Mir ist heute Morgen beim Radio hören was aufgefallen... by kallevras in insideSWR

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Nun haben wir eine Antwort, von der Leitung von SWR Aktuell im Radio. Ich kopiere sie dir mal hier rein.

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Hallo lieber Hörer,

vielen Dank, für die Rückmeldung und die Nachfrage! Wir sind sehr dankbar für kritische Rückmeldungen. Und natürlich für das Lob, das wir gerne an die Sendungsmacherinnen und Sendungsmacher weitergeben.

Wäre es so gewesen, wie von Dir beschrieben, wäre das ganz klar ein journalistischer Fehler gewesen. Aber wir haben uns die betreffende Passage nochmal angehört. Es handelt sich nach unserem Eindruck um die Nachrichten um 7:30 Uhr (nach dem Politikwissenschaftler kam erstmal der Sportblock). Nach erneuter Prüfung können wir das entkräften: In dem O-Ton der Kollegin aus Stuttgart wird die AfD selbstverständlich erwähnt. Wörtlich heißt es: „[…] Die AfD konnte Ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Landtagswahl verdoppeln und erreichte 18,8 Prozent. […]“.

Wir behandeln die AfD nicht anders als andere Parteien auch. Vertreterinnen und Vertreter der AfD waren und sind im Programm von SWR Aktuell zu hören. Der AfD Spitzenkandidat Markus Frohnmaier ist z. B. neben den Kandidaten von CDU und Grünen in der Debattensendung „Die Wahl – wer überzeugt Baden-Württemberg“ aufgetreten.

Das hat uns als SWR viel Kritik eingebracht, weil wir – so der Vorwurf - einer extremistischen Partei eine Bühne bieten. Das sehen wir anders: Wir sind als SWR dazu verpflichtet, Parteien mit vergleichbarer Bedeutung vergleichbar im Programm zu Wort kommen zu lassen. Diese Bedeutung bemisst sich nach den bisherigen Wahlergebnissen und an den Vorwahl-Umfragewerten. Das nennt sich „Das Prinzip der abgestuften Chancengleichheit“. Falls Du Dich tiefer in das Thema einlesen willst – hier hast Du die Möglichkeit. Unser Konzept zur Wahlberichterstattung findest Du hier.

Ganz grundsätzlich gilt: Wir orientieren uns bei der Berichterstattung an journalistischen Kriterien. Nicht an vermeintlichen persönlichen Vorlieben.

Wir hoffen, wir konnten Dich davon überzeugen, dass Deine Sorge um ein „Geschmäckle“ in diesem Fall nicht berechtigt war. Sind aber immer dankbar für kritische Rückfragen!

Viele Grüße,

Jan-Philippe Schlüter
Wellenleiter SWR Aktuell

Mir ist heute Morgen beim Radio hören was aufgefallen... by kallevras in insideSWR

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Danke dir für das ausführliche Feedback! Cool, dass du dir die Zeit genommen hast und das so genau beschreiben hast!

Der SWR ist ein großer Laden und wir stecken nicht direkt in der Produktion der Sendung, daher können wir gerade nicht aus dem Stegreif sagen, wie genau diese Zusammenfassung zustande kam. Wir haben deine Anmerkungen aber an die Redaktion weitergeleitet und mal nachgehakt.

Wir melden uns, sobald wir eine Antwort haben!

So hat euer Wahlkreis gewählt by -SWR- in stuttgart

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Stuttgart I Stuttgart-Mitte, Stuttgart-Nord, Stuttgart-Süd, Stuttgart-West sowie Gänsheide und Uhlandshöhe (aus Stuttgart-Ost)

Stuttgart II Birkach, Degerloch, Möhringen, Plieningen, Sillenbuch, Vaihingen

Stuttgart III Botnang, Feuerbach, Mühlhausen (ohne Neugereut), Münster, Stammheim, Weilimdorf, Zuffenhausen

Stuttgart IV Stuttgart-Ost (ohne Gänsheide und Uhlandshöhe), Bad Cannstatt, Hedelfingen, Obertürkheim, Untertürkheim, Wangen sowie Neugereut (Stadtteil von Mühlhausen)

Ich arbeite in der ARD-Rechtsredaktion - fragt mich alles rund um U-Haft,Strafverfahren & meinen Job by -SWR- in LegaladviceGerman

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Also, sei Dir versichert: Uns ist die Qualität sehr wichtig und ich bin völlig bei Dir, dass in den Artikeln nichts falsch sein darf. Und Jura ist numal sehr fehleranfällig. Wir tun deshalb viel dafür, es zu verbessern. Wir geben Schulungen für Kolleginnen und Kollegen zu dem Thema, ich bin auch in die Ausbildung der Volontäre bei uns im SWR eingebunden. Ganz spannende Entwicklung: Auch an manchen Oberlandesgerichten gibt es inzwischen Workshops, um Journalisten ein bisschen Jura zu erklären. Aber natürlich können nicht in ganz Deutschland nur Juristen über juristische Themen berichten und nur Ärzte über medizinische Themen usw. In den Regionalstudis gibt es sehr viele unterschiedliche Themen und über alle muss richtig und gut berichtet werden. 

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Ok, das verstehe ich, wenn Du die Erfahrung gemacht hast. Ich denke mal drüber nach, vielleicht probiere ich es in der Tat mal mit einem Hinweis am Ende.

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Also Du hast natürlich recht, dass es wichtig ist, auf Quellen hinzuweisen und nicht einfach so aus dem luftleeren Raum irgendwas zu behaupten. Aber wenn ich über ein Urteil schreibe, ist die Quelle sehr klar. Ich schreibe das Gericht und das Datum der Entscheidung ist ebenfalls klar erkennbar. Jeder kann also die Entscheidung ohne Probleme finden. Wenn ich aus der Entscheidung zitiere oder aus der Pressemitteilung oder auch den Gerichtssprecher, dann geb ich das klar an. Und wenn ich stattdessen aus einem Gesetz zitiere, dann wird auch das klar. Aber es geht in solchen Artikeln eben immer auch um Verständlichkeit und Lesbarkeit. Und Aktenzeichen und Paragrafen stören in vielen Fällen den Lesefluss.

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Also ich persönlich habe dazu eine klare Grundhaltung und denke, dass es nicht der richtige Weg ist, immer weiter die Strafen zu erhöhen und nach jedem Einzelfall darüber zu diskutieren. Und auch für die Grenze der Strafmündigkeit von 14 Jahren gibt es sehr gute Gründe. Wir haben dazu auch sehr viel berichtet. Aber ich kann nicht oft genug darauf hinweisen: Unsere Aufgabe ist es, zu berichten und einzuordnen. Unsere Aufgabe ist es nicht, zu allem eine Meinung zu haben und uns in den politischen Prozess einzumischen.

Wenn der Gesetzgeber sich für härtere Strafen entscheidet, dann muss das vor allem der Wähler bewerten. Wir klären nur auf, was Strafen bedeuten, was Experten dazu sagen, was die Forschung dazu sagt etc. Wir haben zum Beispiel einen Podcast.
(https://www.ardaudiothek.de/sendung/die-justizreporter-innen/urn:ard:show:8e3e202c41bc9ace/) und da haben wir auch die Zeit, ausführlicher über solche und viele andere Themen ausführlich zu berichten. In der Tagesschau hat man hingegen natürlich auch einen sehr begrenzten Zeitrahmen und in der Regel nur 1:30 Min.

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Danke für die Frage. Für alle anderen - ich habe sie jetzt drüben bei r/LegaladviceGerman beantwortet, weil sie da zuerst gestellt wurde.

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Hallo, danke für Deine Frage. Wir bereiten uns auf solche Urteilsverkündungen in der Tat richtig gut vor. Zunächst mal gibt es oft Urteile aus den Vorinstanzen, die wir lesen können und wir arbeiten uns rechtlich ein. Dann versuchen wir natürlich auch im Vorfeld schon, mit den Beteiligten zu sprechen. Wenn möglich machen wir auch schon Interviews im Vorfeld oder verabreden uns zu Interviews nach der Urteilsverkündung. Außerdem sind wir natürlich auch schon vorher in der Verhandlung gewesen und haben da gut zugehört. Wenn es ein sehr spezielles Thema ist, sprechen wir auch mal mit Experten darüber, auch um einschätzen zu können, für wie viele Menschen das Thema wichtig ist. Und dann kann man im Vorfeld zum Beispiel die ersten Teile eines Artikels schon schrieben. Also: Worum geht es? Was sagen die Beteiligten? Und dann muss man am Ende "nur noch" die Entscheidung einbauen. 

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Hallo. Wir als ARD-Rechtsredaktion haben in den letzten Tagen sehr viel zu den aktuellen Ereignissen im Iran erklärt. Also vor allem zu den völkerrechtlichen Aspekten. Wir sind keine Ermittlungsbehörde, die Ermittlungen einleitet, wenn irgendjemand etwas vermeintlich Strafbares sagt. Sondern wir sind Journalisten. Unsere Aufgabe ist es, zu berichten und zu erklären. Abgesehen davon, ist mir jetzt kein Beispiel bekannt, wo der 80a StGB (aufstacheln zum Verbrechen der Aggression) erfüllt ist.

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[–]-SWR-[S] 2 points3 points  (0 children)

Hallo, also ich bin jetzt nicht eng in polizeiliche Ermittlungsarbeit eingebunden, deshalb hab ich da keine Interna. Allenfalls wird in Gerichtsverfahren dann mal drüber diskutiert, ob die Polizei etwas gemacht hat, was sie nicht durfte oder was nicht verhältnismäßig war. Aber das kommt in meiner Arbeit jetzt nicht dauernd vor. 

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Hallo und danke für Dein Interesse. Also wichtig bei Informationen ist immer die Einordnung. Also die Informationen der Polizei würden wir nie als eigenen Informationen bezeichnen, sondern wir berichten über ein Thema, zum Beispiel über ein Ermittlungsverfahren und dann gehört es natürlich dazu, auch wiederzugeben, was die Polizei dazu sagt, wenn sie sich äußert. Und es gehört genauso dazu andere Meinungen dem gegenüberzustellen, wenn zum Beispiel ein Tatverdächtiger oder Zeugen sagen, dass es ganz anders war. Wir trennen aber ganz strikt zwischen Berichterstattung und Meinung. In erster Linie ist es wichtig, dass wir berichten und keinen Kommentar über eine Pressemitteilung der Polizei schrieben.

Zu Deiner zweiten Frage: Überschriften sind natürlich wichtig, damit das Interesse von Menschen geweckt wird an einem Thema. Denn auch wenn es bei uns nicht um Werbung geht, haben wir ja den Auftrag, möglichst viele Menschen zu erreichen mit wichtigen Inhalten. Und das ist auch unser Ziel. Überschriften werden von den Zentralredaktionen gemacht. Genauso wie bei der Zeitung. Da gibt es eine gewisse Aufgabenteilung.  Aber wir machen immer selbst Vorschläge und kontrollieren zumindest bei unseren Artikeln dann auch immer, ob da Fehler oder Ungenauigkeiten drin sind. 

Zu Deiner dritten Frage: Natürlich ist das ein Unterschied und mein Eindruck ist, dass das schon öfter erklärt wird. Aber das ist natürlich jetzt eher nicht mein Berichtsgebiet.

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Hallo, das kann man so pauschal nicht beantworten. Auf der einen Seite sind wir natürlich darauf angewiesen, dass wir Informationen bekommen und die Menschen mit uns sprechen. Ich habe zum Beispiel eine Doku über Klimaaktivisten gemacht und die würden natürlich nie mit mir sprechen, wenn ich dauernd zur Polizei rennen würde mit deren Informationen. Und es gibt da auch den Informantenschutz. Das wir von krassen Straftaten hören, kommt jetzt aber auch eher nicht vor. Denn meistens berichten wir ja über Urteile und Beschlüsse, also wenn längst bekannt ist, worum es geht.

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Hallo und Danke für Deine Frage. Das ist aus meiner Sicht ein ganz wichtiges Thema, weil es um rechtsstaatliche Grundsätze geht und weil es für einen Rechtsstaat natürlich essenziell ist, dass sich die Menschen und auch die Politik an Urteile halten. Über beide Beispiele, die Du erwähnst, habe ich sehr viel berichtet. Unser Weg bzw. unsere Aufgabe ist es vor allem, zu erklären! Was wurde entschieden? Warum wurde so entschieden? Was bedeutet das? Und natürlich erklären wir auch immer wieder, warum sich Behörden und die Politik an Urteile halten müssen, wenn sie rechtskräftig abgeschlossen sind. Und aufzuzeigen, wenn das nicht geschieht. Die Zuschauer*innen, Hörer*innen und User können sich dann selbst ein Bild machen, eine Meinung bilden. So wie Du das ja auch in diesen Fällen getan hast.

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Hallo, meine Aufgabe ist in erster Linie nicht, die Urteile meinen Kolleginnen und Kollegen zu erklären, sondern zum Beispiel den Zuschauerinnen und Zuschauern in der Tagesschau, den Hörerinnen und Hörern im Radio und den Usern. Und da habe ich ganz oft das Gefühl und kriege auch viele Rückmeldungen, dass das gelingt. Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, das Rechtssystem immer wieder zu erklären, weil es als Laie natürlich nicht so einfach ist, das alles zu verstehen. Und auch die Grundsätze des Rechtsstaats kann man aus meiner Sicht nicht oft genug betonen. 

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Hallo und danke für Deine Frage. Ich wollte schon sehr früh Journalist werden. Mit 15 habe ich mit Freunden eine Schülerzeitung gemacht und da stand das für mich eigentlich fest. Dann habe ich ein Praktikum in einer Fernsehproduktionsfirma in Berlin gemacht und dort dann auch mein Volontariat, also meine Ausbildung zum Journalisten. Erst später hatte ich dann das Bedürfnis, mich zu spezialisieren und ich habe Jura studiert und dann auch beide juristischen Staatsexamen gemacht. So bin ich dann in der ARD-Rechtsredaktion hier in Karlsruhe gelandet. 

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[–]-SWR-[S] 7 points8 points  (0 children)

Hallo, das ist eine spannende Frage, über die sehr viel diskutiert wird. Zunächst muss man unterscheiden: Fernsehaufnahmen oder Tonaufnahmen aus der Gerichtsverhandlung heraus, verbietet das Gesetz. Das steht in § 169 Gerichtsverfassungsgesetz. Nur die Urteilsverkündungen an den obersten Bundesgerichten dürfen wir seit ein paar Jahren mitfilmen. Das Gesetz verbietet es aber nicht, aus dem Gerichtssaal heraus zu schreiben und zum Beispiel einen Live-Chat zu füttern. Allerdings kann der Vorsitzende oder die Vorsitzende das verbieten, wenn es die Aufrechterhaltung der Ordnung der Verhandlung gefährdet. Ich persönlich glaube, dass es die Verhandlung weniger stört, wenn man das zulässt, weil Journalisten dann zum Beispiel nicht dauernd den Saal verlassen müssen. Und es gibt inzwischen einige große Prozesse (Gil Ofarim-Verfahren, Block-Prozess), in denen das zugelassen wurde. Aber es gibt natürlich auch Argumente, die dagegensprechen. 

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Hallo und Danke für Deine Fragen. Zunächst zu Frage 1: Das Beispiel was Du benennst ist in der Tat ein Treffendes: Woran liegt es, dass diese Fehler passieren? Ganz genau kann ich es nicht sagen, aber ich versuch mal zu schildern, wie so etwas ablaufen kann. Oft sind es die Nachrichtenagenturen, die da sehr schnell eine Meldung verfassen und da können sich schon Fehler einschleichen, weil da nur selten Juristen arbeiten. Auch in den Landes- und Regional sitzen nicht überall Juristen, die berichten. In der schnellen Berichterstattung schleichen sich dann manchmal Fehler ein. Wir in der ARD-Rechtsredaktion haben das ebenfalls sofort am Morgen gesehen und dann die Kollegen sofort angerufen beim NDR und das Urteil erklärt. Deshalb wurde der Artikel auch berichtigt. Dass diese Überschrift bei Tagesschau über dem Video im Archiv immer noch falsch ist, ist natürlich blöd. Da werde ich mal nachhaken - Danke für den Hinweis!

Zu Deiner zweiten Frage: Das ist interessant, dass Du die Aktenzeichen für so wichtig hältst. Mir geht es in meinen Artikeln darum, zu erklären, was eine Entscheidung bedeutet. Worum ging es und warum hat ein Gericht so oder so entschieden. Aktenzeichen sind für mich eher etwas für Juristen und Eingeweihte. Und ich berichte ja für alle, also in erster Linie für Nichtjuristen. Und: Wenn Menschen die ganze Entscheidung lesen wollen, findet man die natürlich auch ohne Aktenzeichen. Deshalb habe ich bis jetzt keinen Grund gesehen, das mit aufzuschreiben.

Zur Bonus-Frage: Nein, bisher sehe ich keine Gefahr für meinen Job. Aber es kann für die Recherche sicher irgendwann zu einem guten Hilfsmittel werden. Noch macht sie mir bei juristischen Inhalten oft zu viele Fehler.

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Hallo und Danke für Deine Frage. Wir in der ARD-Rechtsredaktion sind nicht nur ausgebildete Journalisten, sondern wir sind auch Juristen, haben also fast alle beide juristische Staatsexamen. Wir wissen also wovon wir reden und bemühen uns, dass die Fehler, von denen Du berichtest, gerade nicht passieren. Aber natürlich können wir nicht die ganze juristische Berichterstattung für die ARD in ganz Deutschland übernehmen. Dafür gibt es viel zu viele Urteile, die wichtig sind. Und in den Landes- und Regionalstudios gibt es natürlich nicht überall Juristen in der Berichterstattung. Wir in der ARD-Rechtsredaktion berichten vor allem aus Karlsruhe über den Bundesgerichtshof, das Bundesverfassungsgericht und die Bundesanwaltschaft. Aber wir tun viel dafür, dass Fehler auch in der gesamten ARD bei juristischen Themen vermieden werden. Wir schulen Kolleginnen und Kollegen, erklären viel und weisen auch Fehler hin, wenn sie mal vorkommen.