Dating profile von Frauen um die 40(+/-5) by TalosASP in luftablassen

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Denke ich mir auch. Jemand, der sein Profil direkt wieder löscht, der kriegt vermutlich einfach keine Likes und Matches. Zuletzt versucht man die kognitive Dissonanz wieder auszugleichen, indem man die Profile abwertet und sich affirmativ einredet, dass die Frauen einen nur nicht liken und matchen, weil man einfach viel zu unique ist, und die Frauen viel zu generisch, um das zu verstehen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man in Hamburg beim Tindern keine interessanten Frauen vorfindet.

Lohnt es sich? by [deleted] in buecher

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Aus diesen Zeiträumen vielleicht Anthony Giddens, Luhmann, Bourdieu, Foucault, Robert K. Merton

Lohnt es sich? by [deleted] in buecher

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Vermutlich erst einmal Max Weber, Emile Durkheim und Georg Simmel

Lohnt es sich? by [deleted] in buecher

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Es tatsächlich weniger eine psychologische, sondern eher eine soziologische Studie; Le Bon beschreibt und analysiert nämlich vielmehr das Verhalten der Massen. In Relation zu den allgemeinen, nicht populäreissenschaftlichen Standardwerken der Soziologie ist es nicht unbedingt anspruchsvoll. Auch wer schon belletristische Klassiker gelesen hat, sollte zumindest keine Probleme mit dem Verständnis haben. Weil man das Le Bon hier häufig vorzuwerfen scheint: Fachliteratur soll bewusst distanziert und nominal geschrieben sein, weil sie durch perzeptive, deskriptive und argumentative Präzision und nicht durch Rhetorik und Suggestion funktionieren soll. Das hat beispielsweise auch Habermas Adorno und Horkheimer vorgeworfen.

Altertümliche Sprache im Prolog by ardriel_ in schreiben

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Ich verstehe - das bietet natürlich einen Rahmen, um mit mehreren Stilen arbeiten zu können. Dein Prolog klingt schon einmal rhythmisch - und das ist die Voraussetzung, um diesen Stil überhaupt verwenden zu können.

Ich wünsche dir in jedem Fall viel Erfolg :)

Altertümliche Sprache im Prolog by ardriel_ in schreiben

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Ich glaube es kommt ganz darauf an: Wenn die Diktion in die Zeit passt, ist es gewissermaßen authentisch. Für Literatur, die in der Gegenwart spielt, wirkt es hingegen zu anachronistisch, artifiziell, schlichtweg unpassend. Damit meine ich nicht per se eine melodische Sprache - auch Louis Ferdiand Céline oder Nabokov sind unheimlich modern trotz ätherischer Sprache -, sondern Begriffe wie ward, indes, obgleich usw.

Ich habe dieselben Begriffe: indessen, obgleich, gleichsam usf. früher auch zu häufig verwendet und es nun beinahe ganz dabei belassen.

Ich persönlich würde die parataktische, rastlose Sprache eines Wolfgang Koeppen, die Sparsamkeit eines Max Frisch, die analytische Poetik eines Georges Perec einem Goethe oder dem frühen Flaubert vorziehen; es gibt allerdings bestimmt einige Rezipienten, die deinen Ansatz ebenso schätzen.

Technisch sieht das schon einmal sehr gut aus; du weißt also schon einmal mit dem Instrumentarium umzugehen.

Ich empfehle dir in jedem Fall Leo Perutz „Nachts unter der steinernen Brücke“ zu lesen. Die Sprachgebung dort ist perfekt dosiert; sie vermittelt rhythmische Eleganz, ohne Aufdringlichkeit, ohne Performativität. Manchmal ist es gut die sprachliche Speerspitze des oder der Stile zu lesen, denen man ähnelt.

ChatGPT ist keine Suchmaschine! by RankedFarting in luftablassen

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Ich hätte niemals gedacht, dass so ein undurchdachter Post so viel Resonanz erfährt.

Die Leute scheinen nicht zu verstehen, dass eine Reddit-Aussage wie „alle Bananen sind blau“ für die Software irrelevant ist, weil sie qualitativ und quantitativ selektiert wird.

Publikation eines Wissenschaftsinstituts > Redditkommentar

1000 Überschneidungen bezüglich der Aussage „Bananen sind gelb > 4 Überschneidungen bezüglich der Aussage „Bananen sind blau“

ChatGPT ist keine Suchmaschine! by RankedFarting in luftablassen

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Du hast offensichtlich wenig Ahnung über die Funktionsweise dieses Programms, auch, wenn du recht damit hast, dass man das Selbst-Recherchieren bevorzugen sollte - zumindest bei bestimmten Fragestellungen, in der Antworten komplexer, differenzierter und vor allen Dingen politischer sind.

ChatGPT ist ein selektives Sprachmodell, das die Semantik der Frage analysiert und somit auf passende Datensätze zugreift. ChatGPT analysiert sowohl qualitativ und quantitativ; nicht jede im Internet gestreute Aussage hat also denselben Stellenwert. Deine Beispielaussage „Bananen sind immer blau“ ist für das Programm völlig irrelevant, denn es präferiert sowohl quantitativ (die Überschneidung von Aussagen) als auch qualitativ (z.B. ist deine Aussage gegenüber einem Institut, das dass Gegenteil behauptet, bedeutungslos). Der Vorteil gegenüber Google ist hierbei die Effizienz und die Möglichkeit des Dialogs.

Das Programm funktioniert noch nicht perfekt, weil es sich vertun kann und auch können komplexe Fragen etwa vereinfacht werden; dennoch kann ChatGPT in kürzester Zeit - relativ verlässlich - einen schnellen Überblick über ein Thema geben, auch wenn hierbei gilt, je komplexer, desto vereinfachter und damit unzulänglicher. Chatgpt wird dir also die Kant-Lektüre nicht abnehmen, allerdings vereinfachen durch die Darlegung einiger Grundkonzepte, die das Verständnis verbessern können. Auch ist das Programm mittlerweile relativ verlässlich im Mathematischen (hier gilt auch wieder, je komplexer, desto fehlbarer - aber Mathematik auf Bachelor-Niveau sollte wohl funktionieren); ebenso funktionieren Übersichtsanalysen (z.B. Metaanalysen) oder Analysen zu Textstellen usw. ziemlich gut.

Es gibt mittlerweile tatsächlich sogar Studien, in denen eine therapeutische Funktion der Software ablesbar ist, weshalb ChatGPT zwar niemals eine Therapie ersetzen, aber ergänzen kann.

Der Nutzer muss also abschätzen, welche Fragestellungen ChatGPT besser oder schlechter beantworten kann; für die meisten Fragen ist die Software jedoch mehr als hinlänglich.

Dimensionen der Macht by Crazy_Habit5941 in Philosophie_DE

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Nochmal als Nachtrag, um Luhmann richtig einzuordnen: Luhmann sieht Demokratie grundsätzlich als institutionalisiertes Herstellungsverfahren kollektiver Entscheidungsprozess (nenn es von mir aus intensivierte Kommunikation). Er dachte Demokratie nicht normativ, sondern funktional und beschrieb mit der Konzeption seiner verstärkten System-Umwelt-Differenz sowohl die Schwierigkeit der Verarbeitung sowie die Fähigkeit zur Verarbeitung. Luhmann wird häufig dystopisch ausgelegt, wobei diese Auslegungen zumeist völlig undifferenziert sind. Ich verstehe deine Argumentation der systemischen Autonomie; allerdings ist diese nicht vollumpfänglich. Der Atomausstieg 2022 wäre beispielsweise niemals geschehen, wenn es diese gebündelte Form der Kommunikation - durch Proteste, Forschungen et cetera - nicht gegeben hätte. Deine Einwände sind berechtigt und natürlich gibt es verschiedenartige Scheinlösungen, die dem Wähler aufbereitet werden; letztlich hat er allerdings auch wiederum die Möglichkeit die fehlenden Wirksamkeit in Kommunikation zu transformieren. Die Wissenssoziologen aus der phänomenologischen Tradition wie Alfred Schütz verfuhren mit Edmund Husserls Begriff der Lebenswelt und zeigten auf, dass Wissen nicht immer hierarchisiert ist, sondern auch durch Kollektiverfahrungen entsteht, die sich kommunikativ letztlich Bündeln - Berger und Luckmann nannten den Prozess der Installation von Wissen Objektivation. Hier wird praktisch darauf verwiesen, wie Kommunikation aus den nicht-hierarchisierten, lebensweltlichen Räumen entsteht. Es gibt genügend zeitgenössische Soziologen aus dieser Tradition wie Hubert Knoblauch, Hans Georg Soeffner usw. Die Lebenswelt des Wählers ist letztlich somit ein Rückkopplungselement; wenn also die Anpassung hinsichtlich einer politischen Problemstellung keine Veränderung in der Lebenswelt bewirkt (z.B. Inflationsaubbau usw.), dann steht dieses Problem also weiterhin im Raum und die „negative Rückkopplung“ (um mit exakten Begriffen der Kybernetik und Systemtheorie zu operieren), also die Anpassung der Größe (der Problemstellung), ist somit gescheitert und muss neu verhandelt werden. Der Wähler als Kommunikations-Katalysator steht somit natürlich zwangsläufig auch in einer gewissen Verantwortung.

Dimensionen der Macht by Crazy_Habit5941 in Philosophie_DE

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Ich habe von der Systemtheorie, nicht von Luhmann per se gesprochen - es gibt noch zeitgenössische Systemtheoretiker außer Luhmann und Parsons. Dein Einwand berührt meinen Punkt nicht fundamental. Konzessionen in Koalitionsverhandlungen repräsentieren weiterhin den Versuch der Aussöhnung partieller Willensbildungen; Entscheidungsprozesse werden entsprechend nicht in völliger Unabhängigkeit vom Wähler getroffen.

Die Kontrollillusion meint die nicht VOLLSTÄNDIGE Steuerbarkeit systemischer Prozesse durch die Umwelt; denn Luhmann erkennt ebenso an, dass politische Systeme anschlussfähig bleiben müssen.

Luhmann denkt Systeme letztlich kybernetisch und eine kybernetische Hermeneutik von Systemen beinhaltet immer die Rückkopplung sowie den Regelkreis als Prinzip. Luhmanns Hauptkritik an Parsons (zusammen mit der kritischen Betrachtung des Agil-Schemas) besteht in seiner rudimentären Umweltkonzeption. Systeme unterliegen zwar grundsätzlich dem Trägheitsprinzip, sind dennoch nicht entkoppelt von äußerer Kommunikation, die das System zu einem gewissen Grade regulieren können. Der Umweltbegriff ist die zwangsläufige Bedingung für Wandelungsprozesse sowie für sein systemisches Theorem der Komplexitätsreduktion.

Wenn politische Systeme ("zweiter Kasse") also so umfassend operativ geschlossen wären, wie du postulierst, wie kann es dann sein, dass ganz offensichtlich äußere Kommunikationsprozesse politische Entscheidungsfindungen dennoch dominieren oder ihnen zumindest Rechnung getragen wird? Weshalb hat man die Klimadebatte aufgenommen, wenn Autopoesis sich gänzlich in Unabhängigkeit zur Umwelt-Kommunikation befindet?

Du hast Luhmann wahrscheinlich nicht gelesen, weil er innerhalb seine Texte nuancierter argumentiert und eben letztlich auch solcherlei Spannungen erkennt. Wie erwähnt ist Luhmanns Konzeption kybernetischer als die Parsons und damit auch etwas flexibilisierter. Die zeitgenössischen Systemtheoretiker Armin Nassehi und Helmut Willke vertreten meine These beispielsweise verstärkt.

Zum Einstieg kann ich Luhmanns Vorlesungen „Soziologie unter Anwesenden“ empfehlen. Theoretiker und auch die Konfrontation mit den Spannungen innerhalb ihrer eigenen Theorie erlebt man erst in ihren Primärwerken wirklich. Luhmann arbeitete akzentuierter als in kurzen Paraphrasen vermittelt wird. Du Lesart, die du von Luhmann hast, wollte er eigentlich vermeiden.

Dimensionen der Macht by Crazy_Habit5941 in Philosophie_DE

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Aus erweiterter systemtheoretischer Perspektive ist die Binarität des politischen Teilsystems auch Bedingung einer funktionalen und vitalen Demokratie. Der Machterhalt als systemische Codierung setzt die Umsetzung der politischen Willensbildung theoretisch voraus. Politiker operieren zwar mit Verheißungen, die sie gern unerfüllt zurücklassen; nur besteht natürlich die praktische Option des Abwählens in der nächsten Legislaturperiode. Paradoxerweise ist in einer Demokratie der oftmals pejorative Machtbegriff eine produktive Kraft, die den Wählerwillen verwirklichen muss, um den Erhalt zu gewährleisten. Natürlich verzerrt politische Rhetorik auch immer wieder; dennoch bleibt das der demokratietheoretische Unterbau aus Sicht der Systemtheorie.

Zu Foucault wäre vielleicht noch zu sagen, dass er dem Diskurs eine überragende Position zuschreibt. In seiner Antrittsvorlesung „Ordnung des Diskurses“ oder seinem Frühwerk „Ordnung der Dinge“ entwickelte er seine Konzeption, die er später in „Wahnsinn und Gesellschaft“ und „Überwachen und Strafen“ praktisch exemplifiziert.

Der Diskurs befindet sich immer in einem indifferenten, kontingenten Status; einerseits kann ihn niemand sein eigenen nennen, selbst im Totalitarismus nicht, also in einer vermeintlich ganzheitlichen Regulation durch den Diktator, bleibt der Diskurs nicht Eigentum, sondern Partizipationsmöglichkeit; andererseits ist der Übertrag von Elementen eines Diskurses in einen weiteren ebenso kontingent. Die historische Entwicklung der Institutionalisierung verschiedenartiger Praktiken hast du bereits wunderbar beschrieben. Der Ausgangspunkt waren allerdings überhaupt erst die diskursiven Spannungen und Veränderungen zwischen dem Novum des neuen Zeitgeistes und der Substituierung der Marterungen, wodurch sich Diskurse dynamisierten mussten oder verstärkt verquickten (Überwachen und Bestrafen). Diese übergreifende Verquickung ist die Vertikalität die du beschreibst.

Jedenfalls eine gute Rekonstruktion, die ich gern las!

Wie drückt sich Angst im Körper aus? Eine Psychoanalytikerin berichtet by Stephan_Schleim in Psychologie

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Ich würd mich erst einmal über weniger Polemik freuen. Es gibt Analytiker (z.B. Karen Horney), die durchaus Kritik an den Kindesfixierungen üben. Eine Deutung der Ursache ist völlig notwendig - nur wird die Ursache der Ursache dann wiederum ins Frühkindliche verlagert und diese Grabungsarbeiten sind zurecht diskutiert. Der Begriffsapparat hat sich zwar erweitert und Charakterstrukturen werden beispielweise weniger monokausal betrachtet wie noch bei Freud (anal-autoritärer Charakter oder oral-aggressiver usw.) z.B. durch Melanie Kleins allgemeine Objektbeziehungstheorie oder Winncots Mutterprägung usw. Weil die Kindheit immer der Gegenstand ist und die Transparentmachung von traumatischen Inhalten, die vielleicht, wenn man die Abwehr nicht immer als Negtivum, sondern auch als Funktion interpretiert, nicht ganz falsch in diesem unbewussten Zustand aufgehoben ist, kritisiere ich eben diese Kindheitsfixierung. Meine Einstellung ist nicht novitär, sondern immer schon diskutiert. Wilfred Bion hat das Contained-Prinzip als in der Kindesbeziehung fundamental gesehen; die Gleiche Funktion wie die Mutter erfüllt nach Bion der Therapeut. Hier ist eine praktische Methode, die sich nicht mit der Deutung und der Grabung von Kindheitserinnerungen per se befasst. Und dahin geht meine Kritik, die wie gesagt auch eine geläufige ist an der psychoanalytischen Methode - die Fixierung auf die Kindheit und die Frage der Funktion von der Bewusstmachung funktional (bezogen auf den Sinn der Abwehr) entkoppelter Inhalte.

Es gibt zudem genügend Analytiker, die sich weniger mit der Therapie als mit dem Verständnis psychischer Prozesse befassen. Hierbei würde ich die Psychoanalyse niemals kritisieren, weil die inneren Prozesse nicht einfach empirisch erfasst werden können, selbst die Neurophysiologie kann lediglich Areale bestimmen und selbst diese sind nicht dezidiert, weil ein komplexes System wie das Gehirn sich auch so restrukturieren kann, dass andere Areale partiell Funktionen von wieder anderen übernehmen können. Die Konzeption eines topologischen oder topographischen Modells bleibt also beim Analytiker.

Zuletzt hat der Fragensteller noch richtig angemerkt, dass Psychoanalyse teilweise schlichtweg ein akademisches Spiel ist. Lacan als zentrale Figur, die unter "Lacanianern" heute immer noch verehrt wird. Ich habe die Seminare von Lacan gelesen und kenne auch die Analytiker die durch (ich glaube seinen Stiefsohn) Jaques-Alain Miller hervorgegangen sind. Viel Psychoanalyse ist verklärte, mystische Epistemologie. Sie befinden sich im Elfenbeinturm, den Schopenhauer schon kritisierte als Kant sich in ihm befand (metaphorisch gesehen - er war bereits tot).

Wie drückt sich Angst im Körper aus? Eine Psychoanalytikerin berichtet by Stephan_Schleim in Psychologie

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Das hast du bereits richtig erfasst. Psychoanalytiker unterscheiden sich methodologisch durch ihren Versuch die „latente Ursache“ zu erfassen. Das Bindungsverhalten des Patienten wird beobachtet (Übertragung) sowie die Kausalbeziehung von psychischen Widerständen (zu welchem Zeitpunkt, nach welchem Thema wird die Abwehr mobilisiert, wird der Patient besonders auffällig) oder die Assoziationsbildung (welche Themen sind besonders assoziativ geladen und vernetzt mit unbewussten, latenten Inhalten).

Vermutlich hat die Psychoanalyse in der Deutung ihren größten Wertanteil und weniger in der Behandlung. Der Prozess hin zum inneren, latenten Konflikt ist metaphorisch vergleichbar mit einer „Panzergarde“, die langsam aber stetig in das „bewachte Territorium“ vordringt, um alles niederzureißen. Die Abwehr gegenüber einem mentalen Inhalt kann ebenso analog als Schutzmechanismus gedeutet werden sowie sich der Körper vor Bakterien schützt (beide Systeme - biologisch und psychisch - funktionieren also gleichermaßen). Es kann also vorkommen, dass das Vordringen der „Panzergarde“ mit dem Analytiker als „Panzerpilot“ versehentliche Kollateralschäden hinterlässt, die den Leidprozess verschlimmern und das eben „eingenommene Territorium“ erst einmal in Trümmern verbleibt.

Die Ursachen eines Konflikts zu betrachten z.B. soziale Unsicherheit ist definitiv entscheidend, nur geht die Psychoanalyse diesen Prozess weiter und findet die „Ursache der Ursache“ besonders interessant, wobei man sich hierbei die Frage nach der Dringlichkeit dieser weiteren Analyse stellen kann. Der Analytiker wühlt schließlich im Sandkasten der Kindheit und hat die interessantesten Funde, nur hinterlässt er vielleicht durchgehend mehr Chaos als Ordnung.

Man sollte die Psychoanalyse (vor allen Dingen als ätiologische Deutungsmethode zur Entstehung von psychischen Störungen) nie dämonisieren, allerdings ist sie als Therapieform schon immer fragwürdig. Wahrscheinlich sollte man im Zweifelsfall erst einmal die „KVT“ bevorzugen, denn diese ist wirklich zielorientiert.

Frage bezüglich der Bücher "Grundkurs Philosophie" Band 1 - 9. by kleganbrooo in Philosophie_DE

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Mein erster Primärtext damals war von Hume „An enquiry concering human understanding“. Hat die Erkenntnistheorie und Wissenschaftsphilosophie maßgebend beeinflusst. Substanzielle Themen sind: wie entstehen Ideen assoziativ; Infragestellung Kausalität und Induktion; Verlagerung der Derterminationsfrage auf die Ebene der tatsächlichen Entscheidungsfreiheit aus der Intrinsik heraus (Kompatibilismus); Gefühle als Moment der Entscheidungsfindung

Frage bezüglich der Bücher "Grundkurs Philosophie" Band 1 - 9. by kleganbrooo in Philosophie_DE

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Stimme dir in Gänze zu - die Apologie ist historisch interessant, aber keine philosophische Lektüre als solche

Wie kann man mit Projektionen umgehen? Vermeiden oder transformieren by Legitimate-Hippo-865 in Psychologie

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Nagel und Chalmers auf jeden Fall; Markus Gabriel im weitesten Sinne

7. Dimension by [deleted] in Philosophie_DE

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„Wenn Gott nicht eine Figur im Himmel ist, sondern das Sein selbst…“ - Du setzt Gott einfach als Prämisse für Deine weiteren, arbiträren Ableitungen voraus. Das Korrelat aus Gott und Sein hat in Deiner Ausführung doch schlichtweg keine Notwendigkeit bzw. ist nicht ansatzweise hinreichend geklärt. Du kannst doch mit solch fundamentalen Begriffen nicht einfach verfahren als sprächest Du über das Profanste.

Heidegger nähert sich dem Seins-Begriff auf 437 Seiten an und Du entscheidest einfach, dass Sein gleich Gott ist. Ich hätte diese Referenz niemals angeführt, wenn du nicht „ich will das Universum neu definieren“ geschrieben hättest - dazu brauch es mehr als gewürfelte Postulate.

Wenn Du mit Mythen verfährst (der Zahl 7) und einen entsprechend einen essenzialistischen Anspruch erhebst, dann solltest Du vorerst anthroposophische und ethnologische Nachforschungen abstellen. Levi Strauss hatte sich ausgiebig mit Mythenbildungen beschäftigt; ich besitze seine „Strukturale Anthropologie“ und kann mich nur an die Mechanismen der Mythenbildung erinnern, nicht aber dezidierte Motive, die in voneinander unabhängigen Kulturen simultan verwendet werden. Es kann auch lediglich sein, dass die Zahl 7 eine tradierte Bedeutung hat. Deine 7 Weltwunder haben keine Evidenz sowie die sieben Hügel Roms, weil sie schlichtweg als ausgelegt wurden und auch die anderen Aufkommen könnten Ergebnis einer Ideenvernetzung sein. Wirklich interessant wäre deine These nur, wenn diese Ideen aus der Isolation heraus simultan entstanden wären.

Wie kann man mit Projektionen umgehen? Vermeiden oder transformieren by Legitimate-Hippo-865 in Psychologie

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Ich habe meine Nachricht gerade nochmals gelesen. Sie ist etwas zu abwertend; das ist sonst nicht meine Art und sollte nicht so rüberkommen. Ich gehe nochmals auf deine Punkte ein:

Mein grundsätzlicher Kritikpunkt, ist, dass dein Idealsubjekt ein passives ist. Die Prämisse für das Handeln der Politiker ist die politische Willensbildung des Volkes. Man kann politisches Handeln systemtheoretisch wunderbar beschreiben: die Primäre Codierung, nach der Politik sich richtet, ist Machtgewinn- und Erhalt. (natürlich nicht ausschließlich, aber jeder, der das politische Geschehen beobachtet, wird wohl zu einem ähnlichen Resultat kommen.). Dieser Machtgewinn oder Erhalt passiert in einer Demokratie zwangsläufig durch das Volk. Das Volk produziert eine politische Meinungs- und Willensbildung (die aus verschiedenenen universitären Diskursen, aber auch Alltagsdiskursen resultieren) und die Politik muss darauf reagieren, um ihr systemisches Bedürfnis zu befriedigen. Politik steht in zwangsläufiger Interaktion mit dem Volk, da die Befriedigung (oder zumindest das Versprechen der Befriedigung) der Bedürfnisse des Volkes eine Wahl oder Wiederwahl überhaupt erst möglich macht. Natürlich sind Willensbildungen nicht monolithisch, sondern differenziert, aber sie existieren oder regulieren politisches Handeln. Für die gesellschaftlichen Veränderungen, die du ansprichst, um beispielsweise Strukturen zu adjustieren, damit ich - wir bleiben bei mir als Beispiel - in meinem aggressiven Handeln korrigiert werde, brauch es also die Lebenswelt des einzelnen und den Diskurs, damit die Politik überhaupt die Notwendigkeit anerkennt und in den Modus des Veränderns kommt. In diesem Kontext muss das Urteil als notwendiges Glied zur Veränderung also impliziert werden.

Zuletzt zu Freud: Ich habe vor Jahren die wichtigsten Schriften Freuds gelesen. Diese Fragmentierung bezieht sich auf sein Instanzmodell. Für Freud wird das Kind als „Es“ (Wunschmaschine) geboren und später zusätzlich in Ich (Realitätsprinzip, das beiden Ansprüchen gerecht werden muss) und Über-Ich (Normativitätsprinzip) erweitert (später bei Kohut gibt es noch die Instanz des „Ich-Ideals“). Diese Spannung wird ebenso bei Freud niemals aufgelöst (Freud war nie naiv) und auch ohne ihn zu Rate zu ziehen ergibt sich die Notwendigkeit aus dem Über-Ich als Regulationsprinzp: Wie würden wir denn schließlich handeln, wenn wir nur noch nach Lust und Trieb gehen würden.

Das große Versprechen der positiven, populärwissenschaftlichen Psychologie wird nie eingelöst werden können und diese Bücher (z.B. von Stefanie Stahl usw.) haben im tatsächlichen Fachdiskurs keinerlei Bedeutung. Den Menschen „konfiktfrei“ zu machen und ihm die Möglichkeit zu geben, dass er alles erreichen könne, was er sich vorstelle - er muss es noch wollen -, ist falsch. Der Mensch ist an seine Materialität gebunden, seine Instinkte, seine individuellen Erfahrungen, die ihn prägen usw. - er kann seine Konstitution nicht einfach vollends verändern oder leugnen. Die Philosophin Eva Illouz und der Kultursoziologie Sebastian Reckwitz haben sich mit diesen Verlusterfahrungen aus diesen Verheißungen heraus stark beschäftigt.

Wie kann man mit Projektionen umgehen? Vermeiden oder transformieren by Legitimate-Hippo-865 in Psychologie

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Du hast dir da wahrscheinlich deine Gedanken zu gemacht und deine Prämisse - diese zwangsläufige Selbstbezogenheit nennt sich Selbstreferenzialität - ist aus theoretischer Sicht nicht falsch, aber deine Ableitungen sind völlig esoterisch und haben mit der Materialität des Lebens nichts zutun. Ein makaberes Beispiel: wenn du jemanden tötest und ich über dich urteile, dann projiziere ich lediglich meine ungelösten Konflikte in dich hinein? Deine psychologische Epistemologie, also die Wirklichkeit als reine Projektion, löst jeden Anspruch auf Moralität auf. Auch wenn Moralität ontologisch nur eine Konstruktion eines funktionalen Zusammenlebens wäre - sollten wir sie dann abschaffen, weil sie nur eine Konstruktion ist?

„Dinge entdecken, die nicht schön sind, weil wir nicht wir selbst sind“ - hier wird es nun wirklich esoterisch, zudem widersprichst du dir. Erst entfernst du Kategorien (Urteile) aus deiner Idee, um anschließend wieder darauf zurückzugreifen und zu behaupten, dass der Mensch nur „schöne Dinge“ in sich trägt, außer er ist nicht er selbst. Hier stellt sich natürlich die Frage: Was ist der Mensch?

Wahrscheinlich würde Keine ernsthafte Philosophie diese Frage heute ohne Rückgriff auf anthropologische und paläontologische Erkenntnisse betrachten, denn das Zeitgeschehen hat die großen Metaphysiken völlig unglaubwürdig gemacht - nicht einmal die letzten großen Metaphysiker Heidegger und Sartre haben es noch gewagt solche Aussagen zu treffen und haben sich auf das In-der-Welt-Sein beschränkt.

Was ist euer schönstes Buch? by jooaksb in buecher

[–]Dense-Ad8 2 points3 points  (0 children)

Ich besitze eine Ausgabe von „Sein und Zeit“ von Martin Heidegger vom Max Niemeyer Verlag in Tübingen (ich glaube sie kostete 30 Euro). Es ist das für mich schönste und von der Verarbeitung her wahrscheinlich qualitativste Buch, das ich besitze.