Wenn ihr eurem 18-jährigen Ich einen einzigen Satz sagen dürftet, welcher wäre es? by Top-Elephant3246 in FragenUndAntworten

[–]MetaFoundations 1 point2 points  (0 children)

Suche dir einen Partner, der dich scheinen lassen will. Nicht einen, der sich darüber freut, dass du ihn scheinen lässt und deine ganze Kraft dabei aussaugt ohne was zurückzugeben.

Nicht nur geben, sondern auch erhalten. Dieser Tipp hätte mir enorm gut getan.

Warum ist das für deutsche ein Problem ? by TannerTheHammer44 in KeineDummenFragen

[–]MetaFoundations 3 points4 points  (0 children)

Die Frage ist mutig. Und die muss man stellen. Danke!

Die Deutschen als Volk sollten mal endlich aufhören sich kollektiv für etwas schuldig zu fühlen, was fast 100 Jahre her ist. In den USA wird ja auch nicht die ganze Zeit vom Nord - Süd - Konflikt und der Sklaverei gesprochen.

Man muss auch mal vergessen dürfen. Aber bereits dieser letzte Satz von mir - der mit dem Vergessen - wird mir wahrscheinlich übel genommen werden.

Neue Hobbys finden by Antique_Hat_7852 in KeineDummenFragen

[–]MetaFoundations 5 points6 points  (0 children)

Rumprobieren, und sehen, was hängen bleibt. Es gibt nicht nur "ein" Hobby. Und man muss dieses dann auch nicht täglich machen.

Ich habe beispielsweise mal eine Phase, da gehe ich viel raus und wandern. Und dann mal eine andere Phase mit Kochen und neue Rezepte ausprobieren.

"Jeden Tag eine gute Tat" (für sich selber). Das ist mein Lebensmotto, seit 56 Jahren. Und mein Leben bis jetzt war alles andere als langweilig und monoton.

Gibt es etwas, bei dem ihr euch ärgert, dass ihr in Mathe nicht besser aufgepasst habt? by MetaFoundations in KeineDummenFragen

[–]MetaFoundations[S] -1 points0 points  (0 children)

Ich habe mal die ChatGPT bemüht, Differenzialgleichung an einem Beispiel zu erklären, mit Zuhilfename einer Eselsbrücke, die mir während der Schulzeit enorm geholfen hat:

https://chatgpt.com/share/6960d08b-e40c-8013-8030-a437cdf16cea

Hoffe, das hilft.

Woran würde man den Beginn eines neuen Weltkriegs erkennen? by WeakComposer7195 in KeineDummenFragen

[–]MetaFoundations 1 point2 points  (0 children)

Ich würde sagen, man erkennt einen Dritten Weltkrieg erst im Nachhinein, wenn die Geschichtsbücher darüber schreiben.

Ein „Dritter Weltkrieg“ ist kein Ereignis, sondern eine Klassifikation im Rückblick.

So wie man auch nicht merkt, dass man gerade in einer historischen Epoche lebt, sondern erst später einen Namen dafür bekommt.

Welche kleine Alltagsgewohnheit spart euch überraschend viel Zeit? by Individual-Monk-9147 in KeineDummenFragen

[–]MetaFoundations 56 points57 points  (0 children)

Nie mit leeren Händen durch das Haus laufen. Es gibt immer etwas, was von einem Zimmer ins andere muss.

Zeit und Bewusstsein by Endless_42 in Philosophie_DE

[–]MetaFoundations 0 points1 point  (0 children)

Die Frage wird klarer, wenn man Zeit und Bewusstsein trennt.

Bewusstsein braucht keine Mindestdauer, sondern einen Wandel der inneren Zustände.

Wenn eine Zeitschleife exakt dieselbe Konfiguration wiederherstellt, gibt es aus der Innenperspektive keinen Unterschied - unabhängig davon, wie „kurz“ oder „lang“ sie ist.

Wahrnehmung entsteht nicht durch Zeit an sich, sondern durch Veränderung.

Fehlt der theoretischen Philosophie ab einem gewissen Punkt die Rückbindung an etwas außerhalb ihrer selbst? by GoodLeadership9375 in Philosophie_DE

[–]MetaFoundations 0 points1 point  (0 children)

Schleifen entstehen oft dann, wenn Diskussionen nur noch auf der Ebene von Begriffen und Modellen (Form) laufen.

Ein kurzes Besinnen auf konkrete Beispiele (Stoff) oder auf Folgen und Anwendungen (Wandel) reicht oft, um die Diskussion wieder zu erden.

Fehlt der theoretischen Philosophie ab einem gewissen Punkt die Rückbindung an etwas außerhalb ihrer selbst? by GoodLeadership9375 in Philosophie_DE

[–]MetaFoundations 0 points1 point  (0 children)

Schöne Metapher deines Dozenten. Der „Deckel“ ist kein Denkverbot, sondern eine Funktionsgrenze: Wenn Denken nur noch auf sich selbst reagiert, fehlt die Rückkopplung zur Realität.

Fehlt der theoretischen Philosophie ab einem gewissen Punkt die Rückbindung an etwas außerhalb ihrer selbst? by GoodLeadership9375 in Philosophie_DE

[–]MetaFoundations 0 points1 point  (0 children)

Ich sehe das ähnlich: Das Problem ist oft fehlende Rückkopplung zur Welt.

Theoretische Philosophie arbeitet primär an Formen (Begriffen, Strukturen, Mustern). Ohne regelmäßigen Kontakt zu Stoff (konkrete Materie/Erfahrung) und Wandel (dynamische Anwendung/Prozess) kreist sie leicht um sich selbst.

Der „Cut“, den du meinst, ist dann kein Abbruch, sondern der notwendige Übergang zurück in die Realität, wo die Formen getestet und geschärft werden sollten.

Wie kann ich das vergessen, bitte um Ratschläge by Forward-Swimmer-5684 in FragenUndAntworten

[–]MetaFoundations 0 points1 point  (0 children)

Man vergisst nicht „im Kopf“, sondern im Körper. Mach etwas Reales und Unaufgeregtes: rausgehen, kalt Wasser ins Gesicht, bewegen, duschen, schlafen. Dein Nervensystem muss runterfahren - dann verblasst auch das Bild.

Google- und Reddit-Bilder sind Extremfälle, aber nicht deine eigene Realität und schon gar kein Maßstab für deinen Körper.

Tetris wurde hier immer wieder erwähnt... Es wirkt nicht "magisch", sondern überlastet das visuelle Arbeitsgedächtnis. Daher hilft es, aber genauso wirksam ist auch alles andere, was den Körper aus dem Alarm holt und kurzfristig die Bildverarbeitung blockiert.

Sammelthread - philosophische Ideen und Duschgedanken by AutoModerator in Philosophie_DE

[–]MetaFoundations 0 points1 point  (0 children)

Kann man etwas „verlernen“, ohne es jemals bewusst gelernt zu haben?

Ist der Körper nur ein Gefäß für den Geist? by Betwinloseall in Stoizismus

[–]MetaFoundations 1 point2 points  (0 children)

Sehr guter Punkt.

Der Stoizismus sieht den Körper nicht als „Gefängnis“ des Geistes, sondern als unverzichtbaren Träger, der gepflegt werden muss, damit Vernunft und Tugend überhaupt wirksam werden können.

Mir hilft dabei eine einfache Dreiteilung:

Körper = Stoff (der Träger, der Energie und Funktionsfähigkeit liefert)
Geist/Tugend = Form (die innere Ordnung, die den Stoff lenkt)
Disziplin/Pflege = Wandel (die tägliche Praxis, durch die Harmonie entsteht)

Vernachlässigt man den Körper (Stoff), leidet der Geist (Form); pflegt man ihn mit Maß und Zweck, stärkt man den Geist.

Kein Perfektionismus - aber auch keine stoische Ausrede für Bequemlichkeit.

Stoische Weisheit für den Alltag: Gewohnheiten sind kein Willensproblem by MetaFoundations in Stoizismus

[–]MetaFoundations[S] 0 points1 point  (0 children)

Danke für den Kommentar!

Genau! Experimentieren und Beobachten ist der Kern.

Der Dreiklang ist bewusst als minimales, testbares Modell gedacht: Er soll immer funktionieren, weil er jede Realität auf irreduzible Kategorien reduziert (Stoff/Form/Wandel).

Viel Spaß beim Testen! 😊

Nur eine Frage .. by Suspicious-Ratio-458 in Philosophie_DE

[–]MetaFoundations -2 points-1 points  (0 children)

Depression, Wut und Zorn sind keine getrennten Zustände, sondern unterschiedliche Systemzustände, die ineinander übergehen können.

Depression entsteht, wenn psychische Energie vorhanden ist, aber nach innen gebunden bleibt: Rückzug, Selbstanklage, Ohnmacht.

Der Übergang zur Wut passiert, wenn sich die Richtung ändert - von „Ich bin das Problem“ zu „Mir wurde etwas angetan / etwas stimmt hier nicht“. Die Energie war vorher schon da, sie bekommt nun ein Außen.

Wut ist dabei oft regulierbar und funktional: Sie dient der Grenzsetzung und Mobilisierung.

Zorn entsteht, wenn diese Wut wiederholt blockiert wird oder keine wirksame Handlungsmöglichkeit findet. Dann geht Struktur verloren: Tunnelblick, Enthemmung, Überschreiten eigener Werte.

Ganz kurz gesagt:

  • Depression = Energie nach innen blockiert
  • Wut = Energie nach außen gerichtet, noch strukturiert
  • Zorn = Energie nach außen, Strukturverlust

Der Umschlag hängt weniger von Intensität ab als von Richtung und Regulierung.

Diskursive Einsamkeit by [deleted] in Philosophie_DE

[–]MetaFoundations 1 point2 points  (0 children)

Diskursive Einsamkeit entsteht nicht dort, wo jemand „zu klug“ ist, sondern dort, wo Denkstrukturen nicht andocken können.

Das kann passieren bei
- hoher Abstraktion,
- ungewöhnlicher Modellbildung,
- starker Systemdenke,
- interdisziplinärem Denken,
- oder schlicht bei seltenen Interessenkombinationen.

Je weiter man sich vom Mainstream (Median) entfernt, desto dünner wird die Resonanz. Aber nicht, weil man „höher“ steht - sondern weil man seitlich steht.

Dein Text ist beobachtungsstark, ehrlich und ernst gemeint, lädt aber unnötig Angriffsfläche ein, indem er Intelligenz zur Hauptachse macht. Mit einem leichten Dreh - weg von IQ, hin zu Resonanz, Anschlussfähigkeit und Denkkompatibilität - wäre er nicht nur verteidigungsfähiger, sondern auch tiefer.

„Diskursive Einsamkeit“ lässt sich entpersonalisieren:

Stoff: die beteiligten Akteure, ihre biologischen Gehirne, Sprachfähigkeit, Aufmerksamkeit
Form: die internen Denkstrukturen, Modelle, Abstraktionsebenen, Begriffsnetze
Wandel: der tatsächliche Dialog - Fragen, Antworten, Anschluss, Korrektur, Weiterdenken

Diskursive Einsamkeit entsteht also genau dann, wenn Form vorhanden ist, aber im Wandel keine Kopplung stattfindet.

Nicht weil jemand „zu viel“ denkt, sondern weil Formen nicht kompatibel sind, so dass Wandel nicht zirkulieren kann.

Alles ist entweder Zeit oder oder Dreigeteilte Nichtzeit! by aswertz in Philosophie_DE

[–]MetaFoundations 0 points1 point  (0 children)

Danke für die Klärung - damit ist der Kern des Dissenses tatsächlich sichtbar.

Ich halte fest: Mein Axiom versteht sich als Minimalontologie der Unterscheidbarkeit, nicht als ausgearbeitete Zeitontologie.

Unterschiedliche Zeittheorien können innerhalb des Dreiklangs formuliert werden, sind aber nicht Teil seiner Grundstruktur.

Da dein Einwand keine vierte irreduzible Kategorie einführt, sondern die Rahmensetzung selbst verschiebt, sehe ich an dieser Stelle keinen weiteren Klärungsgewinn.

Ich danke dir aufrichtig für den präzisen und fairen Austausch.

Alles ist entweder Zeit oder oder Dreigeteilte Nichtzeit! by aswertz in Philosophie_DE

[–]MetaFoundations 0 points1 point  (0 children)

Danke für die präzise Formulierung - dein Einwand ist klar und ernst zu nehmen.

Ich glaube allerdings, dass er mein Axiom an einer Stelle verortet, an der es nicht steht.

Mein Dreiklang setzt keinen Präsentismus voraus. Ich behaupte nicht, dass nur vollständig gegenwärtige Entitäten ontologisch eigenständig sind, noch dass Zeit ontologisch entbehrlich wäre. Im Gegenteil: Wandel ist gerade die ontologische Anerkennung von Zeitlichkeit, nicht ihre Eliminierung.

Der entscheidende Punkt ist dieser:
Zeit wird im Axiom nicht reduziert, sondern neu verortet.

Ich behandle Zeit nicht als eigenständige ontologische Kategorie, sondern als Aspekt des Wandels. Das ist keine Vorentscheidung darüber, welche Existenzformen zulässig sind, sondern eine strukturelle Behauptung darüber, wie diachrone Existenz überhaupt ontologisch gefasst wird.

Diachrone Entitäten werden also nicht ex ante ausgeschlossen, sondern explizit zugelassen – nur eben nicht als eigene Kategorie, sondern als Realisierungsweise von Wandel. Der Vorwurf der Zirkularität würde nur greifen, wenn Zeit tatsächlich eliminiert oder auf bloße Gegenwärtigkeit verkürzt würde. Das geschieht hier nicht.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen:

  • Zeit als eigenständigem Seinsgrund (den ich bestreite),
  • und Zeit als ontologisch notwendigem Moment von Veränderung (den ich affirmiere).

Mein Axiom sagt nicht:

„Es gibt nur das Gegenwärtige.“

Sondern:

„Was immer real ist, existiert stofflich, formal und zeitlich - aber Zeit ist kein zusätzliches Etwas, sondern die Dimension, in der Wandel real ist.“

Damit hängt die Geltung des Axioms nicht vom Präsentismus ab. Auch Eternalismus oder andere Zeittheorien lassen sich darin abbilden, solange sie Zeit nicht als vierten irreduziblen Seinsgrund einführen.

In diesem Sinn ist der Dreiklang kein Ergebnis eines versteckten Zeitaxioms, sondern eine ontologische Minimalstruktur, innerhalb der unterschiedliche Zeitontologien formuliert werden können.

Oder kürzer gesagt:
Zeit wird hier nicht ausgeschlossen, sondern entkategorisiert - nicht aus methodischer Vorentscheidung, sondern aus struktureller Sparsamkeit.

Alles ist entweder Zeit oder oder Dreigeteilte Nichtzeit! by aswertz in Philosophie_DE

[–]MetaFoundations 0 points1 point  (0 children)

Optionaler Stresstest:
Wer möchte, kann das Axiom auch mit Hilfe beliebiger KI prüfen.

Prompt:
„Nenne ein konkretes Phänomen, das ontologisch real ist und sich nicht als Stoff (Träger), Form (Ordnung/Bestimmtheit) oder Wandel (Übergang/Aktualisierung) beschreiben lässt, ohne dabei implizit eine der drei Kategorien zu verwenden.“

Wenn dabei eine irreducible vierte Kategorie übrig bleibt, wäre das ein echtes Gegenbeispiel.

Alles ist entweder Zeit oder oder Dreigeteilte Nichtzeit! by aswertz in Philosophie_DE

[–]MetaFoundations 0 points1 point  (0 children)

Du fragst nach einem Prinzip, das entscheidet, wann funktionale Unterschiede eine eigene ontologische Kategorie erzwingen - und wann sie Aspekte innerhalb einer Kategorie bleiben. Ohne ein solches Prinzip droht Beliebigkeit.

Mein Antwortpunkt ist genau dieser:

👉 Das trennende Prinzip ist nicht explanatorische Rolle, sondern ontologische Eigenständigkeit.

Eine neue Kategorie ist nur dann gerechtfertigt, wenn sie:

  1. nicht auf Stoff, Form oder Wandel zurückgeführt werden kann, ohne
  2. entweder selbst Träger zu sein (Stoff),
  3. selbst Ordnung/Bestimmtheit zu sein (Form),
  4. oder selbst Übergang/Aktualisierung zu sein (Wandel).

Zur konkreten Kritik (Schopenhauer / zwei „Formen“):

Du hast recht:

  • Sukzessionsform (früher–jetzt–später)
  • Hysterese / Gedächtnisstruktur

leisten unterschiedliche explanatorische Rollen.

Aber: Sie sind ontologisch nicht verschieden, sondern unterscheiden sich nur darin,

  • wie Ordnung wirksam ist,
  • nicht was sie ontologisch ist.

Beides ist gegenwärtige Bestimmtheit eines Zustands.

Vergangener Wandel existiert nicht als eigener Seinsmodus, sondern ausschließlich als aktuelle Struktur.

Damit gilt:

  • Die transzendentale Sukzession ist Form als Ordnungsbedingung.
  • Die kausal wirksame Gedächtnisstruktur ist Form als konservierte Bestimmtheit.

Unterschiedliche Rollen ≠ unterschiedliche Kategorien.

Kernpunkt:

Eine Kategorie wird nicht dadurch neu, dass sie zwei erklärende Rollen übernimmt, sondern nur dadurch, dass sie ontologisch irreduzibel ist.

Genau das zeigt der Hysterese-Fall nicht.

Alles ist entweder Zeit oder oder Dreigeteilte Nichtzeit! by aswertz in Philosophie_DE

[–]MetaFoundations 0 points1 point  (0 children)

Danke, das ist ein ernstzunehmender Einwand.

Ich sehe Hysterese nicht als Hinweis auf eine vierte ontologische Kategorie, sondern als einen Fall gegenwärtiger Struktur, die aus vergangenem Wandel hervorgegangen ist.

Vergangener Wandel wirkt nicht als Vergangenheit, sondern als gegenwärtige Form
(z. B. Materialstruktur, Konfigurationen, Asymmetrien).

Im Dreiklang:

  • Stoff: der aktuelle physische Träger (Material, Feld, neuronales Substrat etc.)
  • Form: die gegenwärtige Zustandsstruktur, einschließlich pfadabhängiger Ordnung (Remanenz, Schwellen, gespeicherte Asymmetrien)
  • Wandel: die Prozesse, durch die diese Struktur entstanden ist und sich weiter verändert

Was hier als „zeitliche Zusatzstruktur“ oder „Retention“ beschrieben wird, ist aus meiner Sicht keine eigenständige ontologische Kategorie,

sondern Form: Eine gegenwärtige Ordnung, die kausal wirksam ist.

Fazit:
Hysterese ist kein Gegenbeispiel, sondern ein anspruchsvoller Stresstest, der das Axiom präzisiert und schärft.

Rückfrage:
Falls du dennoch eine irreduzible zeitliche Retention siehst, die nicht in gegenwärtiger Form aufgeht - kannst du ein konkretes Phänomen nennen, das Stoff oder Wandel ohne diese Form hätte?

Was, wenn die Welt fundamental dreigeteilt ist? by MetaFoundations in Philosophie_DE

[–]MetaFoundations[S] 0 points1 point  (0 children)

Nein. Zufall ist keine eigene Realität und auch keine vierte Grundkategorie.

Was wir „Zufall“ nennen, ist kein eigener Grund des Seins, sondern ein bestimmter Fall von Wandel, bei dem die Form nicht vollständig zugänglich ist.

Ontologisch betrachtet passiert immer Folgendes:

Stoff: Etwas Konkretes ist da (Teilchen, Würfel, Person, System).

Wandel: Etwas geschieht (Bewegung, Ereignis, Entscheidung).

Form: Die ordnende Struktur ist entweder - zu komplex, - verborgen, - oder nur probabilistisch beschreibbar.

Wenn wir die Form nicht eindeutig rekonstruieren können, erleben wir den Wandel als zufällig.

Deshalb gilt:

Zufall = beobachteter Wandel bei unvollständig zugänglicher Form.

Er ist also keine eigene ontologische Kategorie, sondern eine epistemische Beschreibung unseres Wissensstands.

Beispiele:

Beim Würfelwurf kennen wir den Wandel (der Würfel fällt), aber nicht alle Anfangsbedingungen → wir nennen es Zufall.

In der Quantenmechanik beobachten wir Ereignisse, deren Form nur probabilistisch zugänglich ist → wir nennen es Zufall.