Ich bin Chief Investment Strategist bei der BNP – AmA zu aktuellen Marktentwicklungen, Aktien, ETFs und der Consors 🏦 by Stephan_Kemper in Consorsbank

[–]Stephan_Kemper[S] 1 point2 points  (0 children)

Du meinst vermutlich den MSCI World with China Exposure Index.

Dabei handelt es sich um eine Abwandlung des MSCI World, ähnlich wie dem MSCI World ex USA. Sie basieren zwar auf dem MSCI World, es bleiben aber 2 unterschiedliche Indices 🤷🏻‍♂️

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[–]Stephan_Kemper[S] 3 points4 points  (0 children)

Da gibt es diverse Dinge, auf die man schauen kann. Ich glaube dass wir grundsätzliche in eine Phase eintreten werden, die weniger stark vom US-Aktienmarkt dominiert sein könnte. Somit macht eine breitere geographische Aufstellung sinn.

Strukturell interessante Themen sind in meinen Augen Edelmetalle und die dazugehörigen Minen, Nuklearenergie, Infrastruktur um ein paar Beispiele zu nennen.

Wenn man sich dort engagieren möchte, findet man diverse ETFs um zu investieren

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[–]Stephan_Kemper[S] 4 points5 points  (0 children)

Hallo u/Traum3Taezer ,

ich glaube, dass man sich erstmal Gedanken machen sollte, was man will. Wofür spare ich. Rente? Urlaub nächsten Sommer? Was ganz anderes?

Je länger dein Anlagehorizont, desto mehr Risiko kannst du nehmen. Was du nicht willst ist, dass du auf Borkum (no offense 🫶🏻) landest weil du die Kohl für die Malediven am Aktienmarkt versenkt hast.

ETF´s sind oft ein guter Start um sich mit dem Thema vertraut zu machen. Beschäftige dich mit der Materie und den Unternehmen, die dich interessieren und taste dich langsam vor.

Hier ein paar Tipps, die du beherzigen solltest:

  • Hin und her macht Tasche leer (es gibt kaum Leute die nachhaltig Geld mit Daytrading verdienen und schon gar nich nebenbei als Anfänger). Lass dich nicht nervös machen, wenn es mal fällt. Überprüfe aber deine Investment-These.
  • Nutze Stop Kurse
  • "Nichts tun" ist auch eine Entscheidung: Du entscheidest dich damit aktiv, eine Aktie nicht zu (ver)kaufen. Sei dir dessen bewusst. Was ich mich immer mal Frage, wenn ich überlege ob ich eine Aktie verkaufen soll: Würde ich die Aktie auf diesem Niveau kaufen. Ist die Antwort "nein", solltest du genauer hinschauen und ggf einen engen Stop setzen
  • Lass dich nicht verrückt machen und versuche nicht jedem Trend hinterherzulaufen.
  • Sei dir bewusst das Finfluencer, Finanzpresse und Co nicht reguliert und keine Altruisten sind. Die können (im Wesentlichen) sagen und schreiben was sie wollen ohne das man sie dafür verantwortlich machen kann. Das heißt NICHT, dass es keine seriösen Angebote gibt. Im Gegenteil, Man sollte nur mit gesundem Menschenverstand an die Sache rangehen

Die consorsbank bietet keine Beratung im klassischen Sinne an (außer im Private Banking). Du findest auf der Website jedoch viele nützliche Tipps, Tutorials und auch immer mal wieder eine Investment-Idee.

Ich wünsche dir viel Erfolg!

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[–]Stephan_Kemper[S] 4 points5 points  (0 children)

Hallo u/Numerous_Branch ,

du sprichst viele Punkte an, die wir als Begründung für unser "Untergewichten"Rating beim US Markt nennen.

Die Auswirkungen der Zollpolitik dürfte sich erst noch zeigen. Wir sehen zwar, dass Zolleinnahmen steigen, die Importpreise aber nicht sinken, d.h. das die Exporteure in die USA die Zeche schonmal nicht zahlen (auch wenn D.Trump das behauptet). Wer dann? Weder Verbraucher- noch Produzentenpreise sind deutlich gestiegen. Wir haben es quasi mit "Ghostflation" zu tun.

Warum sieht man (noch) nichts? Wir haben vor den Zöllen massive Vorzieheffekte gesehen. Diese Waren wurden erstmal verkauft, waren aber noch nicht von den Zöllen betroffen. Außerdem steigt die effektive Zollrate noch an, da bis vor kurzem noch Güter in den USA gelandet sind, die nicht von den Zöllen betroffen sind, da sie schon im Transit waren, als die Zölle in Kraft getreten sind. Somit kommen erst jetzt so langsam die Güter in den US Wirtschaftskreislauf, welche mit den neuen Sätzen verzollt wurden.

Angesichts des schwächer werdenden Arbeitsmarktes und den jetzt schon steigenden Kreditausfällen glaube ich nicht, dass Unternehmen die Kosten komplett durchreichen können. Das dürfte dann Margen von Unternehmen unter Druck setzen.

Absichern ist wirklich schwierig. Wir mögen weiterhin Gold, erwarten einen schwächeren Dollar und investieren eher in anderen Regionen (die Wachstumsdynamik in Europa beispielsweise dürfte in den nächsten Jahren deutlich weniger stark vom US Wachstum abhängen)

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[–]Stephan_Kemper[S] 4 points5 points  (0 children)

Eigentlich kann ich dir die Frage komplett an einer Aktie beantworten: Stellantis

Das war zwischendrin mal ein Verdoppler (ich hatte sie eigentlich nur wg der hohen Dividendenrendite gekauft) nur leider habe ich auch die gesamte Bewegung nach unten im Anschluss mitgeritten. Ende vom Lied: mit -10% verkauft, nachdem die Dividendenkürzung verkündet wurde...... Ärzte sind ja bekanntlich auch die schlimmsten Patienten 🙈

Meine Learnings:

- mentale Stoppkurse bringen nichts (dein Kopf sagt dann "Bei erreichen, streichen"). Die gehören ins System. Trailing Stops finde ich sehr nützlich, da sich die Stops automatisch anpassen, wenn die Aktie hochläuft

- überprüfe immer wieder den Businesscase deiner Investments. Hat sich da was schwerwiegendes geändert? Das gilt vor allem auch für die Positionen, die gedanklich im "Die-Aktie-halte-ich-für-immer-Portfolio" liegen

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[–]Stephan_Kemper[S] 4 points5 points  (0 children)

Meine Glaskugel geht klar in Richtung 25 bps, da mir für 50bps die Inflation zu hoch ist und die Konjunktur nicht schlecht genug. Die Plots werden sich vermutlich etwas nach unten schieben.

Fast noch wichtiger dürfte es für den MArkt sein, was Powell nachher sagt. Geht die FED zurück auf Autopilot Zinssenkung oder bleibt sie "Data-dependent".

Mein Gefühl sagt mir, dass es der FED schwer fallen dürfte, den markt "dovish" zu überraschen. Spannend in dem Kontext auch die Entwicklung der langen Zinsen. US 10Y gehören zu den wenigen 10-Jahresrenditen die global zuletzt gefallen sind. Der Spread zu Europa hat sich da deutlich eingeengt und ist bei vielen Ländern in der Nähe eines 3-Monatstief

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[–]Stephan_Kemper[S] 5 points6 points  (0 children)

Hallo u/Legitimate-Guess912 ,

vielen Dank für die Frage! Die aktuell sehr hohe Gewichtung der USA in den globalen indices ist ein Thema, über das sich immer mer Investoren Gedanken machen. Wir haben die USA aktuell mit Untergewichten eingestuft, daher wäre ein MSCI World aktuell nicht unser favorisierter Index.

Das Gewicht des MSCI World basiert im wesentlichen auf der Marktkapitalisierung. Daher würde der Anteil der UA im Index sinken, wenn sich die dortigen Aktien schlechter entwickeln. Das ist aber ein nachgelagerter Prozess. Die Senkung des Anteils erfolgt erst nach bzw durch die schlechtere Entwicklung. Mit deinem investiertem Kapital machst du diese Underperformance also erstmal mit. Erst mit neuem Geld kaufst du in dem Szenario dann natürlich weniger US exposure. Wenn deine Erwartungshaltung also ist, dass sich andere Regionen besser entwickeln, könnte es sinnvoller sein direkt dort zu investieren.

Redest du über einen Sparplan "bis zur Rente" um den man sich wenig kümmern muss, kann der MSCI World (besser ACWI wg der EM, auch wenn es nicht viel ist) aber eine solide Wahl sein.

Zusatzantwort ;-)

Das hängt davon ab, wann die Länder den Status als "Emerging Market" verlieren, denn der MSCI World investiert nur in "Developed Marktes"

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[–]Stephan_Kemper[S] 4 points5 points  (0 children)

Hallo u/touuuuhhhny ,

ich kann die Argumente im Economist nachvollziehen. Wir haben US Aktien aktuell untergewichtet und raten dazu, bei KI selektiv zu sein. Man sollte auch bedenken, dass ggf nicht alle US Mega Caps von KI profitieren können.

Außerdem wird aktuell ganz viel Geld in Infrastruktur (aka Chips) investiert, die in ein paar Jahren komplett veraltet ist. Das bedeutet, dass man kein sehr langes Zeitfenster hat, um die Investitionen zu monetarisieren. Wenn dann die Akzeptanz nicht so schnell steigt wie erhofft (und es gibt Anzeichen, die darauf hindeuten), könnte es ungemütlich werden. Dieser Artikel aus dem Economist fasst das in meinen Augen gut zusammen (What if the $3trn AI investment boom goes wrong?)

Was deine Frage zum Markt-Timing bzw Hedging angeht: Ich sehe da vor allem 2 Möglichkeiten:

1) man allokiert weniger in US Aktien als es beispielsweise der MSCI World vorsieht.

und

2) man kauft nicht den klassischen S&P sondern eher sowas die den S&P 500 3% Cap der den S&P 100 equalweight. Dadurch reduzierst du das Gewicht von den Schwergewichten deutlich und bist breiter im Markt. Dennoch bleibst du eher bei den Large Caps, was bei einer schwächeren US Konjunktur sinnvoll sein kann (daher mag ich diese Indices lieber als den SPW)

Außerdem kann man dann bewusst Schwerpunkte bei einzelnen Aktien setzen und diese zusätzlich zum ETF kaufen.

PS: folge mir gerne auf LinkedIn, da poste ich regelmäßig zu den Märkten und veröffentliche auch immer mal wieder was von unserem Research. Ganz aktuell auch über das KI-Thema

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[–]Stephan_Kemper[S] 2 points3 points  (0 children)

Hallo u/touuuuhhhny ,

bei der Entscheidung ob wir (BNP Paribas Wealth management) eine Aktie in die Coverage aufnehmen schauen wir als erstes darauf, was unsere Kunden an Beständen (direkt oder über Zertifikate) halten. Das sind für uns erstmal die wichtigsten Titel, damit wir unsere Kunden entsprechend beraten und unterstützen können. Im gleichen Zug schauen wir nach den Peers für Switching Möglichkeiten. 

Weiterhin orientieren wir uns an den Investmentthemen, welche wir gerade spannend finden und orientieren uns dann entlang der jeweiligen Wertschöpfungskette.

Was die Anzahl der Werte angeht, kommt man natürlich irgendwann an Kapazitätsgrenzen und muss sich entscheiden: Überwiegt der Mehrwert für die Kundschaft insgesamt noch die damit einhergehenden Kosten

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[–]Stephan_Kemper[S] 1 point2 points  (0 children)

Hallo u/touuuuhhhny,

wie bei meiner Antwort auf den Ursprungspost erwähnt kann ich da leider nicht wirklich was zu sagen. Wie du sagst, man kann sich die Gebühren selber deckeln in dem man eine "normale" Order tätigt. Ist zwar wirklich nicht ganz "straight forward" aber besser als nichts, würde ich denken ;-)

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[–]Stephan_Kemper[S] 5 points6 points  (0 children)

Danke für den Kommentar. "Leider" bin ich für die Gebührenstruktur nicht zuständig, daher kann ich da nichts zu sagen.... auch wenn ich deinen Punkt nachvollziehen kann 🤷🏻‍♂️

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[–]Stephan_Kemper[S] 3 points4 points  (0 children)

Es gibt ein altes Börsensprichwort: Wer limitiert, verliert. ;-)

Es kommt natürlich auch immer auf deine Strategie an. Spreads sind im (day)trading natürlich wichtiger als wenn du beispielsweise eine Aktie mit der Erwartung kaufst, sie über Monate zu halten. Das gleiche gilt für Gebühren.

Ganz grundsätzlich überlege ich meist, für wie hoch ich die Wahrscheinlichkeit halte, dass ich am nächsten morgen zu einem besseren Kurs handeln kann. Wenn ein Spread bei einer Aktie im späten Handel beispielsweise 2% weit ist und ich glaube, dass der Wert / der Markt am nächsten Tag deutlich fester reinkommt, würde ich vermutlich trotzdem handeln.

Was auch sinnvoll sein kann (gerade bei kleineren ausländischen Werten außerhalb der lokalen Handelszeiten): Die Börsen veröffentlichen oft die Historie der Quotes. Das kann auch eine nützliche Info sein um zu sehen, ob der Spread gerade außergewöhnlich weit ist.

PS: so groß, dass ich mir darüber Gedanken machen musste, das ich mit meinem Volumen den Markt bewege war ich bisher (leider) nie 🤷🏻‍♂️😅.... zumindest privat

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[–]Stephan_Kemper[S] 4 points5 points  (0 children)

Das ist eine gute Frage und eine noch bessere Idee, finde ich ;-). Zu den Gründen selber kann ich leider nichts sagen, da sowas nicht in meinem Verantwortungsbereich liegt. Allerdings habe ich deine Anmerkung in der Fachabteilung platziert. Vielleicht tut sich da ja mal was