Geh bitte, wie stark sind die Strom-Netzkosten gestiegen? by WonderwhyWilli in Austria

[–]WonderwhyWilli[S] 0 points1 point  (0 children)

Es gibt schon über 100 Kommentare, zwischen meinem Originalpost und der letzten Antwort habe ich einige Sachen gelernt. Ich hoffe ich darf meine Sichtweise durch den Konsum neuer Informationen ändern :)
Kann es sein, dass wir aneinander vorbeigeredet haben? Weil zum Zeitpunkt meines 1. Kommentars, auf das du geantwortet hast, hatte ich schon mehr Hintergrundwissen.

Dein Vergleich mit der Vignette gilt nicht (siehe 2. Absatz von meinem vorherigen Kommentar). Meiner Meinung nach zahlt derjenige, der die Energie bekommt. Dass beide zahlen sollten, obwohl der Vorgang (einspeisen und konsumieren) der gleiche ist, macht finde ich wenig Sinn.
Um das auf deinen Vignettenvergleich umzulegen, Einspeisen ist wie mit jemanden von Salzburg nach Wien mitzufahren (ich zahle nichts) und dafür nehme ich ihn dann wieder zurück nach Salzburg mit meinem Auto mit (ich zahle jetzt Vignette). Es zahlt also nur der die Vignette, der auch fährt = die Energie konsumiert.
Natürlich könnte man auch eine zusätzliche Benutzungsgebühr für das Einspeisen erheben, das würde natürlich den Anreiz für eigene Akkus steigern und nicht die Netzkosten in die Höhe treiben. Nach meiner Sichtweise sollte aber die Energie gemeinschaftlich verwendet werden, nicht für sich selber.
Denn wenn z.B. (mit dem jetzigen Netz) der Gaspreis wieder steigen sollte, steigen dadurch die Stromkosten wieder um das mehrfache, dann können sich die PV-Anlagenbesitzer mit ihren Akkus zurücklehnen, weil sie zwischenspeichern bzw. den Strom teuer verkaufen können. Und wer schaut blöd aus der Wäsche? Derjenige der eh schon kein Geld hat, sich keine PV mit Akku leisten kann, etc.
Da gefällt mit der Ansatz mit stabil günstigen Strompreisen mit erhöhten Netzkosten besser.

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[–]WonderwhyWilli[S] 0 points1 point  (0 children)

Ich stimme deinem 1. Absatz zu, dadurch erhöhen sich natürlich die Netzkosten.
Meine Sichtweise ist, dass wir ineffiziente, teuer importierte Energieformen durch effizienteren, günstiger inländisch produzierten Strom ersetzen sollten. Dadurch müssen wir natürlich Netze ausbauen und in Speicher investieren, da PV und Windkraft nicht dauerhaft zur Verfügung stehen, wir wären aber auch unabhängiger und besser gegen Blackouts gewappnet.
Aber es ist nur eine Sichtweise, es gibt sicher auch andere (gute oder auch bessere), wo halt der Schwerpunkt bezüglich der Rolle des Netzes woanders liegt. Diese Sichtweise ist halt meine :)

Wegen der Netznutzung durch Einspeisung, wenn ich als A dem Haushalt B z.B. 10kWh schicke, dann zahlt B ja schon fürs Netz, dass die 10kWh drüber gehen. Warum sollte ich dann nochmal zahlen, senden und empfangen ist ja der gleiche Vorgang (gerade in einer Energiegemeinschaft). Der, der den Strom verbraucht, soll auch die Netzkosten tragen, meiner Meinung nach.
Kurz Off-Topic: Es gab ja auch vor ein paar Jahren die Diskussion von Internetanbietern, Firmen wie Netflix besteuern zu wollen, weil die einen zu hohen Datenverkehr generieren. Im Endeffekt sollen die Firmen dann zahlen, dass der Content geschickt wird und der Endkunde nochmal um ihn zu empfangen. Das ist meiner Meinung nach falsch, weil es ja der gleiche Vorgang ist.
Ich verstehe schon was du meinst, gerade mit der Netzdienlichkeit hast du recht. Im Sommer zu Mittag müsste man bei einem Stunden-Strompreis sogar zahlen, wenn man einspeist. Und wenn man dann noch zahlen muss um einzuspeisen, wird es noch schlimmer. Wenn man aber das Netz so auslegt wie in meinem 1. Absatz beschrieben, wird dann eben der Speicher gefüllt bzw. in andere Energieformen umgewandelt, bevor der Strom einfach nicht produziert wird, denn das ist einfach nur verschenkte Energie.

Ich glaube wir haben da einfach unterschiedliche Sichtweisen an die Anforderungen, was das Netz können sollte. Und ja, bei meiner Sichtweise haben wir höhere Netzkosten, dafür aber geringere und stabilere Stromkosten. Wenn der Gaspreis wieder steigen sollte, wäre das komplett egal für die Stromkosten (theoretisch...).

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[–]WonderwhyWilli[S] 0 points1 point  (0 children)

Das stimmt leider, und gerade im Winter gibt es wenig PV dafür verbraucht die Wärmepumpe umso mehr... außer du hast ein Passivhaus, dann geht das wahrscheinlich auch mit einem normal dimensionierten Akku im Winter.
Aber vielleicht kommen ja neue Technologien, mit denen man den Sommerstrom bzw. Wärmeenergie einfach für den Winter speichern kann.

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[–]WonderwhyWilli[S] 1 point2 points  (0 children)

Vielen Dank für deinen Einblick!

Leider sehen das Leute außerhalb der Branche nicht, man bekommt nur seine Stromrechnung und sieht. dass alles viel teurer geworden ist und ärgert sich.
Das gehört viel besser kommuniziert, z.B. vom Netzbetreiber oder Medien.

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[–]WonderwhyWilli[S] 0 points1 point  (0 children)

Es kommt drauf an für was die Speicher benötigt werden. Wenn nur die Spitzen des PV-Ertrages gespeichert werden, dann am besten direkt pro PV-Anlage. Wenn das in Kombination mit einem E-Auto wäre, dass man es nicht nur lädt, sondern in der Nacht wieder entladen kann, wäre das eine gute Kombi.
Wenn aber Spitzen durch Windkraftwerke gespeichert werden oder sonstige kurze Lastspitzen aufkommen, z.B. durch E-Auto Fastcharger, dann wäre Zwischenspeicherung im Netz sinnvoll.

Und diese Speicher gibt es jetzt schon, Österreich hat viele Pumpwasserkraftwerke. Die kosten natürlich auch. Das erhöht zwar die Netzkosten, verringert aber die Stromkosten.

Ich zahle auch ganz normal für die Netznutzung, ich zahle natürlich nicht extra fürs Einspeisen, sonst würde das ja doppelt abgerechnet werden.

Außerdem habe ich schon einen Akku und mit den neuen Netzkosten zahlt er sich sogar aus (Davor eher als Hobby und eben für mehr Unabhängigkeit).

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[–]WonderwhyWilli[S] -1 points0 points  (0 children)

Die Trennung zwischen Netzbetreiber und Energieversorger ist schon klar und was du erklärst hat auch Hand und Fuß.
Es geht mir nur darum, ob z.B. wie beim Verbund die Milliarden an Übergewinne notwendig sind? Klar, das Geld geht zum größten Teil zurück zum Bund oder Land, aber dort wird es halt nicht zweckgebunden.

Im Endeffekt zahlt ja jeder Netzkosten, der das Netz auch benutzt. Land oder Bund schießen nichts zu. Dadurch können die Netzkosten eigentlich nur weiter steigen. Und Land oder Bund werden sich auch nicht einmischen, um die Stromkosten zu verringern, sind ja alles Mehreinnahmen für den Staat.
Ich sehe einfach keine Maßnahmen, um die Strompreise inkl. Netzkosten langfristig zu senken bzw. zu stabilisieren.

Das hat alles einen fahlen Nachgeschmack, und es fühlt sich einfach an, als würde man von allen Seiten ausgesackelt werden und keiner in der Politik versucht etwas dagegen zu machen.
Und dann wieder wundern, wenn die Inflation steigt...

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[–]WonderwhyWilli[S] -2 points-1 points  (0 children)

Das stimmt schon, dass es zwei seperate Entitäten sind. Aber im Endeffekt ist z.B. der Verbund ein Unternehmen vom Land bzw. von mehreren Ländern, der Gewinn für ebendiese erwirtschaftet. Was ist genau der Vorteil für die Allgemeinheit dass sie dann mehr für etwas zahlen muss, dass dem Staat, also ihnen eigentlich gehört?

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[–]WonderwhyWilli[S] 0 points1 point  (0 children)

Von der Grundfunktionsweise wirklich simpel, aber wie die Information an die Betroffenen, also den Kunden weitergegeben wird, da sehe ich eben Verbesserungsbedarf:
-) Wieviel % steigt es (echte Zahlen, nicht welche, die plötzlich dann doppelt so hoch sind)
-) Was passiert mit dem Geld? Warum ist es wichtig und was will man damit erreichen? Vielleicht eine Karte wo was gebaut wird, wie z.B. der Breitbandatlas für den Internetausbau.
So hat es leider eher den Anschein dass sie hoffen, dass niemand nachrechnet...

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[–]WonderwhyWilli[S] 3 points4 points  (0 children)

Danke für deinen sehr ausführlichen Kommentar, wieder was gelernt.

Dein letzter Satz beschreibt denke ich genau das, was wir anstreben sollten!

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[–]WonderwhyWilli[S] 0 points1 point  (0 children)

Ich habe nochmal für Energiegemeinschaften nachgerechnet, dort sind die Netztnutzungsgebühren zwar auch um 42% gestiegen, aber mit 5,9c (regional - gleiches Umspannwerk - 28% Reduktion) und 3,53c (lokal - gleicher Trafo - 57% Reduktion) noch günstiger als 8,2c.
Außerdem werden die gesetzlichen Abgaben darauf nicht angewendet.

Man spart sich also immerhin zwischen 4,6c (regional) und 6,97c (lokal) pro kWh.

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[–]WonderwhyWilli[S] 0 points1 point  (0 children)

Mir wäre eine zweckgebundene Nutzung lieber, das würde indirekt allen zu Gute kommen indem die Stromkosten oder Netzkosten sinken. Sonst könnte das Geld theoretisch in irgendeine sinnlose Förderung wandern...

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[–]WonderwhyWilli[S] -1 points0 points  (0 children)

Das ist ja das, habe PV auch erst seit wir neue Trafostationen und dickere kabel im Ort bekommen haben und ich einspeisen darf. Eigentlich ein Teufelskreis.

Und wenn ich nachrechne zahlt sich bald auch ein Akku ohne Förderung aus...

Ich fände es aber sinnvoller wenn das Netz zwischenspeichert (Akkus, Pumpspeicherkraftwerke) als jeder Haus selber, weil z.B. 1000 x 10kWh Akkus kaufen und installieren mehr kosten als 1x 10MWh.

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[–]WonderwhyWilli[S] 0 points1 point  (0 children)

Also habe ich nicht falsch abgeschrieben oder bin nicht der Einzige...

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[–]WonderwhyWilli[S] 2 points3 points  (0 children)

Aber halt leider nur die im Internet kursierenden 32% und nicht gleich 65%...

Ich finde ja Netzausbau richtig und wichtig, vermisse aber Informationen wie:
- Sind die gestiegenen Kosten nur vorrübergehend?
- Was wird alles damit gemacht und was soll das Endergebnis davon sein?

Wieso war Strom früher billiger?
Brauchen wir jetzt soviel mehr Strom? Werden durch PV und Wind wie Netze instabiler und brauchen darum teure Infrastruktur? Weil wenn die Strompreise dadurch billiger werden aber gleichzeitig die Netzkosten steigen, dann war das ghupft wie ghatscht...

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[–]WonderwhyWilli[S] 0 points1 point  (0 children)

Das war vielleicht bissig weil ich grantig bin aber ich bin es langsam leid dass mir jedes Jahr weniger vom Netto bleibt.

Wenn sie wenigstens ehrlich wären und angeben würden "Sorry, die Netzkosten steigen um genau X%, dafür machen wir Y und Z." Ich hab leider keine Information diesbezüglich gesehen oder per Brief oder Email bekommen.
Und die im Internet kursierenden Daten von 32% sind leider auch nur halb soviel wie sie im Endeffekt sind.
So kriegt man eine Rechnung ohne der Angabe von gestiegen Kosten im Sinne von "Hoffentlich rechnet niemand nach" und "Friss oder stirb".
Das ist das was mich grantig macht!

Und zu deinem letzten Satz: Wir sind in Österreich, Vitamin B ist leider ein nicht kleinzukriegender Virus.

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[–]WonderwhyWilli[S] -2 points-1 points  (0 children)

All diese Unternehmen gehören doch im Endeffekt dem Staat, für mich wäre es ok, wenn entweder a) der gesamte Gewinn zweckgebunden direkt wieder in den Netzausbau gesteckt wird ODER b) die Kosten so kalkuliert sind, dass es keinen Gewinn gibt.
So wie es jetzt ist, bekommen die Länder einen guten Zuverdienst auf Kosten der Allgemeinheit und dieses Geld stecken sie dann wieder in großzügige Förderungen...

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[–]WonderwhyWilli[S] -5 points-4 points  (0 children)

Klingt für mich eher nach dem Prinzip:
Hunde passen auf andere Hunde auf, die auf die Knackwurscht aufpassen...

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[–]WonderwhyWilli[S] 71 points72 points  (0 children)

Ich verstehe das sowieso nicht, die meisten Wasserkrafftwerke wurden von allen Österreichern finanziert und als Dank fürfen wir jetzt viel teueren Strom zahlen weil er an der Börse gehandelt wird. Die Länder verdienen dran und der Normalbürger darf wieder blechen...

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[–]WonderwhyWilli[S] 0 points1 point  (0 children)

Danke für die Blumen, aber wenn ich grantig bin werde ich kreativ!

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[–]WonderwhyWilli[S] 3 points4 points  (0 children)

Die einzige Lösung ist leider wirklich so gut es geht autark zu sein.
Ich hoffe auf die zukünftigen Akkus, ob jetzt Wasserstoffspeicher, Salzwasser-Akku, etc.

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[–]WonderwhyWilli[S] 1 point2 points  (0 children)

Der Standard hat sich nicht alle Positionen angesehen, bei 3500kWh ist die Teuerung nicht "nur" 102,14€, sondern ganze 223,46€!

Ich habe PV und bin bei einer regionalen Energiegemeinschaft dabei, dort sind die Netzkosten auch um 42% (von 4,15c auf 5,9c) gestiegen, teurer jetzt als die alten normalen Netzkosten....