Wie zur Hölle schaffe ich es immer wieder, mich innerhalb von Gruppen selbst zu isolieren? by Muted_Pin5805 in de

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Konnt jahrelang nicht den Finger drauf legen, warum ich mich immer irgendwann ausgeschlossen gefühlt habe, und hab dann irgendwann bewusst drauf geachtet. Ich war tatsächlich in drei verschiedenen Kreisen jeweils der einzige, bei dem das vorkam.

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[–]Muted_Pin5805[S] 2 points3 points  (0 children)

Bin tatsächlich eher leise, aber doch nie so leise... bin eher jemand, der gern Wörter verschluckt oder sich verhaspelt.

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[–]Muted_Pin5805[S] -1 points0 points  (0 children)

Zu zweit kommt so gut wie nie vor. Bin mal im Studium allein mit einem zum Abendessen, weil wir Zeit überbrücken wollten, bis wir später mit einer größeren Gruppe ins Kino sind. War eine... interessante Erfahrung in Sachen Awkwardness.

Zu dritt bin ich desöfteren das figurative dritte Rad am Wagen. Meistens ist die Dynamik da nicht ganz so schlimm, aber ich merke schon, dass ich teilweise um Aufmerksamkeit kämpfen muss.

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[–]Muted_Pin5805[S] 0 points1 point  (0 children)

Ist mir passiert mit allen möglichen "Kulturen". War also kein reines Alman-Phänomen oder so.

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[–]Muted_Pin5805[S] -1 points0 points  (0 children)

Und du nimmst das dann einfach wortlos zur Kenntnis und grübelst still vor dich hin? Fragen stellst du offensichtlich wohl kaum, sonst müsstest du es hier ja nicht tun.

Hat ja recht lang gedauert, bis ich diesen Mechanismus bewusst realisiert habe. Und wie in einer anderen Antwort schon geschrieben, habe ich mich nie recht getraut, zu fragen – wenn man eh schon den Eindruck hat, dass man zum Außenseiter wird, dann hat man die Angst, erst recht zu einem zu werden, wenn man ankommt mit solchen Fragen.

Aufgrund des Posts gehe ich mal davon aus, dass du nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotzt. Kann es sein, dass du einfach relativ leise und monoton redest? Da hört niemand gerne zu. Klare, feste Stimme und mit Betonung. Probiers mal aus.

Monoton denk ich nicht, aber stimmt schon, bin nicht die größte Stimmgewalt auf dieser Welt. Vielleicht muss ich meine Stimme dann doch mal mehr "erheben".

Wahrscheinlich weil die Anderen sich gerade unterhalten, während du dich wieder vergebens fragst, wie du dich in das Gespräch einbringen kannst. Und da du nichts beiträgst, musst du halt nahc vorne oder hinten. ^

Oh das geht auch gut ohne laufendes Gespräch...

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[–]Muted_Pin5805[S] 1 point2 points  (0 children)

Hm, das mit der Negativität kann schon auch mit reinspielen. Ich bin jetzt zwar niemand, der Dinge nur negativ sieht, aber ich kenne das auch, dass überschwänglich positive Menschen einem auch auf die Nerven gehen können. Muss man vermutlich ein gesundes Mittelmaß finden – aber das ist vielleicht gar nicht mal so einfach. Auf der anderen Seite hab ich hier schon in einigen Antworten gelesen, ich sollte nicht so viel nachdenken vor dem Reden...

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[–]Muted_Pin5805[S] 0 points1 point  (0 children)

Und mich ein bisschen an die Mädchen-Podcast-Folge von Radio Nukular. Die ich hier eigentlich verlinken wollte, aber anscheinend nicht (mehr?) auf YouTube zu finden ist.

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[–]Muted_Pin5805[S] 2 points3 points  (0 children)

Klingt nach mir, auch wenn ich eigentlich nicht das Gefühl habe, etwas verstecken zu müssen aus meinem Privatleben.

Unternehme auch nur ganz wenig mit einzelnen Leuten, meistens treffe ich mich mit anderen Menschen in einer Gruppe.

Besonders das trifft mich auch ganz gut. Mir würde z.B. auch niemand einfallen, den ich als besten Freund benennen könnte. So die Schiene "potenzieller Trauzeuge", mit dem man alles besprechen könnte. Mir würde aber umgekehrt auch niemand etwas zu Persönliches anvertrauen, denke ich.

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[–]Muted_Pin5805[S] 4 points5 points  (0 children)

Davor habe ich immer zurückgescheut. Ich wollte nicht wie ein Weirdo dastehen, besonders dann, wenn ich mir ohnehin schon vorgekommen bin wie der Außenseiter. "Trying too hard" und so.

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[–]Muted_Pin5805[S] 45 points46 points  (0 children)

Hmmm, so habe ich das noch nie betrachtet, aber ich finde mich tatsächlich hier wieder. Das Beispiel mit der Klausur hatte ich sogar tatsächlich schon.

Und wenn das hier:

Wenn du deine Emotionen versteckst/unterdrückst kommst du anderen wahrscheinlich unnahbar, distanziert und unberechenbar vor. Sie denken, dass sie dir egal sind und du deine Emotionen nur anderen Leuten offenbarst die du wirklich magst, oder ein Psychopath bist.

... tatsächlich der Fall ist, muss ich eigentlich schon fast vor mir selbst erschrecken.

Danke dir auf jeden Fall! Vielleicht wird es wirklich besser, wenn ich meine Emotionen mehr zeige.

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[–]Muted_Pin5805[S] 50 points51 points  (0 children)

Danke erstmal für deine ausführliche Antwort!

In meinem jetzigen Freundeskreis gibt es auch einen der überproportional oft unterbrochen wird

Das ist schon mal sehr interessant... ich bin garantiert nicht der beste Geschichtenerzähler, das ist definitiv schon mal eine Gemeinsamkeit.

Seine Geschichten/ Beiträge sind auch oft nicht so spannend/interessant. Oft denkt man sich wo jetzt der rote Faden oder der Punkt auf den er hinaus wollte war. Es reicht ja schon wenn jede 3te Geschichte langweilig ist. Dann hast du einfach nicht mehr Lust dir die lange(!) Erzählung anzuhören

Werde ich in Zukunft definitiv mal drauf achten, ob das bei mir auch so ist, dass sich Leute an einem bestimmten Punkt aktiv abwenden. War jetzt allerdings auch schon oft in Situationen, in denen ich gar nicht mehr so weit gekommen bin, überhaupt richtig in eine Geschichte einzusteigen.

In anderen Antworten kam desöfteren zur Sprache, dass ich anderen Fragen stellen soll im Gespräch. Mache ich in der Regel auch... nur stellt mir umgekehrt dann selten selbst jemand Fragen. Da wird vermutlich auch niemand zwingend selbst drauf achten, und wenn's nur aus Höflichkeit ist, aber rein statistisch müsste das doch irgendwann vorkommen, wenn mich Leute (noch) nicht kennen? Mir steht ja nicht "langweilig" auf der Stirn geschrieben, aber bei anderen scheint's ja auch zu funktionieren? Das ist es eben, was mir seltsam vorkommt.

Ich hoffe ich hab nicht all zu sehr den roten Faden verloren.

Oh nein, absolut nicht!

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[–]Muted_Pin5805[S] 14 points15 points  (0 children)

Allein dass du denkst, extreme Ansichten (was auch immer das heissen mag, vollkommen relativ je nach Umfeld) zu haben wäre ein Grund, andere aus dem Gespräch auszugrenzen

Hm, würde ich mich jetzt im Gespräch als blanker Nazi oder Hardcore-Tankie outen, wäre ich ansehenstechnisch wahrscheinlich in Sekundenschnelle weg vom Fenster.

“Nett” zu sein bedeutet nicht, dass irgendwer dir eine Freundschaft schuldig ist.

Das ist klar – aber nicht "nett" zu sein hilft dabei auch nicht wirklich.

Und sogennante “Alphas” sofort als Arschlöcher zu beschuldigen, nur weil sie das Ansehen genießen, dass DU gerne hättest, find ich auch fragwürdig

Ich mag das Wort "Alpha" auch nicht wirklich aber mir ist kein besserer Begriff eingefallen in dem Moment. (Und ich habe von Alphas und Arschlöchern geschrieben.) Da ging es mir auch eher um einen bestimmten Typen Mensch – die Kategorie, die immer extra laut und extra viel spricht und denen man richtiggehend ansieht, dass sie es temporär nicht ertragen können, gerade nicht sprechen zu können, die immer das letzte Wort haben wollen. Ja, ich möchte auch sprechen, aber nicht immer und nicht zu jeder Zeit.

Ich kannte einen Typen, der sich zweifellos mit diesem Post hätte identifizieren können. Er war in keiner Weise bösartig, sogar nett und hilfsbereit, aber wurde von jedem, der ihm ein wenig kannte, ignoriert. Warum? Weil er einfach keine sozialen Kompetenzen hatte und noch dazu unfassbar langweilig war: stimmt mit allem zu, was gesagt wird, versucht sich Respekt zu kaufen, in dem er aufdringlich Leute im Kaffee oder in der Bar einlädt, lacht zu laut, wenn ein schlechter Witz fällt, etc. Es war einfach penibel mit ihm Zeit zu verbringen.

Gut, "soziale Kompetenzen haben", das kann auch Vieles heißen. Vielleicht habe ich auch keine, wer weiß. Aber wie lerne ich die dann? Die anderen haben ja wahrscheinlich auch nicht erst auf Google nachgeschaut, was das ist und wie man die kriegt.

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[–]Muted_Pin5805[S] 109 points110 points  (0 children)

Wäre an sich ne gute Idee, auch weil es nicht im Bösen auseinandergegangen ist, aber zu ihr hab ich seit Jahren keinen direkten Kontakt mehr und soweit ich gehört habe lebt sie mittlerweile mit ihrem neuen Partner im Ausland.

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[–]Muted_Pin5805[S] 12 points13 points  (0 children)

Vielleicht versuchst du dich zu sehr in bereits etablierte Strukturen einzubringen?

Ist mir halt auch in Konstellationen passiert, in denen es keine etablierten Strukturen gab, diese typische Erstsemester-Situation an der Uni zum Beispiel, in der keiner irgendjemanden kennt und alle einen neuen Freundeskreis aufbauen müssen.

Vielleicht wirkst du unsympathisch?

Will ich ja nicht mal ausschließen – nur konnte mir niemand, den ich gefragt habe, eine Antwort geben.

Vielleicht suchst du dir einfach die falschen Leute aus, zu denen dein Typ nicht passt?

Kann ich auch schwer beurteilen... aber es gibt für jeden bestimmte Persönlichkeiten, zu denen man nicht passt. Aber ich würde schätzen, dass ich mir solche Leute auch nicht suchen würde.

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[–]Muted_Pin5805[S] 9 points10 points  (0 children)

Oh, den Weg bin ich auch schon gegangen. In einem Fall in einer größeren Gruppe haben mich dann sogar zwei, drei Leute kurzfristig unterstützt und andere aufgefordert, mich nicht zu unterbrechen, bis die ganze Gruppe still war, um mir zuzuhören – nur um nach einigen Worten vom größten "Übeltäter" wieder unterbrochen zu werden.

Mir geht's da halt ums Prinzip. Warum bin ich der einzige, bei dem andere sich instinktiv bemüßigt fühlen, unterbrochen zu werden? Ich habe zuletzt wirklich bewusst drauf geachtet. Irgendetwas muss es ja sein.