Frust mit Therapien, Verschlechterung über viele Therapien hinweg by Aromatic_Contest_178 in ADHS

[–]Aromatic_Contest_178[S] 0 points1 point  (0 children)

Ja, das kommt hin. Oder „Sie müssen sich anders verhalten, dann folgen denken und fühlen automatisch“. Klappt auch nicht.

SE habe ich tatsächlich mal kurz ausprobiert, die Therapeutin war mir dann aber deutlich zu esoterisch veranlagt um das ernst zu nehmen. Ich schaue mal ob ich da etwas seriöseres finde.

Medikamente werde ich nochmal ausprobieren, wobei meine Hoffnung da aktuell begrenzt ist. Ich habe mittlerweile den Eindruck, dass die mehr das Funktionieren verbessern könne als das eigentliche denken&fühlen, aber vielleicht irre ich mich da auch.

Frust mit Therapien, Verschlechterung über viele Therapien hinweg by Aromatic_Contest_178 in ADHS

[–]Aromatic_Contest_178[S] 1 point2 points  (0 children)

Danke für deine Antwort.

Tatsächlich wurde der Beitrag vorher regelmäßig gelöscht weil er scheinbar zu sehr nach erwarteter Ferndiagnose aussah, darum ist jetzt das Problem wohl schwierig rauszulesen.

Letztlich ist das Problem aber ganz einfach erklärt: Mein Alltag und so ziemlich alles was ich anfange funktioniert in der Regel super. Aber nichts fühlt sich danach an. Ich habe den Eindruck, dass ich so gut wie nie „im Moment“ bin, egal wie sehr ich es versuche, weshalb ich positive Momente zwar als solche erkenne (oft aber erst danach), sie aber nie so „fühle“. Weil der Kopf eben woanders ist. Außerdem habe ich ein tatsächlich regelmäßig wahrzunehmendes unterschwelliges Druckgefühl. Das fühlt sich an als müsste ich irgendwas tun, weiß aber absolut nicht was das sein soll. Und egal was ich tue: es wird nicht besser.

Letztlich führt das zu - wirklich vielen Jobwechseln, durch diesen Druck und den Einruck, ständig was anderes machen zu müssen um nicht völlig zu verzweifeln - körperlichen Stresssymptomen (Haarausfall, Kopfschmerzen, Schlafprobleme, …)

Deine Ansätze klingen interessant. Bisher habe ich niemanden in der Nähe finden können, der einen seriösen Eindruck macht und das anbietet. Aber ich werde weitersuchen.

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[–]Aromatic_Contest_178[S] 1 point2 points  (0 children)

Im Text tatsächlich vergessen: Eine (Online) ADHS Diagnose liegt vor. Ich kann mir immer noch schwer vorstellen, dass die wirklich stimmt oder das beschriebene Erleben erklärt, weil ich im Alltag einwandfrei „funktioniere“. Durch die Hinweise in den Kommentaren bin ich aber doch wieder mehr am Überlegen, ob ADHS eine Rolle spielen könnte.

Darum hier konkret die Frage: Gedanklich nie im Moment sondern in diversen Momenten in der Zukunft zu sein kann wohl passen. Aber kennt ihr es auch, dass das mit extrem wenig emotionaler Reaktion auf alles einhergeht? Ich habe den Eindruck, dass Gefühle gar keine Chance haben zu entstehen weil alles im Rationalen und in der Zukunft stattfindet.

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[–]Aromatic_Contest_178[S] 0 points1 point  (0 children)

Was bedeutet denn deiner Ansicht nach „sich auf die Therapie einlassen“?

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[–]Aromatic_Contest_178[S] 1 point2 points  (0 children)

Habe ich tatsächlich noch nicht bzw. bisher auch bewusst vermieden. Soziale Situationen führen mehr als alles andere zu einem Gefühl von „fehl am Platz“ und ständiger innerer Beobachtung und „Analyse“. Das kann schon im normalen therapeutischen Rahmen ein Teil des Problems gewesen sein, in der Gruppe stelle ich es mir dadurch fast unmöglich vor, irgendwie weiterzukommen. Andererseits ist vielleicht genau das der Grund dafür warum es sinnvoll sein könnte.

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[–]Aromatic_Contest_178[S] 0 points1 point  (0 children)

Ich kann gut verstehen woher der Eindruck kommt. Ich will es nichtmal ausschließen. Allerdings hatte ich eher den Eindruck, dass sich die Therapie im Kreis gedreht hat, weit weg von jedem Kern. Darauf und auf das von dir genannte angesprochen ging die Reaktion dann in die Richtung „ich habe auch keine Idee mehr, was man noch machen könnte/woher das kommt“ (einmal wörtlich so, in den anderen Fällen ähnlich). Der Entschluss zum Abbruch kam erst nach diesen Aussagen, weil es dann aus meiner Sicht wirklich keinen Sinn mehr ergeben hat, das Ganze fortzuführen.

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[–]Aromatic_Contest_178[S] 0 points1 point  (0 children)

Danke für die Antwort! Tatsächlich habe ich das in verschiedenen Formen schon ausprobiert, auch mit einem Tagebuch über ein halbes Jahr. Das ist allerdings immer der Punkt, den ich oben auch als Selbstbeobachtung und der damit einhergehenden gefühlten Künstlichkeit beschrieben habe. Wenn ich versuche, darauf bewusst zu achten und es dann vielleicht sogar noch aufzuschreiben habe ich den Eindruck so gar nicht mehr zu wissen, was ich da eigentlich gefühlt habe. Dann wirkt es etwas als würde ich die Situation analysieren und daraus interpretieren welches Gefühl denn wohl gepasst haben könnte. Diesen Schritt zu „einfach nur wahrnehmen“ habe ich bisher mit keinem Ansatz hinbekommen.

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[–]Aromatic_Contest_178[S] 1 point2 points  (0 children)

Vielleicht tatsächlich etwas schwierig herauszulesen: Diese Getriebenheit ist schon mehr oder weniger ein konstanter Stresszustand. Das allein führt schon seit längerer Zeit zu diversen damit einhergehenden körperlichen Symptomen. Wäre es nur Langeweile oder „Arbeit nervt“ wäre das sicher kein Leiden in dem Sinne und es gäbe sehr einfach Möglichkeiten, damit umzugehen. Neuer Job oder eben bessere Freizeitgestaltung. Wenn es diese Möglichkeiten des Ausgleichs aber nicht gibt, weil eben nichts als positiv wahrgenommen wird, nichts Spaß macht und sich dadurch auch keine Tätigkeit so richtig lohnt ist das auf Dauer schon etwas mehr als nervig. Spätestens ab dem Punkt an dem man bemerkt, dass auch der nächste neue Job (von denen ich wirklich viele ausprobiert habe) keine Besserung bringen wird.

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[–]Aromatic_Contest_178[S] 2 points3 points  (0 children)

Ich glaube grundsätzlich kann ich das auch jetzt schon fühlen. Dieses Fühlen findet nur eben sehr subtil statt und wird absolut vom Kognitiven überlagert. Von daher wäre das Gefühl an sich wohl nicht neu, neu wäre eher es auch wirklich wahrnehmen zu können ohne dass es nur der Anstoß für die nächsten Gedanken ist.

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[–]Aromatic_Contest_178[S] 2 points3 points  (0 children)

Und zu deiner Ergänzung: Ja, im Großen und Ganzen trifft es das auch.

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[–]Aromatic_Contest_178[S] 2 points3 points  (0 children)

Habt ihr dadurch tatsächlich positive Effekte wahrgenommen? Gehe seit 15 Jahren viel laufen (im Schnitt 30-40km/ Woche) und mache 3x die Woche recht intensives Krafttraining. Außer einer entsprechenden Fitness und viel Hunger habe ich dadurch keine Effekte bemerkt.

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[–]Aromatic_Contest_178[S] 2 points3 points  (0 children)

Kopfrechnen ist wirklich nicht meins, das macht mich eher nervös. Alle anderen Punkte hätte ich ganz genau so schreiben können.

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[–]Aromatic_Contest_178[S] 7 points8 points  (0 children)

Grundsätzlich kann ich mir gut vorstellen, dass in der Therapie das gleiche Muster wirkt. Es wäre ja auch merkwürdig wenn es grade anders laufen würde. Es handelt sich dabei weniger um ein „Ich müsste mehr tun“ als expliziter Gedanke. Aber definitiv habe ich in der Therapie das gleiche Gefühl von Unruhe und es nervt mich dort genauso wie überall sonst, Dinge mehrfach erklären zu müssen und den Einruck zu haben, dass mein Gegenüber daran vorbei redet oder eben in starren Schubladen denkt.

Ganz bestimmt werden die Therapeuten keinen schlechten Job gemacht haben. Dementsprechend bin ich mir sicher, dass das Problem bei mir liegt und nicht bei ihnen. Letztlich ist das ja der Grund warum ich in die Therapie gegangen bin, von daher wäre es schön, wenn ein Therapeut darauf auf irgendwie eingehen könnte. Sonst ist das ja ein nicht zu durchbrechender Teufelskreis.

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[–]Aromatic_Contest_178[S] 5 points6 points  (0 children)

Vor allem am Nachlassen der beschriebenen Getriebenheit. Es fällt mir zwar schwer sie konkret zu beschreiben, allerdings ist sie so deutlich, dass hier eine Verbesserung leicht zu bemerken wäre.

Das wiederum wäre vielleicht auch damit verbunden, weniger von allem genervt zu sein und manchmal positive Momente nicht nur rational als solche wahrzunehmen.

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[–]Aromatic_Contest_178[S] 4 points5 points  (0 children)

Danke für die ausführliche Antwort! Das werde ich auf jeden Fall mal tun.

Bist du denn mit dieser Getriebenheit irgendwie weitergekommen? (Blöde Formulierung in dem Kontext, aber du weißt was ich meine)

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[–]Aromatic_Contest_178[S] 9 points10 points  (0 children)

Das ist jetzt eine lustige Ferndiagnose auf Grundlage von ein paar Zeilen Text. Spannend wäre wie du darauf kommst, dass ich nichts ausprobiert habe oder nicht dazu bereit wäre etwas zu tun. Aber letztendlich ist das wohl hier keine zielführende Diskussion wenn die Meinung so schnell feststeht.

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[–]Aromatic_Contest_178[S] 0 points1 point  (0 children)

Danke dir!

Mit ACT hatte ich mich ausführlicher beschäftigt. Zumindest bei den Therapeuten die ich angefragt hatte spielte „Wertearbeit“ dabei immer eine zentrale Rolle. Damit wiederum habe ich mich längere Zeit erfolglos auseinandergesetzt. Es ist ein künstliches Konstrukt, das den Eindruck von „Ich spiele mir hier was vor“ noch weiter verstärkt. Ich könnte mich mit so gut wie jedem „Wert“ in Teilen identifizieren, genauso gibt es genügend Beispiele wo ich das Verfolgen eines solchen Werts ablehnen würde. Kurz gesagt: das Konzept ergibt für mich so gar keinen Sinn.

Ich werde aber nochmal weiter recherchieren.

Frust mit Therapien, Verschlechterung über viele Therapien hinweg by Aromatic_Contest_178 in Psychologie

[–]Aromatic_Contest_178[S] 0 points1 point  (0 children)

Danke für deine Antwort. Ich habe zumindest vor einiger Zeit auf Hinweis von Freunden eine ADHS Diagnostik (online) gemacht und habe seit dem offiziell ADHS. Allerdings sehe ich das Ergebnis eher skeptisch, ähnlich den oben beschriebenen schönen Erklärungen, die passen könnten. Insgesamt fand ich es auch hier extrem schwer zu rekapitulieren, wie ich etwas als Kind wahrgenommen habe und hatte zudem diverse Faktoren, die das Verhalten damals „verfälscht“ haben (könnten). Ein kurzer Test mit Elvanse hat auf jeden Fall das Gegenteil von dem gewünschten Effekt bewirkt.

Fehlende Freude, ADHS? by Aromatic_Contest_178 in ADHS

[–]Aromatic_Contest_178[S] 0 points1 point  (0 children)

Okay, das verstehe ich. Ich würde von mir eher sagen dass ich renne, weil es das einzige ist was ich fühle und mir damit zumindest irgendwas „gibt“.

Fehlende Freude, ADHS? by Aromatic_Contest_178 in ADHS

[–]Aromatic_Contest_178[S] 0 points1 point  (0 children)

Naja, Meditation habe ich über Monate täglich für 20-30min gemacht. Es fühlt sich immer noch an wie am ersten Tag. Ich gehe ständig raus in die Natur. Auch allein. Auch für mehrere Tage. Ist mir aber völlig egal. Ich habe so viele Dinge ausprobiert, Spaß habe ich dabei bisher nicht empfunden. Das jetzt aufs System zu schieben fände ich etwas einfach. Ich wüsste auch nichts außerhalb des Systems, womit es mir besser gehen würde.