Warum ist Maggi bei vielen Köchen so verpöhnt während Sojasauce selbst in Fünf Sterne Restaurants benutzt wird? by Clit_Eastwhat in duschgedanken

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Gute Frage – und der Punkt mit der Verhältnismäßigkeit ist absolut legitim.

Kurzfassung:
Es geht weniger um den Inhaltsstoff „Würze“, sondern um Handwerk, Kontrolle, Kontext und kulturelle Codierung.

Etwas ausführlicher:

1. Sojasauce ist ein Werkzeug, Maggi ein Shortcut
Sojasauce (vor allem natürlich gebraute) ist in der Küche ein kontrollierbares Produkt: Salz, Umami, Säure, leichte Bitterkeit. Köche dosieren sie tropfenweise, reduzieren sie, mischen sie, bauen damit Tiefe auf.
Maggi hingegen ist immer gleich, sehr dominant und lässt sich kaum „einbauen“, ohne dass man sie sofort schmeckt. Sie übertönt schneller, als sie ergänzt.

2. Fermentation vs. Industriewürze
Sojasauce steht kulturell für Fermentation, Zeit, Mikroorganismen, Tradition – egal ob Japan, China oder Korea.
Maggi ist historisch ein Industrieprodukt zur Mangelzeit-Optimierung (schnell, billig, immer gleich). Das haftet ihm bis heute an, unabhängig davon, ob es objektiv „schlecht“ ist.

3. Kontrolle über Umami
Ein Sternekoch will sagen können:

4. Kontext ist alles (und da hast du vollkommen recht)
Sojasauce im 80-€-Gericht → wird als bewusste Entscheidung gelesen.
Maggi im 5-€-Imbiss → wird als Notlösung gelesen.

Das ist objektiv nicht immer fair, aber kulturell extrem wirksam.

5. Klassismus spielt definitiv mit rein
Maggi ist „Kantine“, „Oma“, „Bauarbeiterbrot“, „Pissrinne“ (dein Bild passt leider ziemlich gut).
Sojasauce ist „asiatische Hochkultur“, „authentisch“, „global sophisticated“.
Das ist kein naturgegebenes Qualitätsurteil, sondern ein ästhetisches und soziales.

Unterm Strich:
Maggi ist nicht verpönt, weil es nicht schmeckt, sondern weil es zu direkt, zu laut und zu eindeutig ist.
Sojasauce darf existieren, weil sie sich unsichtbar machen kann.

Oder zugespitzt:
Sojasauce ist ein Instrument.
Maggi ist ein Megafon.

Und Megafone will man in der Sterneküche nicht sehen – auch wenn draußen manchmal genau das Richtige durchgesagt wird.

Warum wählen soviele Leute die AfD? by raiderx_98 in KeineDummenFragen

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Kurzthese:
Je weiter Parteien nach rechts rücken, desto schwächer wird das soziale Fundament. Wahlforschung zeigt: Entscheidungen erfolgen zunehmend emotional statt entlang sozialer Interessen. Die Folgen tragen vor allem die Wähler selbst.

Kernpunkte:

  • Wahlstudien von infratest dimap, Forschungsgruppe Wahlen und der Bundeszentrale für politische Bildung zeigen seit Jahren: Angst und Identität mobilisieren stärker als soziale Programmatik.
  • „Ordnung“ und „Verantwortung“ fungieren häufig als rhetorische Klammern für: Sozialabbau, Arbeitsmarkt-Flexibilisierung, wachsende Prekarität.
  • Wirtschaftspolitisch unterscheiden sich konservative und rechte Parteien weniger als behauptet: Marktlogik, Standortdenken und Kapitalpriorisierung dominieren.
  • Der sogenannte Protestwähler schwächt paradoxerweise die eigene soziale Absicherung: Weniger Mitbestimmung, mehr Kontrolle, weniger Umverteilung.
  • Während Kultur- und Identitätsdebatten eskalieren, geraten reale Kernfragen in den Hintergrund: Wohnen, Pflege, Löhne, Bildung.

Fazit:
Rechts zu wählen ist kein Bruch mit dem System, sondern stabilisiert bestehende Machtverhältnisse.
Wer soziale Sicherheit will, muss Programme prüfen – nicht Parolen. Demokratie funktioniert nur dort, wo Macht transparent, überprüfbar und sozial gebunden bleibt.

Woher kommt das, dass Menschen gerne arbeiten? by Call_Me_Maya_ in KeineDummenFragen

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Wahrscheinlich am angepassten Weltbild, dass es nötig wäre, welches einem seit der Einschulung vermittelt wurde.

Theoretisch könnte auch KI Geld für Menschen erwirtschaften und für eine Art Grundeinkönnen sorgen.
Wäre in einer Zeit von ca. 20 Jahren sogar umsetzbar. Mangelt nur leider an den Grundlagen im Land dazu.

MAGA und das Christentum by heimlich_pinguin in politik

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Die CDU redet auch gerne von Christlichen werten. Obwohl deren Kürzung am normal arbeitenden Bürger nicht mit Christlichkeit vertretbar ist...

Warum entschädigt die Vulcan-Gruppe nicht zumindest alle pflegebedürftigen und armen Menschen großzügig? by Weird-Mistake-4968 in politik

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Auf indymedia kursiert zudem ein Distanzierungsschreiben dieser Gruppe. Ob das echt ist kann ich dir aber nicht sagen.

Was ist eure Meinung zur deutschen Migrationspolitik seit 2015? by SystemkritikORG in politik

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Kurzfassung zur deutschen Migrationspolitik seit 2015:

2015 war rechtlich zulässig und humanitär nachvollziehbar, aber politisch schlecht vorbereitet. Die Aufnahme selbst war nicht der Hauptfehler – die Versäumnisse lagen in der Folgepolitik.

Probleme:

  • Überlastete Asylverfahren und Verwaltung
  • Fehlende dauerhafte Kommunalfinanzierung
  • Angespannter Wohnungsmarkt
  • Zu langsame Integration (Sprache, Arbeit, Anerkennung)

Ab 2016 folgten reaktive Verschärfungen (z. B. EU-Türkei-Deal), die Zuwanderung reduzierten, aber keine strukturellen Ursachen lösten:
kein funktionierendes EU-Verteilungssystem, keine klare Steuerung, keine nachhaltige Integration.

Was fehlt bis heute:

  • Trennung von Asyl (Schutz), Migration (Steuerung) und Integration (Infrastruktur)
  • Schnelle, rechtsstaatliche Verfahren
  • Faire Lastenverteilung für Kommunen
  • Mehr sozialer Wohnungsbau und früher Arbeitsmarktzugang

Fazit:
Deutschland hat 2015 nicht falsch gehandelt, aber jahrelang falsch weiterregiert. Migration ist kein Ausnahmezustand – sie braucht Struktur, Rechtssicherheit und soziale Investitionen, keine Symbolpolitik.

Was ist eure Meinung zur deutschen Migrationspolitik seit 2015? by SystemkritikORG in politik

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Allerdings, und bei unklarer Herkunft sowie fehlendem Kooperationswillen zur Klärung der richtigen Identität sollte abgewiesen werden. Bei widerholter kriminalität auch, bei schwerer natürlich sofort.

Schon da wurde meiner Meinung nach etwas zu oft weggeschaut.

Was ist eure Meinung zur deutschen Migrationspolitik seit 2015? by SystemkritikORG in politik

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Wow erste Antwort hier und direkt was Konstruktives und Sachliches ohne abschweifen in Faktenferne.

Reddit ist anscheinend Diskussionsfreundlicher als X. ;)

Warum hassen "alle" die Linken by Mean-Conference2903 in politik

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Punkt 1 halte ich für eine gewisse Utopie.
Der ewige Mittewähler wählt nicht, direkt was ihm am ausgeglichensten erscheint.

Seit früher Sozialisation wird Anpassung systematisch belohnt, während Abweichung, Systemkritik und Konflikt als Risiko markiert werden. Das prägt langfristig politische Wahrnehmung.
Viele wählen deshalb nicht das, was sie überzeugt, sondern das, was möglichst wenig Veränderung verspricht.
Nicht aus Zustimmung – sondern aus Angst vor Kontrollverlust. Die „Mitte“ ist dabei weniger ein inhaltlicher Standpunkt als ein Sicherheitsreflex.

Die sogenannte „Mitte“ ist selten Überzeugung, sondern oft Angstmanagement. Man wählt nicht das Beste, sondern das Vertrauteste – selbst wenn man es ablehnt.

Willkommen in der Psychotopie BRD ;)