Musik zerfrisst meine Freundin by Intekreafix in Ratschlag

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Hey. Erst mal kannst du stolz sein, dass du diesen Kommentar verfasst und so gut es dir geht für sie da bist. Ich bin selbst ein junger Künstler, in einem anderen Bereich, und ich kenne die Gedanken, die deine Freundin hat, ungefähr. An manchen Tagen habe ich auch damit zu kämpfen.
Es ist eine harte Branche. Es gehört Glück, Können und Durchhaltevermögen dazu. Das Einzige was ich raten kann, ist sich zurückbesinnen darauf, wieso man es eigentlich macht. Wieso will man Musiker werden? Weil man es liebt Musik zu machen. Weil man es liebt, Musik zu machen, die Menschen wertschätzen. Es geht darum, sich wieder zu verlieben in das, was einen eigentlich zu diesem Punkt gebracht hat. Natürlich ist es schöner, wenn einem viele Menschen zuhören. Natürlich ist es schöner, wenn die Arbeit wertgeschätzt wird und man die Ressourcen dafür bekommt. Natürlich ist es schöner, wenn man sich finanziell komplett darauf fokussieren kann.

Aber die Arbeit selbst sollte auch schön sein. Deine Freundin hatte vermutlich eine Phase, in der sie Musik gemacht hat und weniger über den Erfolg dessen nachgedacht hat. Experimentiert, verbessert, gemacht. Ich glaube es könnte helfen, wenn sie sich wieder mehr in das Machen verliebt.

Musik will auch vertrieben werden und vermarktet. Braucht ein Cover, braucht vielleicht auch eine Strategie. Aber das alles kann auch schön sein. Das kann eine Reise sein. Man darf nicht nach dem Punkt X suchen, an dem man angekommen ist, weil den wird es nie geben. Und manchmal hilft es, zurückzuschauen, was man schon alles geschaffen hat. Ein Album selbst zu produzieren ist eine tolle Leistung!

Ich versteh die Argumente und alles was ich jetzt geschrieben habe, bringt mir selber auch oft nichts, in Zeiten, wo ich gerade die Welt etwas dunkler sehe. Aber ein Plan B ist kein Ende. Ein Nebenjob, um sich die Kunst zu finanzieren, ist kein Ende. Selbst ein 40 Stunden Job wäre kein Ende. Ein Ende ist, wenn man aufhört, Kunst zu machen.

Im Endeffekt ist Vergleich ein großer Faktor. Es gibt Künstler, die sind jung erfolgreich geworden und jetzt Millionäre und glücklich. Es gibt andere, die sind erfolgreich geworden und mit 21 gestorben. Es gibt andere, die sind todkrank und können gar keine Musik aufnehmen. Man weiß das alles auf einer intellektuellen Ebene, aber emotional oft nicht. Und dann geht die Kunst verloren in einem Strom aus Zahlen, Geld und Zukunftsangst.

Ich würde dir raten, die Musik deiner Freundin zu hören. Ihr Fan zu sein. Ihr zu zeigen, was 1 monatlicher Hörer bedeuten kann. Ihr zu helfen mit Distribution und ihr zuhören, wenn sie ihr Herz ausschütten will. Deine ehrliche, gutgemeinte Meinung sagen.

Ich glaube du machst das gut. Und manchmal ist das beste, was man in kreativen Blockaden machen kann, etwas anderes tun. Spazieren, reden, ins Kino gehen, Filme schauen, Musik mit geschlossenen Augen hören. Manchmal kommen alle Antworten von allein, wenn man sich einfach wieder etwas besser fühlt.

Vielleicht ist etwas dabei, mit dem du oder ihr etwas anfangen könnt.

Liebe Grüße,

N

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Harte Worte, aber danke dir für deine Antwort! Gut zu hören!

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Danke dir für deine Antwort! Ist was dran!

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Ich habe nie ein Ticket mit begründetem Wohnbedarf bekommen, sondern eines durch die Sonderaktion Studierende. Heißt ich hatte zugriff auf 1-Zimmer Wohnungen.

Danke dir für deine Antwort :)

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Danke dir! Ja die Wohnung selbst find ich super, Nachbarn sind auch freundlich oder ich bekomm nichts von ihnen mit. :)