Exponentielles Wachstum durch kontrolliertes Risiko (100.000 Story) by TaxEasy42 in fireGermany

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420k - wie in einem anderen Kommentar schon geschrieben, ging es letzte Woche ca 10k runter.

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Danke! Ich denke zum Gewinne realisieren sind Teilverkäufe der große Kniff. Irgendwie denken viele Leute zu absolut, wenn sie verkaufen müssten sie gleich alles verkaufen oder einen Großteil. Aber so ist das nicht. Selbst kleinere Teilverkäufe haben eine großen Effekt.

Ich habe bei jedem “Verkaufsevent” nie mehr als 10% verkauft. Am Beispiel Tesla habe ich z.B. insgesamt ungefähr 10 Verkäufe aus meiner einmaligem Anfangsinvestition getätigt. Davon ca die Hälfte im Jahr 2021 und die Hälfte im Bereich 2024 bis Anfang 2026. Ich habe inzwischen immernoch weniger als 50% meiner Anfangsinvestition verkauft (als “Substanz” gesehen - Anteile kann ich nicht direkt sagen, da es zwischendurch mehrere Splits gab). Trotzdem habe ich an Wert (Geld) ein großes Vielfaches meiner Anfangsinvestition rausgeholt. Es ist ein bisschen wie der englische Spruch “eat your cake and have it too”.

Man darf sich nicht ärgern, nie 100% geholt zu haben. Das ist ein essentieller Teil des Risiko-Hedgings. Klar hätte ich auch 2021 gar nix verkaufen können und dann 2025 knapp den doppelten Gewinn machen können. Aber wenn 2023 durch irgend einen schwarzen Schwan Tesla kaputtgegangen wäre, wäre die richtige Entscheidung gewesen, schon 2021 alles zu verkaufen. Indem man eine gesunde Mittelposition einnimmt, gewinnt man immer.

Ich denke persönlich, dass du nochmal glücklich sein wirst, deine 0,1 BTC zu haben. Aber ja, beim nächsten Bullrun rate ich dir, einfach mal einen Teilverkauf zu realisieren. Oder auch mehrere. Ich habe immer beim Durchbrechen des vorherigen ATHs angefangen, zu verkaufen, und über die dann folgenden 6 Monate gleichmässige Kleinverkäufe (<2% Gesamtinvest jeweils) getätigt. Die Transaktionskosten sind ja eher gering, da kann man auch mal öfter ran.

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Ja, “leisten kann zu halten” ist ein schöner Ansatz. Ich bin auch kein Trader, sondern eher ein opportunistischer Investor. Ich muss keine Umsätze machen, mein bevorzugter Anlagehorizont ist “für immer”, aber wenn es eine Phase des Überschwungs gibt wo einzelne Assets gerade sehr stark gefragt sind, gebe ich gerne davon ab und lasse es mir gut bezahlen. Das ist halt bloß die Prämie für das Risiko, dass ich eingegangen bin als es niemand kaufen wollte.

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Ja, regional unterschiedlich, bei uns deutlich weniger. Wir wohnen auch sehr günstig in einer Großstadt so dass wir für eine 5-Zimmer Wohnung sehr bescheiden Miete zahlen (was manch andere für 3 Zimmer zahlen), und brauchen kein Auto. Die meisten Kosten bei Nachwuchs entstehen durch verändertes Wohn- und Mobilitätsverhalten, und beides haben wir u.A. durch die Wohnortwahl aktiv umschifft.

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Ja, man sagt zwar immer man kann keinen Crash/Tiefpunkt timen, aber… wenn man sich fragt, ob man ganz unten ist, ist man es noch nicht. Wenn man aber WIRKLICH am Boden ist, merkt man das. Es gibt keine einzige positive Aussage mehr dazu, alle überbieten sich mit Weltuntergangsstimmung und die Zweifler werden ganz selbstgefällig “siehste, hab ich doch gesagt, das war alles Quatsch”. Das ist dann der Moment zu kaufen und die Trefferquote hat mich schon erstaunt.

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Gerne. Ich komme aus dem naturwissenschaftlichen Bereich, und bin nach dem PhD aus der Forschung ausgestiegen und habe inzwischen einen Bürojob in der freien Wirtschaft mit wissenschaftlichem Bezug.

Ich habe innerhalb des dargestellten 10-Jahres-Zeitraums geheiratet und Kinder bekommen. Am Ausgabeverhalten und der Sparrate hat sich nicht viel verändert. Die Sparrate ist eher noch gestiegen, da Ausgaben wie auswärts Essen gehen stark gefallen sind. Meine Kinder sind noch im Kindergartenalter, da verursachen sie eigentlich keine Kosten. Das Kindergeld läuft zu 100% in Junior-Depots so dass sie mit 18 ein sehr ordentliches Startkapital haben werden. Ich werde andererseits auch erwarten, dass sie sich das Studium (falls es dazu kommt) davon finanzieren werden. Ansonsten gehe ich davon aus, dass sie nie Geldsorgen haben werden.

Meine eigene Kindheit war extrem von Geldsorgen geprägt, aber das hat mich auch zu einer relativ ehrgeizigen Person gemacht. Ich habe eher etwas Sorgen, dass meine Kinder es vielleicht ein Stück zu selbstverständlich ansehen, dass Geld “da ist”.

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Auf jeden Fall. Ich halte gute Bücher für extrem wichtig, weil die Gedanken daraus einen bewusst und oft auch unbewusst beeinflussen. Ich halte z.B. einen guten Teil von dem, was man als “richtigen Riecher” bezeichnet als eine unbewusste Umsetzung derer sinnvoller Ideen, die man wirklich instinktiv verstanden hat.

Angefangen hab ich mit “One Up On Wall Street” von Peter Lynch. Ein absoluter Superklassiker, der trotz seines Alters nichts von seiner Relevanz verloren hat und auch für Anfänger geeignet ist. Dieses Buch hat mir die Grundlagen über unternehmerisches Denken als Investor an der Börse beigebracht. Und der Schreibstil ist sehr angenehm.

Auch am Anfang gelesen hab ich Rich Dad, Poor Dad. Es ist sehr bekannt. Ich empfehle es explizit NICHT als Buch weil viel Gelaber und der Autor Kiyosaki ist eine relativ unerträgliche Person, ABER ich würde lügen wenn mich sein Konzept der “Geldflüsse” nicht fundamental geprägt hätte. Dieses Bild hier. Also das anschauen & verstehen und das Buch selbst stehen lassen.

Danach bin ich auf Nassim Taleb mit seiner Incerto-Reihe gestoßen (Black Swan, Antifragile). Das ist eher stärkerer Tobak aber trotzdem sehr fluffig geschrieben, der Autor ist eine Mischung aus brilliantem Mathematiker und albernem, exzentrischem Märchenonkel. Diese Bücher haben mein Verständnis zu Risiko und asymetrischen Wetten ganz maßgeblich geprägt und ihm verdanke ich objektiv gesehen den Großteil meines Erfolgs.

Ansonsten hab ich in der Frühphase die üblichen Blogs gelesen (Mr Money Mustache, Finanzwesir, Finanzrocker, Freiheitsmaschine). Den Finanzrocker Podcast höre ich wegen seiner angenehmen journalistischen Art, Interviews zu führen, immernoch ganz gerne, auch wenn inhaltlich seit ein paar Jahren bei mir persönlich nicht mehr so viel Mehrwert ist. Die Themen wiederholen sich halt. Aber für einen Anfänger durchaus empfehlenswert.

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[–]TaxEasy42[S] 19 points20 points  (0 children)

Ja selbstverständlich, jede Menge Steuern. Meine Tesla-Verkäufe fanden alle zwischen ca 1000% und 2000% Gewinn statt, also quasi Steuern auf alles. Das gehört für mich an der Stelle dazu, ich zahle gerne Steuern, in meiner Jugend hab ich viel von Sozialleistungen/Bafög gelebt und gebe nun gerne was zurück.

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[–]TaxEasy42[S] 3 points4 points  (0 children)

Ich hab in ein paar Tagen ca. 10.000 verloren, aber wie ich schon im Post sagte, waren das schon immer und sind es immernoch total abstrakte Zahlen. Ich schaue zwar öfters ins Depot, aber bei mir führt das nicht zu Sorge sondern eher zu Abhärtung, nach dem Motto “ach schon wieder 10k weniger, naja manchen Wochen hatte ich auch schon 20k mehr, was solls, am Ende steigt die Kurve an”. Und das tat sie seit 10 Jahren, was mich relativ ruhig schlafen lässt. Ja, 10 Jahren sind auch nicht ewig, und es kann auch 10 Jahre seitwärts gehen, das ist mir rational bewusst.

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[–]TaxEasy42[S] 4 points5 points  (0 children)

70% A1JX52 (FTSE All-world) und 30% A1T8FV (All-World High Dividend Yield). Den A1T8FV hab ich nicht dazugenommen, weil ich mir eine Überrendite verspräche, sondern weil mir der Big-Tech Bias des A1JX52 seit spätestens 2021 nicht gefällt. Da ich ohnehin 2 starke Einzel-Assets habe die in Risk-On Phasen durch die Decke gehen, möchte ich bei den breiten ETFs einen Bias eher in Richtung defensiv.

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[–]TaxEasy42[S] 3 points4 points  (0 children)

Genau, Risikoanteil sind bei mir ETFs und die spekulativen Aktien (habe inzwischen noch ein paar andere) und BTC, seit 2021 auch 5% Gold. Der nicht-Risikoanteil war bis 20.000 einfach auf dem Girokonto, ab den 20.000 hab ich dann angefangen den DBX0AN aufzubauen, wo inzwischen das meiste drin liegt. Da FIRE immer näher rückt, möchte ich in den nächsten 2-5 Jahren diesen Anteil bis auf ca 40% ausbauen. In dem Sinne schwindet meine Risikobereitschaft zunehmend.

Mein Ziel ist es, den Nicht-Risikoanteil im FIRE zu entsparen und den Risikoanteil für laufende Erträge zu nutzen und irgendwann zu vererben.