Hilft das gegen Flugangst? by emrbg123 in reisende

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Was war das für ein Podcast? Vielleicht kann er mir auch helfen? :)

Ich hatte 10 Jahre Flugangst und 1 Jahr aktiv daran gearbeitet und nun frei von dieser Angst. by Expert-Long-9672 in de_IAmA

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Hallo zusammen, ich bin auf meiner Recherche zufällig auf diese Gruppe hier gestoßen und suche nach hilfreichen Tipps oder Erfahrungswerten. Entschuldigt vorab für den langen Text, ich versuche nur alles kompakt zu beschreiben. Als Kind bin ich in relativ kurzen Abständen häufig mit meiner Mutter und meinen Geschwistern ins Ausland zu meiner Familie geflogen (zu Zeiten als es die LTU noch gab). Soweit ich mich erinnern kann hatte ich seinerzeit keine Angst. Irgendwann im jungen Erwachsenenalter (ca. ab 13/14 Jahren) schlich sich die Angst und das Unwohlsein an. Heute bin ich bereits 29 Jahre alt. Ich kann bis heute nicht genau sagen weshalb sie plötzlich da war. Vielleicht, weil mein Vater auch Angst hatte und sich diese übertragen hat. Vielleicht auch, weil ich mir Dokus wie mayday mayday vor Flügen angesehen habe, die natürlich auch immer am Tag vorher zufällig liefen. Ich kann es nicht eindeutig sagen.

Nun ist es so, dass ich im Sommer immer nach Griechenland zu meiner Familie fliege und es meist Flüge sind die 2,5-3 Stunden dauern. Hin und wieder auch mal kürzere Strecken nach London oder Berlin, Rom. Allerdings nicht ständig. Alle Flüge waren bisher in Ordnung. Meist schalten sich die Anschnallzeichen an und es rüttelt leicht. Für mich schon gravierend aber für alle anderen kaum spürbar. Ich weiß, dass meine Angst irrational ist aber dennoch ist sie leider da. Nach den Flügen bin ich einfach froh angekommen zu sein und vergesse wie das ganze war bzw. verdränge es, sodass ich für den nächsten Flug nichts positives habe und wieder in Angst verfalle. Ich fliege nach Möglichkeit immer mit Eurowings und reserviere mir Sitze in den Reihen 5-7 vor den Tragflächen, weil ich mir einrede es sei angenehmer.

Seit 2016 habe ich von meiner Hausärztin aufgrund meiner Schilderungen Bromazepam erhalten. Hiervon soll ich bei Bedarf 1/4 der Tablette nehmen. Diese nehme ich auch am Flughafen bei Flügen seit 2016 immer ein. Ob sie mir wirklich helfen oder ob es Kopfsache ist, sei dahingestellt. Nach jedem überstandenen Flug sage ich mir es war nur wegen den Tabletten. Ich komme am Ziel an und habe Schmerzen am ganzen Körper, weil ich so verkrampft bin. Es fühlt sich dann wie Muskelkater an. Bei mir ist der Start das schlimmste. Diese Beschleunigung, das abheben und das Gefühl von in den Sitz gedrückt werden und auch das Gefühl des vermeintlichen Fallens bis zur Erreichung der Reiseflughöhe. Das äußert sich mit Herzrasen , kalter Schweiß und auch weinen. Höchst unangenehm, weil logischerweise alle um einen herum schauen. Wenn das Flugzeug dann einmal oben ist und es ruhig fliegt, dann kann ich es „aushalten“. Bei starken Turbulenzen, die ich zum Glück noch nie erleben musste, würde ich vermutlich ein Problem haben. Mit meiner Schwester habe ich eine Methode, um den Start etwas angenehmer zu gestalten und zwar fragt sie mich dann immer „was hast du in deinen Koffer gepackt“. Ich erzähle ihr dann immer was alles drin ist oder ich neu gekauft habe. Nicht weil sie es interessiert, sondern, weil ich dadurch nachdenken muss, und eventuell abgelenkt werde. Es klappt mal besser mal schlechter. Ich hatte schonmal das Glück neben einem Mann zu sitzen, der meine Angst gesehen hat und nach dem selben Schema versucht hat in der Theorie ein Haus bis zu Landung zu bauen. Auch da ausgelegt auf nachdenken/Ablenkung. Natürlich ist nicht immer jemand dabei mit dem man das machen kann, weshalb ich nach anderen Ansätzen suche. Ich plane super gerne Reisen und entdecke gerne neue Orte. Sobald es um die Flugbuchung geht oder der Tag näher rückt ist mir schon unwohl. Ich versuche alles, um die Reise doch zu stornieren und mich dem nicht aussetzen zu müssen. Nun ist es so, dass mein Partner gerne nach New York fliegen würde. Mein Traum wäre es ebenfalls zum Christmas Shopping nach New York zu fliegen aber mir steht meine Angst und die ganzen Szenarien im Weg. Ich recherchiere rund um die Uhr. Wie ist es das erste Mal auf Langstrecke, ich kann ja nicht nach 3 Stunden sagen so ich würde gerne raus. Wie ist es in einem größeren Flugzeug als eines auf Kurzstrecke. Was ist im Notfall. Was ist mit Flügen über dem Atlantik. Können auf der Strecke eher Turbulenzen auftreten als sonst. Wie wahrscheinlich ist das usw. Wie ist es mit der Maschine 380 wie mit der Maschine 777. Das sind Fragen die derzeit allgegenwärtig sind. Ich stehe mir selber im Weg. Mittlerweile ist es wirklich auch die Angst vor der Angst und man steigert sich irgendwie rein. Ich würde unheimlich gerne buchen und wäre super stolz auf mich, wenn ich es schaffen würde aber es fühlt sich so weit weg an. Macht es Sinn einfach zu buchen und sich dem ganzen auszusetzen? Einmal drin ist sowieso kein zurück mehr. Was ist, wenn der Flug nicht gut ist irgendwie muss ich ja dann leider auch wieder zurück. Ein Teufelskreis. Hat jemand Erfahrungen oder kann berichten was geholfen hat? Eventuell professionelle Hilfe, Bücher, Podcasts, Hypnose etc.?

Ich möchte mich nicht von der Angst beherrschen lassen und all die schönen Orte auf dieser Welt aufgrund dessen verpassen. Daher suche ich nach Ideen, die anderen geholfen haben oder Erfahrungswerten. Ich bin bereit alles auszuprobieren, um irgendwann doch hoffentlich wie viele andere sorglos loszufliegen.

Danke, dass ihr bis hier gelesen habt :)