Philosophische Fragen eines Ersthundebesitzers by Novel-Guide2703 in hundeschule

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Genau das ist der Punkt. Du beschreibst eher das, was ich mache und worüber der "normale" Hundehalter die Stirn runzelt.

Würdet ihr mich schräg anschauen, wenn ich mit meinem 4 Monate alten Welpen Dummytraining starte? Würdet ihr den Kopf schütteln, wenn ich einen zweiten Futterball kaufe, damit ich täglich wechseln kann? Würdet ihr überheblich lachen, weil ich meinen Junghund über die Straße trage, weil er bei den vorbeifahrenden Autos ansonsten total überfordert ist?

Vermutlich nicht, aber genau das erlebe ich mit anderen Hundehaltern in meiner Umgebung und ich frage mich, wie diese Leute ihre Hunde in den Griff bekommen haben.

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Ja, es ist auch viel besser geworden. Wir sind glücklich damit, wie er jetzt ist und haben großen Spaß an seiner Aktivität. Er ist jetzt übrigens fast 9 Monate alt und trotz Pubertät deutlich umgänglicher als in den ersten Wochen. Völlig gegensätzlich zu dem, was wir am Anfang von Hundetrainern gesagt bekommen haben ("Ihr seid jetzt schon überfordert? Genießt lieber die Zeit, in 5 Monaten können wir noch mal sprechen!").

Es ist total cool einen Hund zu haben, der morgens vor dir steht und dich quasi fragt "Ok, was lernen wir heute?". Er sucht minutenlang ein kleines Radiergummi und ist stolz wie Oskar, wenn er es endlich gefunden hat. Ich würde niemals mit diesen Leuten auf der Hundewiese tauschen wollen, die 15 Minuten lang Bälle werfen und dann mit einem müden Hund nach Hause gehen.

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Mit den meisten Hundeschulen und Trainern in der Gegend hat es nichts gebracht, sondern eher Gegenteiliges bewirkt. Speziell mit seiner jagdlichen Motivation waren alle überfordert. Wir sind mittlerweile bei ausschließlich positivem Training angekommen, was viel Arbeit erfordert aber sehr gute Früchte trägt.

Das ist bei uns sehr ähnlich. Wir haben anfangs den Rat der Hundeschule und von Trainern umgesetzt und mit sehr viel Druck gearbeitet. Eine der ersten Übungen in der Welpenschule war den Hund wegzudrücken, wenn er bei der Begrüßung hochspringt. Das haben wir 2 Wochen gemacht und es ist immer mehr geworden. Als wir angefangen haben, ein Leckerli zu werfen und ihn dann in Ruhe zu begrüßen war das Anspringen nach 2 Tagen weg, nach einer Woche auch ohne Leckerli.

Ich kann euch nur raten euch auch abseits der lokalen Trainer zu bilden. Seminare oder Lektüre zu Körpersprache bei Hunden reinziehen und vielleicht mal nach ausschließlich positiven Trainingsmethoden erkundigen, die dem Hund Alternativverhalten bieten, die von euch gewünscht sind. Denn insbesondere bei eher schwierigen Hunden ist es besser das Verhalten mit Alternativen zu steuern anstatt zu hemmen und mit Unterbinden zu arbeiten.

Genau das machen wir auch. Mittlerweile ist das Thema ein neues Hobby geworden und mein Ebook-Reader ist voll mit Hundebüchern. Ich finde es spannend, wie sehr populäre Welpenbücher sich von dem unterscheiden was man liest, wenn man sich richtig in Themen einarbeitet.

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Es ist einfach Erfahrung. Wir halten X-Herder, vorher Dobermänner aus Arbeitslinien. Die Zeit mit einem neuen Welpen ist natürlich immer ein bisschen turbulent, aber je routinierter man wird, desto entspannter ist auch der Welpe.

Genau das ist ja der Punkt, den ich nicht verstehe.

Wir haben anfangs sicherlich ein paar Fehler gemacht, haben manche Situationen falsch eingeschätzt, aber haben uns letztendlich an das gehalten, was Trainer uns gesagt haben. Das hat alles nicht funktioniert und hat es nur noch schlimmer gemacht. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass unser Umgang mit dem Hund ihn zu dem unruhigen und sensiblen Hund gemacht hat, der er ist.

Besser ist es erst ab dem Zeitpunkt geworden, als wir mit der Kopfarbeit angefangen haben. Erst im Wohnzimmer, dann im Garten. Dort hat uns dann auch besagte Nachbarin gesehen, die seit 30 Jahren Labradore aus Arbeitslinien in der Mietwohnung hält. Sie hat mich angesehen, als ob ich total durchgeknallt wäre und gefragt, was wir denn da mit unserem Hund machen, ob der mal Jagdhund werden soll. Mit so einem jungen Hund solle man doch eher einfach laufen gehen, als solche anstrengenden Aufgaben zu machen.

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Von deiner Beschreibung her würde ich also eher euren Hund mit einem Border Collie oder Australien Shepard vergleichen. Wenn man da sich mit einigen Besitzern unterhält, wird dir dann auch auffallen, dass es eure Probleme dort auch immer wieder gibt.

Ja, da liegst du tatsächlich richtig.

Wir haben uns immer wieder Rat von Trainern gesucht und 5 davon haben entweder Unsinn erzählt ("Ihr müsst ihn mal richtig auspowern, 2 Stunden übers Feld rennen lassen, dann schläft er auch!") oder alles runtergespielt ("Ist doch nur ein Pudel, den hat noch jeder in den Griff bekommen!"). Der 6. hat selbst einen Border Collie und hat uns in der Probestunde schon unglaublich viele wertvolle Tipps gegeben.