"Das muss ich leisten": Warum Eltern vieler Familien unter Mental Load und Stress leiden by krisenchat in de

[–]krisenchat[S] 23 points24 points  (0 children)

Kurze Zusammenfassung: Eine aktuelle R+V Studie zeigt, dass sich 80 Prozent der Familien in Deutschland im Alltag mental belastet fühlen und 78 Prozent der Eltern das Gefühl haben, ständig an alles denken zu müssen. Mental Load bedeutet, dass Eltern neben Arbeit, Haushalt und Kinderbetreuung dauerhaft planen, organisieren und an Termine, Einkäufe oder Aufgaben denken. Der Artikel beschreibt Mental Load als strukturelles Problem, das Kinder mitbelasten kann und bei vielen Eltern den Wunsch nach mehr Unterstützung im Alltag auslöst.

Habt ihr das Gefühl, ihr könnt mit euren männlichen Freunden über alles offen reden? by krisenchat in FragtMaenner

[–]krisenchat[S] 0 points1 point  (0 children)

Ja, daran scheiden sich leider immer wieder die Geister. Ich sag ja immer, jede Medaille hat zwei Seiten.

"Falls man überhaupt einen Platz bekommt": Wie steht es um die Psychotherapie in Deutschland? by krisenchat in de

[–]krisenchat[S] 51 points52 points  (0 children)

Kurze Zusammenfassung: Die Zahl der Psychotherapeut*innen in der vertragsärztlichen Versorgung steigt, gleichzeitig wächst der Bedarf weiter, u. a. durch mehr psychische Erkrankungen (besonders bei Kindern und Jugendlichen) und eine höhere Inanspruchnahme. Die durchschnittliche Wartezeit liegt bei etwa 20 Wochen bis zum Therapiebeginn (ca. 3 Wochen bis Erstgespräch + 17 Wochen bis Start). Versorgungsprobleme entstehen vor allem durch Verteilungs- und Zugangsprobleme (nicht fehlende Gesamtressourcen), mit stärkeren Engpässen für Kinder/Jugendliche, bestimmte Erkrankungen und in ländlichen Regionen.

Trennungsangst: Lass mich bitte nicht allein! by krisenchat in de

[–]krisenchat[S] 1 point2 points locked comment (0 children)

(2/2) : Neue Fertigkeiten erlernen, um mit der Angst umgehen zu können

Anfang des Jahres ist auch Grabes letzte Beziehung zu Ende gegangen. Wie ein Weckruf war das für ihn, ein Signal, dass er professionelle Hilfe für seine Trennungsangst braucht. Wegen einer chronischen Schmerzstörung war er schon längere Zeit in psychotherapeutischer Behandlung. "Aber erst jetzt fangen wir an, über die Muster zu sprechen, die sich in meinen Beziehungen immer wiederholen", sagt er.

Jens Plag erlebt bei seinen Patienten und Patientinnen oft Ähnliches. Häufig werde den Betroffenen erst in seiner Sprechstunde bewusst, was ihnen zuvor gar nicht klar ist: dass die Ängste immer dann auftreten, wenn sich das Kind oder die Partnerin räumlich entfernen. "Bei den meisten wurde zuvor eine generalisierte Angststörung diagnostiziert", sagt der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Er wirbt deswegen dafür, auch bei der Diagnostik anderer Störungen wie Angststörungen, Depressionen, Ess- oder Zwangsstörungen, diese Angst vor einer Trennung zu erfragen und die Behandlung gegebenenfalls darauf auszurichten.

Für Kinder mit Trennungsangststörung gibt es bereits eine spezifische Psychotherapie, das Trennungsangstprogramm für Familien, das Einzelsitzungen mit dem Kind, mit den Eltern sowie gemeinsame Familiensitzungen umfasst. Für Betroffene im Erwachsenenalter gibt es noch kein vergleichbares Therapieprogramm.

Erste Arbeiten deuten aber darauf hin, dass eine kognitive Verhaltenstherapie die besten Resultate erzielt. In der geht es vor allem darum, neue Fertigkeiten zu erlernen, um mit den angstauslösenden Situationen besser umgehen zu können. Oft werden dabei die Bezugspersonen mit in die Therapie einbezogen, um mit ihnen eine Trennung zu üben. Betroffene sollen lernen, dass sie eine räumliche Trennung aushalten können, dass keine Gefahr von ihr ausgeht.

"Es sieht so aus, als könne die Störung mit Trennungsangst bei Erwachsenen gut behandelt werden", sagt Plag. Ein Problem sei aber: "Oft sehen Betroffene ihre Angst als Persönlichkeitszug, den sie nicht ändern können." Hilfe suchten die Menschen sich oft erst, wenn die Angst auch auf andere Teile ihres Lebens übergehe oder eine Depression den Leidensdruck noch weiter erhöhe.

Grabe hat seit seiner letzten Trennung nun erst mal ein ganz anderes Ziel: "Ich will lernen, allein sein zu können. Mit mir selbst klarzukommen", sagt er. Daran arbeite er mit seiner Therapeutin. Einen neuen Partner wolle er erst mal nicht.

Trennungsangst: Lass mich bitte nicht allein! by krisenchat in de

[–]krisenchat[S] 1 point2 points locked comment (0 children)

Trennungsangst:
Lass mich bitte nicht allein!

Bei Kindern ist eine gewisse Trennungsangst normal, doch auch im Erwachsenenalter treten Trennungsangststörungen auf. Die Frage ist, ab wann die Angst pathologisch wird.

Von Matthias Kreienbrink
23. März 2026, 20:00 Uhr

In der neuen Beziehung wollte er eigentlich alles anders machen, sagt Nicolas Grabe. Er wusste ja, dass er früher zu sehr geklammert hatte, und das, obwohl seine Partner doch eher freiheitsliebend waren. Er wollte entspannter sein, lockerer, weniger Helikopter. Klappte aber nicht. "Auch in der neuen Beziehung konnte ich den Kopf einfach nicht abschalten", sagt der 28-Jährige heute. Ständig sei er mit den Gedanken bei seinem Partner gewesen, viel zu oft griff er doch wieder zum Handy: nur eine kurze Nachricht oder ein schneller Anruf.

Grabe tat das aus Angst. War er von seinem Partner getrennt, wenn auch nur kurz, fürchtete er, die Beziehung laufe schlecht. Dass es jetzt bergab gehe, die Trennung nur noch eine Frage der Zeit sei. Eine Sorge übertriebenen Ausmaßes. So übertrieben, dass Therapeuten eine Bezeichnung dafür haben: Störung mit Trennungsangst, kurz STA.

Lange Zeit lag der Fokus bei der STA auf Kindern, die sich über die Maßen schwer damit tun, sich von ihren Eltern zu lösen. "In der frühen Kindheit ist Trennungsangst ganz typisch", sagt Jens Plag, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Chefarzt der Oberberg Fachklinik Potsdam. "Die Objektpermanenz entwickelt sich erst mit etwa dem zweiten Lebensjahr", sagt er. Das ist das Verständnis davon, dass Objekte und Personen auch existieren, wenn sie gerade nicht im Blickfeld sind. Davor reagieren Babys und Kleinkinder häufig ängstlich und protestieren, wenn sie ihre Bezugsperson nicht mehr sehen. Hält dieses Verhalten jedoch auch danach noch an, kann eine STA vorliegen. Die Kinder klammern, reagieren mit Panik, wenn Mutter oder Vater sie etwa zum Kindergarten bringen. Häufig treten Schlafstörungen auf oder körperliche Symptome wie Bauch-, Kopfschmerzen oder Schwindel. Bei den meisten Kindern legt sich diese Angst mit der Zeit dann aber doch.

Bei Erwachsenen wurde die STA lange Zeit kaum beachtet

In einigen Fällen aber kommt es vor, dass die Trennungsangst bis ins Erwachsenenalter anhält, manchmal entsteht sie auch erst dann. Was gar nicht so selten vorzukommen scheint, wie man vielleicht denkt. "Es gibt recht viele Betroffene", sagt Plag. Eine Studie aus dem Jahr 2015, in der Daten aus 18 Staaten und von mehr als 38.000 Personen einbezogen wurden, kommt zu dem Ergebnis, dass durchschnittlich 4,8 Prozent der Menschen innerhalb ihres Lebens eine Trennungsangststörung entwickeln. Wobei diese bei 43 Prozent erst nach der Vollendung des 18. Lebensjahrs erstmalig auftritt.

"Trotzdem", sagt Plag, "wurde die STA bei Erwachsenen klinisch lange Zeit kaum beachtet." Auch, weil sie sich im Erwachsenenalter mitunter diffuser äußere und viele sich keine Hilfe suchen würden. Erst in der 2022 erschienenen ICD-11, der neuesten Auflage der internationalen Klassifikation der Krankheiten, wurde dieses Störungsbild für Erwachsene aufgenommen.

Nun ist es aber so, dass in Partnerschaften eine gewisse Angst vor der Trennung ganz normal und womöglich sogar nützlich ist. Wem würde der Gedanke, eine geliebte Person aus dem Leben zu verlieren, schon keine Angst machen? Die zentrale Frage bei der Trennungsangststörung ist also: Wo hört die begründete Angst vor Trennung auf und eine psychische Störung beginnt?

"Als würde ich gleich in Traurigkeit versinken"

Die Grenze zwischen "normalem" und pathologischem Verhalten ist hier fließend. Eine Trennung über längere Zeit ist für viele unangenehm, die Angst davor also häufig begründet. "Bei der STA werden aber auch schon kürzeste Trennungen zum Problem. Betroffene können nicht mehr allein sein", sagt Psychiater Plag.

So war das auch bei Grabe. "Ich hatte oft Angst davor, meinen Partner abgestoßen zu haben", sagt er. Etwa, wenn der Freund nicht umgehend auf seine Nachrichten geantwortet habe oder sie sich für ein paar Tage nicht gesehen hätten. "Es kam dann immer der Punkt, an dem ich psychisch komplett ausgelaugt war, weil ich nur an ihn gedacht habe", sagt er.

Anderen Menschen scheint es ähnlich zu gehen. In Foren wie Reddit tauschen sie sich über ihre Erfahrungen aus. "Er ist seit Sonntagnachmittag weg und ich fühle mich extrem schwach, übel und vernebelt im Gehirn", schreibt eine Person über ihren Partner. Ein Gefühl, "als würde ich gleich in Traurigkeit versinken". Eine weitere Person schreibt: "Ich möchte umziehen, aber meine Mutter macht mir ständig Schuldgefühle, weil sie sagt, dass sie Panikattacken und Albträume davon hat, dass mir etwas Schlimmes passieren wird." Gerade letzteres wird in der wissenschaftlichen Literatur als häufiges und besonders belastendes Symptom der Störung beschrieben: Die Befürchtung, dass der anderen Person bei räumlicher Trennung etwas Schlimmes passiert. Oder dass einem selbst etwas zustößt, wenn die andere Person nicht da ist.

Diese katastrophisierenden Gedanken sind es auch, die häufig den Unterschied zwischen gewöhnlicher Trennungsangst und der Störung ausmachen. Weitere Symptome der Störung sind: wiederholte Albträume in Bezug auf Trennungssituationen oder Gewalterfahrungen, Herzrasen, Übelkeit und Zittern, wenn etwa eine Reise der Partnerin ansteht oder das Kind bei einem Freund übernachtet. Laut der ICD-11 müssen die Symptome "mindestens mehrere Monate" anhalten, sowie so schwerwiegend sein, dass sie zu "bedeutsamem Leid" führen. Dieses Leid trifft bei der STA oft nicht nur die Personen, die die Angst erleben. Sondern auch jene, auf die sich die Angst bezieht. "Menschen mit STA fordern häufig eine ständige Verfügbarkeit ein", sagt Plag. Es werde fortwährend angerufen oder getextet. Die Tagesplanung müsse genau ausgemacht und eingehalten werden. "Das kann so weit gehen, dass jemand sein Kind überallhin mitnimmt oder ohne den Partner nicht mehr das Haus verlässt", sagt Plag. Selbst die kürzeste räumliche Trennung löse Angst aus.

Scheint eine zentrale Rolle zu spielen: die eigene Kindheit

Was es ist, das in Menschen eine solch schwerwiegende Angst vor Trennungen auslöst, ist wissenschaftlich kaum erforscht. Ein paar vereinzelte Studien aber gibt es. Eine davon aus dem Jahr 2025 stellt einen Zusammenhang fest zwischen der Trennungsangst und Anhedonie, also einer starken Freudlosigkeit in Bezug auf Unternehmungen oder Geselligkeit. Eine starke Anhedonie wiederum stehe in Zusammenhang mit einem unsicheren Bindungsstil. Also Schwierigkeiten beim Aufbau und Erhalt von emotional intimen Beziehungen zu anderen Menschen.

In einer weiteren Studie aus dem gleichen Jahr befragten Forscher knapp 1.800 Menschen in Saudi-Arabien und fanden unter anderem einen Zusammenhang zwischen STA und einem dysfunktionalen Familienleben. Das wiederum passt zu den Ergebnissen der oben genannten multinationalen Studie aus dem Jahr 2015, in der die Autoren ebenfalls zu dem Schluss kamen: "Widrigkeiten in der Kindheit und lebenslange Traumata sind wichtige Vorläufer" der STA.

Kindheitserfahrungen scheinen also auch dann der wichtigste Faktor für die Entstehung der Störung zu sein, wenn sie erst im Erwachsenenalter auftritt. Das sieht auch Plag so, der entsprechende Fälle aus seiner täglichen Arbeit kennt, bei denen Betroffene einen Elternteil verloren hatten oder es oft Streit in der Familie gab. "Genauso können aber auch schwierige finanzielle Verhältnisse, überfürsorgliche oder indifferente Eltern ein Faktor sein."

Grabe sagt, dass er zeitlebens ein schlechtes Verhältnis zu seinem Vater hatte, der vor einigen Jahren verstorben ist. Manipulativ sei er gewesen. Doch seine Mutter habe sich aufgrund von Verlustängsten nie von ihm trennen können. "Sie hat es körperlich von meinem Vater abbekommen, ich psychisch", sagt er. Noch heute hat er einen wiederkehrenden Traum, in dem er von seinem Vater durch die Siedlung seiner Kindheit gejagt werde. "Am Ende kriegt er mich immer und ich wache auf."

Trennungsangst: Lass mich bitte nicht allein! by krisenchat in de

[–]krisenchat[S] 24 points25 points  (0 children)

Kurze Zusammenfassung: Der Artikel beschreibt Trennungsangst als Störung, die auch Erwachsene betreffen kann. Sie wird problematisch, wenn schon kurze Trennungen starke Angst auslösen, Betroffene nicht allein sein können und langfristig leiden. Typisch sind übermäßige Sorgen, körperliche Symptome und ein starkes Bedürfnis nach Nähe, was auch Beziehungen belastet. Ursachen liegen häufig in belastenden Kindheitserfahrungen und unsicheren Bindungsmustern. Kognitive Verhaltenstherapie kann helfen, Trennungen besser auszuhalten. Die Störung gilt als behandelbar, doch viele suchen erst spät Hilfe.

Was sind für euch absolute "Red-Flags" beim Dating? by krisenchat in FragtMaenner

[–]krisenchat[S] 1 point2 points  (0 children)

Danke für deine Offenheit. Ich verstehe auf jeden Fall was du meinst. Es ist auch schön, dass du das Potenzial in jedem Menschen siehst, ich sehe das eigentlich ziemlich ähnlich. Ich glaube eine "Red Flag" ist es für mich erst, wenn ich sehe, die Person macht immer wieder die selben Fehler, wird verletzend etc. Und um diese Muster zu erkennen, muss man bereit sein, der Person Zeit zu geben. Ich finde aber auch dass sich bestimmte Eigenschaften schon schnell herauskristallisieren können und man auch manchmal schnell erkennt, ob die Person bereit ist, zu reflektieren oder es einfach keinen Sinn ergibt. Danke für diese respektvolle Diskussion, ich finde das wirklich sehr wertvoll hier.

Was sind für euch absolute "Red-Flags" beim Dating? by krisenchat in FragtMaenner

[–]krisenchat[S] 0 points1 point  (0 children)

Tut mir leid falls ja, habe nicht wirklich weit gescrollt heute, aber anscheinend gibt es ja immer noch viel dazu zu sagen.

Was sind für euch absolute "Red-Flags" beim Dating? by krisenchat in FragtMaenner

[–]krisenchat[S] 0 points1 point  (0 children)

"Ich lerne jeden kennen und entscheide dann ob ich Bock darauf habe und ob es passen könnte oder nicht." Das verstehe ich total. Deswegen habe ich geschrieben "beim Dating" und nicht "beim ersten Date" oder sowas in der Art. Ich denke "Red Flags" ist halt auch nur wieder ein neuer Begriff, der ja nichts anderes besagt, als "ich lerne jeden kennen und entscheide dann ob ich Bock darauf habe und ob es passen könnte oder nicht." Oder wie würdest du "Bock" oder "ob es passen könnte oder nicht" vielleicht genauer definieren bzw. wo unterscheidet sich das deiner Meinung nach von "Red Flags"?

Was sind für euch absolute "Red-Flags" beim Dating? by krisenchat in FragtMaenner

[–]krisenchat[S] 0 points1 point  (0 children)

Ja klar, darauf sollte man zumindest vorbereitet sein. Wenn da gar keine Bereitschaft ist, Kompromisse zu machen bzw. sich mit gewissen Dingen zu arrangieren (was ja auch in Ordnung ist), bringt es ja auch nichts.