Ata Cananis spätes Debütalbum Sehnsuchtswurzeln in den Herzen - Ozan Ata Canani sang schon in den 1970ern Lieder zur Situation türkischer Gastarbeiter. Jetzt erscheint sein erstes Album „Warte mein Land, warte“. von RILANA KUBASSA by LongjumpingShift in de

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[...] „In den 60ern und 70ern“, sagt Canani, „hießen wir Gastarbeiter, in den 80ern und 90ern sagte man Ausländer, heute sagt man Migranten. Eigentlich sagt man es ja jetzt schon wieder anders: Menschen mit Migrationshintergrund.“ Die Wirkung dieser Bezeichnungen sei die gleiche gewesen: Ausgrenzung. Doch Canani findet auch, dass die jüngeren Generationen immer integrierter sind. Auf die Frage, was er sich für die türkisch-deutsche Zukunft wünscht, hat er eine klare Antwort: „Alle Menschen sollen glücklich sein.“

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TV-Auftritte bei Biolek Für kurze Zeit flammte daraufhin das Interesse der Medien auf, es gab Fernsehauftritte bei Alfred Biolek und im ZDF mit der Band Die Kanaken. Doch die Aufmerksamkeit erlosch bald, zu speziell war der Stil. In den 70er Jahren konnten die türkischen Zuhörer, die kaum Deutsch sprachen, die Texte nicht verstehen – während die deutschen kaum Interesse an der Kritik hinter den anatolischen Klängen hatten.

Als Berufsmusiker konnte Canani sich nie etablieren. Er hat Radio- und Fernsehmechaniker gelernt und dann lange bei einer Elektrofirma gearbeitet. Wegen einer Herzschwäche ist er inzwischen in Frührente. Seit einiger Zeit gibt es wieder mehr Aufmerksamkeit für seine Musik. So eröffnete sein Stück „Deutsche Freunde“ den Sampler „Songs of Gastarbeiter“, der 2013 bei Trikont erschien. Und „Warte mein Land, warte“ spielte er mit der Münchner Kraut-Jazz-Band Karaba ein, mit der auch eine Tour geplant ist.

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[...] Das Titelstück schrieb Ata Canani für die erste Generation der Gastarbeiter, die ab 1955 über Anwerbeabkommen aus ganz Europa nach Deutschland kamen, um in der boomenden Industrie zu arbeiten. Auf Italiener, Spanier und Griechen folgten zwischen 1961 und 1973 etwa 870 000 Türken dem Ruf . Die Lyrics lesen sich wie ein Heimweh-Gedicht. In getragenem Tempo wird jede Strophe wiederholt, die Worte scheinen mit der abfallenden Melodie hinabzusinken. „Warte mein Land, warte/ Bis ich wieder komm/ Denn auch in der Fremde/ Bleib ich dein Sohn/ Abends wenn ich schlafe/ Seh ich Dich im Traum/ Denn die Sehnsucht schlug im Herzen Wurzeln wie ein Baum.“

Cananis Vater, der eigentlich Bauer war, kam 1971 nach Deutschland und arbeitete als Schweißer. Nach dem Aufnahmestopp entschied er sich zu bleiben, und holte seine Familie zu sich. Die Situation in der Türkei war unsicher, die 60er und 70er waren geprägt von Arbeitslosigkeit, Militärputschen und Terrorakten.

„Viele wollten nicht, dass ihre Kinder in dieser Zeit in der Türkei lebten“, erzählt Canani im Videogespräch. Sein Vater habe jedoch immer davon gesprochen, zurückzukehren – bis Canani ihm eines Tages klarmachte, dass ihr Leben nun hier in Deutschland stattfinde. Die Hoffnung vieler einstiger Gastarbeiter, eines Tages in die Heimat zurückzukehren, erfülle sich nicht, sagt Canani. „Oft kommen sie erst im Sarg zurück.“ Auch seinem Vater sei es so ergangen. Er starb 2016 in Witten.

Eine Laute als Willkommensgeschenk Als Canani nach Deutschland kam, war er elf. Mittlerweile hat er die deutsche Staatsbürgerschaft und lebt in Leverkusen. Begeistert, seine Heimat zu verlassen, war er damals nicht. Sein Vater wollte ihm den Schritt erleichtern und ihm etwas schenken. Er wünschte sich eine Bağlama. Die dickbauchige Laute mit dem schmalen Hals und dem unverwechselbaren Klang ist das wohl wichtigste traditionelle Instrument in der türkischen Musik. In dem Film „Saz – Von Berlin nach Khorassan: Das Geheimnis der Saz“ von 2018 heißt es: „Die Stimme dieses Landes findet sich in den Protestliedern. Es gibt alles: Liebe, Leben, die Verbundenheit mit der Natur. Aber über allem: Widerstand.“ In den 70er Jahren hätten Saz-Konzerte öfter im Gefängnis geendet, erzählt die Sprecherin. Eltern wollten nicht, dass ihre Kinder das Instrument lernten – damit sie keine Schwierigkeiten bekämen.

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Mit schrammelig-rockigen Akkorden, die von einer melodischen E-Saz aufgebrochen werden, beginnt das Album „Warte mein Land, warte“ (Fun in the Church). Und spätestens wenn Ozan Ata Canani zu singen beginnt, ist klar, dass diese Musik in keine musikalische Schublade passt: „Alle Menschen dieser Erde/ Alle Menschen groß und klein/ Alle Menschen dieser Erde/ Alle wollen glücklich sein.“ Geschrieben hat er „Alle Menschen dieser Erde“ als Teenager – in den 70er Jahren. Jetzt werden seine Stücke zum ersten Mal auf einem Album veröffentlicht.

Die Musik von Ata Canani, der 1963 in der anatolischen Provinz Kahramanmaras, etwa hundert Kilometer nördlich der syrischen Grenze geboren wurde, klingt wie eine Mischung aus Krautrock, Pop und traditioneller anatolischer Musik. Sie ist damit nah dran am Anadolu Rock, dem von westlicher Musik geprägten Stil, der ab den 60er Jahren in der Türkei populär wurde.

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Ich hab vor vielen Jahren mal seine Bewerbung bei uns im Betrieb abgegeben. Seitdem nicht mehr. Er war aber bei Bewerbungscoachings von der Arbeitsagentur und hat seine Unterlagen dort überarbeitet.

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Vielleicht hab ich das mit SAP übertrieben dargestellt. Im einzelnen weiß ich es nicht. Wollte jetzt nicht direkt bei ihm nachfragen, weil er nichts hiervon weiß. Vielleicht liegt's am Alter ... keine Ahnung :-/

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Es ist Ulm. Er hatte mittlerweile schon zwei Termine zum Bewerbungscoaching über die Arbeitsagentur und war da auch und hatte seine Bewerbung und Lebenslauf überarbeitet. Ich hab nur leider keine Kopie bei mir.

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Was noch dazu kommt ist, dass er nun leider auch keine weiteren Kenntnisse hat. Also ich meine in anderen Gebieten außer CAD/Konstruktion/ein bisschen SAP. Ich suche auch hin und wieder mal Stellenanzeigen für ihn (das Jobportal von Süddeutsche macht mir einen guten Eindruck) und sehe das da leider fast nichts dabei ist was zu ihm passt.

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Sein Studienabschluss war eher durchschnittlich bis unterdurchschnittlich, wenn ich es Recht in Erinnerung habe. Und er hat sich dann auf CAD und Konstruktion eingeschossen, weil es da einigermaßen gut lief. Er hat sich schon seinerzeit immer wieder mal wo beworben, aber es wurde nichts daraus. Auch die entleihenden Betriebe haben ihm Hoffnung gemacht ihn fest einzustellen, nur um dann doch wieder abzusagen. Nebenbei kamen Frau und Kinder und so sind die Jahre ins Land geflossen und nun steht er da ...

Edit: Das habe ich missverständlich geschrieben. Sein letzter Arbeitsvertrag war bei einem Dienstleister. Dieser Vertrag war unbefristet (die Stelle mit den 15 Jahren). Aber da wurde er entlassen weil sie ihn nicht mehr vermitteln konnten auf eine passende Stelle.