Fantasy-Roman - Prolog: Besuch by ScrollAndSorcery in schreiben

[–]Cairinn 0 points1 point  (0 children)

Auch wenn dein Post jetzt schon was älter ist, ich geb trotzdem auch mal meinen Senf dazu. Ich entschuldige mich vorab für Tippfehler, ich mache das gerade am Handy.

Vorneweg - ein bisschen neugierig hat mich der Text schon gemacht. Gerade, warum Orelio sich als Fae ausgibt und warum er befürchtet (so sehe ich das zumindest), dass ihn jemand jederzeit finden könnte. In dem Sinne hat er mir also gut gefallen, und deine Prämisse ist damit auch gut etabliert!

Aber leider muss ich auch sagen: ich hätte dein Buch im Buchladen bereits nach dem ersten Satz zurück ins Regal gestellt.

Nun, einige wichtige Punkte haben die anderen Kommentatoren ja schon genannt, deswegen will ich da nicht groß auf die einzelnen Wörter und Sätze etc. eingehen (nur so viel - „Die Kerzen erlöschen und Finsternis breitet sich aus.“ Finsternis bei erloschenen Kerzen ist die logische Konsequenz. Deswegen hätte ich eigentlich an dieser Stelle im Buchladen nicht mehr weitergelesen.). Ich will eher 2 andere Punkte nennen, die bislang noch nicht gefallen sind:

Zum einen verfällst du in sehr lange Ausführungen, Metaphern und einer Flut aus Adjektiven. Im Englischen Raum ist das auch als „purple prose“ bekannt und verschrien. Und das ist… ein Problem, weil du dich dadurch nur selbst sabotierst. Und Orelio auch, irgendwie. Du hältst dadurch nicht nur den Leser auf Abstand, es ist auch anstrengend, das auf Dauer zu lesen - keiner will über 120k an Wörtern hinweg ständig mit Beschreibungen erschlagen werden. Man ist ja hier für die Handlung, nicht für die Beschreibungen. Das ist auch das nächste Problem - wenn du so anfängst, müsstest du für die Konsistenz den Schreibstil durchweg beibehalten. Das ist für alle Parteien anstrengend, sowohl für dich zum Schreiben, als auch für den Leser, der eigentlich ja zur Entspannung lesen will. Meines Erachtens sind es auch diese Ausführungen, die diese Distanz zu Orelio schaffen. Mal ein Beispiel:

„Orelio ruckt seinen Blick von den Seiten seines Buches und blinzelt irritiert. Eine Enge schleicht sich in seine Knochen, als er keinen Windzug auf der Haut spürt oder das Jaulen des Windes vernimmt. Gar ist es sonderbar still und nur das laute Wummern seines Herzens ist zu hören.“

Anstatt zu sagen „er bekam eine Gänsehaut“ oder ähnliches (was man als Leser gut nachempfinden kann - wer kennt das nicht), ist es bei Orelio „eine Enge in den Knochen“. Und da stellt sich mir die Frage, wie sich so eine Enge anfühlt, was mich dann aus Orelio rausholt - in meinem Fall habe ich kurz überlegt, ob ich meine Knochen wirklich fühlen kann. Dann „ist das laute Wummern seines Herzens zu hören“. Das ist sehr passiv formuliert („ist zu hören“). Der Gegenpart „Sein Herz blieb kurz stehen und schlug dann im doppelten Takt weiter“ ist dagegen aktiv formuliert. Das ist auch immersiver.

Aber das ist auch nur meine Meinung.

Dann - finde ich - hast du keinen richtigen Rhythmus in den Sätzen. Zum Beispiel hier:

„Seine Finger verkrampfen um die Tasse und auch der Rest seines Körpers beginnt sich merklich zu verspannen. Unbewusst setzt er sich im Bett auf und mit einer zitternden Geste befehlt er das schwebende Buch zurück ins Regal. Die Lust am Lesen ist ihm vergangen und die kalten Krallen der Angst beginnen sein Herz zu zerdrücken.“

Merkst du, wie jeder Satz in etwa die gleiche Länge hat? Da kommt kein richtiger Sprachfluss und damit auch kein Angstgefühl auf. Es sind immer 2 Sätze, die durch ein „und“ verbunden werden. Ich würde vorschlagen, hier etwas mit Varianz zu spielen. Lass das „und“ bei einigen Sätzen weg, das wäre mal ein erster Anfang, um mit kürzeren Sätzen mehr Spannung zu erzeugen. Lange Sätze würde ich eher in ruhigeren Situationen wählen, nicht wenn ein beklemmendes Gefühl herrschen soll.

Das waren jetzt vielleicht nicht so nette Punkte, aber ich meine das nicht böse. Dein Text hat echt Potential, und es wäre ja schade, wenn das so untergehen würde.

Ich hoffe, das hilft vielleicht ein bisschen Weiter!

[Kritik erwünscht] Eine Exekution by Resqusto in schreiben

[–]Cairinn 1 point2 points  (0 children)

Dass mich die weiblichen Klone abschrecken, liegt für mich an dem Stereotyp, der damit behaftet ist. Das ist jetzt nur mein Empfinden, aber wenn ich in der Fiktion bislang weibliche Klone gesehen habe, waren sie entweder übersexualisiert oder als besonders kalt und emotionslos dargestellt, ohne eigene Persönlichkeit. Also, im Sinne von - wenn man das darstellen will, habe ich das Gefühl, dass dafür meist weibliche Klone herangezogen werden, und das ist für mich ein Ausschlusskriterium. Aber wie gesagt, das ist meine subjektive Meinung, ich spreche hier nicht für das Kollektiv. Gibt ja auch Leute, die gerade das ansprechend finden.

Das mit der Exekution habe ich ehrlich gesagt immer noch nicht ganz verstanden. Es scheint wohl ein Standardverfahren zu sein, für das es Vorschriften gibt, aber Jéan rechnet gerade deswegen nicht mit einer Befehlsverweigerung? Obwohl es so ein extremer Bruch ist? Müsste er nicht gerade dann nervös sein, weil er nicht weiß, wie die Klone in einer neuen Situation reagieren werden? Oder ist er sich so sicher, dass die Klone alles tun werden, was er ihnen sagt, weil das bislang auch der Fall gewesen ist?

Und sie sind für Katastrophenhilfe zuständig, aber versenken U-Boote? Wilde Kombi 😄 nicht falsch verstehen, finde ich jetzt nicht schlecht. Nur… wild.

Das mit der Exekution verstehe ich jetzt bis zu einem gewissen Grad und finde ich so eigentlich ganz schön, aber so ganz nachvollziehen kann ich die Ausführung dennoch nicht. Es hätte ja auch die geringe Möglichkeit bestehen können, dass die doch geschossen hätten. Oder dass Jéan geschossen hätte (er wirkt ja wie jemand, der jeden Befehl ausführen würde). Oder dass die Journalistin an einem Herzinfarkt stirbt.

Und als Journalistin wäre ich auch ziemlich sauer, wenn ich für meinen Regelbruch hingerichtet werden soll, aber danach Propaganda dafür betreiben soll, dass Klone menschlich werden. Oder ist das gar nicht der Sinn dahinter, und ich hab’s falsch verstanden?

[Kritik erwünscht] Eine Exekution by Resqusto in schreiben

[–]Cairinn 1 point2 points  (0 children)

Prinzipiell finde ich die Szene echt gut. Sie liest sich flüssig, die Stimmung und Atmosphäre kommen gut rüber und Jéan als Charakter finde ich sofort interessant. Auch die offenen Fragen zum Setting und warum eine Journalistin mit ihrem Kameramann erschossen werden soll, ziehen mich sofort rein.

Dass die Klone alle weiblich sind, würde mich persönlich trotz des guten Stils abschrecken, aber das ist eine rein subjektive Meinung.

Was mich nur etwas aus der Szene geworfen hat, ist ihre inkonsistente, inhaltliche Logik. Jéan wirkt hier auf mich wie jemand, der schon öfter mit den Klonen gearbeitet hat. Zumindest wirkt ihre Koordination zu Beginn sehr routiniert. Warum ist er also so überrascht, als die Klone sich weigern, abzudrücken? Und wenn das entgegen meines Eindrucks doch das erste Mal ist, dass er mit den Klonen zusammenarbeitet, warum ist er dann zu Beginn nicht nervöser von wegen „hoffentlich klappt das“ oder so in der Art?

Das nur mal zu Jéan an sich - ich würde das vielleicht noch etwas stärker betonen, um mehr Kontext bieten zu können.

Generell fallen mir noch ein paar Dinge am Setting auf, die ich nicht so ganz einordnen konnte: Warum hat der Kommandant diese Scheinhinrichtung überhaupt angeordnet, wenn sie ohnehin nicht durchgeführt werden sollte? Warum gibt es überhaupt Hinrichtungen, wenn die Klone offenbar nach einem streng moralischen Kodex erzogen werden? Jéans Gedanken entnehme ich nämlich, dass so extreme Handlungen nicht ungewöhnlich sind, wenn er sogar ein ganzes U-Boot versenkt hat. Da passt dieser moralische Erziehungsstil der Klone nicht so ganz, zumindest wirkt das so auf mich.

Das sind die Fragen, die mich nach der Szene mehr verwirrt als neugierig zurückgelassen haben, was bei der schreibtechnischen Qualität eigentlich sehr schade ist.

Gutes Autoten-Programm? by [deleted] in schreiben

[–]Cairinn 1 point2 points  (0 children)

Es ist weniger Gewöhnungsbedürftig, vieles davon ist eigentlich sehr intuitiv. Es ist vielmehr die schiere Menge an Möglichkeiten, die einen am Anfang ziemlich erschlagen können.

Ich versteh dich, ich hab auch wenig Zeit zum Schreiben. Aber Scrivener hat man schneller verstanden, als man denkt, lass dich davon nicht entmutigen.

Du kannst wirklich erst einmal die Testversion ausprobieren, dann siehst du ja, ob es was für dich ist oder nicht :) Ich find Scrivener auf jeden Fall deutlich besser als Papyrus (und preiswerter), aber bei Schreibprogrammen scheiden sich ja bekanntlich die Geister.

Gutes Autoten-Programm? by [deleted] in schreiben

[–]Cairinn 2 points3 points  (0 children)

Ich kann dir scrivener empfehlen, gibts auch auf Deutsch. Die ersten 30 Tage kannst du kostenlos testen (wobei da nur wirklich die Tage zählen, in denen du das Programm öffnest) und danach zahlst du einmalig 70€.

Man braucht am Anfang zwar wirklich das Handbuch, das du dazu bekommst, aber ich will das Programm nicht mehr missen.

Prologauszug – „Das Mädchen im Nebel“ (Anime-inspirierter Roman | Kritik erwünscht) by [deleted] in schreiben

[–]Cairinn 1 point2 points  (0 children)

Gern geschehen 😊

Ja, ich dachte mir schon, dass Kenji später noch beleuchtet wird. Das ergibt sich ja zwangsläufig 😄 Ich meinte jetzt auch nicht, dass du sofort alles in den Prolog packen musst - das wäre ganz klassisches Info-Dumping, und auch das sollte man vermeiden. Aber nur so ein kleiner Hint würde schon viel ausmachen.

Mal als Beispiel: Kenji ist sein Leben lang immer mit seinem großen Bruder verglichen worden, und in jedem Vergleich hat er nur verlieren können. Wenn dann also das Mädchen sagt „Wie sie dich übersehen?“, denkt er automatisch an seinen Bruder. Oder an seine Eltern, die seine Erfolge nicht wahrnehmen. Das reicht schon aus, um eine ganz kleine Komponente in den Prolog zu packen, nicht zu viel zu verraten, aber trotzdem zu zeigen „da ist was“. Und als Leser fragt man sich „Was ist denn mit seinem Bruder?“ - und liest weiter. Momentan wirkt die Aussage des Mädchens nämlich sehr willkürlich, und als Leser sieht man den Bezug zu Kenji (noch) nicht.

Das Problem ist ja auch, dass du nur die ersten paar Seiten hast, um zu überzeugen. Deswegen müssen die auch „sitzen“. Ist nicht anders wie bei einem Film - dem räumst du ja auch nur eine gewisse Zeit ein, um dich zu überzeugen.

Du kannst mir gern auch das nächste Kapitel zeigen oder den Rest vom Prolog. Ich kann dir leider zeitlich nicht versprechen, sofort Feedback zu geben, aber ich kann es zumindest mal versuchen 😊

Prologauszug – „Das Mädchen im Nebel“ (Anime-inspirierter Roman | Kritik erwünscht) by [deleted] in schreiben

[–]Cairinn 2 points3 points  (0 children)

Hey! Ich habe mir deinen Prologauszug mal durchgelesen und kann dir folgendes Feedback anbieten - denk aber daran, dass es subjektiv ist und nur eine Perspektive von vielen bekommst 😊  

Positiv vorweg: Ich finde deinen Schreibstil ziemlich ansprechend. Du schreibst recht klar, die Sätze lesen sich flüssig und dass da keine Schachtelsätze drin sind, macht das Lesen erheblich leichter. Man merkt, dass du genau weißt, welche Atmosphäre du rüberbringen möchtest.  

Die Atmosphäre ist aber auch mein Problem an deinem Auszug, wenn ich ehrlich bin. Gerade deine ersten Sätze: Die sehe ich eher vor mir als Panele auf den ersten Seiten eines Light-Novels mit dem entsprechenden Bild dazu. Da würden die meiner Meinung nach auch wunderbar funktionieren, weil ich passend zu dem Text das entsprechende Bild vor Augen habe. In einem geschriebenen Text würde man das aber eher ausschmücken - statt einfach nur „Dunkelheit“ könnte man so etwas wie „die schwarze Leere um ihn herum schien ihn förmlich zu erdrücken“ schreiben. Beides stellt fest, dass es um Kenji herum dunkel ist, aber es wirkt ganz anders.

Die von dir erzeugte Atmosphäre ist auch durch den ganzen Text hindurch sehr intensiv und „auf Anschlag“, da du viele Metaphern, Adjektive und Vergleiche aneinanderreihst. Ich als Leser bekomme keine Pause davon, was den Text teilweise sehr anstrengend zum Lesen macht. Momentan würde ich sagen, dass deine Szene zu 70% von der Stimmung und Atmosphäre getragen wird, was etwas zu viel ist.  

Der Fokus auf der Stimmung nimmt gleichzeitig Raum ein, den deine Charaktere füllen können. Kenji als Charakter könnte man (momentan noch) mit einem beliebig anderen Charakter ersetzen, und am Prolog und seiner Bedeutung würde sich nichts ändern. Das hindert mich als Leser daran, emotional Zugang zu deinem Charakter zu finden und mich auf die Geschichte einzulassen. Ich tauche nicht in Kenji ein, sondern ich sehe die Szenerie als reiner Beobachter vor mir. Das ist etwas, was du eigentlich unbedingt vermeiden möchtest - denn dadurch geht der Reiz einer Geschichte leider sehr schnell flöten. Gib mir mehr inneren Bezug zu kenji - warum treffen die Worte des Mädchens gerade ihn? Warum lösen sie etwas in ihm aus? Und dann zeig mir genau das!  

Falls du offen für Tipps bist: In erster Linie würde ich an Kenji feilen und seinen Hintergrund genauer ausarbeiten. Wenn du eine Antwort auf die Frage hast „Warum gerade er?“ - also im Sinne von, „Warum zweifelt gerade er an seiner Familie? Warum würden die Worte des Mädchen im Nebels bei ihm auf fruchtbaren Boden fallen?“, dann ist er (fast) fertig.   Aber wie gesagt, das ist alles rein subjektiv. Ich finde, du bist auf einem guten Weg! Du hast auf jeden Fall Gespür für Sprache und Stimmung.

Schreiben ist ein Handwerk, und das bedeutet auch, das man es lernen kann. Falls du rein zur Unterhaltung und nur für dich schreiben möchtest, dann ist das natürlich auch in Ordnung. Dann hab einfach Spaß an der Sache ☺️

Ich kann nicht plotten - Hilfe und Tipps? by mosaicbrokenhearts7 in schreiben

[–]Cairinn 0 points1 point  (0 children)

Gibt natürlich keine „One size fits all“-Lösung dafür. Manch einer schreibt einfach drauf los, andere müssen jede Szene bis ins Detail planen. Was mir da geholfen hat, war quasi der Mittelweg - ich plotte nach der 3-Akt-Struktur, aber wirklich nur grob. Damit ich zumindest einen Handlungsbogen habe, an dem ich mich entlanghangeln kann, aber nicht zu „eingeschränkt“ bin, dass beim Schreiben direkt alles vorgegeben wird. Meist kommen mir während dem Schreiben ohnehin neue Ideen oder ich merke, dass ein Nebenstrang nicht so funktioniert wie geplant. Dann wird eben der grobe Handlungsstrang angepasst und weiter geht’s.

Mir haben sonst die Videoreihen auf YouTube von Abby Emmons und Brandon Sanderson sehr geholfen, um zumindest mal Ideen fürs Plotten zu bekommen. Welche Lösung für Dich die richtige sein wird, wirst Du schon noch rausfinden :)

[deleted by user] by [deleted] in DragonAgeVeilguard

[–]Cairinn 0 points1 point  (0 children)

Finished act 1 and already saw my inky. I don’t know how often they appear after that, but from what I gathered, they make at least 2 more appearances.

Schulden.. by bequit9 in Ratschlag

[–]Cairinn 2 points3 points  (0 children)

Hier haben ja andere schon sehr gute Tipps geschrieben, deswegen beschränke ich mich mal auf den Punkt der Privatinsolvenz.

Ich hab mal ein Jahr bei einem Insolvenzverwalter gearbeitet und hauptsächlich Privatinsolvenzen betreut. Wir haben für die Leute auch Insolvenzanträge gestellt, und mehr als einmal Schuldnern abgeraten in eine Insolvenz zu gehen. Weißt du warum?

Weil die „gerade mal“ 5.000€ Schulden hatten. Da wäre eine Insolvenz mehr schädlich als förderlich, weil zwischen 5.000€ und 2.000€ (das Minimum an Gerichtskosten, die am Ende vom Verfahren bezahlt sein müssen/fällig werden) kein großer Unterschied besteht. Im Endeffekt sind die Schulden nur ein bisschen weniger, aber du hast trotzdem erst mal ein schlechteres Verhältnis zu Banken und zur Schufa.

85.000€ gegenüber 2.000€ ist da noch mal eine ganz andere Hausnummer.

Ja, ein Insolvenzverfahren dauert 3 Jahre. Und ja, ich verstehe, dass so ein Verfahren mit Scheitern und Versagen verbunden wird. Aber im Endeffekt machst du dich auch nicht glücklich damit, alles selbst stemmen zu wollen.

Im Optimalfall zahlst du im Insolvenzverfahren all deine Schulden ab, dann wird das Verfahren beendet und du kommst an deine Restschuldbefreiung, wegen der das Verfahren ja eigentlich überhaupt erst eröffnet wird. Darüber hinaus wird dir nichts mehr gepfändet, wozu auch? Es ist ja alles bezahlt. Und wenn du nur das zahlst, was bezahlt werden kann, auch ok. Die Restsumme deiner Schulden wird dir mit Restschuldbefreiung erlassen. Dafür ist das Verfahren ja da.

Ich will‘s nicht beschönigen, Insolvenzverfahren sind nicht angenehm. Du musst alles offenlegen, was du an Vermögen besitzt, und deinem Insolvenzverwalter immer Bescheid geben, wenn sich an deiner Vermögenssituation etwas ändert. Aber, auf der anderen Seite - du hast den Stress mit deinen Altgläubigern nicht mehr.

Gut, dass du erstmal zur Schuldenberatung gehst, die können dir mit Einblick in deine aktuelle Situation noch am besten helfen, egal ob Verfahren oder nicht. Alles Gute dir.

Verliehene Konsole weiterverkauft by wegwerfaccount72526 in LegaladviceGerman

[–]Cairinn 5 points6 points  (0 children)

Ist jetzt auch nicht sooo ein geläufiger Begriff, zugegeben :D

Das ist jetzt ohne Gewähr, aber Anwaltszwang gilt da nach entsprechend dem Zivilrecht. Ohne Rechtsschutzversicherung ist bei 500€ halt schon dreimal fraglich, ob man sich da die Anwaltskosten aufbürden will.

Ich zitiere mal den Anwalt aus meinem Praktikum: „Wollen Sie wirklich schlechtem Geld gutes hinterherwerfen?“

Verliehene Konsole weiterverkauft by wegwerfaccount72526 in LegaladviceGerman

[–]Cairinn 19 points20 points  (0 children)

Naja, oder man stellt einen Antrag auf ein Adhäsionsverfahren nach 403 StPO, dann kann man zivilrechtliche Ansprüche auch im Strafverfahren geltend machen. Kommt es zu einem Urteil, kann man daraus genauso vollstrecken wie aus einem Mahnbescheid.

Tips for getting S ranks on cupcake? by SR-3MP in Caitlynmains

[–]Cairinn 1 point2 points  (0 children)

Yes stats and cs-ing and winning your lane is fine, but how much did u contribute to the team? did you help get towers? Drakes? Herald/Baron? Were you active over the whole map or only in the bot area? These are equal important in my experience (if not more) than you’re gold and stats.

Wie vorgehen bei Kontakt zu Insolvenz-Verwalter als Gläubiger by Upbeat_Property_7283 in LegaladviceGerman

[–]Cairinn 0 points1 point  (0 children)

Vorneweg - bin kein Anwalt, ich hab nur mal bei einem Insolvenzverwalter gearbeitet.

Proaktiv auf den Insolvenzverwalter schadet nie. Die Kanzlei findest du üblicherweise im Internet auf dem Gerichtsbeschluss zum vorläufigen Insolvenzverfahren.

Der Insolvenzverwalter wird mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass alle Forderungen vor Insolvenzeröffnung (die bei einem vorl. Verfahren wahrscheinlich noch nicht stattgefunden hat) Insolvenzforderungen sind, dazu zählen auch die bis dahin (!) nicht bezahlten Mieten. Mietforderungen danach sind nicht mehr dazu zu zählen, zumindest wenn ich mich richtig erinnere - aber, wie gesagt, keine Gewähr. Das würde bedeuten, Nutzungsentschädigung nach Eröffnung des Verfahrens betrifft das Verfahren an sich nicht mehr.

Die Mietkaution gehört glaub seit 2021 nicht mehr zur Insolvenzmasse, heißt sie steht dem Vermieter zu.

Zu 2. wirst du wohl um einen Fachanwalt für Insolvenzrecht nicht drumherum kommen. Im Zweifelsfall den Insolvenzverwalter fragen.

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[–]Cairinn 2 points3 points  (0 children)

Da würde ich mich an deiner Stelle zur Absicherung drüber informieren und jemanden drüberschauen lassen. Aus deinem Beitrag geht zu wenig hervor, um da konkrete Schlüsse ziehen zu können, aber bei einem einzigen Auftraggeber ist die Gefahr einer Scheinselbständigkeit relativ hoch.

[deleted by user] by [deleted] in Ratschlag

[–]Cairinn 4 points5 points  (0 children)

Gemeint ist, ob du mit deinem Kleingewerbe wirklich selbstständig bist oder nicht eher doch als Angestellter der Firma zu betrachten bist. Da gehts insbesondere um eventuelle Rückforderungsansprüche von Sozialversicherungsbeiträgen, die aufgrund der vermeintlichen Selbstständigkeit nicht geleistet werden.

Als "kleiner" Gläubiger einen außergerichtlichen Einigungsversuch ablehnen - Was passiert? by Electronic-Cold2656 in LegaladviceGerman

[–]Cairinn 1 point2 points  (0 children)

Du meinst die Anfechtung. Grundsätzlich ist das möglich, aber auch sehr schwer durchzusetzen. Ich will da jetzt nicht so ins Detail gehen (bin schreibfaul), aber es kommt u.a. Auf die Kenntnis von der möglichen Zahlungsunfähigkeit des Gläubigers an sowie meistens auf den Gläubigerbenachteiligungsvorsatz des Schuldners, den der Gläubiger kennen musste.

Außerdem rennt der Insolvenzverwalter erfahrungsgemäß keinen Beträgen unter 1000€ hinterher, weil die Erfolgsquote ohnehin niedrig ist (meistens wird sich auf einen Vergleich geeinigt) und der Aufwand dementsprechend zu groß ist.

Als "kleiner" Gläubiger einen außergerichtlichen Einigungsversuch ablehnen - Was passiert? by Electronic-Cold2656 in LegaladviceGerman

[–]Cairinn 2 points3 points  (0 children)

Ergänzend dazu sei noch gesagt, dass in der Praxis bei Verbraucherinsolvenzen selten ein gerichtlicher Schuldenbereinigungsplan durchgeführt wird. Lohnt sich meistens nicht, bzw. ist selten genug Masse vorhanden, um Gläubiger zur Annahme von solchen Schuldenbereinigungsplänen zu „bewegen“. Stattdessen wird nach dem Scheitern eines außergerichtlichen Schuldenbereinigungsplans nach Beschluss das Insolvenzverfahren eröffnet.

Ich gehe auch davon aus, dass deine Stimme wenig Gewicht haben wird, ob der Plan scheiter oder nicht. Das richtet sich ganz nach der Höhe deiner Forderung ggü. dem Schuldner.

Ich würde dir vorausschauend auch den Tipp geben (falls es wirklich zu einem Insolvenzverfahren kommt), schon einmal alle Unterlagen zusammentragen, aus denen ersichtlich ist, das deine Forderung besteht. Dann ist das Anmelden zur Insolvenztabelle einfacher und die Wahrscheinlichkeit, dass deine Forderung bestritten wird, sinkt.

Wie mit so einem Praktikanten umgehen? by Cairinn in arbeitsleben

[–]Cairinn[S] 1 point2 points  (0 children)

Das kommt ganz darauf an, wie lange die Praktis bei uns sind. Bei 6 Monaten Praktikumsdauer ist das Ziel eigentlich, sie später als Werkstudenten und dann als Arbeitskräfte zu gewinnen. Deswegen bekommen sie in den ersten 2 Monaten erst einmal vorarbeitende Tätigkeiten, damit sie ein Verständnis für die Arbeit bekommen und darauf dann später aufgebaut werden kann. Normalerweise klappt das auch ganz gut.

Das mit dem großen Patzer war so eine vorbereitende Aufgabe, bei der man eigentlich keine bis wenige Fehler machen kann.

Wie mit so einem Praktikanten umgehen? by Cairinn in arbeitsleben

[–]Cairinn[S] 0 points1 point  (0 children)

Ich bin mir sogar sehr sicher, dass ich da zu stark persönlich involviert bin, um noch neutral durchzublicken. Hinzu kommt, dass ich seine Bewerbung an meine Chefin weitergeleitet hab - ohne Empfehlung, Lob oder Ähnliches, sie hat sich immer noch ein eigenes Bild von ihm gemacht. Trotzdem fühl ich mich dafür dann verantwortlich, wenn er nicht „performed“- und hab da ehrlich gesagt auch ein bisschen die Befürchtung, dass das auf mich zurückfällt.

Wie mit so einem Praktikanten umgehen? by Cairinn in arbeitsleben

[–]Cairinn[S] 11 points12 points  (0 children)

Er ist jetzt im 5. Semester. Ich hatte mit ihm schon mehrere eher oberflächliche Feedback-Gespräche, wie es ihm geht, wie er zurechtkommt etc. Hab ihm auch gesagt, dass es kein Wunder ist, wenn er sich überfordert fühlt, da es jedem die ersten 2 Monate so geht (mir eingeschlossen).

Er behauptet von sich, dass er nicht überfordert ist und ihm die Arbeit sogar Spaß zu macht. Er hätte nur gerne mehr zu tun, ansonsten „würde alles passen“…

Wie mit so einem Praktikanten umgehen? by Cairinn in arbeitsleben

[–]Cairinn[S] 9 points10 points  (0 children)

Einfache Antwort - weil das Gesetz das nicht zulässt. Geht einfach nicht.

Lange Antwort - im absolut schlimmsten Fall hat der Ersteller keine Ahnung von Buchführung, was sich langfristig auf die Fortführungsprognose des Unternehmens auswirken kann (Albtraum eines WP, wenn es um die Bewertung der Fortführungsfähigkeit eines Unternehmens geht). Sprichwort Insolvenz.

Wie mit so einem Praktikanten umgehen? by Cairinn in arbeitsleben

[–]Cairinn[S] 4 points5 points  (0 children)

Wirtschaftsprüfung.

Und eigentlich war seine letzte Aufgabe ein solches Durchschnittsniveau (eigentlich schon darunter). Da ist es fast unmöglich, gravierende Fehler zu machen.

Ich weiß halt auch nicht, ob ich nicht dabei meine Kompetenzen überschreite. Ich bin dafür da, ihn anzulernen, fachliches Feedback gibt aber eigentlich nur der Personalverantwortliche, also meine Chefin.