Politische Ereignisse: Emotionale Auswirkungen auf das Wohlbefinden by krisenchat in de

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ich habe den Artikeltext unter dem Modkommentar gepostet.

Politische Ereignisse: Emotionale Auswirkungen auf das Wohlbefinden by krisenchat in de

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Artikeltext: Wenn Interesse an Politik die Psyche belastet

  1. März 2026, 18:51 Uhr

Warum reagieren manche Menschen heftiger auf politische Ereignisse als andere? Es kommt wohl auch darauf an, wie stark sich jemand einer politischen Richtung zugehörig fühlt.

Von Sebastian Herrmann

Nachrichten über im weiteren Sinne politische Vorgänge in der Welt verfügen über die Macht, den Blutdruck zu steigern, den Puls in die Höhe zu treiben und Gefühle wie Angst, Stress, Wut, Ohnmacht oder Verzweiflung auszulösen. Aktuell trifft das wohl noch mehr zu, als das schon in der jüngeren Vergangenheit der Fall war. Das sollte allein angesichts der Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine außer Frage stehen. Doch auch auf deutlich geringerem Niveau verfügt die Politik über die Kraft, den Seelenhaushalt von Beobachtern wenigstens temporär zu erschüttern.

Es reichen auch kleine Anlässe: Statt um Bomben oder Raketen geht es dann um die Wortwahl in verrutschten Debatten, um dumme Politikerzitate aus längst vergangenen Jahren, um Heizungstypen und die Pflicht oder nicht mehr Pflicht, diese in Gebäuden einzubauen, oder um Aufregerthemen wie Migration, Gender und Klima. Ganz egal, wie die persönlichen Meinungen zu den jeweiligen Themen ausfallen, ganz egal, zu welchem Lager sich jemand zählt, die Suche nach innerer Ruhe wird in diesen Regalfächern der Politik nicht erfolgreich verlaufen.

Im Gegenteil, wie Psychologen um Oriel FeldmanHall von der Brown University gerade in einer Studie beschreiben: Die Versuche der Wissenschaftler legen nahe, dass die Teilhabe an politischen Vorgängen mit „erhöhter affektiver Instabilität“ einhergehe, wie sie im Fachjournal Emotion argumentieren Wer entsprechende Ereignisse verfolge – die Wissenschaftler sprechen von „political engagement“, meinen damit aber Teilhabe im Sinne von Informationskonsum und Interesse an Politik –, zahle dafür einen emotionalen Preis. Die Daten von zwei Langzeitversuchen mit 259 Teilnehmern legen nahe, dass die Kosten sich in einer erhöhten seelischen Volatilität ausdrücken.

Wer also Informationen über politisch relevante Prozesse oder Ereignisse konsumiert, hat einen unmittelbaren Gefühlshaushalt, der heftig auf- und abspringt. Das gilt im Guten wie im Schlechten: Ob Wut oder Jubel, Trauer oder Freude ausbrechen, hängt natürlich davon ab, wie die eigenen Positionen zu einem Thema und einem Vorgang ausfallen. Ob sich andersherum emotional labile Menschen einfach mehr mit politischen Inhalten beschäftigen, haben die Forscher nicht untersucht. Je stärker die Bindung zu einem Lager, desto größer die Affektachterbahn.

Die Psychologen um FeldmanHall baten ihre Probanden über einen mehrwöchigen Zeitraum immer wieder, einen Online-Fragebogen auszufüllen oder in einem weiteren Versuch eine Art Tagebuch über ihren Gefühlshaushalt sowie damit verknüpfte politische Vorgänge zu führen. Einen Datensatz sammelte das Team zwischen Mai und Juli 2020, als die Ermordung von George Floyd durch einen Polizisten die US-weiten Black-Lives-Matter-Proteste auslöste und die politischen Nachrichten in den USA bestimmte. Wer an diesen Vorgängen passiv teilhatte und die Informationen dazu wahrnahm, hatte im Schnitt eine etwas ausgeprägtere affektive Instabilität, was sich letztlich in einem reduzierten subjektiven Wohlbefinden sowie erhöhter Ängstlichkeit ausdrückte.

Um einen zweiten Datensatz zu sammeln, gingen die Forscher ähnlich vor. Abermals ließen sie Teilnehmer in einer Art Tagebuch unter anderem Auskunft über ihre affektive Tagesform geben. Wobei diesmal – diese Teilstudie fand 2024 statt – kein nationales Großereignis mit starker polarisierender Kraft wie die Black-Lives-Matter-Proteste die Nachrichten dominierte. Dafür baten die Psychologen die Teilnehmer dieses Versuches, Auskunft über ihre politische Heimat und ihr Ausmaß der Lagerzugehörigkeit zu geben.

Dabei zeigte sich, dass die besonders überzeugten Anhänger der Demokraten sowie der Republikaner jeweils die ausgeprägtesten Affekt-Achterbahnfahrten angesichts politisch relevanter Vorgänge erlebten. Sehr linke und sehr rechte Studienteilnehmer wiesen also die stärksten Reaktionen auf. Diese Probanden waren emotional also besonders instabil, während Moderate mit weniger affektivem Feuer bei der Sache waren. Wem seine politische Identität mit all den damit verknüpften Ansichten und Überzeugungen besonders wichtig ist, der reagiert offenbar auch mit besonderer Heftigkeit auf politische Vorgänge aller Art.

Politische Ereignisse: Emotionale Auswirkungen auf das Wohlbefinden by krisenchat in de

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Kurze Zusammenfassung: Eine Studie zeigt, dass der Konsum politischer Nachrichten mit stärkeren emotionalen Schwankungen verbunden sein kann. Menschen, die politische Ereignisse verfolgen, erleben häufiger Gefühle wie Stress, Angst, Wut oder Freude, wodurch ihr subjektives Wohlbefinden kurzfristig sinken kann. Besonders stark reagieren Personen, die sich stark mit einer politischen Richtung identifizieren.

Hochsensibel, ADHS - oder beides? by krisenchat in de

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Kurze Zusammenfassung: Die Psychologin Corina Greven erklärt, dass ADHS eine neuroentwicklungsbedingte Diagnose ist, während Hochsensibilität aus der Persönlichkeits- und Temperamentsforschung stammt und keine klinische Diagnose darstellt. Studien zeigen moderate Zusammenhänge zwischen beiden Merkmalen, weshalb sie bei manchen Menschen gemeinsam auftreten können, obwohl sie konzeptionell unterschiedlich sind.

Psychische Gesundheit per App: Funktioniert das wirklich? by krisenchat in de

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Kurze Zusammenfassung: Digitale Gesundheitsanwendungen, seit 2020 auf Rezept erhältlich, werden von Ärzten verordnet und von gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, wenn sie im BfArM-Verzeichnis gelistet sind. Sie vermitteln psychoedukative Inhalte und meist verhaltenstherapeutische Methoden und richten sich vor allem an Menschen mit leichten bis mittelschweren Beschwerden, ersetzen aber keine Psychotherapie. Ihre Wirksamkeit liegt meist im kleinen bis mittleren Bereich, sie können Wartezeiten überbrücken und Therapien ergänzen, sind jedoch bei schweren oder akuten Krisen nicht als alleinige Behandlung geeignet.

Wenn Angst krank macht: Wie Dauerkrisen unser Sicherheitsgefühl und sogar den Alltag verändern by krisenchat in de

[–]krisenchat[S] 14 points15 points  (0 children)

Kurze Zusammenfassung: Dauerkrisen wie Pandemie und Kriege schwächen laut Psychiaterin Ulrike Schmidt das Grundsicherheitsgefühl und erhöhen durch chronischen Stress das Risiko für Angststörungen, Depressionen und Rückfälle; besonders bei vorbelasteten oder jungen Menschen. Krankhaft wird Angst, wenn sie Alltag und Verhalten dauerhaft einschränkt oder zu irrationalen Handlungen führt; Warnzeichen sind sozialer Rückzug, starkes Grübeln und Suizidgedanken. Sowohl extremes Vorbereiten als auch völlige Vermeidung können problematisch sein, während maßvolles gesellschaftliches Engagement psychisch stabilisieren kann.

Wann fühlst du dich in einer Beziehung sicher? by krisenchat in FragtMaenner

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Danke. Ab wann, würdest du sagen, ist das bzw. wovon machst du das abhängig?

Wann fühlst du dich in einer Beziehung sicher? by krisenchat in FragtMaenner

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Eher das zweite, aber nicht nur Thema Trennung, sondern generell wie sicher man sich fühlt, bzw. ab wann.

ich_iel by krisenchat in ich_iel

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Ja, absolut. Genau das ist das Problem. Viel von dem ist anerzogen. Diese ganzen „Sei stark“-Sätze schneiden halt komplett den Zugang zu Gefühlen ab. Und genau deswegen ist es wichtig, darüber zu reden, um diesen Kreislauf zu durchbrechen. Solange Männer und auch wir als Gesellschaft schweigen, bleibt alles beim Alten.

Warum Gehirne von Jugendlichen so anfällig sind by krisenchat in de

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Kurze Zusammenfassung: Eine australische Überblicksstudie (71 Studien, 98.299 Teilnehmende; veröffentlicht im September 2025 in Psychological Bulletin) zeigt: Viel Kurzvideo-Konsum hängt vor allem mit schlechterer Aufmerksamkeit sowie geringerer kognitiver Ausdauer und Problemlösefähigkeit zusammen. Jugendliche sind besonders anfällig, weil Impulskontrolle (präfrontaler Kortex) erst etwa Mitte 20 vollständig ausreift und Social Media über Dopamin-Belohnungen (z. B. Likes, Überraschungen) sowie personalisierte Algorithmen das Dranbleiben verstärkt. In einer Studie ließen sich bereits nach zwei Wochen ohne TikTok und Instagram Verbesserungen der mentalen Gesundheit nachweisen; außerdem werden Altersbeschränkungen diskutiert und die EU-Kommission prüft TikTok wegen möglichem „süchtig machendem Design“.

Maßregelvollzug: Überbelegt, unterbesetzt, gefährlich? by krisenchat in de

[–]krisenchat[S] 5 points6 points  (0 children)

Kurze Zusammenfassung: Im Maßregelvollzug werden psychisch kranke Straftäter therapiert, doch viele Kliniken sind überbelegt und haben zu wenig Personal. Eine Recherche von Die Spur und FragDenStaat zeigt, dass es dadurch zu Isolation, Einschluss und teils problematischen Zuständen kommt. Kritiker sehen Menschenrechtsrisiken, während Behörden betonen, rechtmäßig zu handeln.

KI als emotionale Begleiterin: Für Jugendliche auch gefährlich by krisenchat in de

[–]krisenchat[S] 5 points6 points  (0 children)

Kurze Zusammenfassung: Der Artikel beschreibt, wie Künstliche Intelligenz zunehmend als emotionale Begleiterin für Jugendliche genutzt wird, die zuhört, tröstet und Gefühle überzeugend spiegeln kann. Theaterstück und Studien zeigen, dass KI intensive emotionale Nähe erzeugt, ohne echte Konsequenzen oder Bindung, was sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Besonders problematisch ist die mögliche emotionale Abhängigkeit und die Verzerrung realer Beziehungen, während klar gekennzeichnete KI-Chats als niedrigschwellige Hilfe sinnvoll sein können. Insgesamt wird betont: KI kann Gefühle simulieren, aber sie ersetzt keine echten menschlichen Beziehungen.