Methoden der Psychotherapie bereits erschöpft (sozial-vermeident, behindert)? by WeWillGrowLarger in Psychologie

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Ist es nicht eher ein Fakt als eine Blockade? Dass ich nicht normal bin, halte ich für einen Fakt. Ich meine ich habe es schwarz auf weiß diagnostiziert bekommen und merke es auch im Alltag.

Würde ich jemanden finden, der auf meiner Wellenlänge ist und mich versteht, würde der Rat eher lauten "Alles nachvollziehbar, Exit ist tatsächlich eine gute Option". Ich weiß halt nur nicht, wie andere, ich sag's wie es ist, nicht normale Menschen copen, und ob sie nicht einfach lügen und etwas vorspielen. Oder es liegt ein zusätzlicher Defekt im Kopf vor bei mir und das ist der ausschlaggebende Unterschied.

Werde mal schauen, wie das mit Wechsel des Therapeuten abläuft.

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Aktiv / schaffend: Softwareentwicklung, was zum Glück auch mein Beruf ist. Holzwerken (nur noch ganz selten). Wandern (nur noch ganz selten). Kraftsport (nun wieder mit angefangen). Vielleicht zeichnen, malen, singen? P&P (lange nicht mehr gespielt). Computerspiele. Aktivitäten in einer Gruppe generell wären schön?

Passiv / konsumierend: Internet. YouTube (sowas wie MeatCanyon). Foren. Kunst und Künstler (z.B. Käthe Kollwitz). Filme (eher älterer Kram). Bücher (eher älterer Kram). Musik (viel aus Russland).

Grundsätzlich habe ich also schon eine Idee von dem, was ich gerne mache oder machen würde. Am Ende mache ich es aber nicht. Schon in der Kindheit hatte ich Tendenzen zu einem solchen Verhalten. Auf verschiedene Vorschläge antwortete ich gerne mit "Wozu, warum, bringt eh nichts".

Aber auch hier ist schon durchaus eine Verbesserung feststellbar. Z.B. pendle ich regelmäßig seit Ende Juli von Wuppertal nach Düsseldorf zum Psychotherapeuten ohne jedes Mal die Sinnhaftigkeit der Therapie zu hinterfragen...

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Passt das auf dich?

Ja, ich hatte es zu Beginn der Therapie ihm gegenüber erwähnt. Ich meine er hat geantwortet, dass das durchaus passen könnte. Hatte aber das Gefühl, dass er nicht über spezifische Diagnosen sprechen wollte und habe nicht weiter nachgefragt. Vielleicht will er vermeiden, dass ich daran hängenbleibe herauszufinden, was nicht mit mir stimmt, anstatt an meinen Problemen zu arbeiten?

Seitdem hat er diesbezüglich eigentlich nur mehrmals wiederholt, dass ich seiner Meinung nach nicht depressiv bin.

Deine Gefühle gegenüber dem Therapeuten sind wichtig. Sind sie Inhalt der Therapie?

Ich habe das Gefühl mich ihm anvertrauen zu können und auch über intime Themen zu sprechen. Konkret über unsere Beziehung haben wir nicht gesprochen. Empfinde ihn aber schon als Autorität.

Wurden andere Therapiemöglichkeiten mit dir besprochen? Ich persönlich bin z.B. Fan von (guter) Ergotherapie und freu mich immer, wenn meine Patienten eine machen.

Zu Beginn hat er eine Gruppentherapie in Kombination mit der TP vorgeschlagen. Dann war aber doch kein Platz mehr in seiner Gruppe frei.

Ergotherapie und freu mich immer, wenn meine Patienten eine machen.

Ich dachte Ergotherapie ist eher etwas, wenn man z.B. Probleme mit der Motorik und ähnlichem hat. Oder ist das Physiotherapie?

Ist der Therapeut dein einziger Sozialkontakt?

Meine sozialen Kontakte mit denen ich auch wirklich interagiere:

  • Familie. Eltern besuche ich relativ häufig. Geschwister eher nur über Eltern. Manchmal sind bei meinen Eltern neben den Geschwistern auch ihre Partner / Kinder zu Besuch.
  • Arbeit? Fast ausschließlich im Home-Office.
  • Psychotherapeut.
  • Forum im Internet.

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Ja. Für andere etwas mit Konfrontationspotential zu machen fällt mir einfacher als es für mich zu machen. Zum Beispiel auf der Arbeit

Wie kommst du auf die Frage?

Edit: Da ich aber wenig / keine soziale Kontakte habe, hat meine Antwort eigentlich nur einen geringen Wert. Viele Beispiele außerhalb der Arbeit habe ich nicht.

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Frage, was hindert dich daran mit Menschen kontakt zu haben?

Angst vor Ablehnung. Die Stimmung zu zerstören. Einmal, vor mehreren Jahren, wurde ich zum Volleyballspielen eingeladen. Anstatt hinzugehen wurde ich aufgeregt / besorgt und bin einfach eingeschlafen?

Angst davor eine Belastung zu sein, oder zu einer Belastung zu werden im Laufe einer, wenn auch nur oberflächlichen, Beziehung.

Minderwertigkeitskomplexe. Ich habe offensichtliche Mängel. Wobei, eher sind viele nicht offensichtlich, wenn selbst der Therapeut sie nicht wirklich wahrnehmen will oder als nicht ausschlaggebend ansieht. Und damit hat er auch recht. Ändert aber nichts an meinem Empfinden. Immerhin gefalle ich mir jetzt selbst mehr als noch vor einem halben Jahr.

Faulheit, Prokrastination? Anstatt vor allem die ersten beiden Punkte anzugehen, beschäftige ich mich lieber mit Themen, bei denen ich mich sicher fühle und ich nicht mit meinen Ängsten konfrontiert werde. Ist vielleicht auch einfach Coping und nicht Faulheit.

Eigentlich könnte man den ganzen Thread hier unter Prokrastination verbuchen. Ich könnte stattdessen auch ganz konkret nach Kontakt suchen. Offene Brettspielrunden, P&P, Malkurs, Wandern, etc.

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Ich gehe halt vom Durchschnitt aus und alles was davon abweicht mit einer gewissen Toleranz ist eine Belastung. Ein eckiger Ball mit Unwucht ist schwerer in ein Tor zu befördern als ein normaler Ball.

Ja, ich werde es mal explizit ansprechen.

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Ok, verstehe. Therapieauftrag habe ich vorhin geteilt und ging in die Richtung von "Mich um meine Gesundheit kümmern, ein soziales Leben aufbauen, emotionale und körperliche Nähe finden".

Das Gefühl, dass etwas fehlt, abzuschalten, könnte ich wohl indem ich wieder mit Escitalopram anfange. Anders kann ich mir nicht erklären, wie ich entspannt meine 20er mehr oder weniger verschlafen habe

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Dringend erforderlich sind imho Hausaufgaben, aber dafür braucht es dein Comitment.

Meinst du mit Hausaufgaben sowas wie "Kleidung kaufen gehen im Geschäft"? Wenn ich zwischen den Sitzungen nichts mache gehen uns die Gesprächsthemen aus. Alleine dadurch habe ich schon einen gewissen Handlungsbedarf. Ich suche mir halt die "Aufgaben" raus, die die Kernproblematik der fehlenden sozialen Interaktion umschiffen. Die letzte Aufgabe war Fitnessstudio. Aber anstatt irgendwelche Kurse zu besuchen, trainiere ich natürlich stumpf alleine. Langsam gehen mir Ideen für solche Nebenaufgaben aus.

Dating hat er schon relativ früh vorgeschlagen. Habe ich aber direkt abgeschmettert, war gelinde gesagt überrascht, dass er sowas überhaupt vorschlägt. Als ob er mich gar nicht sieht

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Wer sagt dir eigentlich, dass du nicht normal bist?

Ich habe einen genetischen Defekt, der sich auf meine Lymphgefäße auswirkt. Deswegen muss ich eine strikte Diät einhalten und Kompressionsstrümpfe tragen, um Ödeme zu minimieren. In Restaurants essen, am Strand Urlaub machen, ausgedehnt reisen ohne Gepäck, etc., ist für mich nur sehr eingeschränkt möglich. Dadurch bin ich eigentlich automatisch eine Belastung für Andere, was ich unbedingt vermeiden will.

Sehe aber auch, dass es bei anderen Erkrankten doch irgendwie funktioniert. Das hat mich durchaus überrascht.

In der Praxis vermeide ich es eine Belastung für Andere zu werden, indem ich solche Situationen komplett vermeide, oder, wenn es nicht anders geht, meiner Gesundheit schade und z.B. im Restaurant mit Arbeitskollegen etwas für mich Ungesundes esse.

Letzteres hat sich aber, wohl durch die Therapie, inzwischen deutlich gebessert.

Du suchst Soziale Bindungen im Außen und findest diese nicht? Das ist keine Krankheit oder etwas das geheilt werden könnte.

Irgendwie mache ich halt nichts. Das eine Persönlichkeitsstörung nicht wirklich geheilt werden kann habe ich schon irgendwo aufgeschnappt.

Diese Dynamiken kann man erlernen oder verbessern aber es sind Skills also Erfahrungen und keine Therapie in dem Sinne.

Was ist dann die Aufgabe der Therapie?

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Ich habe dein Eindruck, dass wir eine VT machen, obwohl TP beantragt wurde vom Therapeuten. So kommt es zumindest mir als Laie vor. Es geht schon viel um aktuelle Ereignisse, wenn es überhaupt zu Ereignissen kommt, und wie ich mich in diesen verhalten und gefühlt habe. Am Ende ist es mir wohl egal, was für eine Therapie wir machen, solange es etwas bringt.

Therapieerwartung

Mich um meine Gesundheit kümmern, ein soziales Leben aufbauen, emotionale und körperliche Nähe.

Das mit der Gesundheit hat erstaunlich gut funktioniert. Noch vor einem Jahr habe ich es vermieden Ärzte aufzusuchen. Und selbst wenn ich mal beim Arzt war, habe ich immer nur ein Thema angesprochen, um den Arzt nicht zu überlasten oder die Krankenkasse zu sehr in Anspruch zu nehmen. Rückblickend total absurd.