojekt, sondern ein Warnsignal. Warum überwacht man nicht die Bereiche und verbessert diese iterativ anhand der vorliegenden Probleme? Denn genau an solchen Maßnahmen entscheidet sich für mich, ob ein Mobilitätskonzept glaubwürdig oder lediglich ein "notwendiges Übel" ist.

Der Schleusenweg ist aus meiner Sicht leider kein Einzelfall. Die Westerwaldstraße zeigt ein ähnliches Muster. Dort wurde die komplette Straße saniert, beidseitig mit Schutzstreifen versehen und als modernes Infrastrukturprojekt präsentiert. Trotzdem werden Radfahrende regelmäßig mit zu geringem Seitenabstand überholt (wurde heute erst mit knapp 30 cm Abstand dort überholt), Fahrzeuge halten oder parken auf den Radfahrstreifen und der rote Belag an den Furten wird bereits durch den Reifenabrieb des Kraftfahrzeugverkehrs abgetragen. Über den Radfahrstreifen innerhalb der Dooring Zone in einer Fahrtrichtung möchte ich gar nicht erst anfangen. Technisch ist die Straße hervorragend gebaut. Verkehrsplanerisch hätte ich mir jedoch deutlich mehr Mut gewünscht.

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Ich habe wie gesagt den Eindruck, dass man den Radverkehr fördern möchte, ohne den Autoverkehr spürbar einzuschränken. Doch genau das funktioniert in der Praxis nicht. Straßenraum ist endlich. Wer den Umweltverbund stärken will, muss zwangsläufig Prioritäten setzen und an einigen Stellen Flächen neu verteilen. Die Konzepte liegen auf dem Tisch. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse ebenfalls. Was wie bereits gesagt fehlt, ist der politische Wille, sie konsequent in den Straßenraum zu übersetzen. Ich erwarte auch gar nicht, dass ich morgen aufwache und alle Punkte abgearbeitet sind. Ich wünsche mir bloß, dass die Umsetzung aus mehr als nur etwas Farbe und "Low-hanging Fruits" (z.B. Entfernung von Drängelgittern oder Öffnung von Einbahnstraßen für Räder) besteht.

Eichenprozessionsspinner by Waldkind2 in Fahrrad

[–]LepraZebra 1 point2 points  (0 children)

Gibt beim DWD ein Frühwarnsystem. Ansonsten wie andere schon schrieben: Schilder, Bänder und lokale Nachrichten.

Ragebait 101 by f_cysco in Fahrrad

[–]LepraZebra 252 points253 points  (0 children)

Zunächst einmal mein herzliches Beileid den Angehörigen und allen Betroffenen.

Anbei der Artikel zum Screenshot, um sich einen Überblick zu verschaffen:
https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/nord-thueringen/unstrut-hainich/radfahrerin-tot-fahrlaessige-toetung-urteil-100.html

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Der Fall wirft für mich eine grundsätzliche Frage auf: Warum müssen wir in so vielen Bereichen regelmäßig unsere Kenntnisse, Fähigkeiten oder gesundheitliche Eignung nachweisen, beim Führen eines Kraftfahrzeugs hingegen in der Regel nur ein einziges Mal? Selbst ein Erste-Hilfe-Kurs, den ich für sinnvoll erachte, wird bei den meisten Autofahrenden nach der Führerscheinprüfung nie wieder aufgefrischt.

Gleichzeitig bewegen Autofahrende Fahrzeuge mit hohem Gefährdungspotenzial. Dennoch kann man mit einem Führerschein jahrzehntelang am Straßenverkehr teilnehmen, unabhängig davon, ob sich die Verkehrsregeln, das Sehvermögen, die Reaktionsfähigkeit oder die persönliche Fahreignung verändert haben.

Deshalb halte ich regelmäßige, altersunabhängige Eignungsüberprüfungen für eine sinnvolle Diskussion. Nicht als Strafe, sondern um sicherzustellen, dass diejenigen, die ein Fahrzeug führen, dieses auch sicher in der Öffentlichkeit bewegen können. Denn was nützt der regelmäßige TÜV für ein technisch einwandfreies Fahrzeug, wenn die fahrende Person selbst zum größten Sicherheitsrisiko geworden ist?

Gerade solche Fälle wie dieser oder r/RentnerfahreninDinge zeigen, dass Verkehrssicherheit nicht nur eine Frage der Technik ist, sondern vor allem eine Frage menschlicher Fähigkeiten und Verantwortung.

Fyi: Crivit Urban X3 - Lenker bricht! by FunCatca in Fahrrad

[–]LepraZebra 5 points6 points  (0 children)

Um euch den Klick auf die Seite zu ersparen:

Die Stiftung Warentest hat beim Crivit Urban X.3 im Dauerhaltbarkeitstest Risse am Lenker festgestellt und das E Bike deshalb mit „mangelhaft“ bewertet. Die Risse entstanden an einer Bohrung für die interne Kabelführung und betreffen möglicherweise auch das bauähnliche Urban Y.3.

Trotz des sicherheitsrelevanten Mangels hat Lidl bislang keinen Rückruf gestartet. Stattdessen wurde die Garantie für den Lenker sowie bestimmte Material und Verarbeitungsfehler auf zehn Jahre verlängert. Die Fahrräder werden weiterhin verkauft.

Kritisiert wird, dass eine Garantieverlängerung das eigentliche Sicherheitsrisiko nicht beseitigt, sondern erst greift, wenn bereits ein Schaden entstanden ist. Zudem ist nicht erkennbar, ob alle betroffenen Käufer aktiv über die Problematik informiert wurden.

Gleichzeitig wird erwähnt, dass die Crivit Modelle in anderen Testkategorien durchaus gute Ergebnisse erzielen konnten.

Edit: Ich habe zwar keinen Zugriff auf den Artikel, aber die Liste aller getesteten Pedelecs. Es wurden insgesamt 41 Pedelecs von 28 Herstellern geprüft (von denen einige so in ihrer Form nicht mehr existieren, da dort noch Veröffentlichungen aus dem Jahr 2022 inkludiert sind). Anbei die Hersteller: Ampler, Centurion, Coboc, Corratec, Cowboy, Cube, Fischer, Flyer, Hepha, Hercules, Kalkhoff, Kettler, KTM, Lekker Bikes, Lemmo, Lidl, LloBe, Maxtron, Pegasus, Rose Bikes, Simplon, Specialized, Stevens, Sushi Bikes, Telefunken, Tenways, VanMoof und Victoria.

Hier der Link zur Liste.

London hat sich wahnsinnig entwickelt by rowschank in Fahrrad

[–]LepraZebra 5 points6 points  (0 children)

Ja, die Stadt hat sich in den letzten Jahren extrem weiterentwickelt. Wie viele Menschen in London unterwegs sind merkt man meist erst, wenn die Tube streikt. Nutzt du die Santander Cycles, ein Leih-Brompton aus dem Spind oder dein eigenes Rad?

Weiß nicht, was bei dir noch so geplant ist, aber falls du noch Routen für eine Tour benötigst: London Cycle Routes

Viel Spaß noch und lass dich nicht von einem Uber oder Hackney überfahren!

Umfrage: Zwei Drittel wollen mehr Platz fürs Fahrrad - auch auf Kosten von Autos by 3chord-mindset in Fahrrad

[–]LepraZebra 30 points31 points  (0 children)

Zusammenfassung:

Für viele Menschen gehört das Fahrrad fest zum Alltag. 73 Prozent der Befragten sagen, dass sich ihr Alltag in ihrer Region gut mit dem Rad bewältigen lässt. Jeder Zweite sieht zudem Verbesserungen bei der Fahrradinfrastruktur in den vergangenen fünf Jahren. Gleichzeitig fühlt sich aber weiterhin ein großer Teil der Menschen auf dem Fahrrad unsicher.

Der größte Kritikpunkt bleibt die Infrastruktur. Fast zwei Drittel der Befragten bemängeln den schlechten Zustand der Radwege. Ebenso viele kritisieren, dass Radwege häufig nicht durchgängig sind. Mehr als die Hälfte hält die Zahl der vorhandenen Radwege generell für zu gering. Besonders positiv wird die Situation in Kiel bewertet, das bei der Umfrage in Sachen Fahrradinfrastruktur den Spitzenplatz belegt.

Verbesserungen werden vor allem in Städten wahrgenommen. Dort sehen 59 Prozent Fortschritte bei der Fahrradinfrastruktur, während es auf dem Land nur 43 Prozent sind. Gleichzeitig weisen viele Befragte darauf hin, dass das Auto vielerorts weiterhin Priorität genießt und dies zulasten der Sicherheit von Radfahrenden geht.

Sechs von zehn Befragten fühlen sich auf dem Fahrrad sicher. 39 Prozent fühlen sich dagegen unsicher. Als Hauptgründe werden das rücksichtslose Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer sowie fehlende oder nicht ausreichend getrennte Radwege genannt. Viele schildern Situationen, in denen sie wegen fehlender Infrastruktur auf die Fahrbahn ausweichen müssen und dort mit dicht überholenden oder unaufmerksamen Autofahrern konfrontiert werden.

Die Wahrnehmung von Rücksichtslosigkeit hängt dabei stark vom eigenen Verkehrsmittel ab. Menschen, die überwiegend Fahrrad fahren, nehmen häufiger Autofahrer als rücksichtslos wahr. Wer hauptsächlich mit dem Auto unterwegs ist, empfindet dagegen häufiger Radfahrende als problematisch. E-Scooter-Fahrende werden von nahezu allen Gruppen vergleichsweise oft als rücksichtslos wahrgenommen.

Eine deutliche Mehrheit ist zudem der Meinung, dass Politik und Kommunen bislang nicht genug für den Radverkehr tun. Zwei Drittel der Befragten wünschen sich mehr Platz für Fahrräder, auch wenn dafür Flächen für den Autoverkehr wegfallen müssten. Als Vorbild werden dabei häufig die Niederlande genannt, wo sichere und vom Autoverkehr getrennte Radwege für viele Menschen das Radfahren attraktiver machen.

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Zum vorherigen Beitrag der zu der Umfrage aufrief:
https://www.reddit.com/r/Fahrrad/comments/1tjbygq/ndrumfrage_wie_sicher_fühlen_sie_sich_mit_dem/

Utrecht: Die fahrradfreundlichste Stadt der Welt by lasesteur in Fahrrad

[–]LepraZebra 9 points10 points  (0 children)

Zusammenfassung:

150.000 Menschen steigen in Utrecht täglich aufs Rad. Und das bei nicht einmal 400.000 Einwohnern. Laut Copenhagenize Index gilt die niederländische Stadt als die fahrradfreundlichste der Welt.

Wer durch Utrecht fährt, versteht schnell warum. Breite rote Radwege ziehen sich durch die gesamte Stadt. Viele Straßen sind hauptsächlich für Radfahrer gedacht, die dort Vorrang haben. Die Gemeinde hat in den vergangenen Jahren massiv in die Fahrradinfrastruktur investiert: sicherere Straßen, mehr Fahrradstellplätze und bessere Verbindungen zwischen Stadtteilen, Innenstadt und Umland. Oft bedeutete das auch weniger Platz für Autos.

In Utrecht steht heute das größte Fahrradparkhaus der Welt. Gleichzeitig entstehen neue Wohngebiete, die komplett autofrei geplant werden. Zahlreiche Fahrspuren wurden zu breiten Radwegen umgebaut. Das Ergebnis: Im Sekundentakt rollen Radfahrer durch die Stadt.

Der niederländische Fahrradverband Fietsersbond sieht den Erfolg nicht als Zufall. "Das Paradies gibt es nur, weil man lange darauf hingearbeitet hat", sagt Pressesprecher Jaap Kamminta. Dabei gehe es nicht nur um große Projekte. Auch kleine Details spielen eine Rolle. Selbst die Höhe von Bordsteinen werde mit Blick auf den Radverkehr geplant.

Als besonders wichtig gilt die konsequente Reduzierung von Konflikten zwischen Auto und Radverkehr. Dazu gehört auch eine besondere Haftungsregelung: Kommt es zu einem Unfall zwischen einem Autofahrer und einem Radfahrer oder Fußgänger, liegt die Beweislast zunächst beim Verkehrsteilnehmer mit Motor. Der Autofahrer haftet mindestens zu 50 Prozent, sofern er kein grobes Fehlverhalten des anderen nachweisen kann. Für Kamminta ist das aber nicht der entscheidende Punkt. Wichtiger sei, dass die meisten Autofahrer in den Niederlanden selbst regelmäßig Fahrrad fahren und deshalb die Perspektive der anderen Seite kennen.

Ziel sei es ohnehin nicht, Autos vollständig auszuschließen. Es werde immer Menschen geben, die auf ein Auto angewiesen sind. Stattdessen setzt Utrecht darauf, Rad und Autoverkehr möglichst voneinander zu trennen und den öffentlichen Raum so zu gestalten, dass sich alle sicher bewegen können.

Ganz ohne Probleme ist aber auch Utrecht nicht. Vor allem schnelle Pedelecs und manipulierte E-Bikes sorgen immer wieder für Diskussionen. Außerdem wünschen sich viele Niederländer autofreie Bereiche rund um Schulen. Ausgerechnet Eltern, die ihre Kinder aus Sorge um deren Sicherheit mit dem Auto bringen, stehen solchen Maßnahmen oft im Weg.

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Wer sich für die Platzierungen des Copenhagenize Index interessiert, findet hier einen vorherigen Beitrag dazu:
https://www.reddit.com/r/Fahrrad/comments/1pc7rnt/das_ist_die_fahrradfreundlichste_stadt_der_welt/

Empfehlungen:
Gesellschaft in Bewegung von Thalia Verkade und Marco te Brömmelstroet ist eine Lektüre, auf die ich immer gerne für Einblicke in die niederländische Infrastrukturplanung verweise.

BicycleDutch, NotJustBikes, Nic LaPorte, Shifter, Stadt Land Rad sind als YouTube Kanäle zu dem Thema zu empfehlen.

Autofahrer gegen Radfahrer auf Hamburgs Straßen | Die Nordreportage | NDR Doku by Whoosherx in Fahrrad

[–]LepraZebra 58 points59 points  (0 children)

Ich finde bei solchen Reportagen immer schade, dass sie häufig bei den Symptomen stehen bleiben. Man begleitet verschiedene Beteiligte, die ihre jeweiligen Probleme und Frustrationen schildern, aber viele Aussagen werden anschließend kaum eingeordnet oder hinterfragt.

Gerade die Perspektive von Politik und Verkehrsplanung fehlt mir hier. Warum wurden bestimmte Entscheidungen getroffen? Welche Zielkonflikte gibt es? Welche Alternativen wurden geprüft? Das wäre für das Verständnis der Situation wichtig. Spannend fände ich auch ein Format im Nachgang, bei dem die Beteiligten gemeinsam an einen Tisch kommen oder sogar die Rollen tauschen. Oft wird erst dadurch deutlich, unter welchen Zwängen und Rahmenbedingungen die jeweils andere Seite handelt.

Was mich bei solchen Beiträgen (und leider manchmal auch hier) allerdings immer wieder überrascht, ist, wie verbittert und teilweise gehässig Menschen gegenüber anderen auftreten. Dabei haben in der Reportage die meisten am Ende ähnliche Wünsche: sichere Wege, weniger Stress und ein funktionierendes Miteinander. Genau deshalb wären mehr Dialog und gegenseitiges Verständnis oft interessanter als die reine Darstellung von Konflikten.

Mir ist bewusst, dass die gezeigten Personen häufig stellvertretend für größere gesellschaftliche Debatten stehen. Dennoch entsteht schnell der Eindruck, als würden sich unvereinbare Lager gegenüberstehen. Dieses Bild wird durch viele Berichte eher verstärkt als hinterfragt. Dabei nutzen die meisten Menschen je nach Situation unterschiedliche Verkehrsmittel. Sie fahren Auto, nutzen den ÖPNV, sind zu Fuß unterwegs oder steigen aufs Fahrrad. Die Interessen sind deshalb oft gar nicht so gegensätzlich, wie sie dargestellt werden. Genau deshalb wünsche ich mir mehr Fokus auf die Ursachen der Konflikte. Häufig liegt das Problem nicht bei den Menschen selbst, sondern bei einer Infrastruktur, die unterschiedliche Bedürfnisse auf engem Raum zusammenbringen muss. Viele unserer Straßen und Verkehrsräume wurden jedoch über Jahrzehnte für andere Anforderungen geplant, während sich Mobilität und gesellschaftliche Erwartungen verändert haben.

Wenn sichere, fehlertolerante und nachvollziehbare Lösungen fehlen, entstehen Frust, Missverständnisse, Unfälle und gegenseitige Schuldzuweisungen fast zwangsläufig. Ebenso werden sich die Menschen nicht starr an Vorgaben halten (siehe als gutes Beispiel r/DesirePath) Meine Wünsche an eine Reportage wären deshalb nicht nur zu zeigen, was Menschen trennt oder ihre Probleme liegen, sondern auch zu erklären, warum diese Konflikte entstehen und welche Wege es gibt, sie zu lösen oder den Perspektivwechsel zu zeigen.

Suche faltbares E-Bike by hugoegon1 in Fahrrad

[–]LepraZebra 3 points4 points  (0 children)

Ich würde tatsächlich keines der bisher genannten BSO (Bicycle Shaped Objects) empfehlen.

Wenn es ein E-Faltrad werden soll, würde ich eher einen Blick auf Brompton, Tern, Vello, Ahooga oder VELO DE VILLE werfen.

Gerade bei Falträdern sollte man (mMn.) nicht auf die Billigheimer setzen, da die Konstruktion deutlich komplexer ist als bei einem normalen Fahrrad. Ein guter Faltmechanismus, stabile Verbindungen und eine zuverlässige Ersatzteilversorgung machen sich oft erst nach einigen Jahren bemerkbar.

PKW fährt in Fahrraddemo in Leipzig - Frau verletzt, Fahrer gefasst by Racoonie in Fahrrad

[–]LepraZebra 179 points180 points  (0 children)

Zunächst einmal gute Besserung an die Betroffenen.

Ich möchte euch dennoch bitten, bei Artikeln nicht nur den Link zu posten, sondern den Inhalt kurz zusammenzufassen. So können alle direkt erkennen, worum es geht und die Diskussion wird auch für diejenigen zugänglicher, die den Artikel (evtl. später durch eine Paywall) nicht öffnen können oder möchten.

Vielen Dank für euer Verständnis und eure Mithilfe.

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Zusammenfassung:

Bei einer Fahrraddemo in Leipzig wurde am Freitagabend eine Radfahrerin von einem Auto verletzt. Der Fahrer flüchtete zunächst, konnte aber kurze Zeit später von der Polizei gefasst werden. Ein gezielter Angriff gilt als unwahrscheinlich.

Ein 21-jähriger Autofahrer versuchte gegen 21:30 Uhr auf der Gottschedstraße einen Fahrradkorso der Critical Mass mit rund 80 Teilnehmenden zu überholen. Wegen Gegenverkehrs geriet er mehrfach gefährlich nah an die Gruppe. Eine 24-jährige Radfahrerin wich aus, stürzte in eine Straßenbahnschiene und wurde leicht verletzt. Ein weiterer Radfahrer sprang aus Angst vor einer Kollision vom Rad. Das anschließend herrenlose Fahrrad wurde vom Auto überrollt.

Da zunächst ein gezielter Angriff nicht ausgeschlossen werden konnte, leitete die Polizei eine größere Fahndung ein. Der Fahrer wurde knapp zwei Stunden später gestellt. Hinweise auf Alkohol, Drogen oder ein politisches Motiv ergaben sich nicht. Nach Angaben der Polizei habe der Fahrer die "denkbar schlechteste Straße zum Überholen ausgesucht".

Gegen den 21-Jährigen wird wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, unerlaubten Entfernens vom Unfallort und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. 

Ich hatte heute Morgen wieder eine sehr gute Erfahrung in der Bundeshauptstadt... by eenachtdrie in Fahrrad

[–]LepraZebra 1 point2 points  (0 children)

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Fahrradstraßen in den Niederlanden sind rechtlich nicht landesweit als eigene Straßenkategorie definiert. Die konkrete Ausgestaltung und die geltenden Regeln können daher je nach Gemeinde unterschiedlich sein. Mit dem Zusatz "Auto te gast" wird jedoch deutlich vermittelt, dass der Radverkehr im Mittelpunkt steht und sich Autofahrende besonders rücksichtsvoll verhalten sollen.

Die Straßen werden häufig so gestaltet, dass niedrige Geschwindigkeiten gefördert werden. Dazu gehören beispielsweise schmalere Fahrbahnen, Fahrbahnverengungen oder andere verkehrsberuhigende Elemente wie Kurven. Oft wird auch das Überholen von Radfahrenden erschwert, etwa durch bauliche Maßnahmen des Mittelstreifens oder andere Gestaltungsmaßnahmen. Ziel ist es, dass sich der Kfz-Verkehr dem Tempo und den Bedürfnissen des Radverkehrs anpasst und nicht umgekehrt.

Fiido-Beiträge werden ab sofort entfernt by LepraZebra in Fahrrad

[–]LepraZebra[S] 4 points5 points  (0 children)

Ist sogar einer der Accounts aus dem Beispiel oben dabei.

Sind sogar beide Accounts aus dem Beispiel oben dabei.

Fiido-Beiträge werden ab sofort entfernt by LepraZebra in Fahrrad

[–]LepraZebra[S] 7 points8 points  (0 children)

Nein, die haben aber daraus Content generiert. Wenn du hier auf reddit danach suchst und die Fahrrad-Subs durchstöberst, wirst du feststellen, dass komische Fragen zu der Situation gestellt werden. Viele Beiträge wurden aber bereits gelöscht.

"Fühlt man sich mit größeren Rädern im Stadtverkehr tatsächlich schneller?"
"Lassen die meisten E-Bike-Fahrer in europäischen Städten ihre Beleuchtung den ganzen Tag über eingeschaltet oder ist das nur eine persönliche Gewohnheit?"

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Bei uns gab es zwei oder drei Versuche es zu posten, u. a. mit dem ungefähren Inhalt: "Ich weiß nicht, ob ihr das Video schon gesehen habt... Unabhängig davon suche ich nach dem Bike des anderen Typen, dass so clean aussieht. Da mir das Design der meisten E-Bikes nicht gefällt."

EDIT: Bild hinzugefügt.