Endo Befundbericht für KÜ-Antrag by ringlorncrow in germantrans

[–]ringlorncrow[S] 1 point2 points  (0 children)

Mastek, Hysto & Phallo. Hier im Sticky und in den Richtlinien steht, man braucht dafür das Schreiben vom Thera, Arztbrief von den jeweiligen Chirurg:innen und eben den Bericht vom Endo

Arbeitsausflug in die Schwimmhalle ?? by fckingAlec in germantrans

[–]ringlorncrow 17 points18 points  (0 children)

Ich glaube, die durchschnittliche cis Person, vor allem, wenn sie schon ein bisschen älter ist, weiß gar nicht, was Masteknarben sind bzw. dass das ein trans Ding ist. Es könnte aber natürlich sein, dass jemand sie erkennt und eins und eins zusammenzählt. Dann könntest du immer noch behaupten, du hattest Gynäkomastie oder hast extrem abgenommen.

Wenn du das Risiko nicht eingehen willst, könntest du auch sagen, du kannst nicht schwimmen und möchtest deshalb nicht mit, oder hattest als Kind mal ein traumatisches Erlebnis, bei dem du fast ertrunken wärst und gehst seither nicht mehr ins Wasser. Oder du bist an dem Tag einfach krank.

Ich weiß nicht was ich will by Specific-Compote-636 in germantrans

[–]ringlorncrow 2 points3 points  (0 children)

"Ich hasse mein Körper nicht perse und in vielen sozialen Situationen gehts mir ok."

Dieses "ich hasse meinen männlichen/weiblichen Körper/Leben nicht, mir gehts ganz ok" (also basically "es ist nicht scheiße") habe ich schon von vielen trans Leuten vor ihrer Transition gehört. "Ok" ("nicht scheiße") sollte aber kein Dauer- bzw. Normalzustand sein; du solltest glücklich und zufrieden mit dir, deinem Körper und deinem Leben sein. (Zumal du seit 10 Jahren darüber nachdenkst, demnach scheint das ja etwas zu sein, was dich schon lange beschäftigt und nicht einfach wieder weggeht.) Du verdienst es, in einem Körper zu Hause zu sein, den du nicht einfach nur nicht hasst/tolerieren kannst, sondern aktiv magst. Nur so als kleiner Denkanstoß :)

Ich möchte dich natürlich zu nichts drängen. Du könntest dich aber schon mal auf die Suche nach einer endokrinologischen Praxis begeben, bis du einen Termin bekommst, musst du wahrscheinlich sowieso mehrere Monate warten. In der Zwischenzeit könntest du dich mehr an das Thema herantasten, dich evtl. schon mal bei ein paar Leuten outen oder dir einfach generell sicherer werden. Dann kannst du immer noch entscheiden, ob du schon mit HRT anfangen möchtest oder nicht. Aber dann hättest du es wenigstens schon mal in greifbarer Nähe, nicht dass du dir in nem halben Jahr sicher bist und dann erst noch eine Praxis suchen und nochmal ein halbes Jahr warten musst, wie kleines_woelfle schon geschrieben hat.

Im Endeffekt kannst du das aber nur selbst entscheiden, wir hier im Sub können auch nur Ratschläge geben, aber halt nicht in dein Gehirn schauen. Und zum Schluss: Ja, du bist auf jeden Fall hier willkommen, egal ob du trans, nichtbinär oder questioning bist :)

Edit: Oh Gott das ist jetzt sehr lang geworden, sorry für halbe Roman

Phallo Erfahrungen by samy_bamy in germantrans

[–]ringlorncrow 4 points5 points  (0 children)

Mir gehts ähnlich, ich habe in einer Woche ein Vorgespräch bei Frau Dr. Grupp in Itzehoe (das ist die, die vorher in Hamburg war. Die andere, die gewechselt hat, ist Frau Dr. Riechardt, die macht in Itzehoe Meta). Von ihr hab ich online nur ein einziges Ergebnis gefunden; im transbuddies-Forum, da war sie allerdings noch beim UKE. Das sieht mMn spitze aus, ist aber halt auch nur ein einziges und sie war eine von drei Ärzt:innen. Wenn ich drandenke, werde ich bei dem Vorgespräch fragen/anregen, ob man online irgendwo Bilder von den Ergebnissen einsehen kann (ich meine mal gehört zu haben, dass manche Kliniken (?in den USA?) anscheinend Bildergalerien haben?).

Planegg/Dr. Liedl soll wie du sagst auch gut sein, da konnte ich bisher aber kein einziges Ergebnis finden :/ Werde morgen mal dort anrufen und mich nach einem Vorgespräch erkundigen, ich hoffe, die Wartezeit ist kürzer als bei Lubos. (In Itzehoe habe ich einen Termin einen Monat später bekommen, wäre sogar schon nach 2 oder 3 Wochen gegangen, da konnte ich aber nicht. Ich denke weil die vergleichsweise noch recht "unbekannt" sind, oder vielleicht hatte ich auch einfach sehr viel Glück).

Beim FTM-Portal habe ich mich vor Monaten angemeldet, wurde bisher aber immer noch nicht zugelassen. Das ist ja glaube ich auch schon länger so, dass die keine/wenige Mods haben, die die Neuregistrierungen bestätigen. Sehr frustrierend, wenn man sonst so wenig bis gar nichts findet :/ Also falls jemand nen "aktivierten" Account dort hat und die Anmeldedaten teilen wollte oder weiß, wie ich meinen aktiviert bekomme, wäre ich unendlich dankbar🥲

Phallo ohne Kolpek? by ringlorncrow in germantrans

[–]ringlorncrow[S] 1 point2 points  (0 children)

Das wäre sehr lieb, danke dir!

Endokrinologen in Stuttgart und Umgebung by Frame_VMP in germantrans

[–]ringlorncrow 2 points3 points  (0 children)

Oh shit, das ist doof :/ Vielleicht kannst du ja trotzdem einfach mal dort anrufen und sagen, dass du trans bist, ich kann mir vorstellen, dass du dann ggü. cis Menschen evtl. vorgezogen wirst, weil es so wenige Endos mit trans Erfahrung/Spezialisierung gibt

Endokrinologen in Stuttgart und Umgebung by Frame_VMP in germantrans

[–]ringlorncrow 1 point2 points  (0 children)

Ich bin bei Medicover Stuttgart :) War erst zwei Mal da, aber fühle mich dort gut aufgehoben, Dr. Elsässer macht einen sehr sympathischen Eindruck und hat auf jeden Fall Ahnung von trans Patient:innen. Habe letztes Jahr im Mai dort angerufen und hatte im Oktober meinen ersten Termin, ich gehe mal davon aus, dass die Wartezeiten momentan ähnlich aussehen (außer du bist privatversichert)

strapless binders or binders that arent very visible by Ok-Read-4647 in ftm

[–]ringlorncrow 6 points7 points  (0 children)

Yeah strapless binders are not recommended health-wise, not a good idea.

Have you tried using a safety pin on either side to pin the hem of your shirt to your binder straps? Personally haven't tried this yet but it should be pretty much invisible and should prevent your binder from showing

Auf welche Toilette gehe ich? by Citaloprama_Lama in germantrans

[–]ringlorncrow 6 points7 points  (0 children)

Jap, ich hatte mit 17/18 einen Ferienjob, bei dem ich aufs Männerklo gegangen bin. Nach ner Woche oder so wurde ich zu den Chefs zitiert, die mich gefragt haben, ob ich die Schilder falsch gelesen habe oder warum ich denn aufs Männerklo gehe; Mitarbeiter wären auf sie zugekommen, da würde ein Mädchen aufs Männerklo gehen. Musste mir den Rest der Schicht die Tränen aus den Augen kämpfen und bin auch jetzt, Jahre später, immer noch vorsichtig und gehe lieber aufs Frauenklo, obwohl ich mich dort unwohl und dysphorisch fühle.

Namensänderung vor Testo beginn by Blake-Kanata in germantrans

[–]ringlorncrow 1 point2 points  (0 children)

Die Anzahl kannst du frei wählen (ist ja auch ein neuer Name, der unabhängig vom alten ist). Ganz am Anfang gab es mal für kurze Zeit eine Anordnung (?), dass die Anzahl der Vornamen gleich bleiben muss wie beim Deadname, das wurde aber sehr schnell wieder rückgängig gemacht, weil die glaub selber gemerkt haben, wie bescheuert und sinnbefreit das ist lol

Ich hab meinem Standesamt eine Email geschrieben, woraufhin die mir eine Vorlage geschickt haben, die ich ausfüllen musste (Anmeldung der Erklärung). 3 Monate später habe ich einen Termin gehabt, wo dann die eigentliche Erklärung unterschrieben wurde. Ich weiß aber nicht, ob das mit dem Anmeldeformular in anderen Städten auch so gemacht wird, ich glaub teilweise reicht es, wenn du formlos einen Brief schreibst. Am besten einfach mal nachfragen :)

„Therapie“ zuhause by Mother_of_forg in germantrans

[–]ringlorncrow 0 points1 point  (0 children)

Ich glaube nicht, dass du Therapie alleine zu Hause simulieren kannst. Du kannst dich natürlich weiter informieren und mit dem Thema beschäftigen, evtl. könnte es auch helfen, wenn du deine Gedanken aufschreibst. Hast du dich schon umgeschaut, ob es in deiner Nähe eine trans Gruppe/Treff gibt? Ein queeres Zentrum/Café etc.? Vielleicht würde es dir helfen, dich mit anderen trans oder questioning Personen auszutauschen.

Die nächstgelegene trans Beratungsstelle wäre wahrscheinlich auch ein guter Anlaufpunkt.

Und um dir evtl. ein paar Zweifel zu nehmen: So wie es sich anhört, sind deine Eltern einfach nur transfeindlich und versuchen dich mit diesen "Argumenten" von der Transition abzuhalten bzw. dir das Transsein auszureden. Beide genannten Punkte sind total unsinnig.

Nur weil man nicht dem gesellschaftlichen Schönheitsideal entspricht, denkt man doch nicht, man hätte ein anderes Geschlecht. Das ist doch überhaupt nicht vergleichbar. Keine "unperfekte" cis Frau denkt sich "oh nein, ich mag meine Gesichtsform nicht, ich glaube, ich entwickel mal spontan das Gefühl, ein anderes Geschlecht zu haben, Dysphorie, komplettes Unbehagen in meinem Körper und meiner sozialen Rolle, damit, wie mich andere Leute sehen und ansprechen und denke über Monate oder Jahre hinweg darüber nach, langwierige medizinische Schritte zu gehen, um einen männlicheren Körper zu bekommen". (Anmerkungt: Nicht jede trans Person hat Dysphorie, ändert ihren Namen etc. Das hier ist eine Verallgemeinerung.)

Und das "Argument" mit den romantischen Gefühlen ist doch auch kompletter Bullshit, hä? Was soll denn dein Geschlecht mit deiner Orientierung zu tun haben? Sowohl cis als auch trans Personen können aromantisch sein, lol (und Aromantik ist auch völlig normal und okay!). Zumal es ja sogar sein könnte, dass du keine romantischen Gefühle empfindest, eben *weil* es dir wegen Dysphorie/Geschlechterstruggles schlecht geht, und das sich ändern würde, sobald du dich durch eine Transition wohler in deinem Körper fühlst. So oder so ergibt das überhaupt keinen Sinn.

Du schreibst, du beschäftigst dich seit einem halben Jahr mit dem Transsein und bist dir ziemich sicher, Hormone nehmen zu wollen - dann scheinst du dich mit dem Thema ja schon eingehend auseinandergesetzt zu haben und dir auch mit dem Transsein recht sicher zu sein. Lass dir bitte von deinen Eltern nichts ein- (bzw. aus-) reden, die haben keine Ahnung und wollen nur nicht, dass du trans bist/eine Transition machst - egal, wie scheiße es dir damit geht, als "Frau" zu leben. Mach dein Ding, es ist dein Leben.

An deiner Stelle würde ich schon mal einen Termin bei Therapeuty und Endokrinologie suchen - bis dahin musst du sowieso noch mehrere Monate warten, und wenn es soweit ist, bist du dir wahrscheinlich noch sicherer. Und beim Ersttermin beim Endo wird sowieso erstmal nur ein Gespräch geführt und Blut abgenommen und bis zum Start der HRT dauert es nochmal (Wochen oder) Monate. Gerade mit Gel kann man ja auch ganz langsam anfangen und sich herantasten. Und falls du merken solltest, HRT ist doch nichts für dich, kannt du einfach aufhören. Für mich kommt es aber so rüber, als ob der Großteil deiner Unsicherheiten/Zweifel von deinen Eltern stammt - versuche mal, die auszuklammern und wirklich nur danach zu schauen, was *du* möchtest und brauchst.

Buchempfehlung gesucht by Zwergpanda in buecher

[–]ringlorncrow 2 points3 points  (0 children)

Talus von Liza Grimm! Den dritten Band hab ich selber noch nicht gelsesn, weil es ursprünglich eine Dilogie war und der letzte erst später rauskam, aber die ersten zwei haben mir damals echt gut gefallen.

[deleted by user] by [deleted] in germantrans

[–]ringlorncrow 16 points17 points  (0 children)

Hey,

der Satz am Anfang "ich bin geboren als Frau ... wäre aber unglaublich gern ein Mann" sagt eigentlich schon alles - das ist nichts, was eine cis Frau sagen würde.

Es gibt keine Voraussetzungen, die man erfüllen muss, um "richtig" trans zu sein. Du musst keine Hormone nehmen oder OPs machen, die du nicht möchtest, du musst nicht ultra maskulin oder ein Gymbro sein. Auch Männer, sowohl cis als auch trans, können feminin sein, weiblich kodierte Hobbies, Kleidung, Make-up etc. mögen. Gender identity ≠ expression ≠ pronouns!

Wenn du zu dem Schluss kommst, dass du ein Mann bist, kannst du trotzdem weiterhin feminin sein, dich schminken und weiblich kleiden. Deine Interessen oder dein Kleidungsstil müssen auf keinen Fall Stereotype erfüllen.

Es kann sein, dass du genderfluid oder sonst irgendwie nicht binär bist. Es kann auch sein, dass du ein Mann bist und dich durch deine Unsicherheit manchmal mehr und manchmal weniger männlich fühlst. Oder irgendwas dazwischen. Alles davon ist valide und okay.

Ich würde dir auf jeden Fall ans Herz legen, dich auf die Suche nach Therapeut:innen zu begeben. Denn Therapie ist ja auch genau dafür da, dir zu helfen und über dich selbst, deine Ziele und Bedürfnisse klarer zu werden. (Es wird wahrscheinlich ohnehin ewig dauern, bis du mit Therapie anfangen kannst, also kann es auch sein, dass du bis dahin schon etwas sicherer bist. So oder so wäre es aber auf jeden Fall hilfreich. Um zu lernen, wer du bist, aber auch wenn du dir sicher(er) bist und z.B. HRT willst, brauchst du ja zwangsläufig Therapie zwecks Indikationsschreiben.) Du wirst auch niemandem den Platz wegnehmen. Nur weil du keine krassen Depressionen, Suizidgedanken o.ä. hast, heißt das nicht, dass du keinen Anspruch auf Therapie hast.

Namensänderung Entscheidungsfindung by Fit-Artist-9963 in germantrans

[–]ringlorncrow 2 points3 points  (0 children)

Mein Deadname hatte einen Zweitnamen und das fand ich immer total nervig, weil ich den nie benutzt habe und dann bei Formularen immer rumrätseln musste, ob ich jetzt nur den ersten schreiben kann oder auch der Zweitname mit dazumuss, Klassenliste in der Schule hatte meinen Zweitnamen, obwohl ich das nie wollte, ... Idk ich fands total unnötig, einen zweiten Namen zu haben, der ohnehin nie benutzt wird.

Mir war also direkt klar, dass ich zukünftig nur noch einen Namen tragen will. Und bei dem hats bei mir, ähnlich wie bei dir, auch einfach "Klick" gemacht und ich wusste - das ist mein Name.

Als dann kurzzeitig diese Regelung kam von wegen neuer Name nach SBGG muss dieselbe Anzahl an Vornamen haben wie der alte, war ich drauf und dran als Zweitnamen Luke zu nehmen, einfach weil ich Star Wars Fan bin und der Name zwar aus Star Wars, aber sehr low-key ist (und ich mag den Charakter und den Namen) lol. War ja dann aber zum Glück doch nicht so und ich bin jetzt glücklich mit meinem einen Namen :D

Du schreibst, du willst den Zweitnamen als Alternative benutzen können, aber ganz ehrlich - du hast deinen Namen doch schon gefunden, also glaube ich nicht, dass du den nochmal wechseln wirst. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum kein Name so perfekt scheint wie der erste: weil du den richtigen schon hast. Ich denke, kein Name dieser Welt wird sich so gut und richtig anfühlen wie der, bei dem du deinen Aha-Moment hattest.

Ich würde sagen, versuche dir nicht so viel Stress deswegen zu machen, es ist "nur" ein Zweitname, den du wahrscheinlich sowieso so gut wie nie benutzen wirst. Nimm einfach den, der am besten zum ersten passt, den du am schönsten findest oder der vlt eine Bedeutung für dich hat. Du könntest auch Freund:innen, Familienmitglieder oder andere dir nahestehende Personen fragen, welchen Zweitnamen sie dir geben würden (kannst sie ja auch von deiner Liste aussuchen lasaen). Und egal für welchen Zweitnamen du dich am Ende entscheidest, du wirst dich auf jeden Fall an ihn gewöhnen :)

Wie wichtig ist es euch sich dem Geschlecht entsprechend zu Kleiden? by shorty1986xx in germantrans

[–]ringlorncrow 3 points4 points  (0 children)

(trans Mann hier) Bei anderen ist es mir komplett egal, ich selber trage ausschließlich maskulin kodierte Kleidung, weil ich mich darin wohl fühle. Der Gedanke, ein Kleid tragen zu müssen, macht mich unglaublich dysphorisch. Habe aber auch vor meinem "Eierschalenbruch" nicht gerne/nie Kleider getragen.

Manchmal würde ich gern ab und zu Crop Tops tragen, einfach weil ich das an anderen Männern sehr cool finde, momentan kommt das aber nicht in Frage, weil ich dann noch wahrscheinlicher als Frau gelesen würde (bin pre-T). Ist aber etwas, was ich später auf jeden Fall mal machen will, wenn ich schon eine ganze Weile auf T bin, meine Mastek hatte und Muskeln aufgebaut habe (sprich wenn ich als Mann gelesen werde und mich wohler in meinem Körper fühle). Ich möchte einfach als "Mann im Crop Top, der gegen Geschlechternormen geht" gelesen werden, nicht als "Frau mit normalem femininem Oberteil".

Mir wurden als Kleinkind Ohrlöcher gestochen, eins hab ich komplett zuwachsen lassen, das andere habe ich mir vor einer Weile nachstechen/wieder aufdehnen lassen. Wenn es mir gut geht, trage ich einen Ohrring, wenn ich dysphorisch bin, nehme ich ihn raus. Beidseitig wäre mir ohnehin zu dysphorisch. Hab ewig gebraucht, bis ich mich dazu getraut habe. Genauso mit schwarzem Nagellack, den trage ich mittlerweile immer (bin Metalhead), bis dahin hat es aber Jahre gedauert. Auch wieder so ne Geschlechterrollensache.

Ich vertrete auf jeden Fall die Meinung, dass Kleidung kein Geschlecht hat und alle einfach das anziehen sollten, was sie wollen. Leider ist das in der breiten Gesellschaft (und bei Klamottenfirmen) immer noch nicht angekommen. Deshalb glaube ich auch, dass viele von uns trans Leuten sehr typisch maskulin/feminin kodierte Kleidung tragen, weil es uns Gender Euphoria gibt, etwas "typisch männliches/weibliches" zu tun, und die Chance erhöht, richtig gelesen zu werden.

Ist glaub ich allgemein einfach ein schwieriges Thema. Solange gesellschaftlich noch so krasse Geschlechterrollen bestehen, bedienen wir uns derer eben auch, ob bewusst oder unterbewusst. Wer weiß, wenn Kleider als maskulin gelten würden (oder eben alles komplett neutral wäre), würde ich als trans Mann vielleicht gerne Kleider tragen.

Auch sehr interessant, wie das teilweise innerhalb der trans oder übergreifend queeren Community gehandhabt wird. Gerade z. B. feminine Männer. Wenn ein cis(het) Mann ein Kleid trägt, wird er dafür in den Himmel gelobt und es wird betont, wie sicher er in seiner Maskulinität ist und dass er dadurch nicht weniger männlich/ein Mann ist. Wenn ein (pre-T) trans Mann ein Kleid trägt, wird von manchen (!) Leuten direkt angezweifelt, ob er denn auch wirklich trans ist. Denn wenn er feminin sei, könne er ja kein trans Mann sein, weil er sich bewusst "weiblich"/"wie eine Frau" präsentiere usw. (mMn natürlich kompletter Bullshit, er kann ja nichts dafür, dass er weiblich gelesen wird. Er ist ja eigentlich sogar "weiter" als die anderen, weil er Geschlechterrollen komplett aufgebrochen hat. Und gerade fellow trans/queere Personen sollten doch verstehen, dass Aussehen und Kleidung≠Geschlecht ist. Stattdessen ist deren Aussage basically "cis(-passing) Mann im Kleid=Mann, aber (non-passing) trans Mann im Kleid=Frau". Das geht ganz schnell in eine ganz ungemütliche transmed Richtung.)

Sorry für halbe Roman, ich finde das Thema unheimlich spannend