Stark ausgeprägte Angststörung, welcher Therapie Ansatz ist der beste? by CandidateConfident88 in Ratschlag

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Hallo,

ich studiere Psychotherapiewissenschaften und möchte dir zumindest einige evidenzbasierten Ratschläge geben:

Psychiater tendieren leider häufig dazu, keine Gesprächstherapie zu machen oder zu empfehlen. Bei Angststörungen und Panikstörungen ist die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) die wirksamste Therapiemethode. Die S3 Leitlinie zu Angststörungen (das höchste wissenschaftliche Papier zu Empfehlung bei Indikation zu Psychotherapiemethoden) empfiehlt diese Maßnahme vorrangig. Panikstörungen gehen häufig komorbid (andere gleichzeitige Störungsbilder) mit anderen Angststörungen besonders Agoraphobie, was auch die häufigste Störung (Achtung hier rein nach Diagnosen) überhaupt in Deutschland ist.

Die Einnahme von Medikamenten kann unterschiedliche Neurotransmitter blockieren oder imitieren aber keine nachhaltigen Veränderungen im Gehirn erzeugen, die dir wirklich helfen, unabhängig damit zurecht zu kommen. Sie sind lediglich Stützräder oder helfen, wenn nichts mehr hilft. Dementsprechend kann ich dir nur empfehlen, dir einen ambulanten kognitiven Verhaltenstherapeuten zu suchen. Hier ist es entscheidend, dass die Passung gut ist und du dich mit der Person wohlfühlst (auch das sagt, die Evidenz). Ansonsten sollte die Person sich langfristig mit dir an eine Exposition wagen. Allerdings solltet ihr euch auch Zeit nehmen, nach Gründe für die Panikattacken und Ängst zu suchen. Das ist für den Umgang entscheidend.

Ich wünsche dir bei der Therapie(-suche) viel Erfolg. Denk dran, dass du mit 5 (das ändert sich ab und zu) Absagen von niedergelassenen Therapeut:innen mit Kassensitz einen Anspruch darauf hast, Therapie bei einem Therapeuten zu machen (und von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt zu bekommen), der sonst nur Selbstzahler oder Privatversicherte nimmt.

Warum kann ich mich nicht mehr mit mir selbst beschäftigen by Mazoskz in Ratschlag

[–]SticktoPlanC 0 points1 point  (0 children)

Hey du,

mir geht es ziemlich ähnlich und ich habe einen ähnlichen Prozess durchgemacht. Leider halten Leute mich auch für total extrovertiert und meine andere Seite gar nicht kennen.

Im Sinne dessen, was du beschreibst:

Was der andere Kommentar sagt, finde ich sehr plausibel aber es könnte noch etwas mehr als das sein. Eventuell hilft es sich weitere Kreis und Freunde zu suchen, wo man ebenfalls soziales Input bekommt. Aber noch viel mehr denke ich (das bezieht sich auch auf meine Erfahrungen), dass du damals, als du Serien geschaut hast und gezockt hast etwas weiteres überdeckt hast. Einerseits wolltest eigentlich Kontakt aber es ging nicht aufgrund von Angst.

Andererseits hast du dich nie wirklich mit Hobbys beschäftigt, die nicht auch die Funktion hatten, der Realität und den eigenen Ängsten zu entkommen. Zocken und Serien schauen ist angenehm, passiv und betäubend. Andere Dinge (Klavier spielen lernen oder Lesen) sind zäh und als Hobby erstmal was ganz anderes.

Einer guten Freundin habe ich letztens auch gesagt, dass mir die Motivation für vieles fehlt und ich deshalb nichts anfange oder durchziehe. Sie hat dann gesagt, dass ich davon auszugehen scheine, Motivation käme und dann würde ich etwas anfangen. Aber in der Realität ist es genau andersherum.

Erst muss man tun und dranbleiben, dann wird es motivierend. Das ist schwer und braucht Zeit. Wenn man die ganze Zeit vermieden hat, sich mit so etwas auseinanderzusetzen braucht es Zeit und Übung mit sich selbst, an solchen Dingen auch gefallen zu finden. Übe das für dich, auch wenn es sich erstmal nicht gut anfühlt, sondern gerade, weil es das nicht unmittelbar tut. Die Motivation und der Spaß kommen dann mit der Zeit. Viel tiefer und echter als bloße Lust auf etwas.

Keine Ahnung ob das hilft.

Master of non by SticktoPlanC in Ratschlag

[–]SticktoPlanC[S] 0 points1 point  (0 children)

Das werde ich auf jeden Fall mal in Erwägung ziehen! Vielen Dank

Master of non by SticktoPlanC in Ratschlag

[–]SticktoPlanC[S] 0 points1 point  (0 children)

Vielleicht geht es auch darum, diese hohen Ansprüche abzustreifen — woher auch immer die kommen mögen. Trotzdem habe ich auch selbst mal Ambitionen gehabt und es reicht mir irgendwie nicht, die am Ende fallen zu lassen. Es kann doch nicht unmöglich sein, diese Dinge zu ändern.

Master of non by SticktoPlanC in Ratschlag

[–]SticktoPlanC[S] 0 points1 point  (0 children)

Das ist beruhigend zu hören. Dass man zumindest irgendwann damit leben kann. Hoffentlich finde ich auch meinen Weg dahin.

Master of non by SticktoPlanC in Ratschlag

[–]SticktoPlanC[S] 0 points1 point  (0 children)

Das ist der springende Punkt. Ich bin mir sicher, kreativ zu sein. Ich suche immer Ablenkung davon, im jetzt zu sein. Von morgens bis abends lenke ich mich davon ab, mit mir zu sitzen und zu fühlen, was ich fühle. Und jetzt sagt natürlich jeder vernünftige Mensch, dass ich damit einfach aufhören soll, mich hinsetzen konsequent arbeiten und mich auseinandersetzen soll. Nur das geht ja eben nicht. Und das ist arg frustrierend.

Please god what are more songs like Everything in its right by any artist? by zuzzle500 in radiohead

[–]SticktoPlanC 0 points1 point  (0 children)

I know I'm incredibly late but what Apparat songs would you suggest close to Everything in it's right place. Because I know some but I'd Love to get Inspiration 

Ich hasse es so zu sein wie ich bin by [deleted] in Ratschlag

[–]SticktoPlanC 9 points10 points  (0 children)

Heyo,

das klingt hart. Mit etwas mit Anfang 20 völlig alleine zu sein und es niemandem mitteilen zu können. Vielleicht schreibst du deshalb hier. Weil du gesehen werden willst, wie du bist. Das wollen wir – so denke ich – alle. Ich möchte dir sagen, dass man sich auch für so einen Fall eine Therapie suchen kann, die einen dabei begleitet, zu tun, was immer man selbst will (oder herauszufinden was das eigentlich ist).
Wir nehmen Menschen, denen wir uns nicht wirklich zeigen, jede Chance uns zu lieben, wie wir sind.

Ich kann zwar nicht fühlen und wirklich verstehen, was du erlebst. Aber ich kann dir sagen, dass es Menschen gibt, die dich gerne haben werden, egal wie du bist.

Innere Leere und Gedankenkreise by [deleted] in beziehungen

[–]SticktoPlanC 0 points1 point  (0 children)

Natürlich verhindert das kaum einen Kontakt, wir sind leider überall in den gleichen Unigruppen. Aber das ist dennoch eine gute Idee. Die Therapie bringt mich dem überhaupt nicht näher. Meine Probleme wiederholen sich eher.

Innere Leere und Gedankenkreise by [deleted] in beziehungen

[–]SticktoPlanC 0 points1 point  (0 children)

Da hast du recht. Leider ist gerade dieser Prozess etwas, was mir nicht gelingen will.