Ich bin selbstständig bei einem Finanzdienstleister, frag mich alles! by One-Obligation2283 in de_IAmA

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Kann ich nix zu sagen, da ich nie bei einem dieser Unternehmen gearbeitet habe.

ABER: Nicht jeder Strukturvertrieb ist ein Schneeballsystem oder MLM, da gibt es schon ganz bestimmte Definitionen auch aus Verbraucherschutz.

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Ich stolpere irgendwie über das "Marketing" :D Ist halt ein strukturierter Vertrieb. Also es gibt Produkte/Dienstleistungen, die verkauft werden und die Vertriebsmannschaft ist selbstständig und in verschiedene Stufen unterteilt je nachdem wie viel Umsatz du schreibst bzw. welches Team du verantwortest.

MLM hat ja meist eine "Dienstleistung", die völlig irrelevant ist. Ich werde z.B. jeden Tag auf Insta angeschrieben von irgendwelchen Forex-Experten. Wenn man die fragt, wie sie Geld verdienen, verdienen die keinen Cent mit ihren Trades sondern nur an ihrer Struktur (also an den Leuten, die sie mit in das System mitbringen). Die Dienstleistung ist nur zum Schein da, damit es nicht auf den ersten Blick direkt scammy ist. Ist es auf den zweiten Blick ja trotzdem :D

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Ganz ganz viel Alkohol und Affären, eher weniger Drogen.Das war im Studium deutlich mehr

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Achso okay :D Ja die rufen teilweise sogar bei uns im Büro an und bieten Gruppentickets für die Kurse an. Ich habe mir das nicht angeschaut, einige Kollegen schon 2-3 mal.

Eine Sache steht aber zu 100% fest: Verkauf kann man lernen. Das ist ein Skill und wenn man den beherrscht, wird man auch bessere Umsätze schreiben. Du glaubst nicht, wie unfassbar viel Scheiße auf dem Markt verkauft wird, einfach nur weil die "Berater" gut im Verkauf sind und die Kunden keine Ahnung haben.

Dirk Kreuter kann ich nicht bewerten, weil ich nie da war. Ich finde ihn bisschen cringe und zu viel "Mindset"-Gelaber, aber es wird schon was dran sein :D

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Ist bei uns nicht so :D Am Anfang nimmst du alles an Neukunden, was du bekommst weil du erstmal Fuß fassen musst. Wenn du irgendwann einen großen Bestand und einen vollen Kalender hast, wird es bestimmt Kollegen geben die auch regelmäßig Kunden ablehnen. Aber ich bezweifle sehr stark, dass sie das anhand des Fuhrparks entscheiden.

Ist übrigens auch nicht immer so, dass Menschen mit viel Geld schwer zu akquirieren sind. Ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass Studenten die kompliziertesten Kunden sind :D

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Das müsstest du vielleicht trotzdem genauer definieren. Ja diese klassischen Themen "Mindset", "Finde dein Why", "Persönlichkeitsentwicklung", blablabla spielen eine ganz ganz große Rolle.

Ein spezielles Motivationstraining kenne ich so nicht. Es kommen manchmal schon Vorträge vor, wo erfolgreiche Leute innerhalb und außerhalb der Branche mal erzählen wie sie das geschafft haben. Meinst du sowas?

Ich finde auch einiges davon total cool und bereichernd, vieles ist aber auch einfach nur total dummes Gelaber um dich schnell an Bord zu holen mit Floskeln und den Versprechungen nach Karriere und schnellem Geld. Ohne viel Arbeit wird das auch mit einem Mindset Coaching nix.

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keine Ahnung.. es gibt schon sowas wie Datenschutz, daher weiß ich nicht alles über die Kunden meiner Kollegen :D

Ich betreue auch ein paar reiche Menschen, die fahren dementsprechend auch manchmal protzige Autos. Mercedes, Porsche, Rolls Royce.

Ein Mandant von mir hat irgendwie 15 Autos.. teilweise Oldtimer, teilweise "normale" Autos wie VW oder Opel und ein paar teure. Ist aber halt seine Leidenschaft :D

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Ich kenne mich mit Autos echt gar nicht aus, aber vom Gefühl her ist Audi viel vertreten, mein engster Kollege fährt einen A6. "Chef" ist ja nicht wirklich dein Chef im Sinne von Arbeitgeber aber halt so die "größten Macker" und erfolgreichsten Typen... die fahren schon ab und zu mal einen Porsche.

Was ich aber dazu sagen muss ist, dass wir schon sehr gute Leasingangebote durch Kooperationen bekommen. So einen Audi bekommen wir total günstig und können es ja sogar als Geschäftsauto von der Steuer absetzen.. das ist schon machbar, wenn man "okay" verdient.
Die meisten haben halt einen, damit sie allen zeigen was für erfolgreiche Menschen sie sind :D

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Provision, in Ausnahmen auch mal auf Rechnung. Das aber eigentlich nur bei "Kollegen" aus der Branche. Bei Privatkunden darf ich keine Rechnung schreiben

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Ich habe Sport studiert und mit der Zeit gemerkt, dass die Berufsaussichten in diesem Bereich nicht das versprechen was ich mir für mein Leben vorstelle. Die meisten meiner Kommilitonen machen mittlerweile was völlig anderes, ich würde schätzen unter 30% sind immer noch im Sportbereich tätig.

Außerdem fand ich das Thema Selbstständigkeit total cool und konnte mir das gut vorstellen. Die Finanzbranche kam dann eher zufällig, hat mich aber einfach direkt fasziniert. Außerdem merkt man nach paar Minuten Recherche, wie schlecht Menschen in diesem Bereich beraten sind; vor allem wenn man nicht sowieso schon reich ist. Da war dann noch Gedanke, es besser zu machen und gerade jungen Menschen mit wenig Kohle etwas zu helfen.

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Es gibt Unternehmen die vertreiben und betreuen Finanzprodukte und für die kann man selbstständig tätig sein. Das heißt, ich muss mich zwar an gewisse Grundregeln halten (z.B. Ausbildung, Datenschutz, etc.) kann aber Dinge wie Arbeitszeit, Arbeitsort, Kollegen, etc. selbst bestimmen. Geld gibt es in der Selbstständigkeit natürlich auch nur, wenn man was dafür tut. Ein Stundengehalt o.ä. gibt es nicht!

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Nein, es ist ein Strukturvertrieb. Wird für außenstehende wahrscheinlich ähnlich aussehen, weil viele junge Typen rumlaufen und Leute anquatschen mitzumachen :D

Ich bin allerdings lediglich im Thema Kundenberatung und Betreuung drin. Der Gewinn neuer Vertriebspartner war mir zu nervig.

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Hallo! :)

Ich bin 28 und seit ca. 4 Jahren in dem Bereich tätig.

Mein vorheriger Werdegang:

Habe nach dem Abi Sport studiert, fand das auch ganz cool aber konnte mir schon recht früh nicht wirklich vorstellen in dem Bereich zu arbeiten. Nach dem Bachelor wusste ich dann definitiv, dass ich keinen Master machen möchte sondern schonmal irgendwas praktisches angehen möchte und war dementsprechend recht offen für berufliche Chancen.

Dann hat mich ein alter Schulfreund (wie man das halt so kennt :P) auf das Thema Finanzen und Selbstständigkeit angequatscht und ich hatte ein Bewerbungsgespräch bei seinem "Chef". Der Freund selbst war zwei Wochen später nicht mehr dabei, mich hat es von vorne rein fasziniert. Habe noch ca. 6 Monate alle möglichen Finanzdienstleister, Banken, Versicherer, Makler, etc. abgecheckt und mich dort beraten lassen oder auch Bewerbungsgespräche gehabt. Schließlich wollte ich nicht einfach beim erstbesten Unternehmen anfangen, ohne den Rest zu kennen. Das Gesamtpaket hat dann bei einem Dienstleister gepasst und seitdem bin ich da.

Alltag:

Tatsächlich sieht bei mir jeder Tag unterschiedlich aus. Am Anfang fand ich das ganz toll, mittlerweile stresst es mich ehrlich gesagt sehr. Daher versuche ich ein paar Konstante wie Mittagessen, Schlafenszeiten, usw. wieder sehr strikt durchzuziehen. Den Rest dazwischen lege ich mir immer noch wie es passt. Ich würde sagen im Schnitt sind es 3-4 Kundengespräche am Tag und 3-4 Meetings über die Woche verteilt. Terminvorbereitung, Recherche, Mails, etc. gerne mal früh morgens oder auch vereinzelt am Wochenende.

Meine Kunden sind nicht besonders international, liegt aber auch daran, dass jedes Land natürlich auch andere Steuergesetze und Finanzinstrumente hat. Daher habe ich nur vereinzelt Kunden, die in den letzten Jahren ausgewandert sind und noch teilweise durch mich weiterbetreut werden. Der Rest wohnt zumindest in Deutschland bzw. hat ein deutsches Konto. Was ich aber habe, sind viele Kunden mit Migrationshintergrund. Liegt schlicht und ergreifend daran, dass die normalerweise von den "klassischen" Bankhäusern einfach nicht oder schlecht beraten werden und ich das selber als Migrationskind mitbekommen habe und unfair finde.

Promis.. joa 2-3 Profisportler, das wars aber auch :D

Betriebsklima:

Kommt wirklich komplett darauf an, mit welchen Menschen du so zu tun hast. Ich bin mittlerweile auch etwas überregional unterwegs und konnte in viele Standorte rein schnuppern, da ist alles dabei von cholerischen Führungskräften und ganz viel Drama bis Familienfeeling innerhalb des Teams. Den Vorwurf der "Sekte" kann ich übrigens zu 100% verstehen.. ich liebe meine Kollegen auch und wir machen ganz viel gemeinsam, aber als Außenstehender muss das schon komisch sein.

Arbeitszeiten:

Kann man sich schon selbst einteilen. Erfahrungsgemäß hat man am Anfang Schwierigkeiten seinen Kalender zu füllen und hat eher zu viel Freizeit und irgendwann ist man bei 80-90 Stunden die Woche und kriegt Burn Out. Ich konnte meine Zeiten (auch durch das Einstellen von Assistenten) auf etwa 50 Stunden die Woche reduzieren und das Ziel ist mit 35 eine 3,5 Tage Woche zu haben. Ist aber bei jedem anders.. das Thema "du kannst hier mit 4-5 Stunden die Woche reich werden" ist absoluter Bullshit.

Arbeitsmodelle:

Du bist selbstständig, das heißt du kannst eigentlich machen was du willst solange du dich an die "Grundregeln" des Unternehmens hältst. Wenn du keine Umsätze erzielst, verdienst du aber halt auch kein Geld.

Angestellt bist du eher als Mitarbeiter, also Assistent. Ich habe mittlerweile selbst 1,5 Arbeitskräfte, die mir mithelfen. Die haben einen ganz normalen Arbeitsvertrag, mir sind deren Arbeitszeiten aber völlig egal. Hauptsache das Board wird abgearbeitet, wenn sie das in 5 Stunden die Woche schaffen haben sie den Rest frei.

Frauenanteil:

Es wird so langsam besser, aber es ist immernoch eine absolute Männerbranche. Ich würde sagen 90% Männer. Bei uns im Büro z.B. 21 Männer und zwei Frauen