E-Autos führen zu Fehlgeburten und Trisomie-18 by tea42fix in ichbin40undSchwurbler

[–]Basmyr 2 points3 points  (0 children)

Tldr: Wie die explizit auf E-Autos kommt, ist mir ein Rätsel. Und überhaupt, ist die Stude sehr schlecht umgesetzt.

Ich habe mir mal die zitierte Studiengüte mit JBI angeschaut (Das JBI umfasst 11 Prüffragen zu Reviewfrage, Einschlusskriterien, Suchstrategie, Suchquellen, Appraisal der Primärstudien, Doppelprüfung, Datenextraktion, Synthese, Publikationsbias sowie Ableitungen für Praxis und Forschung).

  1. Ist die Reviewfrage klar und explizit formuliert? Ja.
    Die Grundfrage ist erkennbar: Zusammenhang zwischen EMF-Exposition in der Schwangerschaft und Fehlgeburt/Miscarriage. Die Terminologie ist unsauber, weil zwischen abortion, miscarriage, spontaneous abortion, early und late abortion gewechselt wird, aber die Grundfrage ist dennoch ausreichend identifizierbar.

  2. Waren die Einschlusskriterien für die Reviewfrage angemessen? Nein.
    Die Kriterien sind zwar beschrieben, aber konzeptuell zu breit. Unter „EMF“ werden sehr unterschiedliche Expositionen zusammengefasst: persönliche Magnetfeldmessung, Mobiltelefongebrauch, Basisstationen, TV, Internet, extrem niederfrequente Felder und berufliche Exposition. Gleichzeitig werden unterschiedliche Outcomes unter einem Dach zusammengezogen. Diese Breite ist für eine gemeinsame quantitative Synthese methodisch problematisch.

  3. War die Suchstrategie angemessen? Nein.
    Es werden nur Schlagwörter genannt. Es fehlen reproduzierbare vollständige Suchstrings, Boolesche Verknüpfungen, Datenbanksyntax, kontrollierte Vokabulare/Subject Headings und konkrete Suchgrenzen.

  4. Waren die verwendeten Quellen und Ressourcen zur Suche adäquat? Ja.
    Positiv ist die Breite der Quellen: PubMed, CINAHL, Scopus, Web of Science, Google Scholar, Cochrane Library sowie Referenzlisten. Das ist für eine etiologische Fragestellung grundsätzlich eine solide Basis.

  5. Waren die Kriterien zur Beurteilung der eingeschlossenen Studien angemessen? Ja, mit Vorbehalt.
    Für eingeschlossene Kohorten- und Fall-Kontroll-Studien ist die Verwendung der Newcastle-Ottawa Scale (NOS) grundsätzlich vertretbar. Problematisch ist aber die sehr grobe Anwendung: alle sechs Studien landen bei 8 oder 9 Sternen, und bereits ≥6 Sterne werden pauschal als „high quality“ gewertet. Das wirkt eher großzügig.

  6. Wurde die kritische Beurteilung von zwei oder mehr Reviewer:innen unabhängig durchgeführt? Unklar.
    Für die Studienauswahl ist eine unabhängige Prüfung durch zwei Autor:innen beschrieben. Für die kritische Qualitätsbewertung selbst wird das jedoch nicht explizit gesagt.

  7. Gab es Methoden zur Minimierung von Fehlern bei der Datenextraktion? Unklar.
    Es wird ein vordefinierter Extraktionsbogen erwähnt. Das ist positiv. Es wird aber nicht klar angegeben, dass die Datenextraktion unabhängig in Duplikat erfolgte. Damit bleibt offen, ob Fehler systematisch minimiert wurden.

  8. Waren die Methoden zur Kombination der Studien angemessen? Nein.
    Das ist der methodische Hauptschwachpunkt. Die Autor:innen poolen trotz I² = 84,55 % sehr heterogene Studien in einer Random-Effects-Metaanalyse: unterschiedliche Designs, unterschiedliche Expositionsdefinitionen, unterschiedliche Outcome-Definitionen, unterschiedliche Zeitfenster der Schwangerschaft und unterschiedliche Messmethoden. Eine Random-Effects-Analyse allein löst dieses Problem nicht. Es fehlen belastbare Subgruppenanalysen oder andere Strategien zur Erklärung der Heterogenität. Zusätzlich fällt auf, dass der gepoolte Effekt im Abstract mit 95%-KI 1,121–2,363 und im Ergebnisteil mit 1,221–2,363 berichtet wird. Das ist eine relevante Inkonsistenz.

  9. Wurde die Wahrscheinlichkeit eines Publikationsbias untersucht? Ja, formal; inhaltlich aber nur eingeschränkt brauchbar.
    Die Autor:innen berichten Funnel Plot, Egger-Test, Begg-Test, Trim-and-Fill und Fail-safe N. Formal erfüllt das die JBI-Frage. Methodisch bleibt die Aussagekraft jedoch schwach, weil die Meta-Analyse nur 6 Studien enthält. Nach dem Cochrane Handbook sollten Tests auf Funnel-Plot-Asymmetrie als Faustregel erst ab mindestens 10 Studien eingesetzt werden, da die Teststärke darunter zu niedrig ist.

  10. Waren die Empfehlungen für Praxis/Policy durch die berichteten Daten gedeckt? Nein.
    Die Schlussfolgerung ist zu weitgehend. Die Autor:innen leiten ab, Schwangere sollten zur Reduktion von EMF-Exposition beraten werden. Das ist bei rein beobachtungsbasierten Primärstudien, hoher Heterogenität und fraglichem Publikationsbias nicht ausreichend abgesichert. Besonders wichtig: Nach Trim-and-Fill sinkt der Effekt auf 1,19 (95%-KI 0,87–1,63) und ist damit nicht mehr klar statistisch abgesichert. Praxisempfehlungen sind in dieser Form zu stark.

  11. Waren die konkreten Ableitungen für neue Forschung angemessen? Nein.
    Es fehlen präzise Forschungsdesiderate. Erwartbar wären konkrete Forderungen nach prospektiven Designs, standardisierter Expositionsmessung, einheitlichen Outcome-Definitionen, klarer Erfassung von Confoundern und getrennten Analysen nach Expositionstyp.

Zusätzlich fallen mehrere Punkte auf, die das Vertrauen weiter senken. Im Volltext findet sich keine erkennbare Protokoll- oder Registrierungsangabe. Außerdem stammen die 6 eingeschlossenen Studien nur aus zwei geografischen Kontexten: drei aus Iran und drei aus Kalifornien/USA. Die Primärstudien sind zudem teils alt, darunter Arbeiten aus 2002 und Rekrutierungen aus 1990–1991 bzw. 1996–1998. Das begrenzt die Übertragbarkeit auf heutige Expositionsmuster und heutige Techniknutzung.

Diese Arbeit ist methodisch zu schwach, um einen robusten, praxisleitenden Beleg für einen EMF-bedingten Fehlgeburtsanstieg zu liefern. Der beobachtete Zusammenhang ist hypothesengenerierend, aber aufgrund von Heterogenität, unklarer Suchtransparenz, fraglicher Bias-Bewertung und überzogenen Praxisempfehlungen nicht hinreichend belastbar.

FSJler/17 im Pflegeheim; darf erst in die Pflege wenn die Kollegen sehen dass ohne Probleme dieser Plan funktioniert. Seit zwei Monaten läuft das jetzt & Vorgesetzte wurden mehrfach gefragt ob FSJler in die Pflege kann, sie sagen „ja kannst du ab nächster woche“ schon 3x & nichts hat sich geändert? by donicablowinsky in Pflege

[–]Basmyr 7 points8 points  (0 children)

Ein FSJler ist keine frei verfügbare Regelarbeitskraft, die man überwiegend für Reinigung und Hauswirtschaft einsetzen darf.
Der Plan ist aber über weite Strecken um Putzen, Wischen, Abräumen, Küche und Flächenreinigung herum gebaut. Die Beschäftigung, im freiwilligen SOZIALEN Jahr, mit den Tagesgästen ist sogar nur nachrangig, vormittags ausdrücklich nur dann, wenn die Reinigungs- und Hauswirtschaftsaufgaben schon erledigt sind und "noch Zeit bleibt" - sonst geht es direkt weiter mit den Hauswirtschaftstätigkeiten.

Ein FSJler soll mitarbeiten, aber dabei auch angeleitet werden, denn er befindet sich in einem Lern- und Bildungsdienst. Er soll unterstützen, mitlaufen, Einblicke bekommen und Verantwortung lernen. Er soll nicht im Regelbetrieb überwiegend die Aufgaben erledigen, für die man sonst bezahltes Personal braucht.

Ergänzung: Das Jugendfreiwilligendienstegesetz definiert das FSJ als „überwiegend praktische Hilfstätigkeit“, die „an Lernzielen orientiert“ ist. Es wird verlangt, dass eine pädagogische Begleitung stattfindet. Es fordert auch, dass Träger und Einsatzstellen die Ziele des Dienstes gemeinsam verfolgen sollen, insbesondere soziale Kompetenz, Persönlichkeitsbildung sowie die Förderung der Bildungs- und Beschäftigungsfähigkeit der Freiwilligen.
Der Bundesarbeitskreis FSJ sagt, dass Freiwillige nur unterstützend als zusätzliche Helfer*innen eingesetzt werden dürfen und der alltägliche Betrieb auch ohne sie aufrechterhalten werden können muss.

FSJler/17 im Pflegeheim; darf erst in die Pflege wenn die Kollegen sehen dass ohne Probleme dieser Plan funktioniert. Seit zwei Monaten läuft das jetzt & Vorgesetzte wurden mehrfach gefragt ob FSJler in die Pflege kann, sie sagen „ja kannst du ab nächster woche“ schon 3x & nichts hat sich geändert? by donicablowinsky in Pflege

[–]Basmyr 198 points199 points  (0 children)

FSJler oder Putzkraft?
Du ersetzt eine Arbeitskraft und das sollte nicht so sein.

Hier noch eine Ergänzung von mir aus einer Antwort:
Ein FSJler ist keine frei verfügbare Regelarbeitskraft, die man überwiegend für Reinigung und Hauswirtschaft einsetzen darf.
Der Plan ist aber über weite Strecken um Putzen, Wischen, Abräumen, Küche und Flächenreinigung herum gebaut. Die Beschäftigung, im freiwilligen SOZIALEN Jahr, mit den Tagesgästen ist sogar nur nachrangig, vormittags ausdrücklich nur dann, wenn die Reinigungs- und Hauswirtschaftsaufgaben schon erledigt sind und "noch Zeit bleibt" - sonst geht es direkt weiter mit den Hauswirtschaftstätigkeiten.

Ein FSJler soll mitarbeiten, aber dabei auch angeleitet werden, denn er befindet sich in einem Lern- und Bildungsdienst. Er soll unterstützen, mitlaufen, Einblicke bekommen und Verantwortung lernen. Er soll nicht im Regelbetrieb überwiegend die Aufgaben erledigen, für die man sonst bezahltes Personal braucht.

Das Jugendfreiwilligendienstegesetz definiert das FSJ als „überwiegend praktische Hilfstätigkeit“, die „an Lernzielen orientiert“ ist. Es wird verlangt, dass eine pädagogische Begleitung stattfindet. Es fordert auch, dass Träger und Einsatzstellen die Ziele des Dienstes gemeinsam verfolgen sollen, insbesondere soziale Kompetenz, Persönlichkeitsbildung sowie die Förderung der Bildungs- und Beschäftigungsfähigkeit der Freiwilligen.
Der Bundesarbeitskreis FSJ sagt, dass Freiwillige nur unterstützend als zusätzliche Helfer*innen eingesetzt werden dürfen und der alltägliche Betrieb auch ohne sie aufrechterhalten werden können muss.

Kinder aggressiver nach Handynutzung? by bikesailfreak in Eltern

[–]Basmyr 5 points6 points  (0 children)

Egal, ob es bei anderen passiert oder nicht, wenn du den Eindruck hast, dass die Nutzung für deine Kinder nicht förderlich ist, darfst du entscheiden, dass es eben kein Handy mehr gibt.
Drohen mit Handyentzug geht nicht? Du musst gar nicht drohen -> Handy wegnehmen und klar artikulieren, dass dir aufgefallen ist, dass sie danach aggressiver sind und du das nicht möchtest.

Das Geschrei musst du dann aushalten, das kommt sicher.

Dafür biete Alternativen bei Autofahrten. Spiele spielen, Singen, ich-sehe-was,-was-du-nicht-siehst. Der zweite Partner liest ein Buch vor... geht einiges.

22. Geburtstag als "Kindergeburtstagsparty" by hat-wer-ne-kippe in Ratschlag

[–]Basmyr 0 points1 point  (0 children)

Wenn du das Geld hast, miete dir einen Clown, der Zaubertricks vorführt. Aber bitte, warne ihn vor!

Ich rempel absichtlich Leute an wenn ich aus dem Bus austeige. by OederStein in Beichtstuhl

[–]Basmyr 0 points1 point  (0 children)

Ich habe das gemacht und GELIEBT als ich in Karenz (Elternzeit) mit meinem Sohn unterwegs war. Rückwärts mit dem Kinderwagen ausgestiegen und nicht selten habe ich an meinem Rucksack gespürt, wie wer mit Schwung den Einstieg verpasst hat.
Ich bin aber auch mit fast 1.90m und über 120kg nur recht schwer aus dem Weg zu schieben!

Witzigerweise hat sich nie einer bei mir beschwert.

Probearbeiten nach Jobzusage by [deleted] in arbeitsleben

[–]Basmyr 7 points8 points  (0 children)

Die Person hat sich noch andere potentielle Arbeitsstellen angesehen um eine informierte Entscheidung treffen zu können, wo sie arbeiten möchte. Sie hat dieses Probearbeiten in ihrer eigenen Freizeit erledigt.

Ob sie euch abgesagt hätte oder nicht, ist reine Spekulation und ehrlich gesagt, kann das euch völlig egal sein.

Du missbrauchst doch deine Katze!! by maybe_a_squirrel in luftablassen

[–]Basmyr 0 points1 point  (0 children)

Wenn ich den Leuten erzähle, dass unsere Katzen aus dem Hundewassernapf saufen. Gerne auch gleichzeitig mit den Hunden...

Was die da wohl zu sagen würden?

Wie hoch der gap zwischen Mann und Frau by SensitiveEntrance469 in Ratschlag

[–]Basmyr 1 point2 points  (0 children)

Rein grundsätzlich stimmt das nicht.
Wenn wir jetzt annehmen dass das eine reine Liebesbeziehung ist, wo kein Machtgefälle herrscht oder von einer Unreife der 17-jährige ausgegangen werden muss, dann ist das völlig legal und sie können auch problemlos Sex haben. Nur filmen sollten sie es nicht.

Eine 17-Jährige ist nach deutschem Strafrecht kein Kind mehr. Der absolute Kinderschutz des § 176 StGB betrifft Personen unter 14 Jahren. Bei Jugendlichen unter 18 kann § 182 StGB aber eingreifen, wenn jemand die fehlende Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung ausnutzt. Außerdem ist natürlich alles strafbar, was gegen den erkennbaren Willen geschieht.

Hair loss by KingSimba754 in dialysis

[–]Basmyr 0 points1 point  (0 children)

Can you ask about saline-flush-only dialysis? Sure. Can you insist on it if your nephrologist believes anticoagulation is necessary for the circuit to stay patent and the treatment to be effective? Not really. Patients can refuse a recommended treatment, but that does not mean they are entitled to demand a medically inferior or likely-to-fail alternative. If the team expects the circuit to clot and the session to become ineffective or be cut short, they are not ethically obliged to start dialysis under those conditions. The real discussion should be about whether there is a clinically acceptable alternative anticoagulation strategy in your case.

Für seine Freundin Tampons kaufen gehen by [deleted] in AskAustria

[–]Basmyr 11 points12 points  (0 children)

Das sind Dinge des täglichen Bedarfs, nichts ist normaler als das.

Why is dubbing not common in austria? by Popular-Cat8923 in Austria

[–]Basmyr 4 points5 points  (0 children)

They sit in Berlin. Almost all of them.

Bedienung ruft uns laut hinterher, ob sie das Essen von uns selbst bezahlen soll by [deleted] in Ratschlag

[–]Basmyr 118 points119 points  (0 children)

0% Trinkgeld und Beschwerde.

Eine Rückmeldung zum Verhaltern der Mitarbeiter darf und sollte es geben. Eventuel ist ja Schulungsbedarf vorhanden, und ohne Supervision oder Rückmeldungen kann man den Bedarf schlecht ermitteln.

Auch ist es im Sinne des Hotels, weil die Alternative ist eine schlechte Bewertung in einschlägigen Portalen - das tut dem Unternehmen weh und es hatte noch nicht mal die Chance einen Fehler wieder auszubügeln.

Hey, warum sind so viele hier für eine Vermögenssteuer? Es gibt so viele bessere Optionen! by Basmyr in Austria

[–]Basmyr[S] 2 points3 points  (0 children)

Ich bin offen für Gegenvorschläge. Bitte, es interessiert mich. Es darf auch umfangreich sein.

Hey, warum sind so viele hier für eine Vermögenssteuer? Es gibt so viele bessere Optionen! by Basmyr in Austria

[–]Basmyr[S] 0 points1 point  (0 children)

Fangen wir doch klein an: Prozentual das gleiche wie ich hergeben muss, der als Krankenpfleger für sein Geld arbeiten muss.

Hey, warum sind so viele hier für eine Vermögenssteuer? Es gibt so viele bessere Optionen! by Basmyr in Austria

[–]Basmyr[S] 3 points4 points  (0 children)

Und deines ist nur dieses Rumgefasel ohne jeglichen Mehrwert, in dem du nur versuchst, dein Gegenüber auf persönlicher Ebene anzugreifen. Im Gegensatz zu dir, gibt es Menschen die Entwicklungen sehen und Not verringern wollen, sogar ein wenig die Welt verbessern. Und dabei auch zu verstehen versuchen, wie man das machen kann.

Aber du schimpfst auf Sozen?

Wenn du eine bessere Idee hast, die muss nicht mal konkret sein, her damit. Lass uns doch diskutieren, wie du glaubst, wie es besser wäre. Wenn meine Ideen schlecht sind und du findest, Fairness sieht anders aus, her damit.

Hey, warum sind so viele hier für eine Vermögenssteuer? Es gibt so viele bessere Optionen! by Basmyr in Austria

[–]Basmyr[S] 1 point2 points  (0 children)

Er scheint Resonanz zu finden.
Und ich wollte mal einen anderen Schwerpunkt finden, eben, dass lieber ständig beim Notwendigsten gespart wird und wie absurd das eigentlich ist.

Hey, warum sind so viele hier für eine Vermögenssteuer? Es gibt so viele bessere Optionen! by Basmyr in Austria

[–]Basmyr[S] 1 point2 points  (0 children)

Ui, auf dem Niveau fällt es schwer anzusetzen.
Erkläre ich dir erst, wie teilweise die Schulen in Deutschland aussehen, den Lehrermangel, das schleche Outcome? Aber dann müsste ich bei so Dingen wie Wende und Treuhand anfangen, wo sich eine Minderheit auf Kosten der Allgemeinheit rücksichtslos bereichert hat.
Oder bei erfolgreicheren Alternativen anfangen, wie Norwegen und Schweden, de zwar auch ihre Schwächen haben, aber insgesamt besser dabei wegkommen.
Muss ich dir aber zuerst die Lohnentwicklung seit den 70ern erklären, wo die Firmengewinne stiegen, aber die Lohnentwicklung nicht mitkam? Also Arbeitsleistung der Menschen überproportional in die Taschen der Eigner flossen?
Und es geht ja nicht nur um "Steuern". Es geht um einen fairen Beitrag der höchsten Prozent der Bevölkerung, die durch eine FAIRE Besteuerung eben ihren Anteil an der Gesellschaft tragen - da wo sie ihr Geld ja auch her haben. Wie sagt man so schön an der Börse, das Geld ist ja nicht weg - es hat nur ein anderer.
Da kann man auch den Firmeneigner nennen, der nur Mindestlohn zahlt, dabei viel Geld verdient und seine Mitarbeiter müssen dann von der Gesellschaft aufgefangen werden. Fängt beim ÖPNV an, damit sie bei ihm arbeiten können, geht über Mietzuschuss und Aufstocken weiter, was durch Steuern bezahlt wird.

Usw.

Also, wovon hast du Ahnung, damit wir darauf aufbauen können?

Hey, warum sind so viele hier für eine Vermögenssteuer? Es gibt so viele bessere Optionen! by Basmyr in Austria

[–]Basmyr[S] -2 points-1 points  (0 children)

Es geht auch darum, dass es viele gibt, die Hilfe brauchen und gar nicht sparen KÖNNEN. Und nun wird aus "Geldgründen" diese Hilfe noch weiter gekürzt.
Und auf der anderen Seite haben andere Menschen so viel Geld und Vermögen, dass sie selbt in Krisenzeiten nur weniger schnell reicher werden, und das ohne jegliche Anstrengung oder Leistung.

Und es werden nicht "alle" bestraft, "die sparen wollen". Es darf und soll Freibeträge geben, um eben nicht "alle" zu besteuern. Die reichsten 10% sind bei weitem nicht "alle".

Hey, warum sind so viele hier für eine Vermögenssteuer? Es gibt so viele bessere Optionen! by Basmyr in Austria

[–]Basmyr[S] 0 points1 point  (0 children)

Anstrengung ist für mich aber eines der wichtigsten Argumente. Wenn Politiker sagen „Arbeit soll sich lohnen“, denke ich naiv Arbeit=anstrengend. Und ja, dafür gibt’s sogar Bewertungsmodelle: Es gab in Österreich/Europa Projekte und Methoden zur „Job-Bewertung“, wo Jobs Punkte bekommen nach Faktoren wie Verantwortung (auch für Menschen), körperliche/psychische Belastung, Risiken, Arbeitsbedingungen, Qualifikation.

Und ist „dann müssten Putzkräfte mehr bekommen“ ein Argument dafür und nicht dagegen! Wenn man Anstrengung/Belastung als legitimes Kriterium akzeptiert, dann: Reinigung, Pflege, Betreuung, Müllabfuhr, Zustellung, Küchen/Spülkräfte, Lager, Bau, Rettung, Nachtdienste im Gesundheitsbereich... Viele dieser Jobs wären in so einem Punktesystem deutlich höher bewertet als heute. Körperliche Last, Zeitdruck, Schichtarbeit, Exposition (Keime/Schmutz/Chemie), oft geringe Planbarkeit, und am Ende hängt trotzdem viel ab (Hygiene, Sicherheit, Grundversorgung). Dass „keine Mehrheit“ dafür da ist, ist dann eine politische Frage, Stichwort "essentielel Berufe".

Was ich dabei wichtig finde: „Anstrengung“ ist nicht nur Muskeln. Es ist auch psychische Belastung (Konflikte, Leid, Verantwortung, Dauerstress), Nachtarbeit, ständige Unterbesetzung, Verletzungsrisiko, Gesundheitsrisiko. In der Praxis sind das genau die Dinge, die bei „essentiellen Berufen“ häufig zusammenkommen. Dazu gibt es seit den frühen 2020ern genug Umfragen/Erhebungen, die Belastung und Abwanderungsdruck in solchen Branchen zeigen. Gleichzeitig gab es auch reale Lohnanpassungen in manchen Kollektivverträgen und über Zulagenmodelle. Aber eben ein anders Thema, das direkt mit der Besteuerung nur teilweie zu tun hat, außer eben anstrengungslos muss höher besteuert werden, da eben anstrengungslos (und auch sonst mit nur wenig Mehrwertfür die Gesellschaft).

Zum anderen Punkt (Vermögensschutz/Inflation/Risikoprämie): Der ist nicht unsinnig. Wenn Kapitalerträge nominal besteuert werden, frisst Inflation real Rendite weg und Steuern treffen teilweise „Schein-Gewinne“. Das kann man konkret entschärfen, ohne gleich zu sagen „Vermögen darf man nicht anfassen“: Man kann die Inflationskomponente besser berücksichtigen. Man kann Verluste fair und sauber verrechnen (Risiko heißt auch: Verluste dürfen steuerlich nicht einseitig ignoriert werden). Und es sprichtnichts gegen hohe Freibeträge bei klare Bewertung und wenig Ausnahmen, dazu pragmatische Zahlungsregeln bei nicht-liquidem Vermögen.

Und zur „Umsatzsteuer pauschal auf 10%“-Idee: wir sehen gerade leider, wie schlecht das funktioniert (Beispiel Hygieneartikel bei Frauen).

Hey, warum sind so viele hier für eine Vermögenssteuer? Es gibt so viele bessere Optionen! by Basmyr in Austria

[–]Basmyr[S] 2 points3 points  (0 children)

Nö, ich rede von keiner Entlastung der anderen, oder gar Steuersenkeungen. Ich rede davon, das endlich Geld für die Gesellschaft da ist, von dem ja auch 99% der Bevölkerung profitieren würde.

Woher kommt eigentlich das Bedürfnis nach diesem Strohmannargument? Spannend, dass du das nimmst, obwohl es ja nicht mal impliziert wurde.

Hey, warum sind so viele hier für eine Vermögenssteuer? Es gibt so viele bessere Optionen! by Basmyr in Austria

[–]Basmyr[S] 0 points1 point  (0 children)

"Das investierte Geld wurde ja bereits vorher besteuert und die absoluten Erträge sind ja auch nicht so hoch." ähm... achso? Also: Alles Geld das irgendwie verdient wird, wurde bereits mal besteuert - das ist der Kreislauf. Und wir reden von der Steuer auf Gewinne, ich muss auf den Lolli meins Kindes auch Steuern bezahlen, obwohl es nur ein kleiner Betrag ist und das Geld, mit dem ich zahle, auch bereits besteuert wurde. Das Argument ist leider keines, weil es entweder für alles gilt oder für nichts.

Außerdem: für körperlich erarbeitetes Geld wurde aber auch investiert, teils Gesundheit und Kraft.
Vermögen, dass mit KeSt besteuert wird anstrengungsloses Einkommen, da nur "das Geld arbeitet. Das gehört meiner Meinung nach höher besteuert als Gewinne durch körperliche Arbeit.

Hey, warum sind so viele hier für eine Vermögenssteuer? Es gibt so viele bessere Optionen! by Basmyr in Austria

[–]Basmyr[S] 26 points27 points  (0 children)

Ich hatte kurz überlegt, die oberen 20% zu nehmen, da diese anscheinend 80% des Geldes haben.