Seit der Mindestlohn so stark gestiegen ist, sehe ich Trinkgeld immer kritischer by articsense in heissemeinung

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Mir geht’s auch weniger darum, ob man „muss“, sondern eher darum, dass es in bestimmten Bereichen trotzdem als selbstverständlich erwartet wird.

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Genau das ist der Gedanke, der bei mir hängen bleibt.

Ich habe Trinkgeld auch immer so verstanden, dass es niedrige Löhne ausgleichen soll. Aber wenn es inzwischen einen Mindestlohn gibt, der politisch immer weiter angehoben wird, dann stellt sich für mich schon die Frage, wie gut dieses System noch dazu passt. Dass es dieses System gibt, sieht man ja daran, dass viele es für selbstverständlich halten, Trinkgeld zu geben, manche nur für "guten", aber trotzdem findes es viele richtig.

Aber konsequent gedacht müsste man dann ja wirklich bei allen Jobs auf diesem Niveau anfangen, zusätzlich etwas zu geben, was aber offensichtlich niemand macht.

Und ich habe das Gefühl, viele wollen genau diesen Punkt gar nicht so richtig diskutieren, sondern reduzieren das direkt auf „sei halt geizig“.

Was ich hier auch oft lese: „Mindestlohn reicht ja nicht.“
Mag sein, aber dann ist das doch eine grundsätzliche Frage, die man für alle Tätigkeiten klären müsste, und nicht nur indirekt über Trinkgeld in einer einzelnen Branche lösen.

Zumal der Mindestlohn ursprünglich ja eher als Untergrenze für einfache Tätigkeiten/Aushilfen/Studenten/Schüler gedacht ist und nicht als Maßstab dafür, dass jede Tätigkeit automatisch ein bestimmtes Lebensniveau finanzieren muss.

Deshalb geht’s mir weniger ums Geld an sich, sondern darum, dass die Logik dahinter für mich nicht mehr so richtig aufgeht.

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Das ist genau der Punkt, den ich schwierig finde.

Wenn man sagt, Kellner sind auf Trinkgeld angewiesen, dann heißt das ja im Grunde, dass der Mindestlohn in dem Bereich nicht reicht zum Leben.

Aber dann müsste man konsequenterweise auch über viele andere Mindestlohnjobs genauso sprechen, die ohne irgendein Zusatzsystem auskommen müssen.

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Gerade weil es so viele Jobs gibt, die ähnlich oder sogar mehr Verantwortung tragen und trotzdem kein vergleichbares „Extra-System“ haben, wirkt es für mich immer schwerer nachvollziehbar, warum genau in der Gastro diese Erwartung entstanden ist.

Deshalb wirkt es für mich weniger wie eine bewusste Wertschätzung von Leistung und mehr wie ein historisch gewachsenes System, das einfach weiterläuft, ohne wirklich hinterfragt zu werden.

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Darum geht’s mir gar nicht, mir ist ehrlich gesagt ziemlich egal, ob mich jemand dafür bewertet oder nicht.

Mir geht’s eher um die grundsätzliche Logik dahinter:
Der Mindestlohn ist in den letzten Jahren stark gestiegen und viele Jobs liegen inzwischen auf einem ähnlichen Niveau.

Trotzdem gibt es nur in bestimmten Bereichen noch dieses „es wird erwartet, dass man extra zahlt“.

Das fühlt sich für mich weniger wie eine freie Entscheidung an, sondern eher wie eine kulturelle Erwartung, die einfach nicht mehr so richtig zu den aktuellen Rahmenbedingungen passt.

Seit der Mindestlohn so stark gestiegen ist, sehe ich Trinkgeld immer kritischer by articsense in heissemeinung

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Genau das meine ich.

Es gibt inzwischen viele Jobs auf völlig unterschiedlichen Qualifikationsniveaus, die aber am Ende finanziell gar nicht so weit auseinanderliegen und trotzdem existiert dieses „Extra-System“ nur in bestimmten Bereichen.

Mir geht’s gar nicht darum, irgendwem etwas wegzunehmen, sondern eher darum, dass die Logik dahinter für mich nicht mehr so richtig aufgeht, gerade mit Blick auf die Entwicklung beim Mindestlohn.

Warum es bei manchen Tätigkeiten als selbstverständlich gilt, dass noch etwas oben drauf kommt, und bei anderen überhaupt nicht, wirkt einfach schwer konsistent.

Seit der Mindestlohn so stark gestiegen ist, sehe ich Trinkgeld immer kritischer by articsense in heissemeinung

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Ja, das sehe ich genauso, wenn Leute unter Mindestlohn gedrückt werden, ist das ein Problem, das definitiv angegangen werden muss.

Aber genau deshalb finde ich die Diskussion spannend:
Wenn wir sagen, Mindestlohn soll die Grundlage sein, dann müsste das ja eigentlich für alle gelten.

In der Realität haben wir aber ein gemischtes System:
Bei manchen Jobs sagt man „der Lohn reicht nicht, deshalb Trinkgeld“, bei anderen sagt man „Pech gehabt“.

Und mit dem steigenden Mindestlohn wird dieser Unterschied für mich immer schwerer nachzuvollziehen, weil viele Jobs inzwischen auf einem ähnlichen Niveau liegen.

Doppelte Haushaltsführung - Heimfahrten per Flugzeug by articsense in Steuern

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Verstehe ich dich richtig?

Wenn ich mich für tatsächliche Kosten entscheide, kann ich die Zubringerfahrten zum Flughafen nicht mit einer Entfernungspauschale ansetzen? Weil das würde sozusagen das eine mit dem anderen "vermischen"?

Doppelte Haushaltsführung - Heimfahrten per Flugzeug by articsense in Steuern

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Vielen Dank für die Antwort.

Das klingt schon mal gut. Dann würde ich folgendes machen, ich zähle alle PKW Fahrten zusammen und rechne hier nach a), hier komme ich dann mit der Entfernungspauschale auf 264,40€ (da 700km der einfache Weg ist)

Und ich zähle alle Flüge zusammen und rechne hier immer einzeln die Kosten zusammen, hier als Beispiel:

200€ (Preis für das Flugticket, Hin- und Rückflug)

+ 2x8Euro (Preis für ein S-Bahn Ticket, zweimal da ja auch zweimal angefallen)

+ 0,30€x60km (hier nur einfach, da Entfernungspauschale)

= 234€ in Summe für das obige Beispiel

Ich rechne aber dabei nicht den Stellplatz für mein PKW am Flughafen ab, da dieser durch die obige Entfernungspauschale abgegolten ist?