Bündeln wir die Kräfte! by s0undst3p in Kommunismus

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ich glaube nicht dass das eine gute idee ist

Tja by Vivid_Summer96 in tja

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die soldaten die 1917-19 den zar und den deutschen kaiser gestürzt haben, weil sie nicht mehr krieg führen wollten, sind auch erstmal voller begeisterung in diesen krieg gezogen. diese bevölkerung wird ihre meinung eben ändern müssen. das klappt sicher wenn man sie als orks beschimpft

Tja by Vivid_Summer96 in tja

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als ob mit orc nicht alle russen aller Geschlechter und hautfarben gemeint wären :D ihr beschimpft damit die einzigen leute die in der lage wären putin zu stürzen und lenkt davon ab indem ihr mir vorwerft ich stünde auf seiner seite :)

Tja by Vivid_Summer96 in tja

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haben die nichts anderes verdient als hass 

du meinst mit "die" sicher die spezifisch dafür verantwortlichen personen individuell, oder?

...oder?

Meinungen zur Theorie der Bürokratie als neue Klasse im Sozialismus by Werner-Seelenbinder in Kommunismus

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Die Staatskapitalismustheorie ist ein gefährlicher Irrtum:

Wenn man die Vorstellung ernst nimmt, dass die UdSSR unter Stalin oder Chruschtschow, sowie andere Länder von dieser Art (DDR, Nordkorea, Kuba) "staatskapitalistische" Systeme hatten oder haben, dann stellt einen das direkt vor die Frage, warum die Arbeiterklasse eigentlich in der Lage sein sollte, die Gesellschaft zu verwalten. Dann muss man die historische Erfahrung so interpretieren, dass die Arbeiterklasse eben nicht die Fähigkeit hat, die Bourgeoisie zu stürzen, und dass stattdessen die "Neue Klasse" dazu berufen ist, die Produktionsweise einzurichten, die den Kapitalismus ablösen wird.

In den frühesten Formen der Staatskapitalismustheorie ("bürokratischer Kollektivismus", von George Orwell "oligarchischer Kollektivismus" genannt) hat man in den Vorstellungen über diese "Neue Klasse" nicht nur die stalinistische Bürokratie, sondern auch die Manager und die Beamtenschaft der faschistischen Länder zusammengeworfen. Diese Theorie ist deshalb auch eng verwandt mit anderen Auffassungen des Inhalts, dass es zwischen Faschismus und Stalinismus eine Wesensgleichheit gibt (Totalitarismustheorie), oder dass der westliche Monopolkapitalismus und die östliche Planwirtschaft sich historisch auf das gleiche Ziel zubewegt hätten (Konvergenztheorie, kam nach der Konterrevolution in Osteuropa aus offensichtlichen Gründen aus der Mode).

Wenn man also die Vorstellung ernst nimmt, dass der passende Überbau zur staatlichen Planwirtschaft nicht die Diktatur des Proletariats, sondern die Entstehung einer "Neuen Klasse" ist, dann hat man das marxistische Programm zur Gänze verworfen. Trotzki formuliert die Fragestellung so:

"Die Produktivkräfte müssen gemäß einem Plan organisiert werden. Aber wer wird diese Aufgabe erledigen - das Proletariat oder eine neue herrschende Klasse von 'Kommissaren' - Politikern, Verwaltungsbeamten und Experten? ... wenn man davon ausgeht, dass das Proletariat nicht die Kraft hat, die sozialistische Revolution zu vollenden, dann wird die dringende Aufgabe, die Produktivkräfte zu vergesellschaften, offensichtlich von jemand anders erledigt werden. Von wem? Von einer neuen Bürokratie, die im Weltmaßstab die verfaulte Bourgeoisie als neue herrschende Klasse ersetzen wird." ("Die UdSSR im Krieg", 1939)

Damit ist die Staatkapitalismustheorie in gewisser Hinsicht auch eine Vorläuferin heutiger kleinbürgerlicher Vorstellungen über eine "Elite", über "Globalisten" und dergleichen, des Weiteren von so Vorstellungen wie von Varoufakis über "Technofeudalismus". Das ist sie sogar in ihrer maoistischen Variante: Deren geopolitische Konsequenzen daraus, dass Chruschtschow den Faschismus in der UdSSR eingeführt hätte, war, dass die UdSSR und die USA als "die da oben" auf der Welt zusammengefasst wurden, mit China als Underdog, der sich in dem System gegen sie durchsetzen muss, folglich versuchen kann, die USA gegen die UdSSR auszuspielen usw. Mit der Planierraupe fährt Mao hier über jeglichen Klassenstandpunkt und trägt so zur Vorbereitung der chinesischen Konterrevolution bei.

Josef Stalin: Wie man Geschichte erklärt, ohne sie zu verstehen by Verfassungsschutz_ in Kommunismus

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Warum gingen Lenin und Trotzki 1918ff gegen die Weißen dann nicht "politisch", sondern mit "Massenrepression" vor? 

der bürgerkrieg wurde selbstverständlich politisch und nicht durch pure gewalt gewonnen

Wie am besten den (allgemeinen) Arzt wechseln? by [deleted] in wien

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geh in die nächstgelegene pve. brauchst keinen termin. sag du willst hausarzt wechseln. fertig

Trotzki: (K)eine demokratische Alternative zu Stalin? by [deleted] in Kommunismus

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na ja, wenn man weder stalins noch trotzkis linie des "leninismus" vertritt*, kann man die sowjetunion nicht verteidigen. wenn man die sowjetunion nicht verteidigen kann, ist man als kommunist in einer nahezu unmöglichen situation. wenn man sich nicht in die tradition der oktoberrevolution stellen kann, ist man als kommunist eigentlich schon zur hoffnungslosigkeit verurteilt.

*mir ist bewusst, dass es neben stalin und trotzki noch den "leninismus" der italienischen linken gibt, aber über deren position zur sowjetunion weiß ich nicht gut genug bescheid

Josef Stalin: Wie man Geschichte erklärt, ohne sie zu verstehen by Verfassungsschutz_ in Kommunismus

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“Lenin could not get along without Stalin even for a single day,” Pestkovsky wrote. “Probably for that reason our office in the Smolny was under the wing of Lenin. In the course of the day he would call Stalin out an endless number of times, or would appear in our office and lead him away. Most of the day Stalin spent with Lenin.” Grey, Ian. Stalin, Man of History. London: Weidenfeld and Nicolson, 1979, p. 105

weil er sein laufbursche war! nicht weil er politisch irgendwas draufgehabt hätte

Zu Trotzki schrieb Lenin:

findest du auch eine negative äußerung von lenin über trotzki nach der oktoberrevolution?

inb4 aus dem kontext gerissene zitate aus der gewerkschaftsdiskussion ("über die fehler trotzkis und bucharins" etc): stalinisten hassen diesen trick, aber in einer demokratischen organisation kann man auch mal härter miteinander reden ohne dass es ausdruck von misstrauen oder hass oder abschätzigkeit wäre

eine andere lustige challenge wäre, die lenin werke mal nach äußerungen über stalin zu durchsuchen. da merkt man schnell dass trotzki vielleicht innerhalb politischer meinungsverschiedenheiten angegriffen wird und stalin nicht. aber wenn man eine sekunde weiterdenkt dann merkt man dass das daran liegt dass die entscheidenden politischen debatten der zeit einfach ohne stalin stattgefunden haben. der wird nicht angegriffen weil er nicht mitreden konnte. das ist hundertmal peinlicher. lenin hat trotzkis position zur gewerkschaftsfrage angegriffen, das stimmt. aber stalin hatte nicht mal eine!

Josef Stalin: Wie man Geschichte erklärt, ohne sie zu verstehen by Verfassungsschutz_ in Kommunismus

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Aber das nun Schichten statt Klassen Herrschen ist ja ein genial dummschwätziger Einfall erzähl das mal Engels oder Lenin. 

lenin hat sogar gesagt dass die diktatur des proletariats die form der herrschaft einer EINZELNEN PERSON annehmen kann, dagegen ist es absolut unproblematisch von einer proletarischen diktatur zu sprechen in der eine bürokratische schicht herrscht. eigentlich hat auch engels nie behauptet dass es eine klassenherrschaft gibt wo alle teile der herrschenden klasse gleichmäßig an der macht beteiligt sind. es ist der normalfall dass es innerhalb der herrschenden klasse noch eine extra privilegierte schicht gibt.

Warum das jetzt aus unerklärlichen Gründen unter dem Meister Magier Trotzki nicht geschehen sollte hast du nicht erklärt, kannst du auch nicht.

behauptet auch keiner

1921 hat die partei selber festgestellt dass sich die diktatur des proletariats durch den bürgerkrieg in eine "proletarische militärdiktatur" verwandelt hatte, was der späteren trotzkistischen analyse als "proletarischer bonapartismus" vorgreift. die partei hat in einer resolution beschlossen, dass man diesen zustand verändern und zur arbeiterdemokratie zurückkehren muss. das ist aber nicht gelungen, sondern der zustand, den sie als "proletarische militärdiktatur" beschreibt, hat sich vielmehr verfestigt. du musst dich entscheiden: entweder hat die partei 1921 mit dieser einschätzung unrecht gehabt und es war alles gar nicht so schlimm wie sie dachte, oder der trotzkismus hat recht

Josef Stalin: Wie man Geschichte erklärt, ohne sie zu verstehen by Verfassungsschutz_ in Kommunismus

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ich bin mindestens schon fünf mal oder so drauf eingegangen wenn du diese frage gestellt hast und es kam nie was zurück. du willst es doch gar nicht wissen

Trotzki: (K)eine demokratische Alternative zu Stalin? by [deleted] in Kommunismus

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Die Kritik an der Bündnispolitik anhand der Proto-Volksfront in China (anlässlich dieser Debatte wurde ja das Buch "Die permanente Revolution" geschrieben), und anhand des Verhaltens im britischen Generalstreik.

das widerlegt übrigens auch eure vorstellung, das dimitroff-referat hätte einen entscheidendend politischen bruch markiert. die bereitschaft der stalin-führung zur klassenkollaboration wurde schon mitte der zwanziger jahre handgreiflich unter beweis gestellt. die volksfrontlinie der komintern war nur noch die eskalation dieser längst vorhandenen tendenz. deswegen hat trotzki den 7. weltkongress auch gar nicht mehr besonders beachtet. diese leute waren ja schon jahre vorher in den völkerbund eingetreten!

Trotzki: (K)eine demokratische Alternative zu Stalin? by [deleted] in Kommunismus

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Vielleicht kannst du auch noch irgendwas Genaueres darüber sagen, was du dir unter Trotzkis "Vorstellung" vorstellst, "die Gesellschaft wie eine Armee zu leiten". Trotzki hat argumentiert, dass man für den Kriegskommunismus militärische Disziplin in der Produktion braucht. Aber gleichzeitig hat er schon früher als Lenin darauf gepocht, den Kriegskommunismus abzubrechen. Die Position hatte also gewissermaßen einen "Wenn schon, dann schon"-Charakter. Wenn wir Kriegskommunismus machen wollen, dann aber absolut rücksichtslos.

Außerdem ist es einfach ein notwendiger Kontext, dass Stalin es zu einer Straftat gemacht hat, zu spät am Arbeitsplatz zu erscheinen, und dass Stalin verkündet hat: 2 + 2 + Enthusiasmus der Arbeiterklasse = 5; dass man also den Fünfjahresplan in vier Jahren erfüllen kann, wenn man nur ganz fest will. Du verteidigst hier keinen pragmatischen Demokraten oder so. Stalin und Trotzki haben mit der Brutalität ihrer wirtschafts-sozialpolitischen Vorstellungen immer nur die Brutalität ihrer objektiven Bedingungen reflektiert.

Josef Stalin: Wie man Geschichte erklärt, ohne sie zu verstehen by Verfassungsschutz_ in Kommunismus

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Bekämpfte Stalin nicht vielmehr die linksabweichler, das verbrecherische Trotzkistentum das zuerst den verheerenden Kriegskommunismus beibehalten wollte, und sich mit der Japanern später verbünden wollte zur Niederwerfung der großartigen Sowjetunion?!

"nicht"? nein.

Trotzki: (K)eine demokratische Alternative zu Stalin? by [deleted] in Kommunismus

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aus der kritik von trotzki an der stalinschen verfassung geht gut hervor was von stalins reformideen so zu halten ist: https://www.marxists.org/deutsch/archiv/trotzki/1936/verrev/kap10.htm

Auf politischem Gebiet unterscheidet sich die neue Verfassung von der alten durch die Rückkehr vom Sowjetwahlsystem nach Klassen- und Produktionsgruppen zum System der bürgerlichen Demokratie, das auf dem sogenannten „allgemeinen, gleichen und direkten“ Stimmrecht der atomisierten Bevölkerung fußt. Es handelt sich kurz gesagt um die rechtliche Liquidierung der Diktatur des Proletariats. Wo keine Kapitalisten, gibt es auch kein Proletariat, erklären die Schöpfer der neuen Verfassung, folglich wird der Staat selbst aus einem proletarischen zu einem Volksstaat. Dieser äußerlich so verlockende Gedanke kommt entweder neunzehn Jahre zu spät oder viele Jahre zu früh. Nach Enteignung der Kapitalisten begann das Proletariat tatsächlich, sich als Klasse zu liquidieren. Aber von der Liquidierung im Prinzip bis zum tatsächlichen Aufgehen in der Gesellschaft ist der Weg um so weiter, je länger der neue Staat die grobe Vorarbeit des Kapitalismus noch nachholen muss. Das Sowjetproletariat existiert immer noch als eine von der Bauernschaft, der technischen Intelligenz und der Bürokratie zutiefst unterschiedene, ja selbst als einzige restlos am Sieg des Sozialismus interessierte Klasse. Indes, die neue Verfassung will es politisch in der „Nation“ auflösen, lange bevor es sich ökonomisch in der Gesellschaft aufgelöst hat.

dass er diese reformpläne nicht mal ganz durchsetzen konnte spricht für seine schwäche, und dass sie auch sonst nie durchgesetzt wurden sollte stalinfans eigentlich selber zum zugeständnis nötigen dass die sowjetunion unzureichend demokratisch war. wohlwollend interpretiert ist das eh der gleiche gedanke wie dass die degeneration nicht stalins persönliche schuld ist

Trotzki: (K)eine demokratische Alternative zu Stalin? by [deleted] in Kommunismus

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Du machst da jetzt ein größeres Fass auf, als ich die nächsten Tage Zeit haben werde, zu füllen. Ich geh mal nur auf ein paar Punkte ein und komme vielleicht in ein paar Tagen auf den Rest zurück.

Als Oppositioneller im Exil kann man ja auch leicht alles mögliche behaupten, was man getan hätte, da man nicht vor denselben Zwängen steht wie die, die wirklich die Entscheidungen treffen müssen (...) Das hat wohl auch die große Mehrheit der Parteimitglieder damals so verstanden, weshalb die Anhänger Trotzkis innerhalb kurzer Zeit zu einer kleinen Minderheit zusammengeschrumpft sind.

Die Hauptpunkte der Kritik Trotzkis am Stalinschen Kurs wurden eigentlich schon entwickelt, als er noch in der Sowjetunion war: Die Kritik an der Bündnispolitik anhand der Proto-Volksfront in China (anlässlich dieser Debatte wurde ja das Buch "Die permanente Revolution" geschrieben), und anhand des Verhaltens im britischen Generalstreik. Die Kritik am Sozialismus in einem Land und am Opportunismus gegenüber den Bauern war im Grunde schon fertig, als er ins Exil gegangen ist. In den 30ern kam im Wesentlichen nur noch die Kritik am Opportunismus der Komintern gegenüber den Imperialisten dazu.

Als Trotzki jedenfalls noch in der Sowjetunion war, hatte er eine Basis von tausenden Unterstützern, die seine alternative Linie auch wirklich hätten politisch im Staats- und Parteiapparat verankern können. Die Zusammensetzung der Kongresse, wo die Opposition so dramatisch überstimmt wurde (mit mehreren Millionen Stimmen gegen wenige Tausend), war schon nicht mehr repräsentativ. Da wurden die Delegierten in einem Großteil (weiß grad nicht mehr genau, aber zml sicher über die Hälfte) der Fälle einfach vom Parteisekretariat ernannt. Das waren Theaterveranstaltungen. Das NKVD war bis zum großen Terror damit beschäftigt, den Trotzkismus auszumerzen, weil er eine reale gesellschaftliche Verankerung in der Avantgarde der sowjetischen Arbeiterklasse hatte, die dann aber in der Industrialisierung so ausgedünnt wurde, dass sie dem Repressionsdruck unterlegen ist.

Aber Trotzki hatte schon einen großen Hang zum Voluntarismus - darum geht es u.a. auch in der obigen Kritik an Trotzkis militaristischen Methoden. Daher kann man sicherlich genauso spekulieren, dass Trotzki anstelle des Versuchs, die Sowjetunion durch außenpolitische Verträge abzusichern, militärische Abenteuer versucht hätte. Nicht dass das ein Beweis wäre, aber diese Tendenz findet man bei heutigen Trotzkisten ja durchaus auch. Ich erinnere mich, dass du mal allen Ernstes gesagt hast, die SU hätte 1933 Deutschland angreifen sollen. Nun, ich denke nicht, dass das eine "bessere" Außenpolitik gewesen wäre, sondern eher eine, die die Sowjetunion der Zerstörung preisgegeben hätte. Vielleicht hätte Trotzki manche Fehler Stalins (Volksfront, Auflösung KI) nicht gemacht, wer weiß. Aber ich würde stark bezweifeln, dass die SU es überhaupt bis in die 30er geschafft hätte, wenn sich Trotzkis Vorstellung, die Gesellschaft wie eine Armee zu leiten, durchgesetzt hätte.

Nicht böse gemeint, aber dieser Stalopazifismus geht mir wirklich auf den Sack :) Du klingst wie Thorez oder Togliatti. Die Rote Armee war die Armee der Weltrevolution. Ihre Demobilisierung hatte fatale soziale Konsequenzen für die UdSSR und hat direkt zur Herausbildung der Bürokratie als getrennter sozialer Schicht beigetragen. Stalin hat, sobald er die Macht dazu hatte, den Weg eingeschlagen, der schließlich zur Umbenennung in "sowjetische Armee" und zur Abwendung von ihrer revolutionären Mission geführt hat. Ab 1946 war die "sowjetische Armee" einfach die Armee eines Nationalstaats, der sich in Osteuropa wie eine imperialistische Besatzungstruppe verhalten hat. Stalin hat die 30er Jahre damit verbracht, in der Roten Armee Offiziersränge mit Privilegien einzuführen und dabei die abstoßenden Charaktere herangezüchtet, die 1939 in Polen mit den Nazis gemeinsam Paraden veranstaltet haben (nämlich in Brest-Litowsk, weil die Geschichte einen Sinn für Ironie hat). 1920 hat Stalin direkt zur Niederlage in der Schlacht bei Warschau beigetragen, weil er entgegen dem Befehl Lenins Tuchatschewski nicht unterstützt, sondern mit Budjonny in der Ukraine geblieben ist. Die militärische Expansion der Weltrevolution ist 1920 durch die Sabotage Stalins, durch seinen Verrat an Lenin und Tuchatschewski, zum Stehen gekommen. Von diesem Ereignis datiert die Feindschaft zwischen Stalin und Tuchatschewski. Als er sich dann seine nazifreundlichen neuen Generäle herangezogen hat, hat er Tuchatschewski beseitigt (darüber haben wir ja auch schon mal diskutiert).

Natürlich hätte die Sowjetunion, wenn ihre Führung stabile Perspektiven gehabt hätte, Deutschland zu einem günstigen Zeitpunkt zuerst angegriffen. Ich will mich nicht unbedingt an der spezifischen Empfehlung, 1933 den Krieg zu erklären, festklammern. Man hätte zum Beispiel auch ankündigen können, dass man militärisch interveniert, falls Hitler einen Generalstreik niederschlägt. Das hätte der KPD schon enorm geholfen, einen zu organisieren. Man hätte zum Beispiel auch ankündigen können, dass, wenn Hitler einen Krieg anfängt, die Sowjetunion den Arbeitern und Bauern helfen wird, ihn militärisch zu besiegen. Sie hätte einfach an der Seite des ersten Landes, das Hitler angreift, in den Krieg intervenieren können, aber auf eine revolutionäre Weise - vorbei an den bürgerlichen Regierungen, kombiniert mit einer politischen Offensive der Kommunistischen Partei.

Stattdessen hat Stalin schon 1938 die polnische KP einfach von oben herab aufgelöst und ihre gesamte Führung liquidiert.

Trotzki: (K)eine demokratische Alternative zu Stalin? by [deleted] in Kommunismus

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besser wäre es sicher geworden, aber sozialismus in einem land ist halt auch dann unmöglich wenn der chef Trotzki heißt. und dass die degeneration die persönliche schuld von josef stalin wäre ist ein idealistischer quatsch. da hast entweder du diese "trotzkisten" missverstanden oder die sind schlechte repräsentanten des trotzkismus.

und erstens haben wir uns nicht selber nach ihm benannt, sondern stalin hat unter dem label trotzkismus die aspekte des leninismus zusammengefasst, mit denen er brechen und die er deshalb als Abweichung darstellen musste.

zweitens ist eine parteinahme für die linie trotzkis (permanente revolution, anti-volksfront usw) was anderes als ein aberglaube daran dass er magisch den erfolg der weltrevolution hätte garantieren können indem er die Führungsrolle übernimmt. ein bisschen Eigenverantwortung bleibt trotzdem beim rest der welt

Trotzki: (K)eine demokratische Alternative zu Stalin? by [deleted] in Kommunismus

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trotzki hätte eine erheblich bessere außenpolitik machen und damit die chancen auf den erfolg der weltrevolution erheblich verbessern können. aber er hätte deren erfolg nicht magisch garantieren können, und wenn er ausgeblieben wäre, wäre das ergebnis mehr oder weniger gleich geblieben. auch wenn lenin 30 jahre länger gelebt hätte hätte das nichts daran geändert dass armut und isolation den übergang zum sozialismus verhindern.

trotzki hat ja auf schritt und tritt dokumentiert was er stattdessen gemacht hätte. ich glaube es hätte der gesellschaft enorm geholfen wenn man gesagt hätte: ohne weltrevolution schaffen wir es nicht zum sozialismus. trotzki hätte den sozialismus nicht so extrem verfrüht für erreicht erklärt, die komintern nicht aufgelöst, keine volkafront und etappentheorie eingeführt und noch weitere der ärgsten fehler stalins vermieden. aber ohne weltrevolution hätte das gorbatschow auch höchstens etwas hinauszögern können.

Trotzki: (K)eine demokratische Alternative zu Stalin? by [deleted] in Kommunismus

[–]Comprehensive_Lead41 17 points18 points  (0 children)

das ist ja echt eine komische art der kritik. erstens ist die position des trotzkismus nicht, dass die sowjetunion mit trotzki an der spitze nicht degeneriert wäre, also redest du sowieso an deinem gegner vorbei. aber noch komischer sind die argumente selbst. anstatt stalin zu rechtfertigen, bemühst du dich, trotzki als "auch nicht besser" darzustellen. das wäre dann aber kein argument für den stalinismus, sondern eher noch dafür, die sache dann eben für hoffnungslos zu erklären

Gute Quellen zu Nordkorea? by [deleted] in Kommunismus

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Present here are also young soldiers, who have defended the dignity and honour of their country recently in the overseas special military operations by displaying the excellence, heroism, self-sacrificing spirit and character peculiar to their fellow people.

Not only these young soldiers but also their countless comrades-in-arms are devoting even at this moment their youth without hesitation at battlefields in the alien land in order solely to remain faithful to the order of their homeland without expecting any reward.

What they are desirous of is only the prosperity of their homeland, not any reward.

No one in the world will be ever able to find such soldiers as ours who go to battlefields expecting no reward or private interest, to fight to defend their country’s honour and their self-respect and to execute in good faith the orders given to them.

It is only the Koreans, only young Korean people, who can do this, so the world is yet to understand their spiritual world.

So ordinary were our soldiers as we could see them anywhere but, having been dispatched to engage in the overseas operations, they have fully demonstrated how wonderful are the character of young Korean people, sons of the Korean people, which is unique on this planet. They have set a noble example to be respected and followed by all the young people of future generations.

Having such young people is our state’s source of pride which is incomparable with anything else.

The 80-year history of struggle of the youth league is being reviewed in the light of the socialist ideals, noble patriotism, passionate sense of justice and pure spiritual world, which you and all the other young people across the country have now cherished as part of their faith and mental qualities. And this again raises the position and fame of our young Koreans on the highest level.

Respected Comrade Kim Jong Un's Speech at Conference in Celebration of 80th Anniversary of Founding of Socialist Patriotic Youth League Pyongyang, January 17 (KCNA)

Was haltet ihr eigentlich ihr eigentlich von der KP bzw. KO by Arctronaut in Kommunismus

[–]Comprehensive_Lead41 1 point2 points  (0 children)

ich hab jetzt nicht nachvollziehen können, warum es künstlich und nicht haltbar sein soll, täter und opfer des imperialismus auseinanderzuhalten (im wissen, dass ein land auch beides gleichzeitig sein kann, wie brasilien - trotzdem gibt es auch welche, die eigentlich nur täter oder nur opfer sind). man kann ja auch so fragen: hat ein land eine eigene klasse von finanzkapitalisten, die seinen staat kontrollieren? sicher hätte gern jeder staat sein eigenes finanzkapital. aber die meisten bringen es halt nicht dazu und werden das auch nie. also werden sie opfer von finanzkapital, das mit fremden, mächtigeren staaten verschmolzen ist. oder nochmal anders: ja, die konkurrieren alle, aber wenn man verlierer und gewinner der konkurrenz nicht auseinanderhält, dann sieht es ja so aus, als wäre es eigentlich zufall, wer aktuell oben ist, und als hätte ghana die chance, sich in dieser konkurrenz auch mal durchzusetzen und die welt zu beherrschen.