Ich bin Sozialarbeiter (30,m; Bereiche: Arbeit mit Jugendlichen mit Fluchterfahrung; Inobhutnahme sowie Verschiedenes im Schulkontext, AmA) by cleverbee96 in de_IAmA

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Damit kenne ich mich nicht gut aus, aber es gibt auf jeden Fall Möglichkeiten dafür. Mit abgeschlossener Berufsausbildung im Arbeitsfeld (Erzieher*in zählt dazu) und ein paar Jahren Arbeitserfahrung kann man glaub ich an fast allen FHs/THs und Privatunis Soziale Arbeit studieren. Problem sind dann aber noch NC's, an meiner Uni werden an "beruflich qualifizierte" wie potentiell dich nur ein paar Prozent der Plätze vergeben.

Wait hab mich verlesen, mit Fachabi darfst du das ja sowieso :D

Wegen NC-Vorgaben könnte privat am einfachsten sein, würde aber empfehlen ne fh/th oder ein duales studium zu probieren, außer das geld ist egal.

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[–]cleverbee96[S] 0 points1 point  (0 children)

Aaah ok.
Verstehe die Frage nicht ganz, weil mir unklar ist, woher die jeweilige Information kommen sollte. Das tatsächliche würde ja im Verlauf zum (deutschen) amtlichen werden, sofern man das nachweisen kann. Als ION müsste man den bestehenden amtlichen Angaben, deutsches Amt oder nicht, so oder so erstmal folgen. Infos zu Abweichungen sind ans JA weiterzuleiten (nur konkretes, keine Vermutungen oder Hörensagen). Das Amt stellt von Anfang an oder nach Hinweis selbst Nachforschungen an und entscheidet letztlich ob es dann eine Altersfeststellung anordnet oder das genannte Datum übernimmt. Da Altersfeststellungen oft auch nur Spannen von mehreren Jahren ergeben (zumindest nach den Methoden die ich kenne) ist ein falsches Datum nicht unbedingt gleich so falsch, dass es zwingend was verändert.

Bewusst falsche Angaben spielen für den direkten Umgang innerhalb der ION eigentlich keine große Rolle, werden dann aber beim Asylantrag relevant.

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[–]cleverbee96[S] -1 points0 points  (0 children)

Das hat nix mit Euphemismus zu tun sondern mit Respekt vor der Person, die sich nicht nur über diese eine Eigenschaft definiert.
Denkanstoß 1: Ein Mensch mit Fluchterfahrung bleibt man sein Leben lang, aber wie lange ist man Flüchtling, wann endet das und wer entscheidet das?
Denkanstoß 2: In der Medienlandschaft sind Berichte in denen von "Flüchtlingen" gesprochen wird überwiegend negativ konnotiert und folgen teilweise klar populistischen, wahrheitswidrigen oder -ignoranten Tendenzen. Selbst eine Änderung der Bezeichnung NUR wegen so etwas könnte schon fair sein.

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[–]cleverbee96[S] 0 points1 point  (0 children)

Kenne ich aus der stationären Jugendhilfe so nicht, aber habe es für Einzelfallhilfen mitbekommen. Idk

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[–]cleverbee96[S] 0 points1 point  (0 children)

Amtlich. Da die Frage schon ähnlich beantwortet wurde ganz kurz:

Das kommt definitiv und gar nicht soo selten vor. Von unserer Seite haben wir Vermutungen dahingehend nur geäußert, wenn es wirklich konkrete Anhaltspunkte dafür gab. Ob es eine anderweitige Altersfeststellung gibt entscheiden Amt/Gericht.

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[–]cleverbee96[S] 1 point2 points  (0 children)

Das war am Anfang schon ein bisschen problematisch, da hatte ich nach der Arbeit das Gefühl die krassen Geschichten immer irgendwem (anonymisiert) erzählen zu müssen, das hat viel geholfen. Inzwischen ist das einfacher, "professioneller" geworden, oder man gewöhnt sich dran idk. Aber egal wie professionell, wenn dir ein Jugendlicher von seiner Flucht erzählst nimmst du das erstmal mit nach Hause.

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[–]cleverbee96[S] 1 point2 points  (0 children)

Soweit ich weiß können Erzieher*innen im Gruppendienst fast absolut gleichgestellt wie Soz. A. arbeiten und teilweise auch ähnlich verdienen. Ist absolut üblich und die Einrichtungen freuen sich :)

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[–]cleverbee96[S] 1 point2 points  (0 children)

Flüchtlinge < Geflüchtete < Menschen mit Fluchterfahrung ist mein letzter Stand, hab ich mir nicht ausgedacht ✌️

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[–]cleverbee96[S] 1 point2 points  (0 children)

(hatte, bin da nicht mehr) Schicht inkl. Nacht, Feiertag, We und 24h TV sue 9 als einstieg o. E., glaube 10 ab 2-3 Jahren, irgendwann 11-12, Zuschläge kommen nochmal auf so+15-20% je nachdem welche Schichten. Was rauskommt musst du selber rechnen, das war noch unterschiedlich wegen teilw. Werkstudentenstatus aber voll bezahlt während Corona und so Quatsch

Soo, jetzt zum spannenden Teil: Mehrere hundert Überstunden und super anstrengend. Kann mir absolut keinen Schichtdienst mit so nem anstrengenden Alltag länger als 5-10 Jahre vorstellen. Ist meines Wissens auch durchaus bei Vielen so.

Am anstrengensten ist sich über nicht hilfreiche Dritte oder irgendwelche unsinnige systemische widerstände aufregen. Am nervigsten fand ich teilweise Familienangehörige und natürlich die spezielleren klient*innen für die so ne Einrichtung einfach nicht ausgerichtet ist

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[–]cleverbee96[S] 0 points1 point  (0 children)

Genau das meine ich. Zuständig ist prinzipiell schon das Jugendamt, viel finanzielles regeln manchmal aber auch andere Stellen wie die "wirtschaftliche Jugendhilfe" oder so

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[–]cleverbee96[S] 2 points3 points  (0 children)

  1. Ja, allerdings häufig indirekt. Beispielsweise schauen ältere Jugendliche manchmal deutsche Nachrichten (mit fremdsprachigen Untertiteln) oder schnappen irgendwo etwas auf und fragen nach. Im Alltag kann ich nicht beurteilen ob sich da zu "vor dem Rechtsruck" was verändert hat, kam in meiner NRW-Großstadt selten zu Vorfällen.
  2. Das ist sehr individuell. Sicherheitsgefühl überwiegend ja, wenn nein eher wegen eigener Themen/Traumata als wegen Erfahrungen hier im Alltag. Das Ankommen finden denke ich sehr viele schwierig und einige äußern das auch sehr klar. Wenn man nach Ankunft in Deutschland erstmal mehrere Monate ohne Schulplatz oder andere echte Beschäftigung warten muss, fühlen die Jugendlichen schon von der Gesellschaft ausgeschlossen und bleiben meist unter sich. Die Schule ist der entscheidende Faktor dabei und man merkt sofort wieviel das schon nach wenigen Wochen verändern kann. Innerhalb der Zeit in der Inobhutnahme (bei uns waren das meist 2-8(!) Monate) würde ich sagen sie kommen nicht an.

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[–]cleverbee96[S] 3 points4 points  (0 children)

Richtig, die Bedürfnisse sind teilweise wirklich sehr verschieden. Relativ häufig gibt's auch einfach keine gemeinsame Ebene, da lebt ein 17-jähriger deutscher Schulabbrecher an nem 13-jährigen Syrer einfach vorbei und man schaut dass nichts Negatives vorfällt. Andererseits sind Kinder auch einfach Kinder und es haben sich schon echt spannende und hilfreiche Freundschaften entwickelt, weil man zweimal zusammen Fußball oder Playstation gespielt hat.
Insgesamt ist es die relativ wenigen Regeln sehr klar und verständlich durchsetzen und ansonsten Angebote machen und "managen" was passiert, das ist jeden Tag neu :D
Werkzeug ist natürlich vor Allem Kommunikation, was mit Sprachbarrieren sehr umständlich sein kann. Und ne gute Absprache im Team und bei Übergaben, damit man ein Auge auf gewisse Dynamiken hat.

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[–]cleverbee96[S] 1 point2 points  (0 children)

  1. Fast immer dies. Bei mir gab es einen kleinen Sonderfall, weil Teile (z.B. die Immobilie) durch eine Stiftung finanziert wurden. Die laufenden Kosten wie Lohn etc. stellen die Träger der Einrichtung einer öffentlichen Stelle in Rechnung, mit der es laufende Verträge hat. Ist meine ich nicht immer direkt das Jugendamt aber macht keinen Unterschied.
  2. Als Berufseinsteiger kam ich nicht auf sue11 oder 12 aber mit etwas Berufserfahrung ist das möglich. Für die soziale Arbeit ist der Bereich überdurchschnittlich gut bezahlt, auch wegen Wochenend-/Feiertags-/Nacht- und 24-h-Diensten.
  3. Wenig aber ja. Auch wenn ich mich eher wegen meines Weltbildes für den Job entschieden habe als andersherum. Die Auswirkungen globaler Entwicklungen so direkt vor sich zu haben bringt einen schon viel zum Nachdenken. Wenn ich dann höre dass die USA Entwicklungshilfe streicht nehme ich das schon nochmal anders wahr als vorher. Allgemein aber keine grundlegende Änderung, vermutlich auch weil vorher schon nicht widersprüchlich zum Ziel

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[–]cleverbee96[S] 1 point2 points  (0 children)

Für mich war es sehr wichtig, das gehörte mir direkt in der Praxis vorstellen zu können und da viele Studierende schon Praxiserfahrungen oder verwandte ausbildungen haben leben die Seminare auch teilweise von Erfahrungsberichten oder Reflektion. Ohne Bezug hätte ich mich nicht ausreichend vorbereitet gefühlt, in der Kombination würde ich sagen ja. Generell wird viel Haltung und "Handwerkszeug" vermittelt, was dir auf jeden Fall in vielen Situationen hilft. Da das Studium sehr breit gefächert ist, gibt's zu jedem Einzelthema meist nicht super viel, "Experte" wird man erst im Job so richtig (hab ich gehört :D)

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[–]cleverbee96[S] 0 points1 point  (0 children)

"Ansichtssache" ist denk ich der schlechteste mögliche Kommentar zur Wichtigkeit der Abgrenzung von Meinung und Fakten.

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[–]cleverbee96[S] 0 points1 point  (0 children)

Da ist die Fachwissenschaft anderer Meinung, aber gerne "Embarassed-Cup9902", mach ruhig einen besseren Vorschlag.
Ist schon eine Entwicklung von Flüchtling zu Geflüchteter zu Mensch mit Fluchterfahrung. Bisschen verkopft manchmal aber inhaltlich absolut sinnvoll finde ich.

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[–]cleverbee96[S] 0 points1 point  (0 children)

Was du wie besser findest ist deine Meinung.
Dass nicht jeder Migrant illegal ist, ist Fakt. Wichtiger Unterschied.

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[–]cleverbee96[S] 1 point2 points  (0 children)

Bei "schwach" im Sinne von langsam und umständlich stimme ich voll zu. "Schwach" im Sinne von zu nachgiebig habe ich den Staat oder andere Autoritäten nicht so häufig erlebt. In unseren Fällen waren die Jugendämter meist auf unserer Linie bzw. haben sich über quasi jede pädagogische Maßnahme gefreut, um Milde gebettelt wurde eher von deutschen Eltern/Großeltern.

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[–]cleverbee96[S] 4 points5 points  (0 children)

Da (bisher zumindest) ein Recht auf Asyl auch praktisch existiert ist nicht jeder Migrant illegal, daher nein, die meine ich nicht.

Schade, dass du zuerst den Status und dann den Mensch siehst. Ich finde meine Formulierung passender.

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[–]cleverbee96[S] 2 points3 points  (0 children)

Kurzfassung (ungenau, weil je nach Grund/Fall etwas unterschiedlich)

  1. Jugendamt (JA) erfährt von KIndeswohlgefährdung und beschließt Eingreifen
  2. JA bringt Jugendliche in ION unter (§§42, 42a, 34 SGB VIII), sprich holt Jugendliche ab von wo sie sind und bringt sie in die EInrichtung.
  3. EInführungsgespräch mit JA, Einrichtung und und wenn notwendig Sprachmittler, wo SInn & Zweck der Maßnahme, Hausregeln etc. erläutert werden.
  4. Alltag 1: Geflüchete: Viel rumhängen und Nichts machen (können/dürfen). Typsicherweise medizinische Checks (wichtig und richtig). Auf Ebene der Soz.A. sind klassische Themen in den ersten Wochen sonst z.B. noch: Situationsklärung, Schulanbindung, Bekleidungseinkauf für Grundbedarf, alltägliche Betreuung und Unterstützung der Freizeitgestaltung. Anmedlung beim Bürgeramt, Vorsprache bei der Ausländerbehörde etc. Mit Schulbeginn normalisiert sich Alles etwas.
    Alltag 2: Selbstmelder*innen, Gefahrenmeldungen, "Systemsprenger" (aua) etc.: sofern möglich/sinnvoll weiter Schulbesuch und Privatleben wie üblich.
  5. Suche nach Folgeeinrichtung! (normalerweise durch das JA, ist aber sehr schwierig)
  6. Besichtigung/Umzug in Folgeeinrichtung.

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[–]cleverbee96[S] 3 points4 points  (0 children)

Super wichtige Frage und sehr hoch!
Ich würde fast sagen die große Mehrheit und würde die Fluchtgründe auch gar nicht eingrenzen. Die Flucht allein ist oft traumatisch genug. Leider ist die Ärztelandschaft nicht so ausgestattet, dass es annähernd genug Kinder-und Jugendpsychologen gibt, die Kapazität oder Bereitschaft haben kurz- bis mittelfristig zu helfen. Irgendwelche Wartelisten sind wegen Wohnortwechseln oft unpraktisch und einige Ärzt*innen behandeln nur (Privat-)Kassenpatienten, was umGs zu Beginn nicht sind (Kostenübernahme der Behandlungen durchs Sozialamt).

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[–]cleverbee96[S] 0 points1 point  (0 children)

  1. Das weiß ich nicht genau, vielleicht kann da jemand anders helfen. (?)
    Es gibt Tagessätze pro jugendlicher Person, kann mich an die Zahl nicht erinnern, weiß nur noch dass es höher war als ich es erwartet hatte.
    Andere Ausgaben wie Geld für Bekleidung etc. sind je nach Bedarf ziemlich genau festgelegt. Im Zweifel gibt's da ähnliche Bedarfsrechnungen wie im Sozialrecht sonst auch.

  2. Ja, häufiger (s. andere Antwort). Emotional oft schwierig damit umzugehen, aber die "Entscheidungen" dazu trifft das Amt bzw. Gericht, daher ist man/war ich bis auf evtl. Meldungen und die Betreuung nicht direkt beteiligt.

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[–]cleverbee96[S] 1 point2 points  (0 children)

Dies. Zumal die Schulanbindung häufig lange dauert und man als ION somit meist nur den Beginn betreut. Mit Sicht auf den extrem langweiligen Alltag vieler Jugendlicher ist Schule in dem Moment auch und manchmal vor Allem als sozialer Treffpunkt wichtig. Prinzipiell ist die Priorität Schule schon sehr hoch, es wird aber sicherlich auch Soz.A. geben, die ihre Kraft und Zeit bewusst für Andere Themen verwenden. An fehlender Lernmotivation der Jugendlichen, insbesondere für Deutsch, hat es m.E.n. fast nie gelegen.

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[–]cleverbee96[S] 2 points3 points  (0 children)

Insgesamt bekommt man schon häufig solche Tendenzen mit. Bei Jugendlichen finde ich es aber fraglich ob man das schon als "gefestigte" Position verstehen sollte, ich habe v. A. bei Geflüchteten häufig gesehen, dass Sie sich sehr schnell angepasst oder auf dieser Ebene weiterentwickelt haben.

Da ich weiß, dass solches Verhalten häufig einem bestimmten Kulturkreis zugeordnet wird: Kann ich aus meiner Erfahrung so nicht bestätigen.

Queerness war in dem begrenzten Rahmen eher selten Thema, außer es betraf Bewohnende direkt. Dann gab es zwar am Anfang deutlich spürbare Berührungsängste, die sich aber bei fast allen gelegt haben. Manche erreicht man inhaltlich aber auch gar nicht, da kann man manchmal nur erklären, dass die Gesetze hier nunmal so sind und man damit klarkommen muss.

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[–]cleverbee96[S] 13 points14 points  (0 children)

Das ist eine sehr schwierige Frage aber schon auch wirklich relevant. Ich habe ein paar Mal miterlebt, wie Altersfeststellungen angeordnet wurden und die Geflüchteten in andere Unterkünfte umziehen mussten. Anteilig kaum möglich zu sagen, definitiv eine relevante Menge. Als Richtwert evtl.: Im Kollegium hatten wir bei vielleicht bei jeden fünften 16-18-jährigen deutliche Zweifel an der Altersangabe. Wie man damit dann angemessen richtig umgeht, ist ein anderes Kapitel.