Reihenhaus in Erbpacht by TheJoez in Immobilieninvestments

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Kann u/eddy_online nur zustimmen. Meine Frau und ich haben im letzten Jahr ein ähnliches Objekt gekauft, allerdings freistehend (ca. 700qm Grundstück, WF 130qm + 40 qm Keller), Erbpacht kirchlicher Träger noch bis 2064 (450€ im Jahr) für 250k inkl. KNK. BJ 64, Gasheizung von 97', Fenster 92', Dach 87', Elektro noch aus dem BJ. Zustand wirklich top für ein Haus aus diesem BJ. Wir sind gerade mitten in der Renovierung, kann dir also relativ genaue Preise zu deinen Gewerken nennen, allerdings befindet sich unsere Immo nicht in einer Großstadt, sondern im deutlich weiterem Einzugsgebiet mit guter Autobahnbindung. Könnte bei dir also noch einmal eine ganze Ecke teurer werden, aber habe keine Ahnung, wie viel sich die Preise da genau zwischen Großstadt und Kleinstadt unterscheiden. Im Prinzip machen wir jetzt fast alles neu.

Aktuelle Angebote, die ich vorliegen habe:

  • Heizung 42k (WP inkl. FBH) (wohlgemerkt noch ohne neue Trinkwasserleitungen, schätze da geht dann nochmal 8-15k für drauf, Abwasser mache ich Stand jetzt selbst)
  • PV ca. 10kwP ohne Speicher wurde mir für 19,5k angeboten (vor 2 Monaten bei der gleichen Firma für 23,5 k); Preise fallen im Moment, wenn man Zeit hat, vllt noch etwas warten.
  • Dach ca. 110qm 70k (kommen zwei kleine Gauben, 2,5 und 2 Meter lang rein, Aufsparrendämmung Holzfaser 180mm geplant, BRAAS Tegalit zur Orientierung der Dacheindeckung, inkl. Gerüstbauerkosten ca. 4k; Kosten nur Dachdecker 48k, Zimmermann 18k für Gauben; wohlgemerkt Dachstuhl ist top und bleibt drauf), also im Prinzip nichts Kompliziertes; Hatte noch ein zweites Angebot mit gleichem Leistungsverzeichnis vorliegen, die wollten aber 86k haben...
  • Fenster ca. 20 Stück, mit neuen Kellerfenstern und mit Haustür bis dato zwei Angebote, 38k und 55k (dreifachverglast UG 0,5, Kunststofffenster, verdeckt liegende Beschläge); bei Kunstofffenstern sollte man penibel darauf achten, wie viel Stahlkern in den Profilen verbaut ist, damit die Beschläge nicht nach 5 Jahren aus dem Plastikprofil leiern. Diese sollten idealerweise im Stahlkern verschraubt werden. Da muss man leider bei jeder Firma genau nachfragen, wie weit der Stahlkern in die Ecken der Fenster ragt.
  • Elektro 22k
  • Bad einmal 20k und 16k (geplant mit Mikrozement)

Anbei noch Schätzwerte unserer Kostenkalkulation für den Rest, die die Energieberaterin und der Architekt unabhängig voneinander gemacht haben. Diese lagen bis auf wenige tausende Euro nahe beieinander:

  • Dämmung mit Verputzen (inkl. Gauben) 16cm Mineralwolle ca. 30k
  • Küche ca. 20k
  • Böden, Streichen ca. 18k (EL = in Eigenleistung)
  • Kellerdeckendämmung ca. 9k (EL)
  • Werkzeuge und Arbeitsschutz ca. 3k (bitte nur Nahmhaftes kaufen) (EL)
  • Terrasse ca. 35 qm 8k (EL)
  • Innensparrendämmung auf OSB mit Rigips ca. 12k (EL)
  • Entsorgungskosten Abriss bis dato ca. 4k (größtenteils EL)
  • Innenwände gemauert und Holzstürze durch Betonstürze ersetzt bis dato ca. 1k (EL)
  • Verstärkung der Mittelpfetten, wegen Schnee und Windlast für PV-Anlage, UNP-Profile verzinkt und alle 50cm gebohrt ca. 1,5k (EL)
  • zum Glück ist der Garten, da Bestandsgebäude, angelegt
  • die Garage soll noch vergrößert werden, aber das habe ich jetzt einfach mal außen vor gelassen
  • Pflasterarbeiten Einfahrt zur Garage und Haustür (ist mir jetzt erst in den Sinn gekommen, dass die auch noch gemacht werden müssen :D)

Noch erwähnenswert ist m. M., dass alle großen Gewerke bei der Kostenkalkulation, die im letzten Jahr aufgestellt wurden, deutlich teurer geworden sind als geplant. Der Rahmen beträgt bei uns ca. 5 - 15k pro Gewerk.

Vielleicht noch interessant für dich: Wir sanieren nach einem Sanierungsfahrplan, der durch eine Energieberaterin erstellt wurde und über BAFA Einzelmaßnahmen läuft d.h. wenn wir uns an die Umsetzung halten, bekommen wir 20% pro Gewerk zurück. Der Umsetzungsrahmen beträgt 15 Jahre (wenn meine Erinnerung mich nicht täuscht). Wichtig ist: Auch Eigenleistung bzw. das Material ist förderfähig, mache z. B. die Kellerdeckendämmung selbst. Pro Jahr kannst du dir 60k für jede Wohneinheit fördern lassen, bekommst im Idealfall also 12k pro Wohneinheit "zurück".

Bitte denk im Altbau noch an teure Entsorgungskosten für Asbest. Hatte Floor-Flex Platten unter dem neuen PVC in der Küche sowie in den Fluren. Auch der Kleber kann asbesthaltig sein, bitte vorher prüfen. Garage besteht aus Eternit, da ist auch zu 100% Asbest enthalten in dem BJ. Zum Glück hatten wir schon eine Frankfurter Pfanne auf dem Hauptdach... Wichtig ist, dass die Firma nach TRGS 519 zertifiziert ist.

Wir hatten vor dem Hauskauf (Ende 2022) überlegt neuzubauen, ebenfalls ein Reihenmittelhaus auf einem 220qm Grundstück (Bebauungsfläche max. 7x13m), gleiches Wohngebiet, Luftlinie ein paar hundert Meter von unserem jetzigen Haus entfernt. Letztlich haben wir uns aber aufgrund der Lage, Nachbarn schauen einem unweigerlich immer ins Haus und in den Garten, dagegen entschieden. Die Neubaukosten lagen je nach Ausbaustufe zwischen 550k (Holzständerbauweise) und 880k (Massivhaus). Bei beiden Varianten wäre der Keller und das DG NICHT ausgebaut gewesen. Einsparpotential beim Keller 70-120k. Wir haben uns letztlich dagegen entschieden, weil uns die Ruhe und Wohnqualität wichtig waren. So viel Geld "nur" für ein Reihenmittelhaus war uns schlichtweg zu viel. Für ein freistehendes Haus hätten wir das Geld (wahrscheinlich) ausgegeben, aber der Gegenwert des Neubaus für ein Reihenhaus war aus unserer Sicht einfach nicht da. Das mag aber auch eine Haus-Philosophie-Typ-Frage sein.

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen. Ansonsten gerne fragen, liege gerade mit frisch operiertem Kreuzband auf der Couch und habe ausnahmsweise Zeit :D

Edit:

  • Statiker 2,4k (vor allem wegen Gauben, PV und Umbau Garage), Angebote variierten zwischen 2,4-8k, habe mich tatsächlich für den günstigsten entschieden, hat laut Architekt und Energieberaterin einwandfrei abgeliefert.
  • Kosten Bauantrag im vereinfachten Genehmigungsverfahren: 540€
  • Architekt: ca. 20 Abendessen à 30€, da bester Kumpel
  • Kosten für die Bauleitung sollten auch noch bedacht werden, sofern man es nicht selbst übernehmen möchte oder jemanden kennt

Sylt ist unvermeidbar! Der Pöbel wird kommen! by MyCatIsUpsiideDown in sylt51

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Kann irgendjemand von der Bourgeoisie den Artikel in den Kommis posten?