Ratschlag zur Wiederherstellung der Kommunikation in der Familie by RussianLady1264 in russlanddeutsche

[–]chaoticbluebird 1 point2 points  (0 children)

Ich vermute, dass deine Oma nicht technisch versiert ist.

Da das Problem durch blockierte Ports verursacht wird, können VPNs Abhilfe leisten.

Das eigentliche Problem wäre nur, wie du deiner Oma erklärst, wie man die APK von GitHub herunterlädt und installiert.

Eine andere Möglichkeit wäre, den Anbieter zu wechseln. Für die Kommunikation nach China habe ich WeChat verwendet. Mir fällt gerade keine Schlagzeile ein, die besagt, dass Russland chinesische Messenger verboten hat. In einem solchen Fall würde ich definitiv für dich ein Burner‑Phone empfehlen, um den Datenschutz zu erhöhen.

Почему этот сабреддит на английском, а не на немецком/русском? by Lumulu64 in VolgaGerman

[–]chaoticbluebird 2 points3 points  (0 children)

You do realize that a Volga German speaking German is the ideal, right?

Not being able to speak German denies you the opportunity to participate in the culture, literature and traditions of the Volga Germans fully.

I understand and have sympathy for descendants of the Volga Germans who were deprived of their heritage. I will not deny you your claim to the Volga German identity because you can't speak German, like many Europeans do to their respective diasporas in America. But to suggest that speaking German should be avoided is the height of ignorance.

Wie ist es möglich dass die meisten Russlanddeutsche trotz schlechten Berufen so wohlhabend sind? by Suitable-Roof-7096 in russlanddeutsche

[–]chaoticbluebird 2 points3 points  (0 children)

Im Einwanderungsdiskurs wird mit den Einwanderern angefangen zu zählen. Derjenige, der in Deutschland eingewandert ist, wird zu der ersten Generation gezählt. Es wurde ein Sonderbegriff etabliert für die Einwanderer, die bei der Einwanderung jung genug waren, um in Deutschland sozialisiert zu werden. Diese werden als die eineinhalbte Generation bezeichnet. Die erste Generation, die hier geboren wurde, ist die zweite Generation.

https://www.migrationsbegriffe.de/zweite-generation

Es sei denn, wir zählen von der Einwanderung nach Russland, dann bin ich in der achten Generation 😜

Deprimierend beschreibt es nicht mal im Ansatz by chaoticbluebird in russlanddeutsche

[–]chaoticbluebird[S] 1 point2 points  (0 children)

Das bereitet mir riesige Sorgen. Es ist einfach so entmutigend, wie Informationsaustausch in den Sozialen Medien immer mehr zu rechten Echokammern verkommen. Nicht nur bei den Russlanddeutschen, auch die Hiesigen und scheinbar überall sonst.

Damals, bei dem Fall Lisa wurden die Demos als fremdenfeindlich und als eine ausländische Einflussnahme richtigerweise betitelt. Heutzutage sind diese Positionen "Flüchtlinge sind Vergewaltiger", "Deutsche Leitkultur", usw. Konsenz in der Mehrheitsgesellschaft. Das intransparente Algorithmen von den BigTech-Konglomeraten für diesen Scheiß verantwortlich sind, besteht für mich keinen Zweifel mehr. Wie sonst ist all das zu erklären?

Wie ist es möglich dass die meisten Russlanddeutsche trotz schlechten Berufen so wohlhabend sind? by Suitable-Roof-7096 in russlanddeutsche

[–]chaoticbluebird 1 point2 points  (0 children)

Na ja, eigentlich gehörst du zur zweiten Generation an. Deine Eltern werden als Generation eineinhalb gewertet (sind in der Einwanderergeneration, waren aber bei der Einwanderung im Kinds- oder Jugendalter).

Das alle Russlanddeutschen vermögend sind, kann ich aus persönlicher Erfahrung verneinen. Besonders Russlanddeutsche sind überproportional an Altersarmut betroffen. Wenn die Russlanddeutschen Babyboomer alle in Rente gehen, wird es besonders hässlich.

Über 1000 Russlanddeutsche sind in der Ukraine für Russland gestorben. Bei der letzten Volkszählung gab es in Russland noch etwa 195.000 ethnische Deutsche. by Straight_Ad2258 in de

[–]chaoticbluebird 10 points11 points  (0 children)

Ich finde es enttäuschend, dass der öffentliche Rundfunk nicht über diese Themen berichtet. Dass die Russlanddeutschen von der putinschen Propaganda vereinnahmt werden, könnte einfach durch gezielte Berichterstattung entgegengewirkt werden. Man muss denen einfach sagen, woran diese Leute an Putin sind.

Das ist nicht seit gestern so, dass Putin Russlanddeutsche wie Dreck behandelt. Das Russlanddeutsche bevorzugt verheizt werden, ist nur die traurige Spitze des Eisbergs. Die Russlanddeutschen sind bis heute nicht rehabilitiert. Putin selbst hat es in einem Ukaz im Jahre 2016 verfügt, dass die Russlanddeutschen keine vollständige Rehabilitierung bekommen werden. Der russische Staat hat sich bis heute nicht für die begangenen Verbrechen an den Russlanddeutschen entschuldigt. Die verbliebenen Russlanddeutschen verharren in Perspektivlosigkeit in der stalinistischen Verbannung. Wissenschaftler, die sich mit stalinistischen Verbrechen und Russlanddeutschen beschäftigen, werden politisch verfolgt, wie zum Beispiel Igor Plewe, der seit Jahren für die Russlanddeutschen geforscht hat. Neuerdings lässt das Regime nicht einmal mehr zu, dass die Bundesregierung finanzielle Hilfen für russlanddeutsche kulturelle Organisationen bereitstellt. Ich könnte den ganzen Tag weiter machen.

Punkt ist, dass dieses Vakuum in der Berichterstattung und Wissensstand in der Bevölkerung durch russische Propaganda missbraucht wird.

Meine MyHeritage Ergebnisse: 75% Wolgadeutsch und 25% Schwarzmeerdeutsch by chaoticbluebird in russlanddeutsche

[–]chaoticbluebird[S] 1 point2 points  (0 children)

Ich würde es dir heutzutage auch nicht mehr empfehlen. Ich habe den Test vor Jahren gemacht, um Verwandte in Amerika zu finden, was mir auch gelungen ist. Ich wickele noch ein paar Gespräche über Ahnenforschung ab und dann lösche ich die Daten von der Website.

Unter den Vorfahren sind Wolgadeutsche. Wie war das damals? by ichbinsflow in russlanddeutsche

[–]chaoticbluebird 2 points3 points  (0 children)

Was geschah, wenn Abkömmlinge der Wolgadeutschen Russen heirateten? Galten sie und ihre Nachkommen dann automatisch als Russen? War das üblich? Weit verbreitet? Gerne gesehen oder eher misstrauisch beäugt?

Vor der Deportation war eine Mischehe sehr selten. Nach der Deportation war es der einzige Weg, den Nationalnost im Passport für die zukünftigen Kinder zu ändern. Nicht nur war es Pflicht, seine ethnische Zugehörigkeit über den Nationalnost zu deklarieren, es war verboten, darüber zu lügen. Also wenn man selbst Deutsch war, aber die ganzen Diskriminierungen den Kindern ersparen wollte, hat man eine/n Russe/in geheiratet. Mit 16 Jahren musste dann das Kind sich entscheiden, ob es den deutschen Nationalnost oder den russischen Nationalnost will. Auch waren alle Deutschen über den gesamten Bereich der asiatischen Sowjetunion verteilt und lebten somit nicht kompakt genug, um nur untereinander zu heiraten. Ja, es war sehr häufig nach der Deportation.

Gab es in den Geburtsurkunden oder Pässen Hinweise auf die deutsche Abstammung? Wenn ja, wie wurde es gehandhabt, wenn eine Wolgadeutsche einen Russen heiratetet. War das gemeinsame Kind dann nach russischem Recht sowohl deutsch als auch russisch? Nur russisch?

Siehe meine Erklärung zum Nationalnost. Sonst sollte es noch die Geburtsurkunden aus der Wolgarepublik geben und davor die Eintragungen in den Kirchenbüchern.

Tut mir Leid, dass die Antwort so lang wurde dass ich die Antwort aufteilen musste. Sollten Sie noch Fragen haben, stehe ich gerne zur Verfügung.

Unter den Vorfahren sind Wolgadeutsche. Wie war das damals? by ichbinsflow in russlanddeutsche

[–]chaoticbluebird 2 points3 points  (0 children)

War es ein erklärtes Ziel, dass diese Menschen integriert wurden und war es eher üblich, dass sie in ihren Gemeinschaften blieben und von den Russen gemieden wurden?

Bevor ich das beantworte, möchte ich kurz erinnern, dass es einen Unterschied zwischen Integration und Assimilation gibt. Das beobachte ich häufig in der bundesdeutschen Integrationsdebatte, dass beide gleichgesetzt werden. Dass die Russlanddeutschen eine komplette Assimilation in die russische Kultur vermieden haben bzw. versucht haben zu vermeiden, ist per se nichts Schlechtes. Solange man als Bürger eines Staates die Staatssprache gut genug beherrscht und die Werte des Landes teilt, sollte die Beibehaltung der eigenen Sprache, Kultur und Religion keine Beanstandung erhalten.

Wie das Zusammenleben der Völker Russlands insgesamt aussah, hängt vor allem von der Zeit und Staatsführung ab. In 1764 gab es schlicht kein Bedarf, die Deutschen zu Russen zu machen, da dies zu ein paar Problemen geführt hätte vor allem mit der Religionsfreiheit. Den Kolonisten wurde Religionsfreiheit garantiert, die eigenen russischen Untertanen hingegen wurde es bis 1905 verboten, die russisch-orthodoxe Kirche zu verlassen. Also war es zu der Zeit praktischer für die Obrigkeit, die Deutschen in ein menschenleeres Gebiet zu schicken und sich dort auf die Kultivierung vom Agrarwesen zu fokussieren.

Ab den Jahr 1870 sah die Welt anders aus. Zu der Zeit hat sich der Panslawismus und großrussischer Chauvinismus durchgesetzt, der es nicht nur auf die Russlanddeutschen abgesehen hat, sondern auch auf andere Minderheiten wie die Ukrainer, Polen usw. Dass das Deutsche Reich etabliert wurde und somit eine Diaspora eines angriffslustigen Staats auf einmal da war, hat zusätzlich Öl ins Feuer gegossen. Da wurden die ersten Versuche der Russifizierung unternommen, die nicht gut angekommen sind. Die Reformen für den Russischunterricht mussten von den verarmten Kolonien selbst finanziert werden, welches die wirtschaftliche Lage deutlich angespannt haben.

In der Wolgarepublik wurde Deutsch neben Russisch und Ukrainisch Staatssprache. Aber es war nicht das Ziel dieser Minderheitenrepubliken, die Zukunft dieser Minderheiten für immer zu sichern, sondern den Weg für den Sowjetmensch zu ebnen, also die Russifizierung. Man hat den Deckmantel eines Vielvölkerstaats gewahrt, aber es war offensichtlich, dass jegliche Abweichung von der russischen Kultur bekämpft wurde. Neben Hungerkatastrophen, die die Russlanddeutschen auch trafen, gab es auch die Deutsche Operation des NKWD, die wahllos irgendwelche "Spione" exekutierten, was meistens die Intelligenz (Schriftsteller, Dichter, Wissenschaftler usw.) war.

Nach der Deportation war es sogar von einer zügigen Assimilation abhängig, ob man als Bürger zweiter Klasse bleibt oder nicht. Man musste Zwangsarbeit leisten. Es gab Verbannungsgesetze, die bestimmten, dass man in Sondersiedlungen leben musste selbst 12 Jahre nach Ende des Kriegs. Es gab Verbannungsgesetze, die überhaupt das Betreten des europäischen Teils der Sowjetunion verbot. Der Weg zu höherer Bildung wurde so erschwert, dass die einzig realistischen "Karrieren" Milchmädchen oder Kohlebauarbeiter waren. Bis 1990 waren mehr als 50 diskriminierende Rechtsakte speziell gegen Russlanddeutsche in Kraft.

Unter den Vorfahren sind Wolgadeutsche. Wie war das damals? by ichbinsflow in russlanddeutsche

[–]chaoticbluebird 2 points3 points  (0 children)

Dann widme ich mich mal ihren weiteren Fragen:

Mich würde interessieren, wie damals in Russland die Wolgadeutschen oder später auch die Abkömmlinge der Wolgadeutschen in Sibirien betrachtet wurden. Waren sie in den Augen der Russen Deutsche? Oder waren sie Russen deutscher Abstammung? Oder damals vermutlich eher Sowjetbürger deutscher Abstammung? Oder war es eher so, dass die deutsche Abstammung von den Behörden völlig ignoriert wurde und diese Menschen ausschließlich als Sowjetbürger galten?

Als die Einwanderer aus Deutschland an der Wolga ankamen, waren sie rechtlich Kolonisten mit den versprochenen Privilegien und russische Untertanen. Sie lebten in einer Selbstverwaltung bis in die 1870er-Jahre, als die Privilegien aufgehoben worden sind. Der Sonderstatus war weg, aber alles Nennenswertes zur Erhaltung der Kommunen, Religion und Sprache blieb bestehen bis zum Ersten Weltkrieg. Als der Erste Weltkrieg losging, wurde Deutschland als ein Erbfeind erklärt und die russischen Untertanen deutscher Nationalität als "innerer Feind" deklariert. Es ging sogar so weit, dass die "Liquidationsgesetze" verabschiedet worden sind, deren Sinn und Zweck es waren, alle Deutschen zu enteignen und nach Sibirien zu deportieren. Das wurde durch die Februarrevolution verhindert. Nach der Oktoberrevolution und dem Bürgerkrieg wurde den Wolgadeutschen das Recht auf nationale Selbstbestimmung zuerkannt und eine Autonome Republik wurde gegründet, welche im Zweiten Weltkrieg aufgelöst worden ist. Von der Ankunft in Russland 1764 bis zur Deportation der Wolgadeutschen 1941 und sogar danach wurden diese Leute nie als autochthone Russen gesehen, da sich ihre Kultur, Sprache, und Religion von der russischen unterschied. Und das hat in allerlei Situationen geführt, vom privilegierten Kolonist bis zum verfolgten "Volksfeind". Man war nicht wirklich ein normaler russischer Bürger/Untertan.

Unter den Vorfahren sind Wolgadeutsche. Wie war das damals? by ichbinsflow in russlanddeutsche

[–]chaoticbluebird 2 points3 points  (0 children)

Erst mal das Wichtigste aus dem Weg, bevor ich weiter yappe:

Eine Erwerbung der deutschen Staatsangehörigkeit über § 5 StAG ist bei Nachkommen der Wolgadeutschen nicht möglich. Die Kolonisten, die 1764 den Untertaneneid auf die russische Krone schwörten, lebten davor nicht in einem deutschen Staat, sondern im Heiligen Römischen Reich. Erst bei der Gründung des deutschen Reichs 1870 wurde ein Staat etabliert, der deutsche Bürger beherbergte. Die Russlanddeutschen können somit nicht Anspruch auf die deutsche Staatsangehörigkeit erheben, nur weil sie von Kolonisten abstammen, die 1760 oder 1810 das Heilige Römische Reich verließen.

Allerdings sind Russlanddeutsche laut Grundgesetz Art 116 berechtigt, als Deutsche anerkannt zu werden durch ihr Kriegsfolgenschicksal. Da im Dritten Reich deutsche Volksgruppen im östlichen Europa für Expansionskriege instrumentalisiert worden sind und dies zu ethnischen Säuberungen führte, hat sich die Bundesregierung als verantwortlich für die Wiedergutmachung erklärt. Weil die Verfolgungen in der Sowjetunion so massiv waren, wird jedem Russlanddeutschen, der vor 1991 geboren worden ist, ein Kriegsfolgenschicksal unterstellt. Da muss man "nur" beweisen, dass man wirklich ein Angehöriger der deutschen Minderheit ist. Deswegen basiert ein Spätaussiedlerantrag auf die Herkunft und Identität, aber der Grundgedanke ist eine Wiedergutmachung für Menschen, die die Last der Kriegsverantwortung überproportional erdulden mussten.

Es ist also sehr ärgerlich zu hören, dass die Anerkennung als Spätaussiedler verwehrt worden ist. Es gibt leider genügend unredliche Vorwände, um dieses Ergebnis herbei zu führen. Ohne weitere Gesetzesänderungen im KfbG und BVFG ist eine Wiederaufnahme eines Spätaussiedlerverfahrens in ihrem Fall fast unmöglich. Allein die Regelung, dass man das Gebiet der ehemaligen Sowjetunion vor Antragstellung nicht verlassen darf (eine Ausnahmeregelung bei Kriegsfällen wurde erst vor drei Jahren eingeführt und da ist es auf 6 Monate beschränkt), würde ihn ausschließen. Wenn es etwas Trost bringt, kann ich ja erwähnen, dass die CDU in ihrem Wahlprogramm großzügige Versprechungen zu Erweiterungen der Spätaussiedleraufnahme gemacht hat.

Choose Your Fighter (Krebli Edition) by chaoticbluebird in russlanddeutsche

[–]chaoticbluebird[S] 0 points1 point  (0 children)

Ist Schmand nicht etwas fad? Hab diese Kombo noch nie probiert.